Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1931-02-06 · Heft 6 (6.2.1931) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1931
Issue
Heft 6 (6.2.1931)
Date
1931-02-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3062972-3064453-3064459--18247-3083257
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

DIE WAHRHEIT bei» i Seldiwareniabrik sfrenö TW EiscnAHönissbcrWicn II., Holdgasse 9 Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen II.. Pratersfraße 33 (Neben dem Carltheater) Studienrat Professor Dr. H. Redisch und Amtsleiter Förster, der Vorstand des Hietzinger Tempelvereines unter Führung des Obmannes Dr. Ii. Kuhner, die Mitglieder des Vorstandes des Vereines „Einheit", Rabbiner Dr. A. K a m i n k a, die Mitglieder der Bezirkskommission .3/11 Flaster und Steiner u. v. a. Nachdem Kantor Einhorn das Trauergebet ergreifend verrichtet hatte, würdigte Rabbiner Dr. 1. Tag licht die großen Verdienste des vom Schicksal so hart verfolgten Toten auf dem Gebiete der Pädagogik, und im jüdischen Leben. Er verglich den Dahingegangenen mit Hiob, denn so wie dieser hat er es verstanden, die Schicksalsschläge mit Geduld zu ertragen und seinen Kummer durch die Freude zu vergessen, die er anderen aus vollstem Herzen bereitete. Präsident Professor Dr. Alois Pick nahm von dem Dahingeschiedenen Abschied namens der Wiener Kultusgemeinde und sagte ihm Dank für seine ersprießliche Tätigkeit. Studienrat Prof. Dr. H. Redisch sprach namens der Schulverwaltung und Herr Moritz Felsenburg überbrachte die Abschiedsgrüße des Vereines „Einheit", der gerade in diesen Tagen sich zur iestlichen Begehung des 25jährigen Vereinsjubiläums anschickte und die geplante Feierlichkeit wegen der schweren Erkrankung seines unentbehrlich gewordenen Schriftführers Dr. Krenberger verschoben hat Nun ist die von ihm verfaßte Festschrift sein letztes Werk in dieser Institution geworden, für die er seit ihrer Gründung so hingebungsvoll tätig war. Tiefergreifend war die Abschiedsrede eines nicht ganz laubstummen Jungen, der in Begleitung seiner unglücklichen Kameraden erschienen war. um den geliebten Lehrer zu ehren. Am offenen Grabe sprach noch Rabbiner Dr. Lewin namens des Hietzinger Tempelvereines, der in seiner Trauerrede den Menschen und Juden Dr. Krenberger würdigte, der trotz aller Unbill ■Qoti ergeben an jüdischen Werken mithalf, die seinen Warnen preisen werden. Die taubstummen Knaben verrichteten sodann ein Kadisch und Kantor Einhorn rezitterte ergreifend das El Mole rachamin. Konzertdirektion Guttmann. Mittwoch, den 11. Februar 1931, präzise 5^8 Uhr abends, findet im Kleinen Konzerthaus-Saal ein Vortragsabend der beliebten Künstlerin Margarethe Bach statt. Mitwirkend: Prof Josef Zimbler. Karten zum Preise von S 7.— bis S 1.— an der Konzertkassa. Israelitischer Tempel- und Schulverein für den X. Bezirk. Am 1. Februar 1931 wurde Herr Rab- . biner Professor Dr. Albert W e i n e r in feierlicher Weise in das Amt des Seelsorgers eingeführt. Nachdem im Sitzungssaale bereits die Begrüßung des Herrn Rabbiners durch den Obmann des Vereines, Herrn Max B e r g e r, erfolgt war, wurde er in feierlicher Weise durch Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang und den gesamten Vereinsvorstand in den Tempel eingeführt. Ein gut geschulter Chor sang den Psalm 24, worauf Rabbiner Dr. Feuchtwang an den jungen Amtsbruder eine Ansprache hielt, in der er zuerst des unvergeßlichen Führers dieser Gemeinde, des Rabbiners Dr. Aron Mandel s. A. in warmen Worten gedachte. Sodann beleuchtete Rabbiner Dr. Feuchtwang in einer von tiefstem jüdischen Geiste durchdrungenen Rede den Aufgabenkreis eines Rabbiners. Er führte u. a. aus, daß nur der ein richtiger Führer seiner Gemeinde sein könne, der mit seinem ganzen Herzen und mit seinem ganzen Sinnen und Trachten der Gottesidee diene. Es sei Aufgabe und oberste Pflicht eines Rabbiners, dafür zu sorgen, daß die Gottesidee, der Glaube und das wahre und echte Judentum nicht nur im Gotteshause gepflegt und gefunden werde, sondern daß in jedem einzelnen jüdischen Hause die Idee des Judentums so fest verankert sei, daß das Judentum und der Gottesglaube bei jeder jüdischen Mutter, bei jedem jüdischen Vater und bei jedem jüdischen Kinde außerhalb der Synagoge ebenso zu Hause sei, wie in der Synagoge. Zu den hohen Berufspflichten des jüdischen