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Die Wahrheit · 1926-12-17 · Heft 52 (17.12.1926) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 52 (17.12.1926)
Date
1926-12-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 14 Pitt WAHRHEIT Nr. 52 Von Woche zu Woche Schwere Niederlage der Mödlinger Zionisten. Wir erhalten aus Modi in g folgende Mitteilungen über die dort am 12. d. M. stattgefundenen Kultuswahlen. Trotzdem in den letzten Wochen eine Kompromißliste zwischen Mehrheit und Zionisten zustande kam, hatte die Wirtschaftsgruppe eine eigene Liste aufgestellt, und siegte mit großer Majorität, ein Verdienst des allseits beliebten und bekannten Herrn Alfred Moser. Gewählt wurde die vollständige Liste des Präsidenten Dr. Ernst Moser, der sich um die Gemeinde bereits große Verdienste erwarb. Die Zionisten, welche frühei sieben Sitze hatten, wurden nicht gewählt. Beginnende Einsicht. Linz. Bei der am 30. November 1. J. stattgehabten Sitzung des Kultusvorstandes kam das Präliminare, über das Herr Emil Bruder referierte, für das Verwaltungsjahr 192/ zur Beratung. Als Ruhegenuß für die Witwe nach dem verstorbenen Rabbiner d. R. Friedmann wurde ein entsprechend hoher Betrag pro Monat festgesetzt. Nach Festsetzung der Gehalte für die Angestellten, die im Jahre 1925 bereits eine Erhöhung erfahren hatten, wurde den Herren Med.-Rat Dr. Eduard Bloch und Drr Rudolf M e n z e 1 der Dank für die unentgeltliche Behandlung der Beamten der Kultusgemeinde ausgesprochen. Bei der Beratung des Budgetkapitels „Humanität und Kultus" stellte Herr Doktor Menzel (Zionist) den Antrag, die Post „Kosten der Minjanerhaltung" gänzlich zu streichen. Bei der erfolgten Abstimmung wurde der Antrag abgelehnt. Für die „Armenfürsorge" wurde der Betrag von 2000 S präliminiert, wovon leider ein größerer Teil für die Wanderb e 11 e 1 e i ausgegeben werden muß. Es wäre doch notwendig, das Unwesen der Wanderbettelei, das bereits einen erschrekkenden Umfang angenommen hat, einzudämmen, damit die Hierfür notwendigen Beträge für wichtigere Zwecke frei würden. Ein Antrag wegen Einrichtung eines hebräischen Sprachkurses wurde abgelehnt. Ueber Antrag des Zionisten Dr. Morgenstern wurde der bis nun für den Keren Hajessod festgesetzte Betrag von 200 S auf 300 S erhöht. Dr. Morgenstern beantragte die Einsetzung einer Kommission für die Instandsetzung des Tempels und Vorbereitung des im nächsten Jahre zu feiernden 50jährigen Bestandjubiläums des Tempels. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Kommission wird aus dem Präsidenten und den drei Tempelvorstehern unter^ Zuziehung des Gebäudeverwalters bestehen. Für „Unvorhergesehenes" wurden 2000 S präliminiert. Der Linzer „Geselligkeitsverein Gleichheit" hat bereits Hervorragendes geleistet. So veranstaltete der Verein einen Vergnügungsabend im kaufmännischen Vereinshause und einen änztee und Modeschau in den Räumen des Tanzinstitutes Schlesinger, welche beide Veranstaltungen glänzend verliefen. Doppeljubiläum in Favoriten. Zu dieser in der vorigen Nummer unseres Blattes gebrachten Bericht haben wir noch nachzuholen, daß der Tempelinspektor Joel Brandweiner s. A. durch vier Jahrzehnte in mustergültiger und beispielgebender Weise für den Verein gewirkt und durch seine rastlose Tätigkeit zum Aufblühen desselben beigetragen hat. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Wien verantaltet Montag, den 20. Dezember 1926, im Klubsaale der „Hakoah", I., Wipplingerstraße 24—26 einen Vortrag des Herrn Dt. N. M. Gelber: „Die jüdische Gemeindeautonomie in Polen vom 15. bis 18. Jahrhundert". Beginn halb 8 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. Jüdischer Wohlfahrtsverein „Gegenseitigkeit" Klosterneuburg. Dienstag, den 21. Dezember 1926, präz. 12 Uhr 15 Min. hält Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. M. Rosen mann, Wien- Floridsdorf, im Sitzungssaale des Tempelgebäudes, Klosterneuburg, Kierlingerstraße 12, für den obigen Verein einen höchst interessanten Vortrag über „Hauptmomente ans der Geschichte der Juden in Niederösterr e i c h", zu dem die Wiener Mitglieder sowie Gäste herzlichst eingeladen sind. Regiebeitrag 30 Groschen. Zug ab Wien Franz Josefsbahn: 19 Uhr 42 Minuten, Zug nach Wien: 22 Uhr 06 Minuten. „Philantropla". Das Rekonvaleszenten- und Erholungsheim „Philarrtropiä" ladet seine Mitglieder, Gönner und Freunde zu der am Dienstag, den 21. Dezember 1926, um 6 Uhr nachmittags, im Tempelgebäude YIHi, Neudeggerg. 