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Die Wahrheit · 1930-10-03 · Heft 40 (3.10.1930) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1930
Issue
Heft 40 (3.10.1930)
Date
1930-10-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seit» 1 VonWodte zu Worte Kultusvorsteher Komm.-Rat Max Markus gestorben. Freitag, den 26. September wurde Komm.-Rat Max Markus im 71. Lebensjahre zu Grabe getragen. Das große Ansehen, das der Verstorbene genoß, kam durch die außerordentlich große Beteiligung beim Leichenbegängnisse zum Ausdrucke. Die große Zeremonienhalte des neuen Friedhofes konnte die große Zahl der Trauergäste kaum fassen. Unter den Trauergästen bemerkte man den Gesamtvorstand der israelitischen Kultusgemeinde unter Führung der beiden Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein und Dr. J. Löwe nh e r z, die Amtsdirektoren Reji-Rar Dr. E. Adler und Reg.-Rat Guido F u c h s g e 1 b, Amtsleiter W. F r e istadt. die Mitglieder des Bethausvorstandes 1 und II unter Führung des Präsidenten Dr. E. Münz, Vorstandsmitglieder der Chewra Kadischa. Vorstandsmitglieder und Mitglieder des zionistischen Landeskomitees und der zionistischen Bezirksorganisationen, Mitglieder der B. B.-Lcgen, eine große Anzahl Delegierter jüdischer Wohliahrtsanstalten, Delegierte der Beamtenschaft der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, eine Abordnung des israelitischen Versorgungshauses, sowie Vorstandsmitglieder und Mitglieder der Wiener Fleischhauergenossenschaft mit Vorsteher Komm.-Rat Ed er an der Spitze, der Vereinigung jüdischer Fleischhauer mit den Vorstehern Gottlieb Hermann und Siegmund Kornmehl u. v. a. Die kantoralen Funktionen versahen die Herren Oberkantor H. Fischer und G. M a r g u 1 i e s mit großer Assistenz in überaus würdiger Weise. Wo Komm.-Rat Max Markus stand und wirkte tat er Gutes und Jüdisches. Dies betonte auch Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Tag licht in seiner gehaltvollen Trauerrede, in der er davon sprach, wie der Dahingeschiedene Zeit seines Lebens aufopfernder Arbeit ergeben war. Sodann widmete Vizepräsident Dr. J. O r n s t e i n namens des Kultusvorstandes dem Verblichenen einen Nachruf, in dem er mit ergreifender Beredsamkeit die vortrefflichen Charaktereigenschaften und die großen Verdienste des Dahingeschiedenen um die Gemeinde würdigte und versicherte, daß die Kultusgemeinde solch hervorragende Leistungen stets in ehrenvoller Erinnerung behalten werde! Hierauf sprachen Vizepräsident Dr. J. L ö w e n h e r z für das zionistische Landeskomitee und die zionistischen Bezirksorganisationen, Komm.-Rat K1 e m p e r e r für die B. B.-Logen. Präsident Dr. E. Münz für den Bethausvorstand, dessen rühriges Mitglied der Verblichene war, Obmann-Stellvertreter Komm.-Rat B. Buchwald für die eVrsorgungsanstalt (IX., Seegasse), deren Obmann der Verstorbene war, Kultusvorsteher Dr. Landau für den Verein „Seudath Schabbos" tiefempfundene Abschieds- und Dankesworte. Gelegenheitskäufe. Benätzen Sie den derzeitigen billigen Silberpreis zur Ergänzung oder AnschaffuDE Ihres Taielsilbers. bei Oesterreicher. (Siehe Ankündigung auf Seite 4.) Tempeleinweihung. Donnerstag, den 18. v. M. fand im Qemeindetempel für den XVI. und XVII. Genieindebezirk (XVI., Hubergasse 8), welcher nach einer umfassenden Restaurierung seiner hei ligen Bestimmung wieder