Seelsorgers gehöre vor allem die jüdische Erziehung der Kinder, in deren Herzen eine Wohnstätte der Gottesidee sein müsse. Schwere, verantwortungsvolle Aufgaben harren des jungen Rabbiners. Nachdem nun der Chor den Psalm 150 zum Vortrage gebracht hatte, bestieg Herr Rabbiner Dr. Wein er die Kanzel, um seine Antrittsrede zu halten. Die ganze Rede war durchdrungen von dem Gedanken einer großen Friedensidee. Die Juden haben in dieser Welt seit jeher die hohe Mission, die Träger und Verkünder der Friedensidee zu sein, in der Befriedung der gesamten Menschheit liege das höchste Ziel wahrer jüdischer Erkenntnis. Die Friedensidee sei der Inhalt des Glaubens, und nur derjenige besitze einen wirklichen Glauben, der in sich die Berufung fühlt, ein guter Mensch zu sein. Jeder arme Arbeiter, der sein letztes Stückchen Brot mit seinen Mitmenschen teilt, sei ein guter Mensch und besitze Glauben, jeder Unternehmer, der Bürden und Lasten auf sich nehme, um seinen Arbeiter vor der Armut und Brotlosigkeit zu schützen, sei ein guter Mensch und besitze Glauben, jeder Mensch, der die gute Tat um ihrer selbst willen setzt, sei ein guter Mensch und besitze Glauben. Seine Aufgabe als Rabbiner werde es sein, den Mitgliedern seiner Gemeinde in dieser Form den Glauben und den Frieden zu vermitteln und auf diese Weise mitzuhelfen an der Erstarkung und Anerkennung der jüdischen Gemeinschaft als Lehrer wahren Gottesglaubens. Nachdem Herr Dr. W e i n e r seine Rede beendet hatte, wurde der feierliche Gottesdienst, dem ein illustres Publikum beiwohnte, mit dem Maariw-Gebete geschlossen, welches von Herrn Oberkantor S. Weiß in gewohnt schöner Weise zum Vortrage gebracht wurde. F. Wr.-Neustadt. Zufolge Rücktrittes des Kultusvorstehers Gustav Ungar hat sich der Kultusausschuß der Kultusgemeinde Wr.-Neustadt am 1. d. M. konstituiert. Es wurden gewählt die Herren: Hugo Reininger zum Vorsteher, Samu Mand 1 zum Vorsteherstellvertreter, Arnold Lemberger zum 1. und Leopold Ungar zum 2. Beirat. Chamisso-Ossor-Feier der Schuljugend im Leopoldstädter Tempel. Von dem Bestreben geleitet, die Schuljugend mit den religiösen Bräuchen des Judentums vertraut zu machen, ist die Schulverwaltung der Kultusgemeinde seit Jahren bemüht, den Kindern die Teilnahme an den Freudenfesten zu ermöglichen, die einst das Elternhaus geboten hat. Deshalb haben der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde und insbesondere der um das jüdische Unterrichtswesen hochverdiente Obmann der Unterrichtskommission, Dr. Tic ho, gerne zugestimmt, daß an einigen der Bibelschulen Chamisso- Ossor-Feiern veranstaltet und die Kinder mit dem traditionellen Chamisso-Ossor-Obst beteilt werden. Eine besonders schöne Chamisso-Ossor-Feier wurde im Anschluß an den Jugendgottesdienst am 30. Jänner d. J. im großen Leopoldstädter Tempel abgehalten. Mehr als 500 Kinder waren zum allergrößten Teil in Begleitung ihrer Eltern erschienen. Nachdem der Gottesdienst, geleitet von Oberkantor Marguli es, unter andächtiger Teilnahme und Mitwirkung der Schulkinder beendet war, wurde, in einer dem kindlichen Auffasungsvermögen entsprechenden Weise, die Bedeutung des Chamisso- Ossor-Festes der Schuljugend von Herrn Inspektor O e h 1 e r, der die Ansprache bei diesem Gottesdienst hielt, erläutert. Hierauf erhielten sämtliche Schulkinder kleine Pakete mit dem ihnen von der Kultusgemeinde gewidmetem Chamisso-Ossor-Obst, was bei ihnen heile Freude auslöste. Die Feier, die einen sehr würdigen Verlauf nahm, hat sicherlich nicht nur auf die Kinder belehrend eingewirkt, sondern auch auf die überaus zahlreich erschienenen Eltern offensichtlich einen tiefen Eindruck gemacht, der sie hoffentlich veranlassen wird, das von der Schulverwaltung unserer Gemeinde inaugurierte Erziehungswerk in ihren Häusern wirksam fortzusetzen. Um das Arrangement dieser nach jeder Richtung hin schönen Feier haben sich besonders Herr Religionslehrer Rudolf Müller und die Frau Religionslehrerin Klara Rosenfeld verdient gemacht, denen auch die übrigen im Leopoldstädter Tempel als Aufsichtsorgane wirkenden Lehrkräfte, die Damen Tauber, Günsberg und die Herren Sprinzeles. Reiß und Rosenfeld jun. wirksam zur Seite standen. Sowohl dem Gottesdienst als auch der Feier wohnten außer einer Anzahl von Mitgliedern des Bethausvorstandes auch Herr Kultusvorsteher H o f m a n n und