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Die Wahrheit · 1926-12-10 · Heft 51 (10.12.1926) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 51 (10.12.1926)
Date
1926-12-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr 49 DIE WAHRHEIT Seift III Chanukkaieier. Samstag, den 4. Dezember fand im Merores-Waisenhaus (XIX., Bauernfeldgasse 40) eine wirklich ganz vorzügliche Chanukkaieier statt, der zahlreiche Gäste beiwohnten. Unter den meist mit ihren Damen Erschienenen bemerkte man unter anderen den Präsidenten der Kultusgemeinde Prof. Dr. A. Pick und die Vizepräsidenten D. J. Ornstein und Dr. J. Löwenherz, die Kultusvorsteher Justizrat Dr. A. Adler, E. Engel Reg.-Rat Dr. H. Oppenheim, M. Markus und M. Scharfstein, Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes und die Rabbiner Dr. Feuchtwang und Dr. Kaminka, den Obmann des Bethausvorstandes Dr. E. Münz und die Bethausvorsteher Bez.-Rat Julius Berger, F. Denes und S. Ernst, Reg.-Rat Amtsdirektor Dr. E. Adler, den Anstaltsarzt Med.- Rat Dr. H. Haase u. v. a. Die Feier begann mit einem stimmungsvollen Begrüßungslied, komponiert von Prof. J Herz, und einer Ansprache des Obmannes des Kuratoriums, Herrn Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein, der alle Festgäste herzlich willkommen hieß und den Spendern für den reichen Gabentisch besonders warm dankte. Hierauf zündete das jüngste Kind die Chanukkakerzen an und Oberrabbinei Dr. H. P. C h a j e s hielt eine Rede an die Kleinen, die diesen die Bedeutung des Festes verständlich machen sollte. Hell klang sodann von den Kinderlippen die alte Weise des „Moaus zur". Von den beiden Aufführungen sei die erste „Im Trödletladen" lobend hervorgehoben, ein hübsches Stück, das die Gebräuche unserer Religion versinnbildlicht und verherrlicht. Das zweite Stück behandelte ein schönes Kindermärchen. In beiden war das schauspielerische Können der Kleinen, aber auch ihr gesangliches, sehr zu bewundern und fand viel Beifall. Groß war die Freude der Kinder über die reiche Bescherung mit Spenden, deren Vielfalt der Rührigkeit des Damenkomitees, insbesondere dessen Präsidentin, Frau Prof. Regine Pick, zu danken ist. Chanukkaieier im jüdischen Versorgungshaus. Ist schon eine Chanukkafeier, wenn sie für Kinder veranstaltet wird, schön und stimmungsvoll, um wieviel stimmungsvoller ist sie erst, wenn sie dort veranstaltet wird, wo unsere alten Glaubensbrüder leben, jene jüdischen Greise und Greisinnen In der israelitischen Versorgungsanstalt, die bereits mit dem Leben abgeschlossen haben. Hier ist das Chanukalicht nichc bloß ein herrliches Symbol, sondern eine strahlende Leuchte, welche Abwechslung in das eintönige Dasein dieser alten Leute bringt. Angesichts der hell strahlenden Chanukalichter. jener unvergänglichen Zeichen der ewigen Jugend des jüdischen Volkes, zieht die Freude der Jugend auch in ihre Herzen ein. Sonntag, den 5. Dezember 1. J., fand, wie alljährlich, in der israelitischen Versorgungs- und Siechenanstalt, IX., Seegasse 9, eine Chanukafeier statt Dank den Bemühungen des Obmannes, Herrn Kultusrat David Dohan. der Bezirksräte Julius B e r g e r und S. W e i n e r, Cafätier Müller, Großfleischhauer S. Kornmehl war es heüez möglich, den Insassen durch Aufbringung wertvoller Geschenke eine besondere Freude zu bereiten. Nach der guten Jause und der Verteilung der Geschenke fand im Betsaale der Anstalt ein feierlicher Gottesdienst statt. Die Kantorale Funktion versah in erhebender Weise Herr Oberkantor H. Fischer mit Harmoniumbegleitung durch Herrn Kurt Fuchsgelb und unter Assistenz des gesamten Knabenchores des Leopoldstädter Tempels und der Herren Fruchter, Grodsensky, Heimann und Reich. Herr Rabbiner Dr. Schwarz hielt die Festpredigt. — Im BetsaaT hatten sich die Pfleglinge der Anstalt fast vollständig eingefunden und lauschten mit Andacht der feierlichen Gesänge und Ansprachen. Als Festgäste waren nebst dfn bereits Genannten erschienen: Der VizeDräsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Ornstein, die Kultusräte Kommerzialrat Markus, Bezirksrat Hoffmann, Rechnungsdirektor Josef Peterselka, Chefredakteur Ludwig Hirschfeld und Gemahlin, der Leiter des technischen Amtes der israelitischen Kultusgemeinde Ing. L i n d n e r