übergeben wurde, ein Festgottesdienst statt. Als Festgäste waren u. a. erschienen: In Vertretung der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde die Vizepräsidenten Doktor J. Ornstein und Dr. J. Löwenherz, die Kultusvorsteher V. Bauminger, Kommerzialrat B. Buchwald, Dr. D. Fried mann, Börserat I. Glück, E. Hof mann. Dr. H.,Körner, in Vertretung der Bezirke XVI und XVU die B ezirksvorsteher, Amtsdirektor Reg. - Rat G. Fuchsgelb, Präsident Dr. E. M ü n z in Vertretung des Bethausvorstandes I'II, Delegierte der Wiener Tempelvereine, Vorsteher Paul Schwarzstein in Vertretung der Chewra Kadischa I, der gesamte Bethausvorstand der Bezirke XVI und XVII mit Obmann S. W e i 1 e r an der Spitze, Abordnungen jüdisch-humanitärer sowie Frauenvereine, Architekt Lindner, die Redakteure Ludwig H i r s c h f e 1 d, Dr. J. L ö w y u. a. Die schöne Feier begann mit dem Anzünden des ewigen Lichtes, das Rabbiner Prof. Dr. J. M. B a c h mit einer gehaltvollen Ansprache vorgenommen hat. Nachdem Oberkantor Rudolf Kogan wirkungsvoll das „Matauwu" zum Vortrage gebracht hatte, erfolgte die Uebergabe des schönen Tempels*) an das Präsidium der Israelitischen Kultus- Gemeinde Wien durch den Obmann des Baukomitees Herrn Komm.-Rat B. B u c h w a 1 d. Redner sprach allen, die zum Gelingen der Renovierungsarbeiten beigetragen hatten, ganz besonders den Herren Rabb. Prof. Dr. B a c h, Architekt L i n d n e r, Kultusvorsteher Dr. Körner, Bethausvorsteher S. Weiler den wärmsten Dank namens des Baukomitees aus. Unter den Klängen des Psalms 150 (Oberkantor R. Kogan mit verstärktem Chor) holten nun die anwesenden Ehrengäste die Thorarollen ein. In einer überaus geistvollen Festpredigt schilderte hierauf Rabb. Doktor Bach die Entstehung und Bedeutung des Gotteshauses und schloß mit einem Segen auf die Gemeinde und ihre Führer. *) Die Malerarbeiten wurden von der bekannten Firma Benno Hackel, Wien II., ausgeführt. ULV Herren-Ma0-Sclineiderei HIGHEM BRAUNER Wien II., Praterstraße Nr. 21 Gegründet 1900 Telephon R 41-6-64 empfiehlt sich zur Anfertigung eleganter Herren - Garderoben Orig. englische Stoffe stets lagernd Erstklassige Ausführung Massige Preise ► ► ► ► ► Zahlungs-Erieichterungen YYTyYTTrVYV Amtsjubiläura. Seit 1. Oktober 1S95 ist Herr Amtsleiter Rudolf Kraus dem Fürsorgeamte der Kultusgemeinde zugeteilt. Bei Gründung der Zentralstelle, bei Anlage des Armen- und eines Vereinskatasters sowie bei den einzelnen Verbänden, die durch die Zentralstelle geführt wurden, hat der Jubilar lange Zeit mitgewirkt und mannigfache Anregungen dem Kuratorium gegeben. So wurde durch seinen Vortrag über Altersfürsorge der Verband für diesen Zweck errichtet. 1908 hat er nach einem Vortrage über Fürsorge der Kultusgemeinde die Vorstandsdamen des damals bestandenen Hietzinger Frauenvereines aufgefordert, ihre ganze Tätigkeit für die verlassenen Kinder, die im Schutze der Kultusgemeinde standen, zu entfalten. Durch weitere Vorträge wurde diese Tätigkeit erweitert, so hat die jüngst verstorbene Frau Gisela Zirner ein eigenes Mädchenheim in Purkersdorf durch viele Jahre mit eigenen Mitteln erhalten, der Verein selbst besitzt ein eigenes Mädchenheim in Hütteldorf, und angeregt durch diese Tätigkeit hat Frau Mina Hecht den Verein „Zukunft" errichtet, welcher anfangs die schulentwachsenen Schützlinge der Kultusgemeinde in seinem Heime am Bennoplatz betreute. 