Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 10 (6.3.1931)
- Date
- 1931-03-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seit«? EDUARD OERIINeERS Cafe Carltheater (Sitz des öslerr. Kantorenverbandes) Wien II., PraierslraOe 29 Während der Pessachfeiertage Kafffee und er«iklcissiqe ODS TS3 Getränke liehen Heurigen-Stüberl adaptiert war, Wiener Musik und Gesang erschallen ließ, in die behaglichste Stimmung versetzt. An dem Feste nahmen unter anderem teilt der Ehrenpräsident des Vereines, Herr Kultusvorsteher Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, Herr Nationalrät Zelenka, Bezirksvorsteher Haidl, sämtliche mit ihren Gemahlinen, Herr Medizinalrat . Dr. Alois Hauser, der Stadthauptmann von Ottakring, Herr Regierungsrat Dr. Nemec, in Vertretung der „Union" Herrn Dr. Ernst Feldsberg und in Vertretung der Chewra Kadischa deren Obmann, Herr Nosslg. Dieses Fest, das nicht allein einen ideellen, sondern auch einen materiellen Erfolg aufwies, hat wiederum den Beweis erbracht, wie tief verankert dieser Verein in den breitesten Schichten der Bevölkerung ist, denen der herzlichste Dank für ihre Hilfsbereitschaft gebührt Um ■das Gelingen des Festes hat sich der gesamte Vorstand, besonders aber Herr Klavir verdient gemacht Purtrafeier der Schuljugend im StadttempeL Im Zuge der Veranstaltungen, die in der letzten Zeit von der Schulverwaltung der Kultusgemeinde getroffen wurden, um die heranwachsende jüdische Jugend mit ■den uralten, schönen Bräuchen des jüdischen Lebens vertraut zu machen, fanden in einer Reihe von Synagogen am 28. Februar (Schabos Socbar) im Anschluß an den Jugendgottesdienst Purimfeiern statt, die sich einer überaus zahlreichen Teilnahme sowohl seitens ■der Kinder, als auch ihrer Eltern erfreuten. Besonders feierlich und herzerquickend gestaltete sich die Purimfeier, die im Rahmen des Jugendgottesdienstes im Stadttempel stattfand. Das Gotteshaus war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt es dürften nahezu 300 Kinder in Begleitung ihrer Eltern erschienen sein. In schöner Disziplin verharrten die zahlreichen Kinder, von denen viele in den Bänken keinen Platz gefunden hatten, während •des ganzen Gottesdienstes, der von Herrn Oberkantor Fischer, begleitet von dem meisterhaft geschulten •Chor des. Stadttempels, abgehalten wurde. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die Kinder der kindertümlichen Ansprache des Herrn Inspektors O e h 1 e r über die Bedeutung des Purimfestes. Im Anschluß an diese Feier, <der fast alle Mitglieder des Bethausvorstandes und die Delegierten der Bezirkskommission für den 1. Bezirk, ferner seitens der Gemeindeverwaltung die Herren -Amtsdirektor Regierungsrat Fuchsgelb, Sekretär Hölzer, Direktor 'Peterselka und Amtsleiter Förster beiwohnten, erhielten sämtliche Kinder vom "Vorstand der Kultusgemeinde eine Purimaufmerksamkeit mit dem Wunsche Simchas Purim. Einen solchen .Simchas Purim erlebten alle, die dieser herrlichen Feier beiwohnten und die strahlenden Gesichter der Kinder sahen. Wenn die zahlreich erschienenen Eltern, denen man die freuefige Zustimmung zu dieser Veranstaltung ansah, der Mahnung folgen, auch in ihren Häusern die jüdischen Feste zu feiern, dann sind sie der Schulverwaltung unserer Gemeinde behilflich, das vom Obmann •der Unterrichtskommission des Kultusvorstandes, Herrn Dr. Josef Ticho, inaugurierte Werk der religiösen Jugenderziehung zu fördern. Um den würdigen Verlauf dieser Feier haben sich auch die Lehrkräfte Markus ^Stengel, Lotte Intrater, Stella Wolf und Direktor Herrnfeld verdient gemacht Israelitischer Tempel- und Schulvereia für den X. Gfcuiciuutbezirk. äouuiag, aeu 1. Marz ü. J.. fc>10 Ohr vormittags, fand die 52. ordentliche Generalversammlung üuigen veiemes unier giouer beiewgung statt Lter Oouiann ües Vereines, herr Max r>erger, begrüßte den in Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde erschienenen wütusvorsteuer Viicior bau inniger, aen Präsidenten der Oiganisation der Tempelvereine, börserat 1. U1 ü c k, dem er auch zu semer glücklichen Errettung aus Lebensgefahr herzlich gratulierte, sowie die in Vertretung anaerer Tempelveieuie erschienenen Delegierten, vor