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Die Wahrheit · 1930-12-12 · Heft 50 (12.12.1930) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1930
Issue
Heft 50 (12.12.1930)
Date
1930-12-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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5aags«5BffgE«a»mg«s«rera *?22S2&asiW&***ttm&3aiaam* ■es:--;- DIE WAHRHEIT Seit» * spielerin Maria Mayen und die Gesangsvorträge von Frau Josenne Stransky und Herrn Dr. Marcel Rottwin vervollständigten das ausgezeichnete Programm der ersten Abteilung, die mehr der ernsteren Kunst gewidmet war. Für die Stimmung sorgten die wie immer ausgezeichneten Vorträge von Frau Else K.a u i m a n n. die lebhaften Beifall erntete. Der Star des Abends war der Herr Kammerschauspieler Raoul Aslan vom Burgtheater. Die Vorträge wurden in feinfühliger Weise von Frau Hilde Löwe begleitet. Dem Tempelverein Aeschel Awrohom (II.. Pazmanitengasse 6), hat sich dieser Tage eine .lugendgruppe angeschlossen, die, unter tatkräftiger Leitung stehend, es sich zur Aufgabe gemacht hat, die jüdische Jugend des Bezirkes zur Pflege des Geistes und der Geselligkeit zu sammeln. Samstag, den 13. d. M., findet im Cafe P r ü c k e 1, I., Stubenring 24, der erste U n t e rhaltungsabend (mit Tanz) statt, dessen Reinerträgnis wohltätigen Zwecken zufließt. Schon aus diesem Grunde rechnet die Jugendgruppe, die Förderung verdient, auf zahlreiches Erscheinen. Der jüdische Frauenverein Leopoldstadt wendet sich an die Wiener Juden mit der Bitte, ihm behilflich zu sein, angesichts des grausamen Winters die vielen Bedürftigen mit alten Kleidern, warmer Wäsche und Schuhen zu beschenken. Verschließt nicht Cure Herzen, wir können unseren Verpflichtungen nicht nachkommen, wenn Ihr uns nicht unterstützt Die kleinste Gäbe wird mit herzlichstem Dank angenommen. Spenden nehmen der jüdische Frauenverein Leopoldstadt (Wien II.. Ferdinandstraße 17) und die Verwaltung der „Wahrheit" (Wien IL. Heinestraße 13) entgegen. Trauung. Sonntag, den 7. Dezember d. J., fand im Stadttempel die Trauung des Fräulein Risa Münz, Tochter des Herrn Bernhard Münz und seiner Gattin Regine, geborene Stiglitz, mit Herrn Alfred Bösel, Sohn des Herrn Leopold Bösel, statt. Eine illustre Gesellschaft aus den besten jüdischen Kreisen hatte sich eingefunden, die für die Beliebtheit, der sich beide Familien im hohen Grade allgemein erfreuen, Zeugnis gab. Demgemäß gestaltete sich die Trauung zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges und konnte das festlich beleuchtete schöne Gotteshaus die zahlreichen Anwesenden kaum fassen. Es waren erschienen, in Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Wien Präsident Prof. Dr. Alois Pick, in Vertretung des Bethausvorstandes I/II Präsident Dr. E. Münz und Vorsteher Julius Berger, für den Bethausvorstand und die Chewra KadischaWähririg die Obmänner Med.-Rat Dr. Ignatz Winter und Josef N o s s i g, eine Delegation des Brigittenauer Tempelvereines mit Obmann Josef K o h n an der Spitze, für die Bezirkskommission Brigittenau Obmann Emil Nimhauser, eine Abordnung der „Union deutschösterreichischer Juden", sowie eine des Vereines „Wohlfahrt" zur Erhaltung der israelitischen Kinderbewähranstalt Wien unter Führung der Obmannstellvertreter M. Oesterreicher und S. Wein er, die Leitungsmitglieder des F. C. „Hakoah" und v. a. m. Nach einem eindrucksvollen Instrumentalvortrag mit Harmoniumbegleitung sang der verstärkte Tempelchor unter Leitung des Herrn Direktor Josef Zelnik einen wundervollen Choral, worauf Oberkantor Heinrich Fischer das „Ma Tauwu" wirkungsvoll zum Vortrag brachte. Sodann hielt Herr Rabbiner DoTctor D. F e u c h t w a n g an das Brautpaar eine zu Herzen gehende Ansprache, in der er — vom Wochenabschnitt ausgehend — zunächst den Bräutigam an die heiligen Pflichten erinnerte, die ein jüdisches Haus zu erfüllen habe und für deren vorbildiche Erfüllung ihm das eigene Elternhaus ein mustergültiges Beispiel geboten hat. Tiefe Rührung ergriff die Zuhörer, als Rabbiner Dr. D. Feuchtwang den Bräutigam an die Tugenden seiner in Gott ruhenden Mutter erinnerte. Redner verwies sodann auf die hohe Wertschätzung, die den Brauteltern, insbesondere Herrn Bernhard Münz, von weiten Kreisen gezollt wird und würdigte dessen religiöses Empfinden und den Wohltätigkeitssinn, der von den Großeltern auf die Eltern und von diesen auf die Kinder übertragen wurde. Er erwähnte auch die von dem Ehepaar Münz gespendete prachtvolle Chupo, die heute ihrer Bestimmung übergeben wurde. 