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Die Wahrheit · 1926-11-19 · Heft 48 (19.11.1926) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 48 (19.11.1926)
Date
1926-11-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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DIE WAHRHEIT _ _Seite iH Nr. 48 70. Geburtstag. V{ie wir bereits in der letzten Nummer gemeldet haben, veranstaltete der Vorstand des Tempelvereines Chewra Beth Hatfilah in seinem Tempel, IX., Müllnergasse 21, aus Anlaß des 70. Geburtstages seines Vizepräsidenten Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter am 13. d. M. einen Festgottesdienst, der einen sehr würdevollen Verlauf nahm. Unter anderen hatten sich eingefunden: Der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Professor Doktor A. Pick mit den Vizepräsidenten Dr. J. Ornstein und Dr. Löwenherz, dem Amtsdirektor Regierungsrat Dr. Adler und dem Amtsleiter F r e i s t a d t, der Vizepräsident des Bethausvorstandes Dr. Münz, Oberrabbiner Dr. Chajes, der Gesamtvorstand des Tempelvereines im 9. Bezirk mit seinem Präsidenten Börserat Glück an der Spitze, Hofrat Dr. L ö w n e r und Moriz Oesterreicher für die „Union deutschösterreichischer Juden", Professor Dr. Jerusalem, Maler Jehuda Epstein, Kommerzialrat Winter, ferner Delegationen der B'n e - B'r i t h- Logen sowie vieler humanitärer Vereine, in deren Vorstand sich Hofrat Dr. Frankfurter befindet. Nach Verlesung des Wochenabschnittes durch Oberkantor S. Postolow wurde der Jubilar zur Haftorah feierlich aufgerufen. Rabbiner Doktor Schwarz, Präsident Professor Dr. A. Pick und Präsident Börserat I. Glück hielten herzliche Ansprachen an Hof rat Dr. Frankfurter, dessen wissenschaftliches und humanitäres Wirken sie schilderten. Sie betonten insbesonders die Anhänglichkeit des Jubilars an dem Glauben seiner Väter und seine große Herzensgüte. — Auch das Jüdische Museum, dessen verdienstvoller Präsident der Jubilar ist, hat ihm am Vormittag des 9. d., M. durch das gesamte Kuratorium seine Glückwünsche entbieten lassen. Herr Dr. S. S t i a s s n y, Sohn <les Begründers des Museums, derzeit der erste Vizepräsident, feierte den Jubilar durch eine Ansprache und überreichte ein künstlerisch ausgeführtes Diplom. — Am Abend desselben Tages versammelte sich das Kuratorium und Vertretungen der offiziellen jüdischen Kreise Wiens in den Restaurationslokalitäten des Hotel New-York (Restaurant Nagel) zu einem gemeinsamen Festbankett. Erschienen waren, außer der Familie des Jubilars und den Mitgliedern des Kuratoriums, von der Israelitischen Kultusgemeinde Präsident Prof. Dr. Alois Pick mit den beiden Vizepräsidenten Dr. Ornstein und Dr. Löwenherz sowie Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes, Deputierte der B'nai B'rith-L'ogen „Wien" und „Wahrheit" Union deutschösterreichischer Juden Ortsgruppe Floridsdorf Einladung zu der am Montag, den 22 November 1926, präzise iJsS Uhr abends, im Hotel „Goldener Engel", XXL, Am Spitz 3. stattfindenden Ortsgruppen-Versammlung . TAGESORDNUNG: 1. Neuwahl der Ortsgruppenleitung. 2. Medizinalrat Dr. Heinrich Haase: Unsere Stellung zum jüdischen Notionalismus. 3. Börserat Ignaz Glück: Die Kulusgemeinde und die Parteien. 4. Anträge. „UNION DEUTSCH0STERREICH1SCHER JUDEN" Präsident Dr J. Ornstein ORTSGRUPPE FLORIDSDORF DER „UNION" Obmann Dr. Julius Grünwald und viele andere. In verschiedenen Reden ieierten den Jubilar der Schriftführer des Museumsvereines Dr. Knöpfmacher, Präsident der Kultusgemeinde Prof. Dr. Pick. Kommerzialrat Klemperer von der B. B.