Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 49 (5.12.1930)
- Date
- 1930-12-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Es erschienen unter anderen: in Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde Wien Präsident Prof. Dt. Alois Pick, die Vizepräsidenten Dr. Jakob Ornstein und Di J. Löwenherz mit einer großen Anzahl' KuKusvorsteher, die Amtsdirektoren Regierungsrat Dr. E. Adler und Regierungsrat G. Fuchsgel.b, Amtsleiter Wilhelm Freistadt, Vertreter des Belhausvorstandes und der Chewra Kadische Wien 1-, der Gesamtvorstand des Gemeindetempels Fünfhaus, sowie eine Delegation der Chewra Kadischa XII/XV., das Präsidium des österreichischen Kantorenvereines mit sämtlichen Kantoren Wiens, sowie Abordnungen der verschiedenen humanitären Vereine der Bezirke XII/XV. — Die kantorale Funktion versah Oberkantor G. Mar.gulies vom großen Leopoldstädter Tempel unter Assistenz sämtlicher Wiener Gemeindekantoren und eines verstärkten Chores. Nachdem Herr Rabbiner Dr. I. Tag licht in einem ergreifenden Nachruf die Persönlichkeit des Verstorbenen gewürdigt hatte, hielten Präsident Proi. Dr. Alois P ic k namens der israelitischen Kultusgemeinde, Obmann S. Bernhardt für den Vorstand des Tempels in der Turnergasse. Obmannstelvertreter Szamek für die Chewra Kadischa XII/XV., Oberkantor Heinrich Fischer namens der engeren Kollegenschaft tiefempfundene Dankes- und Abschiedsworte. Nach Beendigung der imposanten Trauerzeremom'e wurde Oberkantor Jakob Schleifer von seinen Kollegen zu dem von der israelitischen Kultusgemeinde Wien gewidmeten Ehrengrabe getragen. In raemoriam Dr. David Szamek. Still und bescheiden, wie Dr. David Szamek gelebt, ist er von uns gegangen. Mittwoch, den 26. November, in den ersten Vormittagsstunden hauchte er seine treue Seele aus. Erst durch die Tagesblätter erfuhr die große Zahl seiner Freunde und Verehrer, daß er aus dem Leben geschieden, und jeder, der ihn gekannt, hatte das Gefühl, daß der unerbittliche Tod einen der Besten aus dem Kreise seiner Freunde geholt: einen Mann, der, anspruchslos für seine eigene Person, stets hilfsbereit dastand, wo man seines Rates und seiner Tatkraft bedurfte. Dr. David Szamek. der ein Alter von 70 Jahren erreichte, war ein kluger, tatkräftiger und charaktervoller Mann, voll Eifer für humanitäre und Standesangelegenheiten. Er war Ehrenmitglied und jahrzehntelang erster Vizepräsident des Oesterreichischen Fac h schrift steller-Verbandes, an dessen Gründung er großen Anteil hatte. Bei dem am 30. November stattgefundenen Leichenbegängnis scharten sich viele Hunderte um den Sarg des Verewigten wie um einen verstorbenen Verwandten und lauschten tief ergriffen den trefflichen Worten des Herrn Rabbiners Dr. M. Bach, der in formvollendeter Rede den vorbildlichen Charakter und die große Bescheidenheit des Heimgegangenen, sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit! seine Opferwilligkeit als Gatte. Vater und Großvater sowie seine besondere Treue den Kollegen und Freunden gegenüber schilderte . . . „Ein überaus kostbare: Bild in einem einfachen Rahmen". betonte Redner, ein edler Charakter, der keinem Menschen je Unrecht oder nur die geringste Kränkung zugefügt, deshalb auch keinen Feind, sondern nur Freunde zurückgelassen hat. Namens des Oesterreichischen Fachschriftsteller-Verbandes gab Präsident Kommerzialrat Oskar Fischer dem Gefühle des Schmerzes über den schweren Verlust beredten Ausdruckend dankte in tiefempfundenen Worten dem Verblichenen für seine hingebungsvolle Tätigkeit im Dienste des Oesterreichischen Fachschriftsteller-Verbandes. Redner gab die Versicherung, daß so hervorragende Leistungen, wie sie der Verstorbene vollbracht hat. stets in ehrenvollster Erinnerung bleiben werden. