Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 27 (25.6.1926)
- Date
- 1926-06-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 12 DIE WA» J?4«i* Nr. 27 lomon Guttenberg, mit Herrn Leo Gestring, Sohn des sei. Herrn Naftali Gestring statt. Herr Rabbiner Dr. J. M. Bach hielt an das Brautpaar eine überaus herzliche Ansprache, in der er ein schönes Bild von dem Leben und Wirken der beiderseitigen Eltern entwarf und besonders ihr jüdisch-religiöses Empfinden würdigte, das ihnen in der Gesellschaft und in der Gemeinde besondere Achtung und Wertschätzung eingetragen hat. Auf die zahlreichen Anwesenden machte die Trauung in dem festlich geschmückten Gotteshause einen tiefen Eindruck. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor G; Marg u 1 i e s mit verstärktem Chor in gewohnt vorzüglicher Weise. Goldene Hochzeit. Samstag, den 19. d. M., feierte der bekannte Bethausvorsteher Herr Leopold W i n t e r und seine Gattin Cäcilie im Stadttempel das schöne Fest der Goldenen Hochzeit. Der Jubilar wurde feierlich zur -Thora aufgerufen. Oberkantor M a^iy as rezitierte einen feierlichen Mischeberach. Nach dem Gottesdienst hielt Oberrabbiner Dr. Chajes im Zeremoniensaäl an. 4as Jubelpaar eine Ansprache. Präsident Professor Dr. A; Pick überbrachte die Glückwünsche der Kultusgemeinde, der Vizepräsident des Bethansvorstandes Dr. E. Münz verlas die/Glückwunschadresse der Gemeinde und brachte in herzlichen Worten die Wünsche des Bethausvorstandes zum Ausdruck. In der Wohnung erschien Herr Stadtrat R i c h it e r und richtete i innige Glückwünsche an das Jubelpaaar, . zugleich rim, Namen:des Bürgermeisters S e i t z. Es , erschien,>.ferner;. der \ Bethausvorstand mjt dem Vizepräsidenten Dr. E. Münz, Amtsdirektpr Guido F u c h s g e 1 b. die Oberkantoren F i scher, Kaufmann, Matyas, die Tempelverwalter Kraus und Schwager, und zahlreiche andere Qratulanteri. Dern.^Jubelpaare und seiner Familie, derl!funf in geachteter >Siellühg befindlichen Söhnen und drei verheirateten Töchtern, .wurden viele Glückwünsche zuteil, denen, sich ' .auch; die Redaktion dieses Blattes aufs herzlichste arischließt. Schriftsteller Leopold Schwarz gestorben. Am 20. Mai d. J. verschied in Brünn Herr Schriftsteller Leopold Schwarz nach längerem Leiden im 68L Lebensjahre.. Der Verewigte war namentlich in früheren Jahren durch seine .emsige Mitarbeit an zahlreichen jüdischen Blättern .undZeitungen, .die....eine große Reihe von Artikeln, Aufsätzen, Feuilletons" und Gedichrten aus seiner sehr begabten und edel geistreichen Feder veröffentlichten, weiteten . Kreisen .'der jüdischen Leserwelt, wohlbekannt. Als völlig ^selbstloser.' Idealist propagierte : er unermüdlich das der Bibel entstammende hohe Ideal des körperlich und geistig r e i nie n ,Lebens. So' wurde der Verstorbene schon vor mehr als 40 Jahren ein begeistert und Apostel des Vegetarismus, der Abstinenz von Alkohol und und Tabak, der naturgemäßen Lebensweise, des Pazifismus, der alhnenschlichen Völkerversöhnung und nationalen Verständigung, sowie zahreicher änderer .ähnlicher Lebensreformbestrebungen, die er in Wort und. Schrift, durch Hun^ derte von Vorträgen und Artikeln, durch viele Bücher, Broschüren und Flugblätter, unentwegt , und unverzagt förderte/ und kräftigte.'Sein reicher Geist, sein vielümfassendes Wissen^ seine tiefe Religiosität, zusammen, mit seinem lauteren Charakter und einem selten edien und; guten Herzen und Gemüt, befähigten ihn in ganz hervorragender Weise zu seiner im besten Sinne jüdischen und prophetischen Lebensaufgabe, mit allen Kräften dem Gesamtwohl der Allmenschheit zu dienen; wobei er selbst — gleich Hiob — bis an sein Lebensende ein stets bescheidener, gQttergebenej und nie verzweifelnder DjüV; der und Leider blieb. Alle Anfechtungen und Anfeindungen seines Zeitalters des krassesten Materialismus vermochten den Verewigten,; den ein echt jüdischer Optimismus und herrlicher Messiasglaube in allen Kümmernissen und Bitternissen seines so leidgeprüften Lebens stets aufrecht hielt/ nie; auch nur einen einzigen" Schritt von seinen hehren Idealen abzubringen. Von