Herr Amtsleiter Förster bei. Kleider sofort Zahlung später Herren- und Damenkleider nach HiB and fertig nnr erstklassige Stoffe, bis 12 Honate Kredit Kleiderhaus Werter, Wien XVI., Ottakrlnaerstr. i? Tel. A21-501 Israelitische Kinderbewahranstalt Der Vorstand der israelitischen Kinderbewahranstalt veranstaltet Sonntag, den 8. Februar, 15.30 Uhr, eine Separatvorstellung im Deutschen Volkstheater. Zur. Aufführung gelangt das Lustspiel von Ludwig Thoma „Moral" mit normaler Abendbesetzuug des Deutschen Volkstheaters. (Infolge technischer Schwierigkeiten mußte die in Aussicht genommene Aufführung des Lustspiels „Reserviert für Herrn Gaston" vom Spielplan abgesetzt werden.) In Anbetracht des humanitären Zweckes dieser Veranstaltung erbittet der Vorstand gütige Unterstützung durch Bestellung von Theaterkarten, welche zu normalen Nachmittagspreisen von S 2.50 bis S 11.— im Vereinssekretariat, IL. Schiffamtsgasse 15, Tel. A 45-0-79, an der Tageskassa des Deutschen Volkstheaters, I., Museumstraße, und bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich sind. Israelitischer Bethausverein, III., Erdbergstraße 15, Samstag, am 31. Jänner, fand im obgenannten Bethause die Feier des 80. Geburtstages des Ehrenobmannes Herrn Adolf Tauski statt. Vor der Thora hielten Herr Professor Dr. Templer und der Obmann des Vereines, Herr Kommerzialrat Adolf Unger. Ansprachen an den Jubilar, in denen seine Verdienste um den Verein hervorgehoben wurden. Herr Adolf Tauski erfreut sich vollster Rüstigkeit und wohnt mit regstem Interesse allen Sitzungen des Vorstandes bei, dem er seit 45 Jahren als Mandatar und durch 30 Jahre als Obmann angehörte. TlmtficQe Verfautßamngen der Jsraefitisdjen Xußusgemeinöe Wien Kundmachung. .| Die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks- und Hauptschulen für das 1. Halbjahr des Schuljahres 1930/31 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse Nr. 4, III. Stock, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags ab 1. Februar 1931 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse Nr. 4, I. Stock, oder bei den Bezirksämtern XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8 und XXL, Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags, bezw. beim Bezirksamte XVIII., Schopenhauerstraße 39, von 3—5 Uhr nachmittags, zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, bezw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuche des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. ___Der Vorstand Konfirmanden-Unterricht Der Vorstand bringt zur Kenntns, daß der alljährlich in den Gemeinde- und Vereinssynagogen stattfindenden Konfirmation der israel. Mädchen ein Konfirmanden-Unterricht vorausgeht. Die Teilnahme an diesem Unterricht steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die p. t. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter, bezw. Mündel, zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer oder im Schulamte der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, bis spätestens 25. Februar 1931 wegen Teilnahme an dem Konfirmanden-Unterrichte zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfirmiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der israel. Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht ist unentgeltlich. ___Der Vorstand Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 6. Februar 1931, werden bei dem um 5 Uhr beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse 4 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); IL, Tempelgasse 3 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann); II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. G. M. Mehr er); XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. F rankf u r te r). — Samstag, den 7. Februar 1931: Halb 4 Uhr nachmittags: Religiös-populärer Vortrag (Zyklus: „Die Lehrer und Lehren der Mischnah und der Gemarah"), IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes). 4 Uhr nachmittags: Exegetischer Vortrag, XIX., DoIIinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter).__ Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 7. Februar d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt Lederhandschahfabrik Josef TjasCmgQr U Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-3-29 * II., Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.