25jähriges Geschäitsjubiläum. Der in der Kaufmannswelt und in Wirtschaftskreisen geachtete und wegen seiner Wohltätigkeit allgemein beliebte Herr Bela Sonnenfeld, Wien VI., Mariahilferstraße 109, war dieser Tage anläßlich seines 25jährigen Geschäftsjubiläums Gegenstand wohlverdienter Ehrungen seitens der Bezirksvertretung und verschiedener kommerzieller und humanitärer Vereine. Herr Bela Sonnenfeld benützte die Gelegenheit seines Geschäftsjubiläums, um 50 Kinder vollständig zu bekleiden, hiervon 25 Zöglinge der „Israelitischen Ki nd'-e rb e wahr ans t a 11", Wien. Obmannstellvertreter Herr M- Oesterreicher dankte an der Spitze einer Abordnung im Namen des Vereines „Wohlfahrt" zur Erhaltung der Israelitischen Kinderbewahranstalt, Wien, Herrn Bela Sonnenfeld für seine neuerliche Spende und wies darauf hin, daß dessen segensreiches Wirken auf der in der Vorhalle dieser ältesten Wiener jüdischen humanitären Anstalt angebrachten Votivtafel verewigt wurde. Mitteilungen des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 1. Dezember, hielt Frau Dr. Henriette Rappaport einen überaus fesselnden und gelehrten Vortrag über die Stellung der „Juden in der älteren englischen Literatur", der vom zahlreich erschienenen Publikum mit großem Interesse aufgenommen wurde. In der darauffolgenden Generalversammlung wurde als Präsident des Vereines abermals Herr Professor Dr. Samuel Krauß gewählt. Dem Ausschuß gehören ferner an: die Herren Josef Babad, Inspektor Ludwig B a t o. Direktor Julius Haber, Obermedizinal- Rat Dr. H. Haas e, Rabbiner Dr. David Feuchtw a n g. Dozent Dr. Isidor Fischer. Alfred May, Rabbiner Dr. M. Rosen mann und Herr Sandor Wolf. =£ Montag, den 15. Dezember d. J„ findet im Klubsaale der „Hakoah", I.. Wiesingerstraße 11 (Caf£ A11 a s h o f, eigener Eingang. Souterrain) ein Vortrag des Herrn Professor Heinrich Glücksmann, Dramaturg des Deutschen Volkstheaters, „Seine Exzellenz der Nikolsbuirger Jude Josef von Sonnenfels" statt. Beginn halb 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Lederhandschuhfabrik Josef Ijasfinger L, Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-3-29 * IL, Hollandstraße 11 Telephon R 47-2-40 Kinderfreunde im 16. und 17. Bezirk. Am 30. v. M. hat der Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer israelitischer Schulkinder im 16. und 17. Bezirk in Gschwahdners Sälen die Beteilung von 120 Schulkindern mit Schuhen, warmen Wintermänteln, Wäsche, zum Teil auch mit Anzügen und Kleidern vorgenommen. Die Beteilung gestaltete sich zu einer schönen Feier und stand schon ganz im Zeichen des Jubiläums, das im Jahre 1931 aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestandes des Vereines begangen wird. Zu dieser Beteilung. die mit einer an die Kinder gerichteten herzlichen Ansprache seitens des Obmannes. Oberveterinärrat Heinrich Rosenzweig, eingeleitet wurde, hatten sich eingefunden: In Vertretung der Kultusgemeinde Kultusvorsteher Obermedizinalrat Dr. Haase, der Obmann und Obmannstellvertreter des Bethausvorstandes XVI—XVII Herr Sigmund Weiler und Herr Ottomar Katz. Bezirksvorsteher Haidt, der Obmann des Fürsorgeinstitutes Hernais, Medizmalrat Dr. Alois Hauser. Vertreter aller humanitären Vereine der beiden Bezirke und zahlreiche Vereinsmitglieder. Die Beteilung gelang vor allem dank der kräftigen Unterstützung und der regen Mitarbeit der Frauen der Vorstandsmitglieder. Um den Einkauf hatten sich besonders die Herren Max Weiler und Theodor Mann verdient gemacht. Zum Schlüsse beglückwünschte der Ehrenpräsident des