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Die Wahrheit · 1930-11-21 · Heft 47 (21.11.1930) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1930
Issue
Heft 47 (21.11.1930)
Date
1930-11-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ÜlE WAHRHEIT Seit» 7 intelligente Antwort und gerade diese von einem jüdischen Hörer erhalten habe. In seiner Enttäuschung und Verzweiflung hielt er es, wie er sich ausdrückte, für wünschenswert, daß die Hörer, anstatt zu demonstrieren, von den jüdischen Hörern lernten, wie man lernen müsse. Die Jugend hat diese Erklärung mißverstanden, worauf im nächsten Kolleg Professor Szentgyörgyi vor einer größeren Zuhörerschaft erklärte, daß die ihm zugetraute Auffassung und die Geringschätzung der christlichen Hörer ihm fern liegen. Anderseits aber halte er es für wünschenswert, daß die Studenten in Zukunft ihren Studienpflichten mit größerem Eifer nachkämen; der Patriotismus komme gerade in der gesteigerten Arbeit zum Ausdruck. Trauungen. Sonntag, den 16. d. JVL, fand im festlich mit Blumen geschmückten und hellbeleuchteten Stadttempel die Vermählung des Fräulein Alice P a r n e s, Tochter des Presseleiters der polnischen Gesandtschaft, Herrn Prof. Dr. Edmund P a r n e s, mit dem Abteilungsleiter des ungarischen Institutes in Wien für Außenhandel, Herrn Jenö Hevesi, Sohn des Budapester Oberrabbiners Dr. Simon Hevesi, statt, zu welcher Feier sich eine sehr illustre Gesellschaft eingefunden hatte. Im Tempel waren außer dem polnischen Gesandten Dr. Bader mit Gemahlin, auch der ungarische, bulgarische, rumänische und chinesische Gesandte mit ihren Damen, die Gattin des tschechoslowakischen Gesandten, ferner viele andere Mitglieder der Wiener Gesandtschaften anwesend. In Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde waren der Präsident Prof. Dr. Alois Pick und die Vizepräsidenten Dr. Jakob 0 r n s t e i n und Dr. Josef Löwenherz erschienen. Den Trauungsakt vollzog unter Assistenz des Herrn Rabbiner Dr. D. Feuchtwang der Vater des Bräutigams. Er dankte Gott, daß er ihn diese freudige Stunde habe erleben lassen und ermahnte das junge Paar in einer formvollendeten Rede, die Traditionen beider Familien in ihr neugegründetes Heim mitzunehmen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Heinrich Fischer mit verstärktem Chor unter Leitung des Herrn Direktors Josef Z e 11 n i k und Instrumentalbegleitung in überaus feierlicher Weise. Der Trauung, die gesellschaftlich auch durch das Erscheinen der bekanntesten Gestalten der Wiener Kunst- und Theaterwelt, der ausländischen und Wiener Pressevertreter ein besonderes Gepräge erhalten hatte, folgte ein Empfang bei den Eltern der Braut. Auch bei diesem Empfang bekundete sich die außerordentliche Sympathie und Wertschätzung, die die Familien Hevesi und P a r n e s in Wien genießen. — Sonntag, den 16. d. M., fand im Pazmanitentempel die Trauung des Fräulein Fritzi Messinger mit Herrn Erwin Ball, Sohn des allgemein geschätzten Besitzers des „Cafe National" Herrn S. Ball imd seiner Gattin Jenny, statt. Eine überaus große Zahl von Gästen füllte das schöne Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen. Herr Rabbiner Dr. S. T a u b e s hielt an das Brautpaar eine inhaltsreiche Ansprache, in welcher er ganz besonders auf die hohe Wertschätzung hinwies, die dem Vater des Bräutigams, Herrn ■ S. Ball, von weiten Kreisen gezollt wird. Die kantorale Funktion versah unter Assistenz eines erstklassigen Chores Herr Oberkantor I. Müller in hervorragender Weise. Nach der Trauung fanden sich die Mitglieder, Freunde und Verehrer der Familien Ball-Messinger zu einer Gratulation im Cafe-Restaurant National ein. Thoraeinweihung. Am Mittwoch, den 12. November, war der schöne Tempel in der Kluckygasse der Schauplatz einer erhebenden religiösen Feier. Ein Mitglied der glaubensstarken Brigittenauer Tempelgemeinde, Herr Jakob Weiser, hat aus Anlaß eines ■innia^ WIENER BET HAMIDRASCH Wien II., Tempelgasse 3. Vorlesungen im Wintersemester 1930/31 (5691). Sonntag 5—6 Uhr: Rabb. Lektor Dr. Rubin, Midrasch. 