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Die Wahrheit · 1926-06-25 · Heft 27 (25.6.1926) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 27 (25.6.1926)
Date
1926-06-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 DIE WAHRHEIT Nr. 27 Theater, Kunst u. Literatur Vortrag. Am 21. Juni hielt im Olympiasaal Herr Rabbiner Dr. A. Kaminka einen Vortrag über die Eindrücke seiner zweiten Reise nach Palästina. Und wenn der Vortragende einleitend bemerkte, daß es unmöglich sei, von den Gefühlen abzusehen, um nur das Tatsächliche zu berichten, so wäre hinzuzufügen, daß ein jüdischer Gelehrter,' der mit so ausgezeichneter Kenntnis von Sprache und Schrifttum ausgestattet ist, stets mit eigenen Augen und nicht durch eine bestimmte Brille zu sehen vermag. Es war außerordentlich wohltuend, zu vernehmen, daß das Land heute schon den sinnfälligen Beweis dafür liefert, daß das Wort von der ewigen Verdammnis, der wir Juden unrettbar verfallen seien, sich als trügerisch erweist. Weit über den praktischen Nutzen hinaus kann die Hebung der Selbstachtung durch die Arbeit der letzten Jahrzehnte gewertet werden. 700.ÜU0 Arabern stehen im Lande 140.000 Juden gegenüber. Die zu leistende Arbeit ist außerordentlich schwierig und erfordert ganz ungewöhnliche Geduld. Zur Aufbringung von beidem gehört ein großes Maß von Begeisterung. Einen großen Teil zu dieser steuert die kommunistische Idee bei. Gegensätze zwischen Konservativen und Extrem-Freigeistigen überbrückte der Gebrauch der hebräischen Sprache, die offizielle Sabbatruhe und " freiwillige Kompromisse. Die wertvollsten, den sichersten Bestand versprechenden Schöpfungen sind durch die „ICA", die englisch-amerikanische Kolonisationsgesellschaft ins Leben gerufen. Neue Industriegründungen erscheinen gegenwärtig aussichtslos. Ursache dafür sind die hohen Löhne, welche jüdische Arbeiter fordern. (Sie verlangen 17 Piaster für das, was der arabische Arbeiter für die Hälfte leistet.) Ersprießliches leisten Konsumgemeinschaften. Es erscheinen drei hebräische Zeitungen, Post-, Telegraph, Gerichts- und Polizeiorgane verstehen hebräisch. Die Zahl der jüdischen Schüler beträgt 26.000. Das Technikum in Haifa, noch mehr aber die Universität sind bloß als ein Anfang zu betrachten; sie leben fast ausschließlich von amerikanischer Unterstützung. Die Summen, welche durch den Keren Kajemes und den Keren Hajessod in Europa außerhalb Englands, aufgebracht werden, haben eine nur ganz geringe Bedeutung. Der Vortragende ist der Ansicht, daß eine Hebung und Belebung des Touristenverkehres anzustreben wäre, weil dies das Geld im Lande selbst produktiv vermehren würde. Schrecklich überfüllt sind die geistigen Berufe, so gibt es in Tel-Aviv allein 19 Rechtsanwälte, 77 Aerzte, 40 Zahnärzte und 10 Apotheken. Die Förderung des Aufbaues ist ohne Mithilfe der gesamten Judenheit der Welt nicht denkbar. Gehört für den Eingewanderten Begeisterung, Bedürfnislosigkeit, Ausdauer und große Arbeitstüchtigkeit zum Erfolg, so kann das Interesse bei den in der Diaspora verbleibenden nur geweckt werden, wenn jeder Kampf und Ungeist, also jede Politik vermieden wird. Der Palästinaaufbau ist nur als Friedenswerk zu denken. Der Vortrag war von einem zahlreichen Publikum, Mitgliedern des Maimonides-Institutes und der Misrachi-Zentrale besucht, das den klaren und geistvollen Ausführungen des Redners aufmerksam folgte und ihm wohl verdienten Beifall spendete. Medizinalrat Dr. Heinrich Haase. Schlußprüfung in der Bibelschule des Pazmanitentempels. Die Schlußprüfung der Zöglinge des Pazmanitentempels findet am Samstag, den 26. Juni um 4 Uhr nachmittags, nach dem Minchagebet in den Schullokalitäten statt, zu welcher die werten Mitglieder des Vereines und die Eltern der Schulkinder höflichst eingeladen werden. W Restaurant Guth II., Hollandstraße Nr. 14 Vornehmes Restaurant mit erstklassiger Küche Menü zu S 1.80 und 2.20 Übernahme von Diners und Soupers in und ausser Haus Jeden Samstag und Sonntag Souper bansant Jeden Sonntag Tünf-Vljr-Zee mit Tanz Zum Besuch ladet höfl. ein I. 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