Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 23 (6.6.1930)
- Date
- 1930-06-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT Seite 7 Storchengasse. Ehrw. Herrn Rabbiner Weiß sowie den ehemaligen Schülern und Schülerinnen des Verblichenen, die in großer Zahl erschienen waren. Frau Betti Adler, Vizepräsidentin des Ausspeisevereins und des Vereins „Hachnossas Kalo" XII.—XV. Personalnachrichten. Der Bundespräsident hat dem Vizepräsidenten des Niederösterreichischen Gewerbevereines, Kommerzialrat Heinrich Rosenberg, das Goldene Ehrenzeichen verliehen. — Der Bundespräsident hat die aui jüdisch-humanitärem Gebiete hervorragend tätige Frau Selma KI aar, Tochter des verewigten Kultusvorstehers Isidor Schwarz, zum B u ndesfürsorgerat ernannt. Wir gratulieren der ausgezeichneten Dame, die auch im Vorstand des jüdischen Frauenvereines Leopoldstadt ersprießlich wirkt, auf das allerherzlichste. Gedenktafel-Enthüllung. Sonntag, den 1. Juni d. J wurde am Sterbehause Carl Goldmark's, IL. Josef Gallgasse 5, die anläßlich des 100. Geburtstages des Alcisters vom „Wiener Kaufmännischen Gesangvereine" gestiftete Gedenktafel, ein Werk des akad. Bildhauers Prof. Ernst Hegenbarth, feierlich enthüllt. Einleitend brachte das Hornquintett der Staatsoper, unter Leitung des Reg.-Rates Prof. Stiegler, das Notturno aus Goldmarks Königin von Saba zum Vortrage. Namens des Vorstandes des „Wiener Kaufmännischen Gesangvereines" begrüßte Dr. Richard Köhler die Festgäste, unter welchen man u. a. nebst den Vertretern der österreichischen Regierung, der Behörden und Aemtei, sowie Abordnungen der musikalischen Körperschaften, den ungarischen Gesandten, Graf Ambroczy. den Generaldirektor der Bundestheater Schneiderhahn, für di« Staatsoper die Herren Kapellmeister Professor Heger und Prof. Alwin, bemerkte. Nach der Enthüllung der Gedenktafel brachten die Vereinsmitglieder und der Frauerichor, unter Prof. Jul. Katay's Leitung, Goldmarks „Wer sich die Musik erkiest" zum Vortrage. Prof. Dr. Max Graf entwarf in der Festrede ein ergreifendes und erhebendes Bild von Goldmarks Leben und Schaffen. Namens der königl. ung. Regierung legte nun Graf Ambroczy einen Kranz am Denkmale nieder, ebenso Hofrat Fitz namens der Burgenländischen Regierung. Proi. R e i 11 e r beglückwünschte namens der ..Concordia" den Verein zum Gelingen seines schönen Werkes. Im Auftrage des Vorstandes der Israel. Kultusgemeinde Wien dankte Reg.-Rat Amtsdirektor Fuchsgelbdem Vereine für die Errichtung der Gedenktafel mit folgenden Worten: „Namens des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien habe ich die Ehre, dem „Wiener kaufmännischen Gesangverein" herzlichsten Dank zu sagen für die Errichtung dieser Gedenktafel, welche jenem großen Meister der Töne gilt, den unsere Gemeinschaft mit Stolz als einen ihrer großen Söhne bezeichnet. Auf dem Friedhofe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat, was sterblich war an Carl G o 1 d m a r k, die letzte Ruhestätte gefunden und Mitglieder unserer Gemeinde haben dem großen Meister dort ein würdiges Grabdenkmal errichtet. Ein Beschluß des Vorstandes der Wiener israelitischen Kultusgemeinde verpflichtet auch dessen Nachfolger im Amte, das Ehrengrab und das Grabdenkmal dauernd instandzuhalten, so daß auch die spätesten Geschlechter erkennen werden, daß wir unserem großen Glaubensbruder, der treu zu der Gemeinschaft gehalten hat, in der er geboren wurde, den verdienten Tribut an Dankbarkeit und Verehrung zollten, und so werden auch, so oft Mitglieder unserer Gemeinschaft an dieser Tafel vorübergehen, den unvergeßlichen Meister in Dankbarkeit und Verehrung grüßen und jenen Dank wissen, die dieses Denkmal errichtet haben." Nun stimmte der Gesangsverein Mozart's Bundeslied an. nach welchem namens des Bürgermeisters der Stadt Wien der Direktor der städtischen Sammlungen die Gedenktafel in die Obhut der Stadt Wien übernahm. Mit der Absingung des Wahlspruchs des Vereines hatte die schöne würdige Feier ihren Abschluß gefunden. Das Budget der Präger Jüdischen Gemeinden. Das Budget der Prager Jüdischen Gemeinde beträgt für das Jahr 1930 insgesamt 1,810.000 Kc (gegen 1,769.000 im Jahre 1929). Es entfallen für kulturelle und religiöse Erfordernisse auf Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und an der Religionsschule der Gemeinde 100.585, Gemeindebibliothek 53.600, davon 12.000 auf Neuanschaffungen, Gemeindearchiv 15.000, Synagogeuerhaltung 66.000, davon , 25.000 für Restaurierungsarbeiten an der Altneuschul, rituelle Institutionen 100.840. Oberrabbinat und Prediger 76.700. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge werden vorgesehen 381.500, davon für Armenfürsorge 52.000. Krankenfürsorge 183.400, Waisenfürsorge 87.200, Krankenhausbaufonds und Zinsen 58.800. An Subventionen sind bewilligt 71.300, davon für den Keren Hajessod 5000, für Durchwandererfürsorge und Jüdische Fürsorgezentrale 18.000, für das jüdische Handlungslehrlingsbeim 10.000 Kc. Die Verwaltungskosten der Gemeinde belaufen sich auf 620.000 die Sachaufwendungen der allgemeinen Verwaltung auf 325.182 Kc. Die Bedeckung dieses Budgets, soweit sie nicht aus der Gemeindesteuer herrührt, beträgt 262.201, davon an Erträgnissen aus beweglichem Vermögen 11.877, unbeweglichem Vermögen 64.472, Fonds. Stiftungen, Taxen usw. 157.831 Kc. Der effektive, durch Steuern zu deckende Abgang beträgt demnach 1,548.050 Kc. Groß-Prag beherbergt nach Angaben des Sekretariats der Prager Jüdischen Gemeinde gegenwärtig 31.932 Juden. Dr. Krüger-Heim, Wien IL, Malzgasse 7. Sehr erfolgreich geht in Bälde der erste und einzige rituelle Kochkurs zu Ende. Der Anklang, den diese Einrichtung in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit gefunden hat, veranlaßte die Heimleitung, im Herbst außer diesen Kochkursen noch eine regelrechte, streng rituelle Koch- und Haushaltungsschule zu errichten. Aus Anlaß des Kursschlusses wird am 19. Juni dieses Jahres im Festsaal des „Dr. "Krüger-Heimes" eine Ausstellung unter dem Titel „Der gedeckte jüdische Festtisch" auf die Dauer von zwei Tagen eröffnet. In dieser Ausstellung, werden bereits die Schülerinnen der Kochschule die erworbenen großen Kenntnisse unter Beweis steileil können. Die Ausstellung, die über Initiative der Vizepräsidentin des Heimes, Frau Hermine Krüger, unter Mitwirkung prominenter Damen der jüdischen Gesellschaft ins Leben gerufen wurde, begegnet schon heute in allen wissenschaftlichen und privaten Kreisen dem größten Interesse. Eine Ausstellung dieser Art ist in Oesterreich bis heute nicht zu sehen gewesen und behält sich die Redaktion vor, in einer nächsten Nummer nähere Details über die Exaktheit der historisch-religiösen Momente der dargestellten Tische und sonstiges mitzuteilen. Konzert Am Mittwoch, den 28. Mai, fand im Kleinen Musikvereinssaal das erste Konzert der P o I yhymnia Society New York unter Leitung des bekannten Komponisten Lazar Saminsky aus New York statt. Vor einem zahlreichen aufmerksamen Publikum wurden hebräische Gesänge. Gesänge jemenitischer Juden, der Psalm 137 („An den Flüssen von Babylon") und andere Werke alter und neuer Musik zum Vortrage gebracht. Fräulein Elisabeth Gutt- Neu eröffnet — Streng TOS BAD ISCHL Familien-Pension ersten Ranges, Bäder im Haus, Großer schattiger Garten. Vorzügliches Restaurant, auch Diätküche Mäßige Preise — Kulante Bedienung Pension Jnplfer Lindaustraße Nr. 18 Tel. 160/IV. Ertfllnel i Pächter: B. LebOWltS Schwesterhaus Pension Stern, Abbazia eU 15. 