6— 7 Uhr: Rabb. Lektor Dr. Rubin, Talmud (Berochoth). Montag 6—7 Uhr: Rabb. Dr. Rosenmann. Ausgewählte Kapitel "aus Jesaia. 7— S Uhr: Prof. Dr. Kraus. Geschichte der Juden im Mittelalter. Dienstag 6—7 Uhr: Prof. Dr. Kraus. Geschichte der Juden im Mittelalter. 7—S Uhr: Prof. Dr. Kraus, Entstehung und Bedeutung der Synagoge. Mittwoch 6—7 Uhr: Rabb. Dr. Rosenmann, Ausgewählte Kapitel aus Jesaia. 7—8 Uhr: Rabb. Lektor Dr. Rubin, Midrasch. Donnerstag 6—7 Uhr: Rabb, Dr. Taglicht. Koheleth. 7—8 Uhr: Rabb. Dr. Murmelstein, Geschichte der Rabbinischen Literatur. Samstag 11—12 Uhr: Prof. Dr. Kraus. Entstehung und Bedeutung der Synagoge. 4—5 Uhr: Rabb. Lektor Dr. Rubin. Bibelvortrag. Gelübdes, das er an die glückliche Rückkehr seines Sohnes aus dem Weltkriege knüpfte, eine neue Thorarolle und einen wunderschönen Thoramantel gespendet. Ein anderes Mitglied, Herr Ecker, spendete eine silberne „Hand" dazu. Der Tempel war festlich beleuchtet und bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Der ganze Vorstand mit seinem zielbewußten Obmann Herrn Josef K o h n an der Spitze, empfingen die Vertreter des Kultusvorstandes, die Herren Vizepräsident Doktor J. O r n s t e i n und Kultusvorsteher V. Bauminger. Nach den hübschen einleitenden Gesängen des Oberkantors Landerer, der von einem sehr gut geschulten Chor begleitet war. wurden alle Thorarollen der Bundeslade entnommen und der Rabbiner, die Kantoren und Vorsteher bereiteten der neuen Thora den rituell vorgeschriebenen Empfang. Hierauf hielt Prot. Dr. K. Kupfer die Festpredigt, in der er durch ein Gleichnis aus dem Midrasch die gute Tat des Spenders und deren Belohnung schilderte. Er betonte die Macht der Thora. die die Pforte zum Himmel öffnet, und schloß mit der Erinnerung an den ersten Schreiber einer Thorarolle, an Esra den „Sofer". Nach dem Schluß des Festgottesdienstes wurde der Spender vom Rabbiner, vom Obmannc des Tempelvereines, den Kantoren und einzelnen Mitgliedern des Vorstandes in seiner Wohnung besucht und dort beglückwünscht. Oberrabbiner Dr. Max Engel ist am 15. d. M. nach 35jähriger ersprießlicher Amtstätigkeit in der Gemeinde K r i z e v a c (Jugoslawien) auf eigenen Wunsch in den Ruhestand getreten. Er hat das Hildesheimer Seminar besucht, von wo er als junger 28jähriger Absolvent von der Gemeinde Krizevac akzeptiert wurde. Dr. Max Engel war darauf bedacht, sich ein klassisches Kroatisch anzueignen, was ihm vollauf gelungen ist. So war er seinerzeit der erste, der hebräische Werke in die kroatische Sprache übersetzte, u. a. die H a g a d a, welche Zeugnis dafür ablegt, daß Oberrabbiner Dr. Max Engel im Talmud und Midraschim vollauf versiert ist. Ferner hat er eine Liturgie nach dem Muster von Wolfs Agenden in kroatischer Sprache für Maskir und Friedhofsbesuch usw. verfaßt. Als Redner wußte Oberrabbiner Dr. Max Engel stets seine Zuhörer zu interessieren und zu belehren. Wie wir hören, beabsichtigt Dr. Max Engel im Ruhestand die Arbeiten seiner langjährigen Amtstätigkeit literarisch zu ordnen und zu veröffentlichen. Goldene Hochzeit. Samstag, den 22. d. M., findet um halb 10 Uhr vormittags im Pazmaniten-Tempel (Wien II., Pazmanitengasse Nr. 6) die goldene Hochzeit des Herrn Josef Wagner mit seiner Gattin Marie, geborene