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Die Wahrheit · 1930-11-28 · Heft 48 (28.11.1930) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1930
Issue
Heft 48 (28.11.1930)
Date
1930-11-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT HQtlLRflb M ERRENHObE WIEN II., PRflTERSTR TELEFON R 49-4-99 39 60.000 Exemplaren die allgemeine Aufmerksamkeit auf „Unser Fürsorgewerk" lenken will und gerade durch diese Veröffentlichung das erhöhte Interesse für das jüdische Gemeindeleben wachzurufen versucht, findet es nicht erforderlich, zu dieser brennendsten Frage Stellung zu nehmen. Zu „unserem Fürsorgewerk" müßte es das Streben unserer Gemeinde sein, mit gleichem Stolz und mit gleicher Kraft sich für unser religiöses Aufbauwerk einzusetzen. Gerade auf diesem Gebiete fehlt nun schon allzulange das religiöse Oberhaupt. Diese Frage der Besetzung der Wiener Oberrabbiner-Stelle darf nicht eher ad acta gelegt werden, bis eine befriedigende Lösung gefunden wurde. Ich warte, wir warten ... Ein Freund der „Wahrheit". Drüben am Wiesenrand... Zum Aufsatz von Alfred L e v i, Berlin, schreibt man uns: Dr.Hugo Zuckermann wurde am 15.Mai 1881 in Eger (nicht, in Prag) geboren. Am 19. Juni 1927 ■wurde in besonders feierlicher Weise ein Grabmal für Dr. Hugo Zuckermann enthüllt, das vom Architekt Richard Herrmann in Eger entworfen und von der Firma J. Lugner. Plan b. Marienbad. ausgeführt worden war. Schon gleich nach dem Umsturz veröffentlichte der Gefertigte, ein Freund und Nachbar Hugo Zuckermanns, ■einen Aufruf in der „Neuen Freien Presse" zur Schaffung eines Denkmals für den genialen Dichter. Dr. Hugo Zuckermann war ein treuer, ja frommer Jude, •der eifrig bestrebt war, jüdisches und hebräisches Wissen sich zu eigen zu machen. Oft und oft kam er zu mir herüber, sich über verschiedene jüdische Ausdrücke, Sitten und Gebräuche zu informieren. Bei Löwit. Wien, erschienen seine Gedichte. Am 6. Tebet begehen wir alljährlich den Jahrzeitstag des Dichters. (Todestag nach bürgerlicher Rechnung: 23. Dezember 1914.) Dr. Hugo Zuckermann war der erste Offizier, der in Eger als gefallener Held im Weltkrieg zu Grabe getragen wurde. Mit höchsten militärischen Ehren wurde ■er am jüdischen Friedhof bestattet. Oberkantor Armin Wilkowitsch. Eger. JlmtCidiz Verfautöarungen her Jsraefitisdjen TCuftusgemembe Wien Zur Pensionierung des Rabbiners Mayer Mayersohn. Der Vereinsrabbiner des Tempelvereines „Beth Israel", Rabbiner Mayer Mayersohn, der zugleich als Rabbinitsassessor der israelitischen Kultusgemeinde Wien fungiert, hat bezüglich dieser letzteren Stellung am 29. April •d. J. beim Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien schriftlich um seine Versetzung in den dauernden Ruhestand nach Ablauf des Kalenderjahres 1930 angesucht. Es hat der Kultusvorstand in der am gleichen Tage abgehaltenen Plenarsitzung das Ansuchen zustimmend erledigt. Von dieser Entscheidung wurde Herr Rabbiner Mayersohn bereits am 5. Mai d. J. schriftlich in Kenntnis gesetzt. Zur Neubesetzung der Stelle ist die Ausschreibung eines Konkurses erfolgt. Eine kleine Gruppe von Gemeindemitgliedern ist nun bemüht, eine Rückgängigmachung der Pensionierung zu erwirken. Diese Gruppe hat Aufrufe mit völlig unrichtigen Darstellungen des Sachverhaltes verbreitet, durch welche Bewerbungen um die freiwerdende Rabbinatsassessorstelle hintangehalten und überdies die Wiener Gemeinderabbiner und der Kultusvorstand herabgesetzt werden sollen. Es wurden ferner von dieser Gruppe in den Wiener Tagesblättern Veröffentlichungen vorgenommen, in welchen über die Vorsprache einer Deputation beim Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde zugunsten des Rabbiners Mayer Mayersohn berichtet wird. Schließlich hielt es Herr RabbinerMayer Mayersohn selbst für angezeigt, im „Neuen Wiener Journal" vom 22. November d. J. unter dem Titel „Mein Konflikt mit der Wiener Kultusgemeinde" über sein Anstellungsverhältnis, seine vermeintlichen Ansprüche auf die Schei- " dungstaxen und seine Pensionsangelegenheit Darstellungen zu geben, die mit den Tatsachen in keinerlei Weise übereinstimmen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien hat es bisher vermieden, Details zu diesem Gegenstände zu verlautbaren und die Personalangelegenheiten eines Rabbiners zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Angesichts dieser Veröffentlichungen des Rabbiners Mayer Mayersohn wird sich der Kultusvorstand in seiner nächsten Plenarsitzung mit der Frage der nunmehrigen Stellungnahme zu befassen haben, insbesonders ob er von dem bisher grundsätzlich eingenommenen Standpunkte, daß innere Angelegenheiten unserer Religionsgesellscliafr womöglich nicht zum Gegenstande der Erörterung in der Tagespresse gemacht werden sollen, in _ diesem Falle abzuweichen habe. * Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 29. d. M., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen statt. * Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den :8. d. M., werden bei dem um 4.15 Uhr beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: I., Seitenstettengasse -1 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); IL, [■"azmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes): V., Siebeubrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. Mehr er); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); XV., Tumergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht). Exegetische Vorträge am Samstag, den 29. d. M., Uhr: XIX., Dollingergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); 10 Uhr: XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n). * Julius Fränkelsche Stipendiumstiftung. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gibt hiermit bekannt, daß im Studienjahr 1930/31 aus der Julius Fränkelschen Stipendienstiftung für arme Studierende der Wiener Universität israelitischer Konfession acht Stipendien von je S 800.— (achthundert Schilling) zur Verleihung gelangen. Bewerber und Bewerberinnen um diese Stipendien wollen ihre Gesuche bis längstens 15. Dezember 1930 an das Kuratorium der Stiftung zuhanden des Stiftungsadministrators, Herrn Doktor Rügen Boschan, Rechtsanwalt, Wien 1., üppolzergasse 4, richten. Den Gesuchen, welche detaillierte Angaben über alle für die Beurteilung der persönlichen Verhältnisse der Gesuchsteller maßgebenden Umstände zu enthalten haben, sind anzuschließen: Der Geburts- und Heimatschein, ein Mittellosigkeitszeugnis, der Index, sowie Ausweise über die bisherigen Studienerfolge. Die Auszahlung der verliehenen Stipendien erfolgt in zwei gleichen Raten, und zwar am 15. Jänner und 15. Mai 1931. # Lieferungs-Vergebung. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangt die Ausführung der Grabsteinfundamente am Neuen israelitischen Friedhofe für das Kalenderjahr 1931 zur Ausschreibung. Jene Firmen, welche zur Offertstellung Ganz Wien spricht!! vom fabelhaft billigen Kleider - Rummel bei Jac. Mayer, Wien II, Glockengasse 24 Herren-Anzüge s 32.90 Herren-Ulster s 36.90 Herren-Trenchcoat s 39.90 Herren-Hosen s 3.90 etc., etc. Prima Kleider auf Seide gearbeitet zu halben Preisen. Residenz-Atelier!Ur moderne Photographie. Wien I., Fleischmarkt Nr. 1 Telephon R 29-2-80 1 Bild und 6 Karten S 25.