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Die Wahrheit · 1926-11-26 · Heft 49 (26.11.1926) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 49 (26.11.1926)
Date
1926-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Das alte Aegypten, der erste und mächtigste Feind des jüdischen Volkes, sank dahin gleich Pharao und seinen Reiterscharen, die in den Fluten des Meeres versunken sind. Der Wüstensturm hat Berge von Sand über die Gräber der gewaltigen und gewalttätigen Beherrscher des tausendjährigen Reiches getürmt und die Ausgrabungen emsiger Forscher entreißen sie nun neuerdings der Vergessenheit: Zusammengeschrumpfte Mumien, die bei der Berührung in Staub zerfallen, und Berge von Schätzen und sonstigen Kostbarkeiten werden als die stummen Zeugen einer längst vergangenen Pracht aus den Tiefen der Erde ans Licht gebracht. Israel aber lebt .... Nach Aegypten erstand den Juden in Babel ein neuer furchtbarer Feind. Gleich Sturmeswolken rasten die Heere Nebukadnezars über Israel dahin und machten aus einem blühenden Staatswesen eine Trümmerstätte. Doch das Licht Israels war nicht erloschen; denn während Babel gleich einem Koloß, der auf tönernen Füßen ruht, alsbald vollkommen zusammenbricht, sprießt im Lande unserer Väter neues Leben aus den Ruinen .... Auf Babel folgt P e r s i e n, ebenfalls eines der mächtigsten Reiche, die es je gegeben hat, und auch in Persien ersteht dem jüdischen Volke in der Person Hamans ein ingrimmiger Hasser. Doch in der edlen Esther leuchtet Judas Licht in voller Reinheit und dieses helle Licht vereitelt abermals die finsteren Pläne eines gefährlichen Judenfeindes .... Doch viel furchtbarer noch als Haman ist ein Feind, der Israel im eigenen Lande erstand, Antiochus Epiphanes, der in seinem verworfenen Herzen einen furchtbaren Plan ausgeheckt hat: Israel unter der Maske des Hellenismus das Heiligste zu entreißen, was es besitzt, den Glauben an den einig-einzigen Gott. Grausam wütet er gegen alle, die sich seinem frevelhaften Beginnen hindernd in den Weg zu stellen versuchen. Israels Licht war in jenen Tagen nahe dem Verlöschen. Doch der allmächtige Beschützer Israels hat „Wunder getan an unseren Vätern: bajomim hohim, basman haseh!" Juda Makkabi entfaltet in heiligster Begeisterung die Fahne seines Volkes zum Kampfe gegen dessen Unterdrücker und mit wenigen Tropfen Oel konnte das heilige Licht nicht nur vor dem Verlöschen bewahrt, sondern sogar zu neuem und hellem Glänze entfacht werden. „Und so zünden wir wiederum die heiligen Lichter an zur Erinnerung an die Wunder und Zeichen, an das Heil und die Hilfe, die Gott unseren Vätern in ihrem Kampfe in jenen Tagen um diese Zeit gewährt hat....." Auf die Griechen folgten die Römer und der Boden des Heiligen Landes erdröhnte unter dem Tritte der Kohorten und unter den Hufen der Reiterscharen. Jerusalem, die heilige Stadt, sank abermals in Trümmer. Doch auch diesen furchtbaren Schlag hat Israel überstanden. Titus konnte zwar die heiligen, gottgeweihten Stätten dem Erdboden gleichmachen, das Licht Judas jedoch war nicht zum Verlöschen zu bringen, Rom aber sank dahin .... Sollen wir die Geschichte jener unverwüstlichen Flamme fortsetzen, die durch unerschütterliches Gottvertrauen genährt, die Jahrhunderte erleuchtet hat? Wir müßten die mit Blut geschriebene Geschichte unseres armen Volkes erzählen, wir müßten von lodernden Scheiterhaufen, unmenschlichen Grausamkeiten und entsetzlichen Vertreibungen und Verfolgungen berichten, die Israel auf seinem langen Leidenswege zu erdulden hatte, wir müßten auch die Ehre und den Ruhm der vielen jüdischen Helden und Märtyrer künden, die gleich Juda Makkabi lieber ihr Leben als ihren Glauben geopfert haben. Denn immer wieder standen neue Pharaos und Nebukadnezars gegen Israel auf, immer wieder wollten neue Hamans und Antiochusse Israel vernichten. Wer wollte sie zählen, die „Vielen", die sich gegen die „Wenigen" erhoben, die zahlreichen Judenfeinde in Nord und Süd, in Ost und West, die» sei es unter der Maske der „Religion", sei es aus „nationalen" Gründen, gegen Israel getobt und gewütet haben! Und immer wieder sind aus Israels Mitte Männer hervorgegangen wie Juda Makkabi» die für die Ehre des Namens des Allmächtigen und für das Recht ihres schwergeprüften Volkes einstanden. Auch zu ihrem Andenken zünden wir die Lichter an ... . Herbststürme wehen über das Land, in dichten Nebel ist die Landschaft eingehüllt, nebelumhüllt liegt die Zukunft vor uns. Aber durch den Nebel hindurch strahlt ein Licht .... V« Z<k *& V et **5{ra/:7«äk' tm- :4r»aw

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