Eingang in die Tagesordnung widmete er den im Vorjahre verstorbenen Mitgliedern einen tietempiundenen Nachruf. Cr konstatierte sodann, daß die wirtschaftliche Krise im Jahre ly3U noch eine Steigerung ertahren hat und es daher sehr schwer ist, die iinanzielle Lage del Vereines ins Gleichgewicht zu bringen, doch will der Vorstand ailles unternehmen, was zur Erleichterung der schlechten Finanzen beitragen könnte. Der Obmann dankt dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde für die werktätige Unterstützung und ersucht die Herren Kultusvorsteher Viktor Bauminger und Börserat 1. Glück, dem verehrlichen Präsidium der Kultusgemeinde die Dankbarkeit des Vereines zu verdolmetschen. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht des Obmannes, ergriff Kultusvorsteher ViKior uauminger das Wort. Er gab seiner Freude über den schönen Erfolg Ausdruck, den der Tempelverein durch die Opferwilligkeit des Vorstandes und der Vereinsmitglieder aufzuweisen hatte und dankte dem Vorstande im Namen der. Kultusgemeinde für die trotz der schweren wirtschaftlichen Krise mustergültige Führung des Tempels und der Bibelschule. Redner versprach, sich für die Unterstützung des Tempelvereines, der hier an der Peripherie Wiens eine kulturelle Mission zu erfüllen bat, einzusetzen. Kultusvorsteher Börserat I. Glück dankte zunächst dem Obmanne und der Generalversammlung für die ihm dargebrachten Ovationen und würdigte ebenfalls in anerkennenden Worten die rastlose Tätigkeit der Vereinsleitung, welche es trotz der schweren Zelten zuwege gebracht hat alle Institutionen des Tempelvereines auf einem mustergültigen Niveau zu erhalten. Redner konstatierte mit Genugtuung, daß der Vorstand auch seinen Pflichten gegenüber der heranwachsenden Jugend, die ja die Zukunft des Judentums darstelle, nachgekommen ist und beglückwünschte den Obmann zur Wahl des neuen Rabbiners, der als hervorragender Pädagoge zur Hebung der Bibelschule gewiß viel beitragen wird. Die von den Herren Ing. Brandweiner, Dr. Doli, Grünhut Kafowi. Dr. Neumann vorgebrachten Interpellationen wurden von Herrn Börserat I. G1 ü c k beantwortet Nachdem er alle Interpellanten aufgeklärt und die Gemüter beruhigt hatte, wurde der Tätigkeits-, wie auch Kassabericht zur Kenntnis genommen und dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt Die Neuwahlen brachten die Bestätigung der bisherigen verdienstvollen Vorstands- und Ausschußmitglieder. Berlin. Der Privatdozent Dr. David Baumgar dt erhielt einen Lehrauftrag für Geschichte der Aesthetik an der Berliner Universität Von den wissenschaftlichen Arbeiten Dr. Baumgardts sind Schriften über die philosophische Romantik, ein Spinoza-Werk und ein Buch über den Philosophen Baader besonders hervorzuheben. Telephon 319 SlTCM* rllUCll Telephon 319 TO3 Pessach in Boden im Hotel - Restaurant SCHEY, Baden b. Wien, Annagasse i»r. 3 unter persönlicher Leitung des Besitzers David Schey Ganze V«en»lletf «■■»££: FrQhstQck: Kaffee, Mazzes Mittagmahl: Suppe. Braten (nach Wahl event. Geflügel), Beilage, Mehlspeise Jause: Kaffee, Mazzes Nachtmahl: Fleischspeise (nach Wahl), Beilage Per Tatf S IO'- Grofte Porttonen. Anerkannt beste KOdie Größtes jüdisches Etablissement Badens SSniUche Lokalitäten gänzlich renoviert Schöne Zimmer, einbettig von S 4.—, zweibettig von S 6.— per Tag aufwärts Anmeldungen werden bis 29. März entgegengenommen flmtddje Verfautßarungen der JsraefitiscQen Tiuftusgemeinöe Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 6. März 1931 werden bei dem um 5 Uhr 45 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. M. Rosen mann); II, Tempelgasse 3 (Rabbiner Dr. I. Taglicht); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. G. M. Mehrer); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Samstag, den 7. März 1931, ^4 Uhr nachmittags, IL, Pazmanitengasse 6. Religiös-populärer Vortrags-Zyklus: „Die Lehrer und Lehren der Mischnah und der Gemarah" (Rabbiner Dr. Z. Taubes); 4 Uhr nachmittags, XIX., Dollmergasse 3. Exegetischer Vortrag (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). * Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 7. März 1931, findet um 3 Uhr nachm. der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. * Stipendien für Krankenschwestern-Elevinnen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat beschlossen, an jüdische, die österreichische Staatsbürgerschaft besitzende Frequentantinnen der Krankenpflegeschule der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze zwei Stipendien im Betrage von je S 1200.