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Die Wahrheit · 1931-02-13 · Heft 7 (13.2.1931) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 7 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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SeidnrarentaMlif slreng y&s Eisen&nönigsbcr.Wieii Ii., naidgosse 9 Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen II.. Praierstraöc 53 (Neben dem Carltheater) Thoraeinweihung im Döblinger Tempel. Im Tempel des 19. Bezirkes, Dollinergasse 3, fand am Freitag, den 6. Februar 1931, eine ebenso erhebende, als schöne Feier statt. Eine edle Dame, Frau Stefanie Stern, Mutter des Herrn Ing. Oberbaurat Eugen Stern, hat dem Zuge ihres echt jüdischen Herzens folgend ein SeferThora mit prachtvoll gesticktem Thoramantel und kostbaren Silberschmuck gespendet. In dem festlich beleuchteten Qotteshause hatten sich der Gesamtvorstand, die Familie Stern und ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden. Nach dem Kidduschgebete sang Oberkantor D. Bohomilny das „Waj'hi bin'soa". — Zwei Tempelvorsteher öffneten die Bundeslade, die ThoraroUen wurden ausgehoben. Die .Vorsteher mit den Gesetzesrollen in der Hand schritten mit Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Frankfurter unter feierlichen Gesängen zur Begrüßung und Empfangnahme der neuen Thorarolle durch das Gotteshaus. — Zwei Herren des Vorstandes geleiteten vom Sitzungssaale aus Herrn Ing. Oberbaurat Eugen Stern, der das gespendete Sefer trug, in den Tempel. Wundervoller Gesang erfüllte das herrliche Gotteshaus. Oberkantor D. Bohomilny intonierte, vom Chor ausgezeichnet begleitet, das große H a 11 e l u j a h von Lewandowsky. Sr. Ehrwürden, von allen Tempelvorstehern, die ThoraroUen trugen, umgeben, empfing nun aus den Händen des Oberbaurates Stern die gespendete Thora mit ihrem , erlesenen Schmucke. Tiefe Ergriffenheit bemächtigte sich in diesem Augenblicke aller Andächtigen. Unter Absingung von Psalmen bewegte sich der Zug zur heiligen Lade, in welche die ThoraroUen gestellt wurden. Ehe die Türen derselben sich schlössen, sang man das stimmungsvolle „Uw'nucho j o m a r". Nun hielt Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Frankfurter die Festpredigt. Zum* Texte seiner Rede wählte er die Stelle aus dem Wochenabschnitte: „Wenn ihr hören werdet auf meine Stimme und beobachten wollet meinen Bund, so werdet ihr mir a u s e r w ä h 11 sein allen Völkern, denn mir gehört die ganze Erde. Ihr sollet mir sein ein R e i c h v o n P r i e s t e r n, ein heiliges V o 1 k." Er wies auf den Anteil hin, den das jüdische Volk an der religiösen und sittlichen Entwicklung der Menschheit hat, und daß es bei aller Bescheidenheit und Demut sich rühmen darf, ein Reich von Priestern und ein auserwähltes Volk zu sein. Wenn es auch leider Juden gibt, die, um dem Opfer zu entgehen, daß das Judentum von jedem seiner Bekenner fordert, auf die Priesterwürde verzichten und dem Priestervolke Israel den Rücken kehren, so gibt es doch noch immer Juden, die würdige Mitglieder des auserwählten Volkes genannt zu werden yerdienen, wie das schöne und vorbildliche Beispiel der Familie Stern sinnfällig zeigt, die es als höchstes Glück betrachtet, auf dem Altäre unseres Gotteshauses opfern zu dürfen. Sr. Ehrwürden schloß seine vom Herzen kommende und zu Herzen dringende Predigt mit heißen Segenswünschen für die fromme Glaubensschwester Frau Stefanie Stern und ihr Haus. Am nächsten Tage beim Sabbatgottesdienste wurde Herr Oberbaurat Eugen Stern feierlich zur Thora gerufen. Die einzigartig schöne Feier wird bei allen Tempelbesuchern in unauslöschlicher Erinnerung bleiben. Eduard E. Tr nka.- nBeth Aharon" Israelitischer. Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margareten, Wien V.. Siebenbrunnengasse -la. Sonntag, den 8. Februar 1931, fand im Zeremoniensaal die 56. ordentliche Generalversammlung des im Titel genannten Vereines statt. Obmann Desider Wollner eröffnete um 10 Uhr vormittags die Sitzung, konstatierte ihre ordnungsgemäße Einberufung und Beschlußfähigkeit und begrüßte den Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde. Obermedizinalrat Kultusvorsteher Dr. Heinrich II aase, ferner •die Delegierten der Tempelvereine 2. Bezirk (Pazmanitengasse). 