Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1930
- Issue
- Heft 2 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 7 11 Palästina Orangen die führenden Marken von Palästina-(Jaffa) Orangen sind Sllltgold uud Hascharoit- Gold In Aroma und Geschmack vorzüglich Bestellungen — auch nach Hause in Originalpackung zustellbar — nimmt entgegen Firma S. HALPERN Delikatessenhandlung Wien II., rfirsfergasse 6 // Tei.-Nr. r 40-4-12 VonWodke zu Worte 50. Geburtstag. Herr Dr. Josef Link, Oberrabbiner von Tirol und Vorarlberg, feierte am 23. v. M. in aller Stille die fünfzigste Wiederkehr seines Geburtstages. Welcher Beliebtheit sich der Jubilar, dem wir unsere herzlichsten Glückwünsche entbieten, in Innsbruck bei allen Mitbürgern ohne Unterschied der Konfession erfreut, geht aus den folgenden Zeilen hervor, die ihm zu seinem Jubeltage der päpstliche Prälat Dr. Eduard Monsignore Hillmann in dem christlichsozialen „Tiroler Anzeiger" widmet: „Dr. Link ist ein tiefgläubiger Israelit, der, wie er selber vor fremder Ueberzeugung Hochachtung hat, diese Hochachtung auch für seine Ueberzeugung verlangen kann und sie auch tatsächlich bei Juden und Christen genießt. Er ist daher auch ein entschiedener Gegner aller Kulturkämpferei, ob sie sich nun auf religiösem oder staatlichem Gebiete breitmacht. Auch in wissenschaftlicher Beziehung ist er ein hochgebildeter Mann, besonders in den alten orientalischen Sprachen. Wir wünschen dem Herrn Doktor, daß er noch lange Jahre seiner Familie erhalten bleibt und in seiner Gemeinde segensreich wirken kann. Personalnachricht. Der Bundesminister für Handel und Verkehr hat Herrn Kultusvorsteher Moriz L e i t n e r in Hinblick auf seine reichen Erfahrungen und Fachkenntnisse auf kommerziellem Gebiete als Beirat der Kommission für Handelsstatistik berufen und ihm den Titel eines Kommerzialrates verliehen. Das erste jüdische Museum in Italien. Am Sonntag, den 5. Jänner, wurde in Livorno das erste jüdische Museum in Italien eingeweiht Es enthält Objekte und Dokumente über die Geschichte der Juden in Spanien, Portugal und Italien und ist sehr reich an Kunst- und Kultobjekten. Es ist in den Räumen des alten Rabbiner-Gerichtes untergebracht. Wiener Bet-Hamidrasch (Wien IL, Tempelsasse 3). Dienstag, den 31. Dezember 1929 fand unter großer Beteiligung die feierliche Gedenktafel-Enthüllung für den langjährigen Lektor des Vereines, Sr. Ehrwürden Herrn Rabbioer Dr. Sigmund Gelbhaus seligen Angedenkens statt. Bei der würdigen Feier waren außer den Familienmitgliedern des verstorbenen Gelehrten erschienen: Der Vorstand des Wiener Bet-Hamidrasch und die Rabbiner Dr. Feuchtwang, Dr. M e h r e r und Dr. T a g 1 i c h t. sowie Herr Schulrat Prof. Dr. Pollak, Bethausvorsteher Vogel u. a. Präsident Dr. Jakob Ornstein begrüßte als Obmann des Bet-Hamidrasch die erschienenen Gäste und würdigte sodann in einer tiefempfundenen Rede die Persönlichkeit des verstorbenen Lektors, dessen langjährige, hingebungsvolle Tätigkeit im Wiener Bet-Hamidrasch durch die Gedenktafel nunmehr verewigt werden soll. Herr Rabbiner Dr. M. Rosenmann hielt sodann eine eindrucksvolle Gedenkrede. Er schilderte in beredten Worten die Geschichte des vom Prediger Adolf (Beerdigungen. 1. Jänner 1930: David Fanto. Baden (I. Tor). — Emanuel Leuchtag. 21. Bez. (I. Tor). — Herbert HoHmann, 5. Bez. (III. Tor). — Olga Medak, 18. Bez. (IILTor): — Rosalia Schapira. 7. Bez. (III. Tor). — Arnold Brich, 2. Bez.- (III. Tor). — Heinrich Lederer, 17. Bez. (III. Tor). — Abraham Kranner, 13. Bez. (III. Tor). — Benno Stein, U. Bez. (III. Tor). — Anna Färber, 16. Bez. (III. Tor). 2. Jänner 1930: Hermine Radelmesser, 20. Bez. (I. Tor). — Frieda Federbusch. 2. Bez. (I. Tor). — Karoline Bauer. 12. Bez. (I. Tor). — Leon Kleppner, 9. Bez. (III. Tor). — Henni Blumenreich. 9, Bez. (10. Tor). — Luise Krausz. 9. Bez. (III. Tor). — Ludwig Schwarz, 3. Bez. (III. Tor). 3i Jänner 1930: Manuel Sokol. 18. Bez. (I. Tor). — Friedrich Stransky. 