u. v. a. Am Schlüsse der Feier sprach Vizepräsident Dr. Jakob Ornstein dem Präsidenten der Kommission für das Versorgungshaus Kultusvorsteher David Dohan den Dank der Kultusgemeinde aus, welchen Dank Herr Dohan an die Funktionäre des Versorgungshauses, vor allem an den Anstaltverwalter Josef Popper weitergab. Wir werden ersucht, allen Spendern und Mitwirkenden an der schönen Feier auch auf diesem Wege namens der Insassen der Versorgungsanstalt für die ihnen bereitete croße Freude den redlichsten Dank auszusprechen. Chanukkafeier in der Bibelschule. IL. Pazmanitengasse 6. Am 5. d. M. fand um 5 Uhr nachmittags im Theatersaale des Ofe" Altona f". PrPterstraße 60) eine von der Schulleitung veranstaltete Chanukkafeier statt, welche einen glänzenden Verlauf nahm. Nachdem der Obmann des Tempelvereines. Herr Oskar S c h r a m e k. die Anwesenden herzlichst begrüßt hatte, schilderte Herr Rabb. Dr. S. Funk in einer herzlichen Ansprache die Bedeutung des Chanukkafestes. Nach dem Anzünden der Chanukkalichter sang der Schülerchor das „Moau s zu r". Den Zöglingen wurde hierauf Gelegenheit geboten, ihre Kenntnisse durch Vorträge von Gedichten in deutscher und hebräischer Sprache zu bekunden. Großen Beifall fanden die Klaviervorträge des Frl. Leny K o h n. Wahrend der Pause erhielten die kleinen Festgäste Chanukkageschenke, welche die Elternvereinigung unter Leitung der Frau Präsidentin Samek gespendet hatte. Einen wunderbaren Abschluß bildete das von Frau Beate Baumgarten verfaßte Festspiel „Die Makkabäe r", welches unter der Regie der Frau Lehrerin Rose R e i s s zur Aufführung gelangte. Herr Dr. Heinz Kohn dankte herzlich Im Namen der Anwesenden für die gelungene Feier. Anläßlich des Chanukkafestes wurden 30 Zöglinge der Talmud-Thoraschule mit Winterkleidern ausgestattet, um deren Beschaffung sich Frau Wechsler, Herr Drill und Herr N i w e s besonders verdient gemacht haben. Todesfälle. Am 2. d. M. verschied im 61. Lebensjahr Herr Juwelier Julius Beck. Der Verblichene war wegen seines Rechtlichkeitssinnes in Branchekreisen bestbekanut. wie man ihn auch wegen seiner Rastlosigkeit überall rühmte. Die Beerdigung fand am 5. d. M. statt. Die große Zahl der Trauergäste, die dem Verewigten die letzte Ehre erwiesen, gab einen überzeugenden Beweis für die zahlreichen Sympathien, deren sich Herr Julius Beck in weiten Kreisen erfreute. Herr Rabb. Dr. Max G r u n w a 1 d hielt dem Dahingeschiedeneu einen tiefempfundenen Nachruf, in dem er darauf hinwies, daß sich der Verstorbene in seinem dem Wohle seiner Mitmenschen gewidmeten Leben in ehrlicher, aufopfernder Arbeit sein Brot verdiente. Für den Verein „Montefiore'", dessen Mitglied der Verstorbene lange Jahre war. sprach Kultusvorsteher Bezirksrat E. Hoimann, für den Diamantenklub Herr Präsident B o g a c z und für die Genossenschaft der Juweliere Herr N. Fleischtnann. — Am 21. Kislew ist in Wien Frau Anna E i s i n g e i im Alter von 84 Jahren gestorben. Sie war eine wahrhaft jüdische Frau, die ihr ganzes Leben dem Wohle ihrer Kinder und ihrer Familie gewidmet hatte. An ihrer Bahre trauern gramgebeugt ihre Kinder Wilhelm und Mathilde Eisinger, Lundenburg, Johann und Rosa Eisinger, Zistersdorf, Rudolf und Grete E i s i n g e r, Wien, David und Johanna L i nser geb. Eisinger, Wien, sowie Leopold und Rosa Maß geb. Eisinger, Zistersdorf. Das Leichenbegängnis, in Kos te I. wohin die Verblichene überführt wurde, gab Zeugnis von der großen Wertschätzung, deren sich die Verstorbene in weiten Kreisen der Bevölkerung erfreute. Universitätsvorträge des Maimonides-Instituts. Samstag, den-11. Dezember, %7 Uhr abends, findet im Hörsaal 35 der philosophischen Fakultät der zweite Vortrag des Dozenten am Maimonides-Institut Dr. A. Kaminka statt („Die bedeutendsten jüdischen Gelehrten in der römischen Kaiserzeit") ^■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■mnimMUS £ "nan Hna snn ■ ■W » t 2 ■ Mit dieser gesetzlich 2 J geschlitzten 2 haben wir unsere Menorah- Kerzen in Verkehr gebracht und empfehlen solche besonders. ni"Tin .npbin maco-S : Mendl Friedmann & Sohn 8 Kerzenfabrik * I., lUMienstaafengasse 17 - Tel. 63-6-30 g ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuuiiiniuiiij

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