8. Bezirk. 10. Bezirk, Storchenschul, sowie Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Mehr er, Herrn Oberkantor J. K a t z und den Chefredakteur der „Wahrheit". Herrn Ludwig Hirschfeld, auf das herzlichste. Auch das abgelaufene Vereinsjahr hat, wie Obmann Desider Wolln&r im Verlaufe seiner ausgezeichneten Rede ausführte, nicht jenen Erfolg gebracht, welchen man erwartete, da die allgemeine schlechte Lage und die wirtschaftliche Not der Wiener Judenschaft natürlich auch an ihren kulturellen Institutionen nicht spurlos verübergegangen ist Er dankte dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien für die Förderung des Tempelvereines und ersuchte den anwesenden Vertreter der Gemeinde, die Notlage, in der sich der Tempelverein momentan befindet, den maßgebenden Persönlichkeiten der Muttergemeinde bekanntzugeben. Schriftführer Dr. I. David erstattete hierauf den Rechenschaftsbericht des Vereines und gedachte auch in warmen Worten der im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vorstandsmitglieder und Mitglieder. Sodann ergriff Herr Obermedizinalrat Dr. H a a s e das Wort und sagte, daß er sich nicht mit den einzelnen Posten und Ziffern befasse, vielmehr seinem Gesamteindruck dahingehend Ausdruck geben möchte, daß die Leistungen des Vereinsvorstandes und seiner Mitglieder gerade im Hinblick auf die Not der Zeit ganz hervorragende seien, und erklärte, daß allen, die an diesem Erfolge Anteil haben, der Dank und die Anerkennung der Kultusgemeinde in vollem Maße gebühre. Er versprach auch, die Interessen des Vereines beim Präsidium der Kultusgemeinde zu vertreten. Es entwickelt sich nun eine sehr interessante Debatte, betreffend Verringerung des Deiizites, an welcher sich Obmann Desider W o 11 n e r, Obermedizinalrat Kultusvorsteher Doktor Haase und Chefredakteur Ludwig Hirschfeld lebhaft beteiligten. Obmann Desider W o 11 n e r gibt bekannt, daß der Vorstand beschlossen habe, der Generalversammlung vorzuschlagen, den Obmannstellvertreter und Kassier Herrn Max Spitzer anläßlich seines 80. Geburtstages in Anbetracht seiner nahezu 50jährigen Opferwilligkeit und Opferfreudigkeit, sowie seiner überaus ersprießlichen Tätigkeit im Vereine zum Ehrenm i t g 1 i e d e zu ernennen. Der Antrag des Vorstandes wird einstimmig und mit großer Begeisterung angenommen und werden Herrn Max Spitzer wohlverdiente Ovationen seitens der Generalversammlung dargebracht Tiefgerührt dankt der beliebte alte Herr für die ihm gewordenen Ehrungen und verspricht, die Interessen des ihm so ans Herz gewachsenen Vereines auch fernerhin zu vertreten. Revisor Philipp Stern gab nun die Erklärung ab, daß er im Vereine mit dem Revisor Max Boritz alle Bücher und Belege überprüft und in bester Ordnung befunden habe und stellte den Antrag, dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Bei der nun stattgefundenen Wahl wurden die Herren Grünberg Heinrich, Apotheker, Dr. Hermann Gustav, Hollenberg Leo, Ing. P o r d e s Dore, S c h n a b 1 David, Schwarz Samuel neu, respektive wieder gewählt. jüdisch, unzulässig sei und dankte dem Publikum, das mit regem Interesse den Worten des Vortragenden gefolgt war, für sein zahlreiches Erscheinen, —f. Herrennad Oisieito Nur la-Qualitäten nach Maß und fertig lagernd, eventuelle Zahlungserleichterungen bis zu 1 Jahr werden gewährt. IEIDER-UN10K kY/KNVlKasernens.6 TelB202:fc Sinn und Bedeutung von Kol-NIdre. Am 26. v. M. hielt Herr Rabb. Dr. Zwi Taubes im Verein für jüdische Geschichte und Literatur einen überaus fesselnden Vortrag über die Bedeutung des Kol-Nidregebetes. Der Vortragende skizzierte einleitend in interessanter Art die Stellungnahme einzelner Gaonim zu dieser liturgischen Institution, deren Formulierung oft verschieden zitiert wird. Sodann erörterte der junge Gelehrte die verschiedenen Theorien über die Entstehung dieses Gebetes, so vor allem die des unvergeßlichen Dr. Josef Bloch und brachte abschließend seine eigene Theorie zum Ausdrucke, wonach das Vorbild der Auflösung von Gelübden, Bekräftigungen und Schwüren in einer poetisch wunderbar geschmückten Agadah alten Charakters zu suchen sei. Dort wird eine Szene zwischen Gott und Moses vorgeführt, bei welcher Gott auf Bitten Mosis. sein Gelübde über eine Vernichtung