1909 war es Herrn Kraus möglich, mit den Herren Dr. Steiner, Max Frank und Dr. Samuely die Heimstätte für jüdische Kinder für Schützlinge der Kultusgemeinde ins Leben zu rufen. Während der ganzen langen Dauer seiner Dienstzeit hat der Jubilar sich redlich bemühte, seinen vielen Anforderungen möglichst zu entsprechen und den Widerwärtigkeiten, welche mit der Führung eines Armenbüros naturgemäß verbunden sind, gerecht zu werden. Auch hat er bei jeder Gelegenheit schriftlich und mündlich darauf hingewiesen, wie unbedingt erforderlich es wäre, im Sinn;: einer Zentralisierung der Armenfürsorge ein gemeinsames Vorgehen aller drei in Betracht kommenden Institutionen durchzuführen. Seit wenigen Monaten besteht nun die vom Kultusvorstande geschaffene Fürsorgezentrale und bestrebt sich dieselbe, trotz der schweren wirtschaftlichen Verhältnisse unter Zuziehung einer großen .Anzahl von Damen und Herren, welche sich auch schon früher mit Wohltätigkeitsagenden befaßt haben, eine große Organisation für das gesamte Gebiet der Fürsorge zu schaffen. Die Abteilung für allgemeine Fürsorge wurde dem alten Praktiker Kraus überwiesen. Seit dem Jahre 1923 ist Herr Kraus auch Sekretär des Bethausvorstandes und Verwalter im Stadttempel: auch in diesen beiden Ressorts bemüht sich der Jubilar, den Anforderungen gut zu entsprechen. Am 30. v. M. wurde er in einer internen Feier der Kultusgemeinde sehr geehrt, bei der Herr Vizepräsident Dr. J. Ornstein eine herzliche Ansprache an ihn hielt. Ehrung. Vor kurzem waren es zehn Jahre, daß Herr Oskar Schramek zum Obmanne des Tempelvereines „A e s c h e l Awrohom" gewählt wurde. Obmann Schramek war aus diesem Anlasse Gegenstand herzlicher Ehrungen und wurde ihm zum Zeichen besonderer Ehrung durch eine Deputation mit Herrn Rabbiner Dr. Zwi Taubes an der Spitze am Schabbos Schuwo eine überaus kunstvoll ausgeführte Adresse mit Namensfertigung aller Vorstandsmitglieder und Funktionäre überreicht. Stipendium für Klavierstudierende. Durch die Vermittelung des Herrn Professor Juliusz W o i f s o h n deponierte ein unbekannt bleiben wollender Kunstmäzen aus Südamerika einen Betrag, von dem für zehn begabte Klavierstudierende die Hälfte des Studienhonorars ent- Echt^PerserteDpicte durchwegs günstige Gelegenheitskäufe, werden mit ganz kleinem Nutzen im WIEDNER MÖBELHEIM Inh. JULIUS GÖTZL Handig. beeid. Sacbv. u. Schatzmeister IV.,SCHLElFMÜHLGASSE1a TELEPHON B 24-1-62 billigst abgegeben; daselbst sind auch elegante Schlaf- und Speisezimmer, Herrenzimmer, teils neu. teils gebraucht, zu verkaufen. richtet werden soll. Dadurch ist Prof. Wolfsohn in der Lage, zehn talentierten Schülern und Schülerinnen Halbfreiplätze zu gewähren. Anfragen und Anmeldungen beim Prof. Wolfsohn Wien III., Pfarrhofgasse 16. Tel. U. 16-1-32. Rosch Haschanah in Jerusalem. Die Rosch Haschanah-Tage sind in Jerusalem und insbesondere an der Klagemauer ohne wesentliche Störungen vorübergegangen. Das Fürsorgewerk der Wiener Kultusgemeinde. Knapp vor Drucklegung dieser Nummer geht uns seitens der Wiener Kultusgemeinde eine reich illustrierte Publikation „Unser Fürsorgewerk - zu, mit deren Inhalt wir uns noch ausführlich belassen werden. Oberkantor Linetzky — in Strasburg. Herr Oberkantor Heinrich Fischer. Wien, teilt uns mit, daß er aus S t r a Ii b u r g von authentischer Seite ein Schreiben