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Stürmischer Beifall lohnte dem herrlichen Gesang Postolows. Es war ein schöner, genußreicher Abend, den uns Lazar Saminsky bereitete. Es wäre nur zu wünschen, daß solche Konzerte fortgesetzt und wiederholt würden, um einerseits unseren Glaubensgenossen zu zeigen, wie schön unsere religiöse Musik ist, und um ihnen auch anderseits zu beweisen, welch hervorragende Künstler wir unter den Wiener Kantoren besitzen. p, Tlmtlidje Verfautßarungen der Jsraetitisd}en Xuftusgemeinöe Wien ad. Z. 3921 ex 1930. Wien, im Juni 1930. KUNDMACHUNG. Die Privatistenprüfung aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks-, Bürger- und Hauptschulen für das II. Halbjahr des Schuljahres 1929/30 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termini für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde Wien I., Seitenstettengasse 4, III. Stock, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags, ab 5. Juni 1930 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, oder bei den Bezirksämtern, XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8 und XXI., Holzmeistergasse 12, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags, bzw. beim Bezirksamte XVIIII., Schopenhauerstraße 39, von 3 bis 5 Uhr nachmittags, zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, bzw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuche des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Stipendien der Gemeinde Wien. Wie der Wiener Magistrat verlautbart, gelangen im Studienjahre 1930/31 für Schüler der Wiener Obermittelschulen (Obergymnasien, Oberrealschulen und sonstige Obermittelschulen, die dieselben Berechtigungen zum Besuche der Hochschulen gewähren), der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, der Wiener Lehrerbildungsanstalten, der Wiener Staatsgewerbeüchulen, des Wiener Technologischen Gewerbemuseums, der Wiener Handelsakademien mit Oeffentlichkeitsrecht, der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie, der Bundeslehranstalt für Textilindustrie und der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ungefähr 150 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 300.— jährlich und für Hörer der Wiener Universität, der Wiener Technik, der Wiener Tierärztlichen Hochschule, der Hochschule für Welthandel, der Hochschule für Bodenkultur, der Fachhochschule für Musik und darstellende Kunst, der Akademie für bildende Künste und der Akademischen Spezialschule für Medailleurkunst in Wien ungefähr 50 von der Gemeinde Wien errichtete Stipendien von je S 420.— (S 396.— für Hörer der Rechte) jährlich nach den hierfür bestehenden allgemeinen Vorschriften und unter besonderen Voraussetzungen und Bedingungen, welche in der Kundmachung des Wiener Magistrates vom 15. Mai 1930, Z. M. Abt. 8/9400 angeführt sind, zur Verleihung. Näheres hierüber ist in der Mag.-Abteilung 8 zu erfahren. Im Charlotte M e r o r e s -11 z e I e s Mädchen- Waisenhause werden nach Schulschluß einige Plätze gegen Vollbezahlung und Ermäßigung vergeben. In Betracht kommen Mädchen Im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Anfragen sind an das Kuratorium des Merores-Waisenhauses, I* Seitenstettengasse 4, II. Stock, zu richten. Z. 4146 ex 1930. Wien. Im Juni 1930. Kundmachung. Die Koniirmation der Mädchen in den Gemeindetemneln linden im Jahre 1930 an folgenden Tauen statt: I. Bezirk: (Stadttemoel) Seitenstettengasse 4