Schwarzbart 1, statt. Klavierabend. Emmerich Ungar, den jugendlichen blinden Pianisten, spielen zu hören, ist eine Passion. Vollstes Ausleben einer Seelenwelt, von der wir Sehenden nicht im entferntesten etwas ahnen können, die Tiefe eines Gemüts, das die durch das tragischeste physische Gebrechen bedingte Hilflosigkeit der Kinderpsyche am nächsten bringt, die durch keine äußeren Einflüsse beirrbare Zielsicherheit und vollkommene technische Erfassung sind die Faktoren, aus denen sich das Spiel des Virtuosen zusammensetzt, der trotz seiner Jugend ein gereifter Künstler ist. Sein ein- SeldiworeDiobrlk streng -rett EiS€nAllönigsber,WlcD II., naidgasse 5 Selchwaren und Restauration Vorzüglicher Mittag- und Abendtisch zu bürgerlichen Preisen II.. Praferstrafle 5$ (Neben dem Carltheater) ziges Konzert in Wien findet Samstag, den 29. November, präzise halb 8 Uhr abends, im kleinen Konzerthaussaal, statt. Barraizwah-Feier. Samstag, den 8. November d. J., fand im Simmeringer Tempel die Barmizwah des Knaben Leo Bodek, Sohn des Herrn Hirsch Bodek und seiner Gattin Eugenie. geb. Kernberg, statt. Nachdem der Knabe die Haftorah ebenso Verständnisals weihevoll zum Vortrage brachte, sprach Herr Oberkantor Max S c h i d I o wirkungsvoll einen feierlichen Segensspruch. Eltern und Sohn wurden von den zahlreich erschienenen Vorstandsmitgliedern und Bekannten herzlich beglückwünscht. Die hebräische Oper in Palästina auf Schallplatten, sowie viele andere erstklassige hebräische und jüdische Aufnahmen in großer Auswahl erhältlich im Musik-Haus Leo TubIin (Musik-Union), I., Jasomirgottstraße 6. — Ausführliche Verzeichnisse gerne kostenlos. flmtfidje VerfauWarungen der Jsraefitisdfen JCutiusgemeinbe Wien Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 22. November d. J., findet um 3 Uhr nachmittags der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezirks-Synagogen. Freitag, den 21. November 1930, werden bei dem um 4 Uhr 15 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachstehenden Gemeinde- und Bezirks-Synagogen Predigten abgehalten, und zwar: Wien II., Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. Grunwald); Wien VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. D r o b i nsky); Wien IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); Wien XIII., Eitelberggasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lew in); Wien XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); Wien XVIII. , Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Doktor D. F e u c h t w a n g). Exegetischer Vortrag am Samstag, den 22. November 1930, 4 Uhr nachmittags, Wien XIX. , Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). 4? Israelitische Kultusgemeinde Wien. Z. 7891 ex 1930. Wien, 14. November 1930. Unentgeltliche Barmizwah-Kurse. Um den Kindern mittelloser Eltern Gelegen-' heit zu geben, sich für die Barmizwah vorbereiten zu können, hat der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien unentgeltliche Barzmizwah-Kurse eingerichtet. Die Kurse finden allwöchentlich an folgenden Tagen statt: Wien I., Seitenstettengasse 4, IV. Stock (Chorschule): Freitag von 2 bis ^4 Uhr nachmittags. Wien XX., Othmargasse 36, Mezzanin: Sonntag von 8 bis 10 Uhr vormittags und Samstag von 6 bis 7 Uhr abends. Dauer der Kurse ungefähr drei Monate. Der Vorstand. Ganz Wien spricht!! vom fabelhaft billigen Kleider - Rummel bei Jac. Mayer, Wien II, Glockengasse 24 Herren-Anzüge S 32.90 Herren-Ulster s 36.90 Herren-Trenchcoat s 39.90 Herren-Hosen S 3.90 etc., etc. Prima Kleider auf Seide gearbeitet zu halben Preisen. Hau« Blatt!

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