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor I. K. Katz mit Assistenz in überaus würdigster Weise. L. H. Die hebräische Oper in Palästina auf Schallplatten, sowie viele andere erstklassige hebräische und jüdische Aufnahmen in großer Auswahl erhältlich im Musik-Haus Leo Tublln (Musik-Ünion), I., Jasomirgottstraße 6. Telephon Nr. U 26-9-84. — Ausführliche Verzeichnisse gerne kostenlos. Die Vereinigung jüdischer Akademiker veranstaltet Mittwoch, den 10. d. M., um 8 Uhr abends, im blauen Saale des Cafe Silier, I., Schwedenplatz, einen Vortragsabend, an dem Herr David Bondy über das Thema: „Rabbinische Bibelauslegung und psychoanalytische Traumdeutung" sprechen wird. Akademie im Münchnerhoi. Das Fürsorgekomitee für die jüdischen Insassen des L a i n z e r Versorgungshauses (Sitz des Komitees: Wien V., Margaretengürtel 142) veranstaltete am 30. v. M. eine Wohltätigkeits-Akademie, zugunsten der jüdischen Insassen von Lainz. Für die Veranstaltung haben sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler bereitwilligst dem Komitee zur Verfügung gestellt. Herr Fritz Altmann and his Band, Wiens jüngste Amateur-Jazz, fand großen Beifall. Sie besteht aus jungen talentierten Leuten der Wiener Gesellschaft und dürfte im Laufe des heurigen Faschings noch oft von sich reden machen. Das vorangehende Programm bestritten: K o b 1 i t z (Conference), Tussy B o g n e r (Tanzgruppe), Gina L e d e r e r (Opernsängerin), Ernst Kesacoff (Bariton), Berta Wolff (Lieder), Sonja Weiß (Arien), Max B r o d und Fritz I m h o f f, die für ihre Vorträge verdienten Beifall ernteten. Das sehr zahlreich anwesende Publikum spendete den Künstlern reichen Beifall. Barrnizwahfeier. Samstag, den 29. November v. M., fand im großen Leopoldstädter Tempel die Barmizwah des Studenten Alexander Perl, Sohn des Herrn Samuel Perl, Chordrogenten der israelitischen Kultusgemeinde im Ottakringer Tempel, und seiner Gattin Klara, geb. Krakauer, statt. Nach altjüdischer Sitte und gemäß der Tradition der Familie, trug der Knabe, welcher dem Chore des Leopoldstädter Tempels angehört, die Parascha und den Prophetenabschnitt vor und machte durch den Verständnis- und weihevollen Vortrag bei den andächtigen Zuhörern tiefen Eindruck. Herr Oberkantor M a r g u 1 i e s brachte einen feierlichen Segensspruch wirkungsvoll zum Vortrage, worauf Herr Rabbiner Dr. Grunwald an den jungen Alexander eine herzliche Ansprache hielt, in der Se. Ehrwürden hervorhob, daß im Hause seiner Eltern Religion gepflegt wird und daß er schon in jungen Jahren zur Verschönerung des Gottesdienstes beitrage. Eltern und Sohn wurden von den erschienenen Freunden und Bekannten herzlich beglückwünscht._ Gelegenheitskäufe. Benutzen Sie den derzeitigen billigen Silberpreis zur Ergänzung oder Anschaffung Ihres Tafelsilbers, bei Oesterreicher. (Siehe Ankündigung auf Seite 4) _ ^^BBn^nMflMi^HI^Hn^HH^HHEIi^HB Trauung. Sonntag, den 30. November 1930, fand im festlich beleuchteten Tempel in der Kluckygasse die Trauung des Fräulein Else Helfgott, Tochter des Herrn Professor David H e I f g o 11, mit Herrn Oberkantor Samuel Landerer statt. Eine überaus große Anzahl von Gästen füllte das Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen; groß war aber die Anzahl derjenigen, die wegen Ueberfüllung des Tempels keinen Einlaß finden konnten. Unter den Anwesenden bemerkte man den Gesamtvorstand des Kluckytempels unter Führung des Präsidenten Josef K o h n und des Vizepräsidenten Leopold Bösel, den Gesamtvorstand und Mitglieder des „Oesterreichischen Kantorenverbandes", sowie Delegierte verschiedener Vereine der Brigittenau und der Leopolds t a d t. Herr Rabbiner Dr. D. F e u c h t w a n ghielt an das Brautpaar eine inhaltsreiche Ansprache, in welcher er auch auf die hohe Wertschätzung hinwies, die Herrn Oberkantor S. Landerer von weiten Kreisen gezollt wird. Die kantorale