Vereines. Herr Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, auch in seiner Eigenschaft als Kultusvorsteher den Gesamtvorstand zu seinem erfolgreichen Wirken und gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß die Bekleidungsaktion auch im Jubiläumsjahre 1931 bef der bekannten Opferwilligkeit der Vereinsmitglieder zu Nutzen unserer armen Schulkinder sich entwickeln wird. Ganz Wien spricht!! vom fabelhaft billigen Kleider - Rummel Herren-Anzüge s 32.90 Herren-Ulster s 38.90 Herren-Trenchcoats 39.90 Herren-Hosen S Wien II, Glockengasse 24 Prima Kleider auf Seide gearbeitet zu halben Preisen. Kleider sofort Zahlung später Herrenand Dimaakleider ueb Matt n*4 fertig aar entklusige Stoffe, bis *2 Monate Kredit Kleiderhaus xiL^otmitrliitfcrsir. II Tel. A2I-501 Trauung, Sonntag, den 21. Dezember d. h findet um ]/j3 Uhr nachmittags im Stadttempel die Trauung des Fräuleins Irene Kaminka, Tochter des Herrn Rabbiner Dr. Armand Kaminka, mit Herrn Qymnasialprofessor Dr. Rrich Fischer statt. Goldene Hochzeit Am 17. Dezember d. J. feiert das Ehepaar M". und Charlotte Blau, Wien II., Obermüllnerstraße 1/40 das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. „Um die Zukunft der Berliner Jüdischen Gemeinde", die in unserer letzten Nummer ausführlich besprochene Broschüre des Herrn Moritz, A. Loeb, erschien im Verlag Ernst Nickel & Co- Berlin NW 23. welche Feststellung bei unserer Rezension infolge eines unliebsamen Versehens ausgelassen wurde. Gelegenheitskäufe. Benutzen Sie den derzeitigen billigen Silberpreis zur Ergänzung oder Anschaffung Ihres Tafelsilbers, bei Oesterreicher. (Siehe Ankündigung auf Seite 4.)_ Chanukkafeiern. Leopoldstädter Tempelverein JVeschel Awrohom". Wien 11.. Pazmanitengasse 6. Sonntag, den 24. Kislew (14. Dezember 1930), um 7 Uhr nachmittags, ühanuka- Festgottesdienst. Programm: 1. Minchagebet; 2. Anzünden der Chanukalichter durch Herrn Oberkantor J. Müller mit verstärktem Chor; 3. Festpredigt Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Zwi Taubes: 4. Maariw-Gebet. Regiebeifcrag S 1.—. reservierter Raum S 2.—. Israelitische K'nderbewahranstalt des Vereines Wohlfahrt. Sonntag, den 14. Dezember 1930. präzise 16% Uhr, in den Räumen der Israelitischen Kinderbewahranstalt. Wien II.. Schiffamtsgasse 15. Festprogramm: Festgesänge (Lichter anzünden) unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors Gerson M a r g ulies. Festrede, gehalten von Sr. Ehrw. Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d, Präsident der Israelitischen ' Kinderbewahranstalt. Kinderspiele, aufgeführt von den Kindern der Anstalt. Beteilung sämtlicher Kinder des Institutes mit kompletter Winterkleidung und Spielsachen. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Sonntag, den 14. Dezember 1930. pünktlich 16K Uhr, im Knabenwaisenhause. Wien XIX„ Probusgasse 2 (Endstation der Straßenbahnlinie G2> Tlmtficße Verfautßamngen der Jsraefitischen Xuftusgemeinde Wien Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 12. Dezember 1930, werden bei dem um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bejzirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehr er); VHL, Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M, Bauer). Cbanukafestgottesdienste. Sonntag, den 14. Dezember 1930, 7 Uhr nachmittags: IL, Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); XIX, DoHinergasse 3 (Rabbiner Dr.A. Frankfurter). Israelitischer Jugendgortesdienst Am Samstag, den 13. Dezember d. J„ findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt Alle im Radio zur Aufführung gelangenden Musikwerke sind sowohl in Noten, wie auch auf Schallplatten stets sofort erhältlich im Musikhaus Leo Tublin (M u s i k - U n i o n), Wien L, Jasomirgottstraße 6, Tel. U 26-9-84. — Große Auswahl in jüdischen und hebräischen Platten. — Radio- und Grammophon-Apparate aller Weltmarken in allen Preislagen. Zahlungserleichterung e n bis 20 Monatsraten. — Verzeichnisse gerne kostenlos überallhin.

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