Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1931
- Issue
- Heft 2 (9.1.1931)
- Date
- 1931-01-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seit» 1 t Residenz-Atelier für moderne Photographie. Wien I., Fieischmarkt Nr. 1 Telephon R 29-2-SO 1 Bild und 6 Karten S 25.- Spezialität: Brautaufnahmen Auch das ideale Zusammenwirken und religiöse Familienleben im Hause der Braut, sowie die ersprießliche Tätigkeit des Vaters der Braut, der schon 17 Jahre im Dienste der Kultusgemeinde Mödlmg stellt, .führte Herr Dr. Schweiger dem Brautpaare vor Augen. Mit dem Wunsche, ein Heim zu gründen, in welchem Frömmigkeit, Wohltätigkeit und Gottesfurcht einziehe, schloß Herr Dr. Schweiger seine Rede. Die kantora.e Funktion versah Oberkantor Müller mit Chor. Todesfälle. Ein tragischer Tod bat die Familie des wegen seines philanthropiscyhen Wirkens allseits bekannten Herrn Kommerzialrat Siegmund Planer, Vorstandsmitglied der „Union deutschösterreichischer Juden", in schwerste Trauer versetzt. Sein hoffnungsvoller Sohn, Dr. Hans Planer, ist nach zweitägigem Krankenlager einer tückischen Grippe im 31. Lebensjahre erlegen. Oer Dahingeschiedene zählte trotz seiner Jugend bereits zu den bekanntesten Wiener Zahnärzten. Seine hervorragende Tätigkeit wurde bald vom Uitiv.-Prof. Dr. Weiser erkannt, der den jungen Arzt zu seinem klinischen Assistenten und Mitarbeiter erwählte. Dr- Planer leitete auch das zahnärztliche Ambulatorium des Spitals der Wiener Kaufmannschaft, zu dessen fähigsten Aerzten er zählte. Die Nachricht von seinem jähen Tode Iure in weitesten Kreisen, auch in der wissenschaftlichen Welt, wahrhaft erschütternd gewirkt. Die Beteiligung bei seinem Dienstag, den 6. d. M. stattgehabten Leichenbegängnisse war eine ungemein große: -neben den zahlreichen Freunden der Familie Siegmund und Ida Planer waren die Vertreter vieler wissenschaftlicher und jüdischer Korporationen erschienen. Man sah eine Abordnung des Spitals der Wiener Kaufmannschaft, durch eine besonders große Deputation war die „Union deutschösterreichischer Juden vertreten. Die kantorale Funktion versah Oberkantor H. Fischer. An der Bahre •des Verblichenen hielten u. a. Dr. Schäfer im Namen der Loge, Med.-Rat Dr. Ernst Steinschneider namens der Wirtschaftlichen Organisation der Zahnärzte und Chefarzt der Gremial- Ttrankenkasse Dr. Landau tiefempfundene Nach- -rufe. Dr. Planer hinterläßt eine junge Witwe und «in einjähriges Kind, denen sich, gleich den gram- «ebeugten Eltern, die allgemeine Teilnahme zu- Tvendet. Am 1- Jänner verschied nach langem, schwerem Leiden der allseits beliebte Besitzer des Cafes Ankerhof, Herr Josef Heller, im 64. Lebensjahr. Der Verblichene war wegen seines humanitären Wirkens in weitesten Kreisen geschätzt; er gehörte als Mitglied der „Union" auch der Bezirkskömmission I an. Das Leichenbegängnis fand Sonntag, den 4. d. M.. unter sehr starker Beteili- :gung statt. Dienstjubiläum. Am 1. Jänner 1931 beging der Oberverwalter der israelitischen Versorgungsanstalt, Josef Popper, sein 30jähriges DienstjubiJäum. Es wurden ihm aus diesem Anlaß überaus große Ehrungen zuteil. Der Präsident der Gemeinde Prof. Dr. Alois Pick und Herr Börserat Glück erschienen, um dem verdienstvollen Beamten Anerkennung und Glückwunsch <ies Gesamtvorstandes auszusprechen. Eine Abordnung der Betriebsgruppe der Beamten und des Vereines der Verwaltungsbeamten der isr. Kultusgemeinde überbrachten ebenfalls herzliche Glückwünsche, Sekretär H o 1 z e r gab in kurzen Worten eine Uebersicht über die ganz kolossalen Verdienste des allgemein beliebten und anerkannten Kameraden. Das von der Kollegenschaft überreichte wertvolle Geschenk bereitete dem auf dem Wege der Genesung befindlichen Oberverwalter herzlichste Freude. Ferner hatten sich der Obmann der Versorgungsanstalt Dr. 1. H. Körner, die Aerzte- und Beamtenschaft sowie das ganze Personal eingefunden, um den von allen so geschätzten Jubilar aufrichtigen Herzens zu beglückwünschen. Die Insassen des Hauses brachten in einem Schreiben ihre rührende Anhänglichkeit und Liebe zum Leiter dieser