Funktion versah der Präsident des „Oesterreichischen Kantorenverbandes", Herr Oberkantor I. Müller, unter Assistenz des Kantors Roth und eines verstärkten Chores unter Leitung des Chordirigenten Reisemann, in überaus feierlicher Weise. Nach der Trauung fanden sich zur Gratulation viele Freunde und Verehrer der Familien Landerer-Helfgott im Klublokal des Cafe Neptun ein und wurden die von Herren Josef Kohn. Präsident des Tempelvereines, und Oberkantor E. Fränkel, Vizepräsident des Kantorenverbandes, gehaltenen Tischreden mit großem Beifall aufgenommen. Ganz Wien spricht!! vom fabelhaft billigen Kleider - Rummel bei Jac. Nayar, Wien II, Glockengasse 24 Herren-Anzüge s 32.90 Herren-Ulster S 36.90 Herren-Trenchcoat S 39.90 Herren-Hosen S 3.90 etc., etc. Prima Kleider auf Seide gearbeitet zu halben Preisen. Residenz-Atelier für moderne Photographie. Wien I., Fleischmarkt Nr. 1 Telephon R 29-2-80 1 Bild und 6 Karten S 25.— Spezialität: Brautaufnahmen Die neueröffnete Filiale der streng ortb. S HU/ARENFABRIK PETYAN&CO. WIEN II.. PRATERSTRASSE NR. 38 führt Qualitätswaren zu den billigsten Preisen und bietet Gewähr für vollste Zufriedenheit des p. t. Pbblikums. Tlmtfidfe VerfauWarungen der Jsraefitisdjen Juftusgemeinöe Wien Berufung in das Wiener Rabbinatskollegium. Samstag, den 29. November d. J., abends, fand eine Plenarsitzung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien statt, in welcher nach ausführlichen Referaten beschlossen wurde, den derzeit als Gemeinderabbiner in Kalusz wirkenden Rabbiner Josef Babad mit 1. Jänner 1931 zum Miitgliede des Rabbinatskollegiums, bzw. Rosch Beth Din, zu ernennen. Bekanntlich tritt Rabbiner Mayer Mayersohn, welcher bisher dem Rabbinatskotiegium in gleicher Eigenschaft angehört, über sein eigenes Ansuchen mit 31. Dezember d. J. in den dauernden Ruhestand. Rabbiner Josef B ab a d entstammt einer berühmten und bekannten Gelehrtenfamilie. Schon als Kind zog er durch seinen Wissensdrang und seinen Scharfsinn die Aufmerksamkeit auf sich. Derzeit zählt Rabbiner Babad zu den bedeutendsten talmudischen Gelehrten der Gegenwart und erfreut sich infolge seiner hervorragenden Gelehrsamkeit und seiner ausgezeichneten Charaktereigenschaften des größten Ansehens. Zahlreiche Werke und Publikationen, die in der Gelehrtenwelt höchste Anerkennung gefunden haben, entstammen seiner Feder, so die Veröffentlichungen in der Zeitschrift „Haschiloach": „Rambam als Mann der Halacha", „Die geistige Gestalt Raschis", „Der Pilpul und sein Wesen", „Einführung in die Philosophie des jüdischen Rechtes", „Der Minhag im jüdischen Recht" u. a. Die Berufung des Rabbiners Josef Babad ins Wiener Rabbinatskollegium läßt eine neue Aera segensreicher und alle Teile der jüdischen Bevölkerung befriedigender Wirksamkeit erwarten. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 5. Dezember 1930, werden bei dem um 4 Uhr 10 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: 2. Bezirk, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); 6. Bez., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr- I. D r o b i nsky); 9. Bez., Müllnergasse 21, (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); 16. Bez., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. B a c h); 18. Bezirk, Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr- D. F e u c h tw a n g). Exegetischer Vortrag. Samstag, den 6. Dezember 1930, 4 Uhr nachmittags, 19. Bez., Dollinergasse 3 (Rabbiner Doktor A. Frankfurter). Religiös-populärer Vortrag (Zyklus): „Die Lehrer und Lehren der Mischna und Gemara", Samstag, den 6. Dezember 1930, H4 Uhr nachmittags, 2. Bez., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. T a u b e s). Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 6. Dezember 1. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt.