Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 20 (16.5.1930)
- Date
- 1930-05-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3062972-3064145-3064165--17905-3082879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DIE WAHRHEIT Seite T Wien I., Seitenstettengasse 2, Tel. U 28-1-28 XL, Zentralfriedhof, Uttl dem I- (er, Tel. U 18-0-85 flmtficQe Verfautöarungen der Jsraefitisdfen Kuftusgemeinbe Wien ^^^^^BM_^H^M^^^Ma^^H^HH^^ai^MM1^H^MWl Z. 3221 ex 1930. Kundmachung. Es wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Fleischbank des Herrn Süssie Hasten, Wien II., ObermüllnerstraCe 5, ab 1. Mai 1930 nicht mehr unter Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinates der Israelitischen Kultusgemeinde Wien steht. W i e n, im Mai 1930. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. * Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 17. Mai 1930, um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. * Lieferungs-Vergebungen. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen im Laufe der nächsten Zeit anläßlich vorzunehmender Adaptierungen im Hause XV., Herklotzgasse 21, folgende Arbeiten zur Vergebung, und zwar: Baumeister-, Tischler-, Schlosser-, Anstreicher-, Glaser-, Maler-, Spengler- und Dachdeckerarbeiten; Gas-, Wasser- und elektrische Installationen und die Lieferung eiserner Oefen. Jene Firmen, welche "zur Offertstellung herangezogen werden sollen, werden eingeladen, dies bis längstens Dienstag, den 20. Mai 1930, •dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amisstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde ausdrücklich seinem alleinigen Ermessen vor. Karl Goldmark. Zum 100. Geburtstage. Der 18. Mai wird der musikalischen Welt den Anlaß bieten, einen Meister im Reiche der Töne zu feiern. Aber auch das Judentum wird sich an diesem Tage seines großen Sohnes erinnern, der als Sohn eines an irdischen Gütern blutarmen, dafür aber an Kindern überreich gesegneten Chasans in Keszthely zur Welt kam und als nahezu fünfundachtzigjährige Berühmtheit aus ihr geschieden ist. Das Werk, das seinen Namen über den Erdball trug, war „Die Königin von Saba". Unverkennbar lebt und webt darin altes Chasonus, wie es dem Kantorssohn seit seinem ersten Augenäufschlag im Ohre lag. Auch seine Viertonung dies 113. Psalms verrät das Erbe im Blut. Im Konzertsaal behaupten sich noch immer tapfer Goldmarks Violinkonzerte, von Kennern über alle seine anderen Leistungen gestellt. „Das Heimchen am Herd" und die „Sakuntala" erscheinen hier und da vor dem Rampenlicht. Unser Gewissen beruhigt, so oft wir unseren Zentralfriedhof besuchen, der Anblick eines Grabsteines. Lange hat er auf sich warten lassen. Hart und stürmisch war freilich die Zeit, in der Goldmark von uns ging. Aber Rabbiner Dr. Grunwald mahnte öffentlich an die Dankespflicht gegen den großen Toten und Kommerzialrat Alfred Landesberger leitete eine Aktion ein mit dem Erfolge, daß Goldmark seinen würdigen Grabstein erhielt. Es wäre wirklich angezeigt, unsere Jugend vor die Gräber der Großen auf unseren Friedhöfen zu führen und den kindlichen Herzen an Ort und Stelle einprägsam von den Leistungen dieser Männer und Frauen zu erzählen. Diese Anregung, die Dr. Grunwald kürzlich in einer Vorstandssitzung des „Jüdischen Elternbundes*' gegeben hat, sollte williges Gehör finden. Ludwig Hirschfeld. VonWoche zu Woche Wahlen in die Repräsentanz der Präger Gemeinde. Am 4. Mai wurden in Prag die Neuwahlen in die Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde wiederholt, die bekanntlich