erhalten hat, aus welchem hervorgeht, daß der Erfolg Oberkantor Bernhard L i n e t z k y s im großen Konsistorial -Tempel ein ganz außerordentlicher war. Oberkantor Josef Basser, Subotica. teilt uns hei dieser Gelegenheit iolgendes mit: „Vor 20 Jahren kam ich als Wiener Oberkantor in alle größeren Städte Rußlands, u. a. auch nach Odessa und ging in die große Schilaschny- Synagoge, wo einst der berühmte Kantor Ros u m n a wirkte. Ich sah am Omed einen eleganten, blonden jungen Mann stehen und machte sein Gesang einen so mächtigen Eindruck auf mich, daß ich mich sogleich interessierte, wer dieser junge Kantor sei. Es war der damals 21jährige Bernhard Linetzky. Nach Schluß des Gottesdienstes drückte ich dem jungen begabten Kantor meine vollste Anerkennung und Begeisterung aus. Linetzky war damals schon nicht nur ein musikalisch hervorragender Kantor mit einem sehr gewinnenden Aeußeren. sondern auch ein Chasau. der die Herzen seiner Zuhörer eroberte." Richtigstellung. Die Rosch-Haschonoh-Gratulatioo des Herrn Obmannes des Bethausvorstandes XV1I1/XIX soll richtig heißen: Herr und Frau Med.-Rat Dr. Iga. Winter, XVI1I„ Lacknergasse 74. Dr. uiiil. gibt Nachhiliestunden. „Billig" an die Administration. Angebote unter Bad Gastein. Angesichts von Ausstreuungen in reichsdeutschen Blättern werden wir von gut informierter Seite darüber unterrichtet, daß das Hotel M o z a r t, Bad ü a s t e i n (Besitzer Jakob W a t z i n g e r) seit Jahren nicht zu den „rein arischen" Gaststätten zählt. Umttidjz VerfauWarungen der Jsraefitisdjen TCuftusgemeinöe Wen Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde und der Bethausvorstand für den I. und II. Bezirk in Wien veranstalten Samstag, den 4. Oktober d. J. um 7 Uhr abends im Tempel der Inneren Stadt, I., Seitenstettengasse 4, eine Gedächtnisfeier für das verstorbene Mitglied des Vertreter-Kollegiums und des Bethausvorstandes, Herrn Kommerzialrat Max Markus. Maskir-Andachten am Schemini-Azereth-Feste. Zur Vermeidung des großen Andranges in den Gemeindetempeln zur „Haskarah" veranstaltet der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien am diesjährigen Schemini-Azereth-Feste Dienstag, den 14. Oktober, um 6 Uhr früh im Stadttempel I., Seitenstettengasse 4 und im Leopoldstädter Tempel II., Tempelgasse 5, sowie um 9 Uhr vormittags im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 6, anläßlich der Maskir-Andachten feierliche Gottesdienste. Techniker-Stiftungen. (Bewerbungsausschreibung.) Anzahl der Plätze: 1 im Betrage von S 158.— für die Dauer der gesetzlichen Studienzeit und für ein weiteres Jahr nach Beendigung derselben; i im Betrage von S 80.— einmalig. Bewerbungsberechtigt sind: mittellose, fleißige, unterstützungswürdige jüdische ordentliche Hörer an der technischen Hochschule in Wien. Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Mittellosigkeitszeugnis, Inskriptionsnachweis, Studienzeugnisse. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. November 1930. Einreichstelle: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Fürsorgezentrale). Zur Bewerbung sind Gesuchsbogen zu verwenden, welche in der Einreichstelle (I., Seitenstettengasse 4, II. Stock) unentgeltlich zu beziehen sind; die Gesuchsbogen enthalten auch nähere, für die Einschreiter wichtige Bestimmungen.

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