2. Bez. (HL Tor). — Wilhelmine Schwarz. 2. Bez. (III. Tor). — Irma Diamant, 2. Bez. (IIL Tor).,— Morte Weffl. 7. Bez. (1IL Tor). — Nette Adler, 7. Bez. (III. Tor). Jellinek s. A. gegründeten „Wiener Bet-Hamidrasch" und gedachte der hervorragenden Lehrer, die an dieser historischen Stätte gewirkt haben. Er würdigte sodann die Bedeutung des verstorbenen Lektors Dr. S. Gelbhau s als Gelehrten, der auf dem Gebiete der Syrologie und der Kabbalistik Hervorragendes geleistet hat. Seine zahlreichen Werke beschäftigten sich auch mit Spinoza und mit jüdischen Minnesängern, Dr. Gelbhaus wirkte als Rabbiner in Karlstadt, Nordhausen, Prag und Wien und leistete überall Unvergängliches. Sein Haus war der Sammelpunkt von Gelehrten aller Konfessionen und Parteirichtungen. Palästinaorangen In Wien. Die ersten köstlich schmeckenden Palästinaorangen sind in Wien eingetroffen und allein bei S. Halpern, II, Försterg. 6, erhältlich. Kaufet nur Orangen aus Palästina! Wohltätigkeitsverein „Oseb chesed Humanitas", Wien II, Schiffamtsgasse 5. In der letzten Generalversammlung des im Titel genannten Bethaus- und Unterstützungsvereines wurden die Herren Bethausvorsteher Elias Weizenbaum und Kassier Moriz Priefer in Anbetracht ihrer großen Verdienste um den Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt Samstag, den 28. Dezember 1929 fand im Restaurant A. Barschak zur Ehrung der neu ernannten Ehrenmitglieder eine intime Feier des Vereinsvorstandes statt die einen äußerst animierten Verlauf nahm. Im Namen des vollzählig erschienenen Vorstandes hielt Obmann Baruch Weitzenbaum eine überaus warme Ansprache, in welcher er die großen Verdienste der Herren M. Priefer" und E. Weitzenbaum würdigte. Im Namen des Festkomitees hielt Obmannstellvertreter Adolf Gesund, der dem Vereine seit 37 Jahren angehört, eine sehr eindrucksvolle Rede, in welcher er die hingebende Tätigkeit der jüngsten Ehrenmitglieder in treffenden Worten schilderte und die künstlerisch ausgeführten Diplome an die Jubiiare überreichte. Tiefgerührt dankten die Herren für die Anerkennung ihrer Tätigkeit Sodann sprach stürmisch begrüßt Herr Prof. Dr. Bach und Herr Chefredakteur Hirschfeld. Herr Vereinsrabbiner Rubinstein hielt über die Feier wie auch über die Bedeutung des Chanukkaf est es eine sehr interessante Rede. Linz. Am 4. Jänner fand die Bar-Mizwafeier des Josef Spiro. Sohn des Herrn Salomon Spiro und der Frau Rosa, im hiesigen Tempel statt Ein zahlreiches Publikum hatte sich eingefunden, ein Beweis dafür, welcher Sympathien das Ehepaar Spiro in der Linzer Kultusgemeinde sich erfreut Nachdem der Bar-Mizwa zur Thora gerufen wurde, hielt Herr Rabbiner Doktor K u r r e i n an ihn eine Ansprache, in der er hervorhob, daß der Vater des Bar-Mizwas und seine liebevolle Mutter bisher die besten Führer seines Lebens waren und daß er dank ihnen nicht nur ein gutes Kind, sondern auch ein musterhafter Schüler, an dem Eltern und Lehrer Freude haben, geworden ist Zur dauernden Erinnerung an diesem Tag haben Herr und Frau Spiro über Anregung des Bar-Mizwas für den Tempel ein buntes Fenster gestiftet Trauung. Am 24. Dezember 1929 fand die Trauung des Herrn Erwin Piskaty. technischer Leiter, Sohn des Herrn Sekretär Piskaty in Linz, mit Fräulein Julia Buchsbaum in Karlsbad statt €ftanußa-9(eieni. Gemeinde-Bibelschule. Wien IL. Tempehuisse 3. Die Kultusgemeinde hat im heurigen Schuljahr im Gemeindehaus. II.. Tempelgasse 3, eine Bibelschule errichtet, der auch ein Talmudkurs angeschlossen ist. In der kurzen Zeit ihres Bestandes erfreut sich diese Schule eines solchen Zuspruches, daß mehr als- 200 Kinder, darunter etwa 100 Mittelschüler und Mittelschülerinnen, sich zur Aufnahme in dieselbe meldeten. Am 8. Chanukaabend beging diese Gemeändebibelschule ihre I. Chanukkafeier im großen Leopoldstädter Tempel. Trotz der vorhergegangenen Schulferien waren zu diesem Gottesdienst etwa 600 Kinder in Begleitung ihrer Eltern erschienen. Das bis auf das letzte Plätzchen