bereitsjra 10. November 1929 durchgeführt, jedoch wegen Mängel der Wahlbestimmungsn und wegen Wahlschwindeleien annulliert worden waren. Eine Beschwerde der tschechoslowakischen jüdischen Partei gegen den Annullierungsbeschluß der Repräsentanz wurde vom Landesamt für Böhmen abgewiesen. Die Wahlen, für welche eine scharfe Propaganda aller Parteien durchgeführt wurde, ergaben folgendes Stimmverhältnis: Demokratische Partei 2740 Stimmen, 7 Mandate (gegen 6 bei den annullierten und 8 bei den letzten Wahlen); Jüdischnationale Partei und Poale Zion 2427 Stimmen, 7 Mandate (gegen 6 bei den annullierten Wahlen); Tschechojuden 2162 Stimmen. 6 Mandate (8 bei den annullierten. 6 bei den letzten gültigen Wahlen); Orthodoxe Mittel Standspartei 1037 Stimmen. 3 Mandate (3): Fortschrittspartei 372 Stimmen, 1 Mandat (1). Die Prager jüdische Gemeinde zählt rund 30.000 Seelen. Von der Wiener Aguda. Die Konstituierung des neugewählten Vorstandes der Agudas-Jisroel-Ortsgruppe erfolgte am Sonntag, den 4. d. M. Zum Obmann wurde Herr Wolf Pappenheim gewählt. Obmannstellvertreter die Herren: Markus Hornstein und Alfred Stroh. Schriftführer: Herr David S e i d m a n n. Schriftführerstellvertreter die Herren: Moritz Pappenheim und Abraham Schapira. Kassier: Herr Salomon Tür kl. Kassierstellvertreter die Herren: Markus Kamm und Siegfried Richter. Die Ernennung der Fachreferenten, bzw. der Fachausschüsse wird in der nächsten Sitzung vorgenommen werden. Hilfe für die deklassierten, russischen Juden. Die in unserer letzten Nummer erwähnte, von der Londoner „Federation der jüdischen Hilfsverbände" ausgehende Wiener Aktion für die deklassierten Juden Rußlands ist bereits in die Wege geleitet. Der im Auftrage der „Federation" hier weitende Redakteur Z. IL Wachsmann hat mit allen interessierten Kreisen Vorbesprechungen gepflogen, die zu dem Hggkntedics Kunlgslichl Seit vielen Jahren das anerkannt beste SEEBAD GR ADO Pension GrQnglas, Villa Marin — -nw 'HDitt Neu er atmet Schöne Lage / Vorzügliche Köche / Mäßige Preise / Nächste Nähe des Strandes. Referenzen bezüglich Kaschruth erteilen die Ehrw. Obeirabbiaer T3K ISIO "1 l'TTt T^snana tkö n rnro <pw •nenn bnpn Btapto 'B-i8 bnpn ra» ■ ■ s ■ » irzii vsfrnotos Man achte auf die gas. gasen. Marke „Hyglen. Könlgsllcht" und Name Schulz Fabrik und Büro: Wien XIV., Braunhirschangasse 3 Telephon B 33-1-87 Den allgemeinen Wünsehen des konsumierenden Publikums Rechnung tragend, wird unter der Bezeichnung „Hygienisches Königslicht" Nummer 2 ein kleines Jahrzeitlicht in den Verkehr gebracht, das garantiert 24 Stunden brennt und sich im Preise bedeutend billiger als das bisherige Nr. 1 stellt erfreulichen Ergebnis führten, daß sich sowohl große jüdische Korporationen wie Privatpersonen bereit erklärten, die Aktion tatkräftig zu unterstützen. In dieser Woche wird die Bildung eines größeren Komitees vorgenommen werden, das die Aufgabe haben wird, die Aktion zugunsten der erbarmungswürdigen russischen Juden, deren Elend in unserer letzten Nummer anschaulich geschildert wurde, von sich aus durchzuführen. Es steht zu hoffen, daß dieses Werk edelster Menschenliebe selbst in dem wirtschaftlich so arg darniederliegenden Wien eine günstige Aufnahme findet und demgemäß die Aktion mit einem guten Resultat abschließt. Trauerfeier. Donnerstag, den 8. ds. M. fand im großen Leopoldstädter Tempel eine Trauerfeier für den verewigten Kultus- und Bethausvorsteher David Dohan statt, zu der sich eine recht zahlreiche Trauergemeinde eingefunden hatte. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Kultusgemeinde Prof. Dr. Alois Pick, die Vizepräsidenten Dr. I. Ornstein und Dr. I. Löwenherz, eine große Anzahl Kultusvorsteher, den Bethausvorstand unter der Führung des Präsidenten Dr. E. Münz, Vorstandsmitglieder der Chewra Kadischa, viele Rabbiner, Kantoren und Kultusbeamte sowie die engere Familie des Dahingeschiedenen. Nach dem vom I. Kantor Leo Funke verrichteten Mrncha-Gebet rezitierte Oberkantor G. Marguli e s den Psalm 49. Hierauf hielt Rabbiner Dr. M. Grunwald eine zu aller Herzen gehende Gedenkrede, in der ein schönes Bttd von der Persönlichkeit des Heimgegangenen entwarf. Er brachte allen Anwesenden zu Bewußtsein, welch großen Schatz die israelitische Kultusgemeinde in David Dohan besessen, und wie schwer der Verlust ist, der sie nun betroffen. Oberkantor G. Margulies rezitierte hierauf besonders eindrucksvoll das „El mole rachamim" und verrichtete sodann das Maariw-Gebet in überaus feierlicher Welse. Chewra Kadischa (für die Bezirke XII bis XV). Sonntag, den 11. Mai d. J. iand die 65. ordentliche Generalversammlung obgenannten Vereines statt. Der Präsident, Herr Zahnarzt Hermann Kuner, begrüßte die Anwesenden, insbesonders den Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, Herrn Kommerzialrat B. B u c h w a 1 d. und die Delegierten Kommerzialrat Arthur A1 bers, Kommerzialrat Samuel Bernhard. Paul Schwarzstein und Adolf Taub sowie die Vertreter verschiedener Wohltätigkeitsvereine. Nach warmen Gedenkworten für die im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder wurde der Tätigkeits¬ und Rechenschaftsbericht zur Kenntnis genommen und dem Vorstande gemäß Antrag der Revisoren einstimmig das Absolutorium erteilt. Herr Kultusvorsteher Kommerzialrat B. Buchwald sprach der Vereinsleitung im Namen des Präsidiums der Kultusgemeinde für die mustergültige Führung des Vereines den Dank und die besondere Anerkennung aus. Auf der Tagesordnung stand auch die Unterstützung des vor dem Einstürze stehenden Gotteshauses des orth. israel. Bethaus-Vereines „Emunas Aves". welches sieben Jahrzehnte für die religiösen Bedürfnisse der Bezirke XII bis XIV dient. Um dem Verein zu ermöglichen, zu diesem gottgefälligen Werke eine größere Summe beizusteuern', spendete Herr Paul Schwarzstein dem Verein für diesen Zweck einen größeren Betrag. 100. Geburtstag. Vor einigen Tagen beging Frau Karoline Schulhof im Kreise ihrer Kinder,. Enkel und Urenkel die seltene Feier ihres 100. Geburtstages. In Vertretung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hatte sich ein Delegierter desselben in der Wohnung der Jubilarin eingefunden und überreichte ihr das von der Kultusgemeinde gewidmete Ehrengeschenk. Tief gerührt dankte die hochbetagte jüdische Matrone, die sich noch einer seltenen geistigen Frische erfreut den erschienenen Abordnungen vieler Vereine für die Glückwünsche und die ihr zuteil gewordenen Ehrungen. . . S 800.000 beträgt der Haupttreffer der schon am Dienstag, den 20. Mai 1930 beginnenden Ziehung der 1. Klasse der 23. Klassenlotterie. Gehen Sie deshalb nicht an Ihrem Glück vorbei und bestellen Sie rechtzeitig ein Los bei der Geschäftsstelle J. M. Neu« feld, II., Krummbaumgasse 16. Ferienkolonie Vöslau! Der Humanität*« verein der westlichen Bezirke Wiens eröffnet auch heuer, wie alljährlich, seine Ferienkolonie in Vöslau, Florastraße 15, und sind diesbezügliche Anmeldungen und Auskünfte beim Präsidenten Karl Fröhlich, Wie» VL, Mollardgasse 85, TeL B 29-1-65, und bei Frau Helene Kanitz (Mensa iudalca). Wien IX- Zimmermannplatz 8, Tel. A 25-2-28, vorzunehmen.