1% stattfindenden Generalv«r«amralung höflichst ein. Linz. Herr Michael Fleischmann, Linz, Jungwirthstraße 8, hat das photographische Atelier seines verstorbenen Bruders Simon Fleischmann übernommen und wird dasselbe in dessen Intentionen weiterführen. Herr M. Fleiscnmann ist auch Inhaber eines photographischen Ateliers in Bad-Hall (Oberösterreich). Chanukkafeier im Ländesgericht. Für die jüdischen Sträflinge fand am 6. d. M. im tsetsaale des Landesgerichtes eine Chanukkafeier statt. Es hatten sich hierzu eingefunden: In Vertretung der Kultusgemeinde die Vorsteher Justizrat Dr. Adler, Hofrat Dr. Herzka, Bezirksrat E. H o f m a n n, Kommerzialrat Markus und höhere Funktionäre des Landesgerichtes. Oberkantor Kaufmann brachte das Mincha- und Maariw-Gebet zum Vortrag und machte durch die Wiedergabe der Chanukkagesänge, die er, unterstützt vom Quartett des Stadttempels, vortrug, auf die 19 jüdischen Insassen des Landesgerichtes sichtlichen Eindruck. Dieser wurde noch verstärkt durch eine schlichte und zu Herzen gehende Predigt des Herrn Rabbiner Dr. K a m i n k a, in welcher er den „schiffbrüchigen" und „vom geraden Wege abgewichenen" Glaubensbrüdern die Chanukkaliehter als Wahrzeichen der Freiheit und Rückkehr ins bürgerliche Leben hinstellte. Chanukkafeier. Wie in vergangenen Jahren fand auch heuer in Linz am Dienstag, den 30. November, eine Chanukkafeier für die Schuljugend statt, die einen sehr würdigen Verlauf nahm. Nachdem Oberkantor Löwen söhn die Cha* nukkalichter angezündet halte, hielt Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. V. K u r r e i n eine Ansprache, in welcher er in verständnisvollen Worten die Bedeutung der Lichter zum Ausdrucke brachte. Der Chor mit Orgelbegleitung tat das Seinige zum Gelingen der Feier. Chanukkafeier des Kinderheims des Wiener Frauenvereines für arme, verlassene Kinder in Hacking, Auholstraße 222. Am 4. Dezember veranstaltete dieser, durch Frau Direktor Laura Krenberger geleitete Verein eine Chanukkafeier, der neben den Vorstandsdamen, Frau Jolla Arnstein, Meta Blum, Hilde Bretisch, Mathilde Cohn, Marie D i 11 e 1, Elsa K1 i n g e r, Fanny K o p p e r 1, Rosa K r i s, Franzi L e w i t u s, Martha Salamon, Frieda S c h 1 e i f f e r, Ida Winter und Grete Z u p n i k ein zahlreiches Publikum beiwohnte. Nach der gehaltvollen und herzlichen Begrüßung durch die Vizepräsidentin, Frau Kopperl, hob der Zögling, Berta Czaczkes, in selbstverfaßter Ansprache das mütterliche Walten und die unentwegte Fürsorge der Frau Präsidentin Laura Krenberger hervor und dankte der Leiterin des Kinderheims, Fräulein Emma Krenberger, sowie der Heimschwester, Frau Risa B a b i o n, innig für ihre Güte, worauf die Zöglinge Einzelvorträge, Gesänge, Tänze und Rezitationen in glänzender Weise zum Vortrage brachten und lebhaften Beifall ernteten. Die Veranstalterin des durchaus gelungenen Abends waT Frau Babion. Die verschiedenen Kostüme waren im Heime selbst von den Zöglingen unter Anleitung der Frau Sophie Appel verfertigt worden. Nach den Vorführungeen zündete der Kantor des Hietzinger Tempelvereines, Herr Stern, die Chanukkaliehter an und die Mädchen sangen die Chanukkalieder mit. Darauf wurden viele, meist von den Vorstandsdamen selbst gebrachte una auch von den zahlreichen Gönnern des Vereines gewidmete Geschenke an die Mädchen verteilt. Erwähnenswert ist auch, daß Lehrer und Lehrerinnen der Hackinger Volksschule und der Ober St. Veiter Bürgerschule, welche Schulen die Kinder besuchen, dem Feste beiwohnten. Auch der frühere Direktor des staatlichen Blindeninstituts im Praterj Hofrat Alexander Meli, der ein Nachbar des Kinderheims ist, war zugegen. Trotz der Ungunst der Zeiten blüht und gedeiht dieses Kinderheim und erfüllt seine Aufgabe aufs beste. Das ist dem einträchtigen, hingebungsvollen Wirken der Vorstandsdaraen zu danken, die mit Freude und Stolz das Gedeihen und Blühen dieser jüdischen Fürsorgestelle betreiben und denen jedes Kind, die sehr arm und von den Angehörigen meist verlassen sind, ein liebes, teures Gut ist. Chanukkafeier hn EHsabethheim. Am 5. d. M. fand im Elisabethheim die diesjährige Chanukkafeier statt, die einen äußerst würdigen Verlauf nahm. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste durch den Präsidenten des Heimes, Herrn Obermedizinalrät Dr. Krüger entzündete Herr Oherkarrtor Löwit die Chanukkaliehter,. worauf von den Heimschützlingen das Moaus zur Jeschuosi gesungen wurde. Das sonstige reiche Festprogramm wurde von den Helmschützlingen ausgeführt und ernteten die .Mädchen für ihre wirklich schönen Darbietungen reichen Bdifan. Unter den aatortich er-

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