seinen zahlreichen jüdischen Arbeiten s^ien hier nur, die Broschüre „Zur Judenfrage",, sein dichterisch selten schöner Operntext „Daniel" und seine wissenschaftliche, tiefgründige Schrift „Neu-Essäertum und Zionismus", die in dem jüdischen Sammelwerke „Stimmen der Wahrheit" veröffentlicht wurde, genannt. Seine unvergleichlich tief und echt erfüllte, erlebte und darum so herzenswahret sprachlich und gedanklich formvollendet schöne Gedichtsammlung „Buch der Leiden" ist zum Preise von 3 Schilling durch die Buchhandlung L. Schwarz, Brünn, Augustinerstraße 17, zu beziehen. Schriftsteller Leopold Schwarz, der unter großen Ehren auf dem Brünner israelitischen Friedhofe zur letzten Ruhe gebettet wurde, betätigte sich, seit seiner Jugend her in ganz hervorragendem JWaße an den vielen Fragen und Problemen unseres zeitgenössischen Judentums. Alle, die den Verewigten und sein reiches Schaffen und Wirken kannte und würdigten, werden ihm sicherlich ein treues_ und., ehrendes .Andenken ....bewahren. Seine gute und edle Geistessaat aber wird noch lange : und weit über; sein. G>ab hinaus noch ^nftiMi ^eschUchiteEn reiche 'und'löhnende' Früßhte trägen.w ' J J* *"' li-i ] SchülverelnJes&fö-lfcföörX ""'Sonntag'," ""dein. 30. v. M. fand'hn /Schulhause II^.'Nestroygässe ltfy-die--Gtoietal#erisraminlung statt. Der. Vorsitzende, Herr Emil K r Uz l er begrüßte die zahlreich . ersohienenen-Mitglieder und -Gäste des Vereines, insbesondere den Vertreter der Israelitischen '■■ Kütüsgmemde, Albert Breuer, die Vertreter dir Adas Jisroel, Jakob Fuch.s und Leopold Richter, den Vertreter der Talmud Thora, Sander. Adler, ferner die Herren I. Frommer, Goldstein und Braun. Nachder Begrüßungsansprache des Vorsitzenden erstattete der Kassier Leopold L e d er e r den Kassenbericht, der von den Revisoren Albert - Breuer und Emil Stroh für richtig befunden wurde. Die Generalversarnmlung erteilte hierauf dem Vorstande das Absolutorium. In „herzlichen. Worten sagte sodann der Vorsitzende warmen Dank Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner F. F ü r s t, Herrn Rabbiner S. N e u w i r t h, dem Leiter der Schule und dem gesaraten Lehrkörper und wandte sich an die Anwesenden mit der Bitte, den überaus segensreich wirkenden -Verein auch weiterhin/: -zu' fördern und zu whterstützenj: -Die Aufrechterhaltung: dieses - mustergültigen Schul" und Lertibetriebes erfordert :große Opfer. Im-; Namen der Kultusgenieinde: sprach Herr;Kultuisvorsteher Albert' ©reu e-r! tieferhpfüridene-Worte des. Dankes und der Anerkennung für die Leistünge ndes Vereines, iNachdem noch nach' einer längeren Diskussion, in welcher praktische! Vorschläge zur Förderung des Vereines zur Erörterung-kämen, die Herren Jakob FuchsV Geza Braun und Herr: Wölf Pappeflheim das Wort ergriffen;hätten;1 schritt man. zur Wahl sechs neuer Vorstandsmitglieder uriaV zweier Revisoren^ Es wurden gewählt! In den- Vorstand' Sandör Adl e r, S im o F bs che r;■ - M a x ' F r em n d, - A r m i n Galandaue r, Ing. Ludwig K ritz; 1 er1, Joachim Wos n'er, als .Revisoren Albert B r e u e r und; Emil S t'r o h. Die Generalversammlung trug viel dazu bei, um in dieser schweren wirtschaftlichen Krise die Aufmerksamkeit der' Wiener thoratreuen Judenheit in;: erhöhtem Maße auf ihre' geistigen Sehätze hinzulenken. •.-!;;;; Die Sorge für den Sommereinkaüf steht vor der Türj Jetzt heißt es, die richtige Quelle' zu finden und: sich äh ''diejenigen.Firmen zu wenden; welche in der Lage sind.; die Dame und den- Herrn 'von der 'Konkürrenzlosigkeit der' Warenahgebote in Qualität, Preis und moderner Musterung zu überzeugen.i Ein Weg durch die Taborstraße führt uns an dem populären Warenhaus Brüder S c h i f f m ä rt n vorbei, das sich im Laufe seines langjährigen Bestandes als: ein-Unternehmen ersten Ranges unter der Führung des ■ allgemein, geschätzten Fachmannes Max Schüfmann. bewährt •■ hat. Irn' Warenhaus ScfHffmännn, 2.Beiirk^ Taborstraße 48, -kann:: auch derjenige, dem nicht allzu große Mittel zur Verfügung stehen, seinen Bedarf in Garderobe und Ausstattung decken. 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