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Die Wahrheit · 1926-11-26 · Heft 49 (26.11.1926) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 49 (26.11.1926)
Date
1926-11-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Den jüdischen Kriegsgefallenen, <Ke auf dem Zentralfriedhof beerdigt sind, soll nunmehr ein würdiges Denkmal gesetzt werden. Dieses jüdische Kriegerdenkmal wird aber nicht bloß ein Ehren- und Erinnerungszeichen sein für die 500 auf dem Heldenfriedihofe de* israelitischen Kultusgemeinde bestatteten jüdischen Kfiegsgefallenen, sondern es soll das Andenken aller jüdischen Soldaten, die im Weltkriege für das Vaterland ihr Leben geopfert haben, für immerwährende Zeiten ehren. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien schrieb zum Zwecke der Erlangung von Entwürfen für die künstlerische und gärtnerische Ausgestaltung des jüdischen Heldenfriedhofes einen Wettbewerb aus, über dessen Ergebnis wir bereits kurz berichtet haben. Als Richtlinie für den Entwurf stellt das Wettbewerbausschreiben die Schaffung eines an einem geeigneten Punkte aufzustellenden Denkmaleis auf, welches der Weihe des Ortes gemäß, würdig und ernst, dn schlichter monumentaler Form durchzubilden wäre. Es ist vorzusorgen» daß ungefähr 500 Namen der gefallenen oder verstorbenen und auf dem Heldenfriedihofe bestatteten Krieger an hervorragender Stelle dieses Monumentes ersichtlich gemacht werden und auch eine aus ungefähr 35 Buchstaben bestehende hebräische Inschrift darauf Platz findet Die Gesamtkosten der Anlage einschließlich ihrer gärtnerischen Ausgestaltung dürfen den Betnag von 30.000 Schilling nicht überschreiten. Das vom Vorstande der israelitischen Kultusgmeinde zur Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten eingesetzte Preisgericht stand unter dem Vorsitze des Architekten Dr. Clemens Holzmeister, Professor der Akademie der bildenden Künste in Wien, und setzte sich seitens der Israelitischen Kultusgemeinde aus folgenden Herren zusammen: Präsident Prof. Dr. Alois Pick, Vizepräsident Dr. J. Ornstein, Vizepräsident Doktor J. Löwenherz, Siegmund Kauders, Architekt Baurat Wilhelm Kempler, Architekt Baurat Dr. A. Karp 1 us, Dr. Leopold P i a senk es, Oberbaurat Ingenieur Robert S t r i c k e ir, Präsident der Chewra Kadischa Dr. Wilhelm Pappenheim und als Ersatzmitgliied Leiter des technischen Amtes der Kultusgemeinde Architekt Ernst L i n d n e r. Die 25 eingelangten Entwürfe zeugen von dem großen Interesse, welches dem Preisausschreiben für das jüdische Kriegerdenkmal von Seiten der jüdischen Architekten und Bildhauei entgegengebracht wurde, sie gaben aber auch ein anschauliches Bild von der großen künstlerischen Begabung ihrer Schöpfer. Unter all diesen Entwürfen wurden die folgenden fünf Arbeiten bei der am 8. November stattgehabten Sitzung des Preiisrichterkollegiums in die engere Wahl gezogen: Entwurf Nr. 5, Kennwort „Gezeichneter Davidstern", welcher allgemein als eine sehr gelungene Lösung der gestellten Aufgabe bezeichnet wurde und einen ernsten und stimmungsvollen Eindruck macht; Entwurf Nr. 9, Kennwort „8", dessen Idee als sehr glücklich bezeichnet wurde, dessen gärtnerische Anlage aber, welche bei demselben eine besondere Rolle spielt, nur schwer auszuführen sein dürfte; Entwurf Nr. 12, Kennwort „Emunah", bei welchem die in abgestuften Höhen angeordnete gärtnerische Anlage als besonders glücklich zu bezeichnen ist, auch die von Mauern umschlossene Gedächtnishalle ist sehr stimmungsvoll; Entwurf Nr. 14, Kennwort „Impluvium", der in der Idee ebenfalls als sehr glücklich bezeichnet wurde, bei welchem jedoch die überaus weichliche Verwendung von Verzierungen bemängelt werden mußte; Entwurf 15, Kennwort „Schalom", dessen Gesamtcharakter als sehr stimmungsvoll angesehen wurde, insbesondere wurde hier die Idee der Steinpostale als äußerst gelungen bezeichnet. Es entspann sich nunmehr innerhalb des Preisrichterkollegiums eine lebhafte und sehr interessante Debatte, welches das Charakteristikum eines jüdischen Friedhofes sei und ob ein jüdisches Kriegerdenkmal besondere architektonische Merkmale aufweisen müsse. Die unregelmäßige Anordnung der Gräber, wie wir sie häufig auf alten jüdischen Friedhöfen finden und die gewiß oft einen recht stimmungsvollen Eindruck macht, wurde von Prof. Holzmeister nicht als eine spezifisch jüdische bezeichnet, welcher Ansicht sich auch die Mehrzahl der übrigen Preisrichter anschloß. Schließlich wurde mit allen gegen eine Stimme die Preise folgenden Entwürfen zugesprochen: 1. Preis (Betrauung mit der Ausarbeitung) dem Entwürfe Nr. 5 des Architekten Leopold Ponzen; 2. Preis (1000 Schilling) dem Entwürfe Nr. 12 des Ing. Egon Risz; 3. Preis (600 Schilling) dem Entwürfe Nr. 14 des Zivilarchitekten Fritz Sonders Angebot | WttT£HlMt!S6S I Brüder Schiffmann n±£±2z IL, TaborstraBe 48 Unerreicht billige Kaufgelegenheit! 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