Israels feierlichst auflöst. Dieses Motiv einer Auflösung von Gelübden hätte nach „mystischer" Methode in späterer Zeit seinen Niederschlag in dem uns am Jom-Kippurabend so sehr ergreifenden Kol-Nidre gefunden. Herr Prof. Dr. Sam. Krauß, der Präsident des Vereines und bekannte Historiker, führte einige recht interessante Momente an, die die Entstehung des Kol-Nidre zur Zeit einer Spaltung im Judentum als Demonstration karäischer Gegnerschaft gegenüber bedingten. Suchten ja die Karäer in streng-biblischer Konsequenz jede Auflösung von Gelübden als unerlaubt hinzustellen. In der lebhaften Debatte ergriffen Herr Dr. Kotin und Herr Zikier das Wort und gaben nicht unwichtige Anregungen. Der Vorsitzende, Herr . Rabb. Dr. M. Rosen mann, konnte zusammenfassend feststellen, daß die D e u t u n g des Kol-Nidre im Sinne eines Sichfreimachens des Einzelnen von seinen Verpflichtungen im vergangenen Jahre, weil ,un- Ihr Herren, mehr Würde! Sehr geehrte Redaktion! In Ihrer geschätzten Zeitschrift vom 23. Jänner 1931, Nr. 4, ist ein Artikel unter dem Titel „Ihr Herren, mehr Würde!" erschienen, in welchem Mitteilungen über meine Person enthalten sind, die der Wahrheit nicht entsprechen. Ich ersuche daher im Sinne des § 23 des Preßgesetzes um Veröffentlichung in der nächsten oder zweitnächsten Nummer nachstehender Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß ich beim Präsidenten der Kultusgemeinde allein erschienen wäre und im Namen des Vereines „Nord-Ost" gegen die Pensionierung des Rabbiners Mayersohn protestiert hätte, richtig ist vielmehr, daß ich mit einer Deputation, bestehend aus mehreren Herren zum Präsidium der Kultusgemeinde mich begab und dort ausdrücklich erklärte, daß ich nicht namens des Vereines „Nord-Ost" (dessen Präsident ich bin), sondern als Privatperson erscheine und als solche nur namens der Deputation den Protest vorbringe. Es ist des weiteren nicht richtig, daß sich die Herren der Deputation nicht vorgestellt hätten, richtig ist vielmehr, daß eine namentliche Vorstellung der einzelnen Mitglieder der Deputation seitens des Führers erfolgt ist. Ich zeichne mit vorzüglicher Hochachtung _Adolf Hecht %mtlid)e Verfautöarungen der Jsraefitiscffen Xuftusgemeinöe Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 13. Februar 1931, werden bei dem um 5 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes), Vi., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky), VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer), IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. S c h w a r z), X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. Albert Wein er), XIII., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. L e w i n), XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach), XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). S ams tag, de'n 14. F e b r ua r 1931: ^10Uhr vorm.: Exegetischer Vortrag, XXI., Holzmeistergasse 12, Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n; H4 Uhr nachm.: Religiös-populärer Vortrags-Zyklus: „Die Lehrer und Lehren der Mischnah und der Gemarah", IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. T a übes); 4 Uhr nachm.: Exegetischer Vonrag, XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. F r a n k f u r t e r). Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 14. Februar 1931 findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. * Z. 300 ex 1931. Wien, im Februar 1931. Jugc«Ml-Cfeot>«s«ltemstf für die Schüler und Schülerinnen der Volks-, Haupt- und Mittelschulen im II. Halbjahre des Schuljahres 1930/31. Sabbat Synagoge 1. Bez. Seitenstettencasse 4 2. tt Tempelgasse 5 2. tt Sebastian Kneipp g. 14 3. tt Untere Vladnktg. 13 5. ** Slebenbrunneng. 1 a 6. tt Schmalzhofg. 3 8. t» Neudeggerg. 12 9. tt Mtillnergasse 21 10. M Humboldtgasse 27 13. tt Eitelbergerg. 22 15. tt Turnergasse 22 16, rr Hubergasse 8 18. tt» Schopenhauersrr. 39 19. tt Dollinergasse 3 20. •* Kluckygasse H 21. t* Holzmeistergasse 12 Ia allen nebenstehenden; Synagogen am: 14.. 21.. 28. Februar. 7„ 14. 21., 28. März 4^ 11„ 18, 25. April Z, 9.. 16.. 23.. 30. Mai 6, 13U 20.. 27. Juni S » 3 J3 => I I Oer Vorstaad der ismUtfechett Kuttascemeiade Wien.

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