- Spezialität: Brautaufnahmen herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Freitag, den 5. Dezember 1930, dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien,. L, Seitenstettengasse 2, 4. Stock, in welchem während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstag ausgenommen) auch alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung behält der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde seinem alleinigen Ermessen vor. VonWodke zu Woche Rabbinerwahl 'in Baden b. Wien. In der Sonntag, den 16. d. M. stattgefundenen Sitzung des Vollausschusses der israelitischen Kultusgemeinde Baden wurde Herr Rabbiner Dr. Hartwig Carlebach aus Berlin zum Oberrabbiner von Baden gewählt. Trauung. Sonntag, den 7. Dezember, um 3 Uhr nachmittags, findet im Stadttempel die Trauung des Fräuleins Risa Münz, Tochter des Herrn B. Münz, mit Herrn Alfred Bösel, Sohn des Herrn Leopold Bösel, statt. Gelegenheitskäufe. Benutzen Sie den derzeitigen billigen Silberpreis zur Ergänzung oder Anschaffung Ihres Tafelsilbers, bei Oester reicher. (Siebe Ankündigung auf Seite 4.) Goldene Hochzeit. Am 21. November jährte sich zum fünfzigstenmal der Tag. an dem das Ehepaar Josef und Marie Wagner, geborene Schwarzbartl. vor den Traualtar getreten ist, um ein Bündnis für das ganze Leben zu schließen. Aus diesem Anlaß fand nun am Samstag, den 22. November, während des Gottesdienstes im Pazmaniten-Tempel eine solenne Feier statt, zu der sich sämtliche Angehörige, sowie zahlreiche Verwandte und Freunde (darunter eine sehr große Anzahl Nichtjuden) der Familie Wagner einfanden. Oer Jubilar wurde in feierlicher Weise als „Achron" zur Thora gerufen und nachdem Oberkantor I. Müller einen von ihm für diesen Anlaß verfaßten hebräischen Segenspruch stimmungsvoll rezitiert hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Z. T a u b e s eine überaus gehaltvolle Ansprache, in welcher er den Lebenslauf des Jubelpaares vortrefflich charakterisierte. Sodann verdolmetschte Herr Kultusvorsteher Ober-Medizinalrat Dr. Heinrich Haase die Glückwünsche der Kultusgemeinde und überreichte Herrn Josei Wagner eine kunstvoll ausgeführte Glückwunschadresse. — Am Nachmittag erschien in der Wohnung des Jubelpaares ein hoher Funktionär der Gemeinde Wien und überbrachte im Namen des Bürgermeisters und der Stadt Wien die herzlichsten Glückwünsche. Baden bei Wien. Am 24. d. fand das Leichenbegängnis des allseits beliebten Facharztes Dr. Otto L e ip e n statt. Der Verblichene war wegen seiner Tüchtigkeit und außergewöhnlichen Fachkenntnisse, durch Bescheidenheit und Herzensgute in unserer Gemeinde so beliebt, daß unsere große Zeremonienhalle kaum all die Freunde und Verehrer des Verblichenen rassen konnte, die dem teuren Menschen und Arzt das letzte Geleite geben wellten. Außer sämtlichen ärztlichen Kollegen Badens waren die größten Kapazitäten der Wiener Aerzteschait anwesend, um sich von ihrem guten und tüchtigen Freunde zu verabschieden. Herr Oberrabbiner A. Schweiger aus M ö d 1 i n g hielt eine ergreifende Ansprache, worin er die großen Vorzüge und guten Eigenschaften des Dahingeschiedenen mit wahrheitsgetreuen Worten schilderte. Der Vorstand der C h e w r a Kadischa. mit Präses Herr Ludwig Lackenbacher an der Spitze, erfüllte alle Funktionen in musterhafter, vorbildlicher Weise - und gestaltete das Leichenbegängnis zu einer dem Ansehen des Verblichenen würdigen Trauerieier. Die hebräische Oper in Palästina au! Schallplatten, sowie viele andere erstklassige hebräische und jüdische Aufnahmen in groQer Auswahl erhältlich im Musik-Haus Leo Tublin (Musik-Union), Jasomlrgortstraße 6. Telephon Nr. U 26-9-84. — Ausführliche Verzeichnisse gerne kostenlos.

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