— während des ersten Lehrjahres und von je S 600.— während des zweiten und dritten Lehrjahres und drei Stipendien im Betrage von je S 600.— während des ersten Lehrjahres und von je S 300.— während des zweiten und dritten Lehrjahres zur Verleihung zu bringen. Die Frequentantinnen erhalten während der ganzen Ausbildungszeit, d. i. in den Monaten Oktober bis einschließlich Juni eines jeden der drei Lehrjahre freie Station in der Krankenpflegeschule. In den Ferialmonaten Juli, August und September müssen die Frequentantinnen für ihre Unterkunft und Verpflegung selbst sorgen. Der Bezug des Stipendiums durch die ganze Ausbildungszeit wird von den durch die vorschriftsmäßigen Prüfungen nachzuweisenden guten Lernerfolgen abhängig gemacht Die mit einem Stipendium Bedachten haben sich zu verpflichten, als Pflegeschwestern im Spitale oder in der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde durch mindestens drei Jahre tätig zu sein. Die israelitische Kultusgemeinde Wien wird sich unter noch näher bekanntzugebenden Bedingungen verpflichten, den mit einem Stipendium Bedachten, die den Gesamtbezug des ihnen verliehenen Stipendiums übersteigenden Ausbildungskosten in der Krankenpflegeschule der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze in dem Falle rückzuerstatten, daß die Stipendistinnen tatsächlich eine dreijährge Dienstzeit als Pflegeschwester im Spitale oder in der Versorgungsanstalt der israelitischen Kultusgemeinde zurücklegen. Bewerberinnen wollen ihre mit den Personaldokumenten und der Bestätigung, daß sie um die Aufnahme in die Krankenpflegeschule der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuze angesucht haben, versehenen Gesuche bis spätestens 30. Aprü 1931 in der Amtsdirektion der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, einbringen. Daselbst sind die Aufnahmsbedingungen der oberwähnten Krankenpflegeschule unentgeltlich erhältlich. Von der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Wie bereits aus dem Verwaltungsberichte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zu entnehmen war, ist im Jahre 1930 die Bibliothek dieser Gemeinde von 9125 Lesern besucht worden, die 20.823 Werke benützten. Ueberdies wurden von 1249 Personen 1605 Werke entlehnt. Den Organen der Bibliothek oblag nicht nur dieser sehr umfangreiche Parteienverkehr, sondern auch eine Reihe schwieriger und umständlicher wissenschaftlicher und Katalogisierungsarbeiten und die Erteilung von Auskünften und wissenschaftlichen Beratungen an Forscher und wissenschaftliche Arbeiter. Wenn nun in einem jüdischen Wochenblatte ein Anonymus darüber Beschwerde führt, daß die Funktionäre der Bibliothek ihren Dienst nicht pflichtgemäß versehen, ja daß man ihrerseits Schikanierungen ausgesetzt sei oder daß gar passive Resistenz gemacht werde, weil es vorkommt, daß Leser oft längere Zeit warten müssen, bis sie ein Buch erhalten, so erscheinen diese Vorwürfe durchaus ungerecht und unbegründet Es muß berücksichtigt werden, daß die Organe der Gemeindebibliothek sehr stark in Anspruch genommen sind, und daß die Bücher aus verschiedenen Standorten herbeigeholt werden müssen. Meist wird aber auch eine Verzögerung durch die Leser selbst, und zwar dadurch verursacht, daß sich dieselben nicht der im Lesesaale aufliegenden Kataloge bedienen und ihre Wunschzettel oft ohne Signaturen, oft auch mit unrichtigen Angaben einreichen. Ausgeschlossen ist aber auch die Entlehnung der als unentlehnbar bezeichneten bibliographischen Nachschlagebücher, und es müssen daher auch Empfehlungen welcher Art immer diesfalls unberücksichtigt werden. ERIKA noa bv Sdrokolaaen an« cacaanos rar in bester Qualität I. brOhaoer&co. Wien XVIII., Währingergürtel 15 Telephon A 28-0-34 erzeugt unter strenger Aufsicht St. Ebrw. Herrn Rabbiner H. SCHENK (Taimud-Thora)