gefüllte Gotteshaus bot einen erhebenden Anblick. Der Minchagottesdienst und das sich daran anschließende Anzünden der Chanükkakerzen vollzog in würdiger Weise Herr I. Kantor Leo Funke, während die Responsen in Abwesenheit des Tempelchores von den Schülern der Bibelschule im Verein mit den Chorknaben des Stadt- und Leopoldstädter Tempels in geradezu meisterhafter Weise gesungen wurden. In einer formvollendeten Rede sprach Herr Professor Doktor Lederhandschuhfabrik Josef Tjasfinger L, Rotenturmsfraße 23 Telephon U 25-3-29 * EU Hollandsfraße 11 Telephon R 47-2-40 * •4 : * * Samstag, 3—4: Rabb. Lektor Dr. S. Rubi». Wochenabschnitt Sonntag. 5—6: Lektor Rabb. Dr. S. Rubin. Midrasch, nach den Quellen erläutert und interpretiert 7—8: Choschen Mischpat Montag. 6—7: Prof. Dr. S. Kraus. Jüdische Geschichte. Dienstag. 6—7: Prof Dr. S. Kraus. Jüdische Geschiente. 7—3: Rabb. Dr. M. Rosenmann. Ikkarlm. Mittwoch, 6—8: Prof. Dr. S. Kraus. Liturgie. Donnerstag: 6—7: Rabb. Dr. M. Ro Seaman n. Ikkarim. 7—8: Dr. Rabb. Taglicht Sprüche Salomanis. ► » » * i« nun tJL*. Papo über die Bedeutung des Chanukkafestes und verstand es. die Herzen der Jugendlichen zu fessein. Nach Schluß des Gottesdienstes, der in äußerst würdiger Weise verlief, erhielten sämtliche Kinder kleine Chanukkageschenke. die zum Teil vom „Bund jüdischer Eltern des II. Bezirkes" und zum großen Teile seitens der Kultusgemeinde beigestellt wurden. Diese Chanukkafeier. die sicherlich zu einer der schönsten zählte, hat einen unauslöschlichen Eindruck auf alle Anwesenden gemacht und wird sicherlich diese Gemeindebibelschule viel Freunde gewonnen haben. TtmtdcQe Verfautßamngen der Jsraefitisdjen Zuftusgemeinde Wien Israelitischer Jugendgottesdienst. Am Samstag, den 11. Jänner 1930, findet um 3 Uhr nachm., der Jugendgottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- und Bezirks-Synagogen statt. Predigten in den israelitischen Gemeinde- und Bezfr&ssynagogen. Freitag, den 10. Jänner 1930 werden bei dem um 4 Uhr 30 Minuten beginnenden Abendgottesdienste in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Tempelgasse 5 (Rabbiner Dr. M. G r u n w a 1 d); V, Siebenbrunnengasse 1» (Rabbiner Dr. M. G. M e h r e r); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. J. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. JVL Bauer); XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. T a g 1 i c h t); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J.-M. Bach). Samstag, den 11. Jänner 1930 finden beim Morgengottesdienste (Beginn 8 Uhr 30 Minuten) in den Gemeindetempeln XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. D. Feuchtwang) und XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann) exegetische Vorträge statt. ad. Z. 8801 ex 1929. Wien, im Jänner 1930. KUNDMACHUNG. Die Privatistenprüfungen aus israelitischer Religion für Schüler und Schülerinnen an Volks-, Bürger- und Hauptschulen für das I. Halbjahr des Schuljahres 1929/30 finden durch die zuständigen Religionslehrer in den Sammelstationen statt. Die Termine für die Prüfungen können bei den Schulleitungen oder im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, IIL Stock, in der Zeit von 9— 42 Uhr vormittags ab 15. Jänner 1930 erfragt werden. Die Prüfungstaxe beträgt S 5.— pro Halbjahr und ist im vorhinein an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 4, I. Stock oder bei den Bezirksämtern XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8 und XXL, Holzmeistergasse 12 in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags, bezw. beim Bezirksamte XVIIL, Schopenhauerstraße 39 .von 3—5 Uhr nachmittags zu erlegen. Die Quittung ist dem zuständigen Religionslehrer vor der Prüfung zu übergeben. Der schriftliche Bescheid des Stadt-, .bezw. Ortsschulrates über die bewilligte Dispens vom Besuch des öffentlichen israelitischen Religionsunterrichtes ist dem Prüfer vorzuweisen. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde, Wien. Vi 1< >• .;!