-Loge ..Wahrheit*. Professor Dr. Hajek, Direktor Dr. S e g a 1, Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t, Rabbiner Dr. Z. Schwarz. Oberrabbiner Professor Doktor Chajes. Der Jubilar dankte in tiefbewegter Rede für die würdige Feier, die ihm bereitet wurde. Silberne Hochzeit Wie wir erfahren, feierte vor kurzem der durch seine Tätigkeit im Pazmaniten-Tempel bestbekannte Herr I. Kantor Armin Stift mit seiner Gattin Berta, geb. Schenk, in aller Stille das Fest der silbernen Hochzeit Gleichzeitig feierte Herr Stift sein 25iähriges Berufsj u b i 1 äu m und wurde der Jubilar auch aus diesem Anlasse seitens seines Vorstandes und von seinen zahlreichen Freunden und Kollegen herzlichst beglückwünscht. Die Redaktion entbietet ebenfalls die herzlichsten Glückwünsche. Kammersänger Jose! Schwarz. Mit Josef Schwarz, der am 10. November in Berlin verschieden ist, verliert die Welt einen ihrer berühmtesten und bekanntesten Baritonisten. Als der Sohn eines armen jüdischen Schneiders in Riga geboren, mußte er sich schon frühzeitig sein Brot verdienen. Er kam mit acht Jahren in den Rigaer Tempelchor, wo man auf seine schöne Stimme aufmerksam wurde und ihn zur weiteren Ausbildung in das S t e r n'sche Konservatorium nach Berlin schickte. Die weitere Ausbildung erwarb er bei Professor Robinsohn in Wien, woselbst er, um das Geld für sein Studium zu bestreiten, als Tempelsänger wirkte. Und nun begann ein Aufstieg, wie man sich ihn fabelhafter nicht vorstellen kann. Von der Breslauer Oper kam er an die Wiener Volksoper, von hier direkt (ein seltener Fall!) an die Wiener Hofoper, hierauf ging er nach Berlin und von da nach C h i k a g o, sein Weltruhm aber eilte ihm voraus. Josef Schwarz war nicht nur ein vortrefflicher Sänger, sondern auch ein guter Jude und ein guter Mensch. Predigten in den israelitischen Gemeindetempeln. Freitag, den 19. November 1926, finden bei dem um 4 Uhr 30 beginnenden Abendgottesdienste in den nachbenannten Gemeindetempeln Predigten statt, und zwar: 1., Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes), XV., Turnergasse 22 (Rabbiner Dr. I. Taglicht), XVI.. Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. I. M- Bach), XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Doktor D. Feuchtwang). Austritte aus dem Judentum. Josei Kuthan, geb. 12. November 1901, Wien, ledig, IX.. Müllnergasse 11. — Cäzilie Galanter, geb. 4. Jänner 1903, Wien, ledig, XIV., Dadlergasse 22. — Oskar Morsten, geb. 24. Juli 1902, Wien, verh., IX., Müllnergasse 15. — Antonie Kadisch, geb. Koztzamanek, geb. 5. September 1980, Wien, verh., XX., Allerheiligenplatz 6. — Regine Ehrlich, geb. 21. Mai 1894, Michalczc, led., XX., Webergasse 15. — Hugo Spitzer, geb. 12. September 1894, Teschen, ledig, IV.. Wiedner Hauptstraße 112. m»»H'HiM....."in in in 11 mmi 11 imnii i......,,,,,, t ^^^^y^^^^ niaiinoiiides-InsiMiii Wien Vortrags- und Unterrichtsränme: HL, Hetzgusse 14 Lnitung: III., Obere Weißgärberstraße 24, Telephon 43-9-03 Während des Wintersemesters 1926-27 finden folgende Vorträge und Kurse statt: a) Im Institut, III. Bezirk, Hetzgasse 40, Rabbiner Doktor A. K a m i n k a, jeden Montag und jeden Mittwoch 6 bis 7 Uhr, die Propheten Hosea, Joel, Arnos, unter Berücksichtigung der aramäischen Version und der Septuaginta; 7 bis 8 Uhr (an denselben Tagen), Maimonides, More Nebuchim, 3. Teil; jeden Samstag, 3 bis 4 Uhr, Pentateuch- Erklärung unter Benützung des Midraseh. Dr. N. G o 1 d s t e i n, jeden Donnerstag. 6 bis 7 Uhr, Bereschith rabba; 7 bis 8 Uhr, Talmudisches Eherecht (Traktat Kidduschin). b) In der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler (für die inskribierten Zuhörer) „Das Buch Hiob", mit gramatischen Uebungen. c) An der Universität, Hörsaal 35 der philosophischen Fakultät, öffentliche Vorträge laut Anschlag. Der nächste Vor> trag findet Samstag, den 11. Dezember, Uhr abends, über „Die bedeutendsten jüdischen Gelehrten der römischen Kaiserzeit" statt. Der Teilnehmerbeitrag beträgt für das ganze Studienjahr S 10.—.?.».».H.«»HH».H».H.HH»».fi S 3ugEiuljFuppB der Union deufschösterreicb. luden ■ Wien IX., Berggasse 4 ■ ————^— S Einladung ■ J| zu der am Samstag, den 20. November 1. J., im Gold- ■ saal des Cafe SilleT, I., Schwedenplatz, stattfindenden Tanz-Soiree 2 Erstklassige Jazzband ■ ■ Beginn 7» 9 Uhr abends Entree S 1,50 ■ ■ Gäste willkommen! ■________ «■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■*■■■■■■■

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