Anstalt zum Ausdruck. Oberkantor Ludwig Mandl. Novisad (Neusatz), Schüler des Herrn Oberkantor Heinrich Fischer, gibt, am Samstag, den 10. Jänner, um halb 10 Uhr abends, ein jüdisch-liturgisches Konzert im Radio in Belgrad. Vexeinsnadkvidktem Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien. Montag, den 12. Jänner 1931, halb 8 Uhr abends, findet im Klubsaale der „Hakoah" 1„ Wiesingerstraße 11 (Cafe Atlashof, eigener Eingang, Souterrain), ein Vortrag des Herrn Dr. Leo Deutschländer: „Die talmudischen Lebensideale in der Weltliteratur" statt. Eintritt frei. Gäste willkommen. Der Verband der Sabbathfreunde „Schonire- Schabbos" in Wien IL, Leopoldsgasse 16, teilt mit, daß seine Telephon-Nummer ab 15. Jänner d. J. in A-48-4-15 geändert wird. (Bis 15. Jänner: R-40-0-80). Jüdische Toynbeehalle, XX., Denisgasse 33. Mittwoch, den 14. Jänner 1931, 19 Uhr. Vortrag Dr. Adolf Kapralik: Rechte und Pflichten der Menschen nach den Grundsätzen der Bibel. „Wir sind von Kopf bis Faß auf Fußball eingestellt." Der Klub der Hakoahfreunde veranstaltet für den F. C. Hakoah am Samstag, den 31. Jänner 1931, um halb 11 Uhr, im Neuen Wiener Schauspielhaus (ehemals Volksoper) unter obiger Devise einen Festabend, zu dem nachstehende Künstlerinnen und Künstler ihre Mitwirkung zugesagt haben: Elsie Altmann. Poldi Bauer, Rosl Berndt, Else Kaufmann, Berta Türk, Paula Waiden. Franz Engel, Josef Fleischmann, Fritz ürünbaum, Franz Kubesch, Dario Medina, Fred Roner, Sandor Rott, Fritz Schrecker, Armin Springer, Alexander Trebitsch. Begleitung: Kapellmeister: Otto Berkowitz, Karl Inwald. Komponist Egon Goldberg. Artistische Leitung: Franz Engel. Karten zu dieser Veranstaltung von S 2.— aufwärts sind im Sekretariate des F. C. Hakoah. I., Wiesingerstraße 11 erhältlich. m Lederhandschuhfabrik Josef JjasCmger U Rotenturmstraße 23 Telephon U 25-3-29 * IL, Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40 '€fkanuka~&eiem Am ersten Chanuka-Abeud fand im Saale des Promenadencate die Chanukareier des der ..Adas Jeschurun" angeschlossenen Schulvereines „Thoras Chajim" statt. Den größten Teil des reichhaltigen Programms bestritten die Schüler selbst unter Leitung des bewährten Lehrers Jelenko. Oberkantor Schiffmann, begleitet vom Klaviervirtuosen Prof. Ehrlich, zeigte durch den vollendeten Vortrag mehrerer Lieder sein hohes Können, und den Schluß des vom Obmann Zsiga Weiss gemeinsam mit den Herren Moritz Qang. Mor. Rabinek, Jenö Rabinek und Elias Schön mit viel Liebe und Geschick arrangierten Abends bildete eine Kinderjause und die Verteilung von Geschenken an die Kinder. * Als Nachtrag zu unserem Berichte über die Chanukafeier des Frauenvereines „Emunas Awes", XIV., Storchengasse 7, wäre noch folgendes zu bemerken: Besonderen Beifall ernteten die Kinder der Talmud- Thora-Schule, an der Spitze der berühmte 8jährige Violinvirtuose Ossy R e i s s. Um das Gelingen des Abends haben sich die Vorstandsdamen besondere Mühe gegeben. * Dank der Pfleglinge des Versorgungshauses. Im Namen all meiner Mitgenossen und -genossinnen fühle ich mich veranlaßt, all den gütigen Spendern und Wohltätern, die für unsere Chanukafreude gesorgt haben, aus tiefstem Herzen unseren innigsten Dank auszusprechen, auch all denen, die durch ihre angestrengte Tätigkeit mitgeholfen haben, diesen Tag behaglich zu gestalten. Dank gebührt auch der hervorragenden Leitung unseres verehrten Verwalters, Josef Popper, der der großen Familie alter Leute ein junger liebevoller Vater ist. der es sich zum Lebenszweck erwählte, mit aufopfernder Liebe, selbst auf Kosten seiner Gesundheit für uns alle zu sorgen, uns ein behagliches Heim schafft und uns nicht fühlen läßt, daß wir einsame Menschen sind. Zum Schlüsse nochmals heißen und innigen Dank allen Wohltätern und Mithelfern. Möge Gott unser heißes Gebet für deren Wohl erhören. _Salo Deutsch. Alle im Radio zur Aufführung gelangenden Musikwerke sind sowohl in Noten, wie auch auf Schallplatten stets sofort erhältlich im Musikhaus Leo Tublin (M u s i k - U n i o n), Wien I., Jasomirgottstraße 6, Tel. U 26-9-84. — Große