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Die Wahrheit · 1926-09-07 · Heft 37-38 (7.9.1926) · page 27

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 37-38 (7.9.1926)
Date
1926-09-07
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Nr. 37/38 DIE WAHRHEIT Seke Iii „EINHEIT Verein zur Errichtung und Erhaltung von Volksspeisehallen Wien IL, Malzgasse 12. , Wien im Elul 5686. Aufruf f Die große finanzielle Bedrängnis, in welche unsere Anstalt durch die wirtschaftliche Krise geraten ist, hält leider noch immer an und bedroht den Bestand unserer Institution. Es handelt sich um die Erhaltung der „Einheit", die seit 20 Jahren zahllosen Armen und Minderbemittelten eine kräftige Stütze ist und jenen Armen, die ohne Mittel dastehen und hungernd zu uns kommen, unentgeltlich Essen reicht. Wenn die „Einheit" zusammenbräche, würde eine Institution verloren gehen, die zahllose Menschen vor Hunger und Verlhungern schützt, die dem jüdischen Empfinden immer Rechnung trägt, jüdisches Wesen pflegt und die größten Opfer bringt, um den Armen in althergebrachter jüdischer Weise die« Feiertage zu bereiten, und die sich überall zur Verfügung stellt, wo man nach ritueller Kost verlangt. Damit die „Einheit", die zu ihrem Fortbestande unbedingt nötigen Mittel erhalte, wenden wir uns an alle, die mit den Armen mitempfinden und Gefühl für unser Judentum haben, mit der innigen Bitte, uns mitzuhelfen, daß die Einheit fortzuwirken vermöge zu Nutz und zum Wohle der Armen und Bedrängten und zur Ehre der Wiener Judenschaft, deren Wohltun sich in dem Wirken der „Einheit" spiegelt; insbesondere bitten wir, an den hohen Feiertagen beim Aufrufen zur heiligen Thora unserer Institution gütigst Spenden widmen zu wollen. Der Vorstand der „Einheit": Schriftführeri: Obmann: Dir. Dr. S. Krenberger. Bernhard Hofbauer. Vorstände: Dr. med. Josef Bondi, Moritz Felsenburg, Adolf Fischer, Max Hofbauer, Hermann Kuner, Kommerzialrat Alfred Landes berger, Ignatz Mehrer, Univ.-Prof. Dr. Heinrich Neumann, Heinrich Pappenheim, Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Pollaczek, Dr. med. Isidor Reiniger, Architekt Ignatz Reiser, Rechtsanwalt Dr. D. Rybaczewski, Natan Schiff, Frau 'Henny Schreiber, Lipe Türkl. Briefkasten. J'hudL Die beiden Uebersetzungen sind leider für uns ungeeignet. Ruth «G. Frau Geheimrat Rathenau ist in Bad Freienwalde gestorben. Sie hatte in ihrem Testament bestimmt, daß ihre Leiche von jüdischen Frauen bewacht und gewaschen werde. Weibliche Mitglieder der dortigen Gemeinde haben sich dieser heiligen Pflicht bereitwilligst unterzogen. Mehrere Anfragen. Eine Erklärung dafür, warum die großen Warenhäuser, die fast ausschließlich in jüdischem Besitz sind, lieber in dem kleinsten Käseblättchen inserieren und nicht in jüdischen Zeitungen, haben wir selbst nicht. Wahrheit. Es würde sich empfehlen, einem Fachmann prüfen zu lassen. Ihren Sohn von UtrM MMieitn i Jt NAH"! Hbolf Sadjset, Wien 'Buterzettger Speziafist für?tüsd}§ute Zelepfjon 48-0-65 IL, Tafforstraße 3g XIV., Sedjsfjauserstraße 39 XVII., Xaloarienderggasse yt Der jüdische Frauenverein für den 2. Bezirk steht vor leeren Kassen! Zehn Jahre hat der Verein im Dienste der Armen des 2. Bezirkes redliche Arbeit geleistet. Unser Bezirk ist an jüdischen Bewohnern und zugleich an jüdischen Armen der reichste, an jüdischen Reichen der ärmste Wiens. Trotzdem wurde Unzähligen durch uns geholfen. Man schaffte ihnen Brot, Kleidung, Heizung, Kurbeiträge, bewahrte sie vor Delogierung und anderem Unheil. Von Jahr zu Jahr wuchsen die Anforderungen an unseren Verein. Die Spenden flössen ihm aber nicht in gleichem Maße zu- Jetzt haben sie so gut wie aufgehört. Wir müssen unsere Arbeit einstellen, wenn uns nicht ehestens größere Beträge zur Verfügung stehen. Darum bitten wir allei die für das jüdische Elend im 2. Bezirk ein Herz haben, vor allem die Besucher des großen Leopoldstädter Tempels, uns aus Anlaß der Feiertage Spenden zuzuwenden und unser Mitglied zu werden. Der Winter mit seinen strengen Anforderungen steht vor der Tür. Darum tretet jetzt unserem Vereine bei! Keine Jüdin in unserem Bezirk darf in unseren Reihen fehlen! Margarete Grttnwald Präsidentin Klara Kaminka Stephanie Schein Vizepräsidentinnen Marie Rübner Sophie Mandl Schriftführerinnen Natalie ßeran I., Burgring 1 Geldsendungen nehmen entgegen: die Kassierinnen und Anna Fischer Sanitätshaus II., Taborstraße 24 a die Redaktion der „Wahrheit", II., Heinestraße 13, Postscheckkonto des Vereines 185.517

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