Auswahl in jüdischen und hebräischen Platten. — Radio- und Grammophon-Apparate aller Weltmarken in allen Preislagen. Zahlungserleichterungen bis 20 Monatsraten. — Verzeichnisse gerne kostenlos überallhin. TlmtlicQz Verfautfiarungen der Jsraefitisdjen TCuftusgemeinöe Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 9. Jänner 1931, werden bei dem um 4 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdienst in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: L, Seitenstettengasse 4. (Rabbiner Dr. 1. Täglich t); IL, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer). Samstag, den 10. Jänner 1931: 'M Uhr nachmittags: Religiös-populärer Vortrag (Zyklus: ..Die Lehrer und Lehren der Mischnah und der Gomarah", IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. T aubes). 4 Uhr nachmittags: exegetischer Vortrag, XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 10. Jänner 1931, findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * Israel. Kultusgemeinde Wien, zur Z. 3373 ex 1930 Personalveränderung im Rabbinats-Kollegium. Wien, 5. Jänner 1931. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnis, daß das Mitglied des Rabbinats-Kollegiums der Israel. Kultusgemeinde Wien, Herr Rabbiner Mayer Mayersohn, mit 31. Dezember 1930 in den dauernden Ruhestand getreten ist- Demgemäß ist mit diesem Tage die Beiugnis des genannten Herrn Rabbiners, namens oder in Vertretung des Rabbinates der Israel. Kultusgemeinde Wien, Amtshandlungen welcher Art immer vorzunehmen, erloschen. In Gemäßheit der Bestimmungen des § 39 des Kultusgemeinde-Statutes wurde vom Vorstände der Israel. Kultusgemeinde Wien mit Plenarbeschluß vom 29. November 1930 Herr Rabbiner Josef Babad zum Mitgliede und ständig fungierenden Obmann des Rabbinats-Kollegiums ernannt. Der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Wien ersucht bei diesem Anlasse, Zuschriften in Rabbinatsangelegenheiten nicht an einzelne Mitglieder des Rabbinats-Kollegiums, sondern ausschheßHch an das Rabbinat der Israel. Kultusgemeinde. Wien L. Seitenstettengasse 2, zu adressieren. Jgjieraiu*. C. V.-Kalender 1931. In einer Zeit, in der in Deutschland der politische Kampf auf alle wichtigen Gebiete des privaten und öffentlichen Lebens übergreiit und in der der Judenhaß ein nie geahntes Ausmaß angenommen hat, tut kurze, zweckdienliche Unterrichtung not. Der vielseitige Inhalt des soeben in 5. Auflage erschienenen, gegenüber den früheren Jahrgängen in mancher Hinsicht erweiterten C. V.-K a I e n d e r s, den der Landesverband Groß-Berlin des C. V. (Berlin W 15. Emser Straße 42) unter Leitung von Doktor Bruno G1 a s e r f e 1 d herausgibt, wird diesem Orientierungsbedürfnis ganz gewiß Rechnung tragen. In einem einleitenden Aufsatz werden Entstehung, Zweck und Haupttätigkeitsgebiete des C. V. umrissen, im Anschluß daran wie bisher seine Satzungen verötientlicht und die Namen der in ihm führenden Persönlichkeiten im Reich und in Berlin genannt Der Verwaltung der Berliner jüdischen Gemeinde und den zahlreichen jüdischen Organisationen ist ein besonderer Abschnitt gewidmet Einen guten Einblick in die gegenwärtige parteipolitische Konstellation in Deutschland gewähren umfangreiche und übersichtliche Statistiken der Wahlergebnisse zum Reichstag, zum preußischen Landtag und zum Berliner Stadtparlament Die Zusammensetzung der Reichsregierung und des Völkerbundrates ist nach dem neuesten Stand wiedergegeben. Zweier bedeutsamer politischer Ereignisse des verflossenen Jahres, der endgültigen Rheinlandbeireiung und der W i rren in Palästina, wird in besonderen Darstellungen gedacht. Berufene Sachkenner berichten in großen Zügen über Leben und Lage der Juden in England. Frankreich und Italien. Aber über all den Fragen und Vorgängen der großen Politik hat man wichtige Hinweise auf die alte kulturelle und wirtschaftliche Verbundenheit der Juden mit dem deutschen Vaterlande, insbesondere mit Berlin, keineswegs vergessen. Das inhaltreiche, gut ausgestattete Büchlein wirdsicherlich wiederum viel Beifall finden und freudige Anerkennung ernten. E. G. L.