Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 24 (4.6.1926)
- Date
- 1926-06-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Dffi WAHRtTOT **<'.f'tä Nr. 24 des Wahles vor Gott, denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten; er wird den Erdenkreis mit Gerechtigkeit richten und die Völker mit seiner Treue.10) Deshalb wird der Zorn des Ewigen gegen sein Volk entbrennen, und er wird seine Hand gegen dasselbe ausstrecken und es schlage^ daß die Berge erbeben.11) Schon kommt der Tag Gottes, grausam und in Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen, und die Sündler auf ihr hinweg zu tilgen; denn die Sterne des Himmels und die Orione daran werden ihr Licht nicht mehr leuchten lassen; die Sonne ward sich verfinstern, wenn sie aufgeht, und der Mond sein Licht nacht mehr erglänzen lassen.12) Darum trauert die Erde und der Himmel droben verdunkelt sich, wen! ich gesagt habe und mich es nicht gereuen lasse, es beschlossen habe und nicht mehr davon abgehe.") Hört doch, was Gott spricht: Aul, rechte angesichts der Berge, daß die Höhen deine Stimme hören! Hört, ihr Berge, dien RechtstreSt Gottes, und >ihr unwandelbaren Felseni! Ihr Grundfesten der Erde! Denn Gott hat einem Rechtstreit mit seinem Volke und geht mit Israel ins Gericht. ") Menschensohni, richte dein Angesicht gegen. <de Berge Israels und weissage wider sie und sprich: „Ihr Berge Israels, hört das Wort des Herrn! So spricht der Herr zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Bächen und zu den Tälern; fürwahr ich werde über euch das Schwert bringen und werde eure Opferhöhen vernichten") Zu Job 7 a. „Fürwahr, dem Menschen äst auf Erden ein Heer zugeteilt," führt R. Samuel bar Nachrnani folgendes an: Hat er Verdienste, dann äst es ein Heer für ihn; wenn nicht, dann ist es ein Heer gegen ihm. Baut er einen Bau und hat Erfolg — ein Heer für ihn. stürzt er aber vom Baue herunter und wird getötet, ein Heer gegen ihn; aßt er &efin Brot und es bekommt ihm gut, ein Herr für ihn; bleibt es Ihm aber im Halse stecken und erwürgt ihn — ean Heer gegen ihn. — Viele Heere hat Gott über den Menschen gesetzt, um die Strafe von ihm ednzufordern: Bären, Löwen, Schlangen, Ottern und Skorpione.18) Die Weisen sagen: Selbst diejenigen Dinge, die als etwas Unnützes in der Schöpfung der Welt erscheinen, wie Fliegen und Mücken haben dennoch ihne Bestimmung in der Gesamtschöpfung und durch alle läßt Gott seine Urteile vollziehen. Zur Beleuchtung dieser Anschauunigen wird m den Quellen folgende Erzählung mitgeteilt: R. Acha beobachtete wie ein Frosch auf seinem Rücken einen Skorpion über den Fluß setzte, wo er einem am anderen Ufer befindlichen Manne einen iötlichen Stich beibrachte und dann wieder vom Frosch über den Fluß getragen wurde.17) R. Jizchak bar Elazar stand am Ufer des Meeres von Caesarea und sah einen Schenkelknochen liegen. Er verdeckte *hn, aber jener rollte dennoch. Da sprach er: „Dieser Kr.ochen ist gewiß für eine Botschaft bestimmt. Bald darauf kam ein Depeschenträger, der sich am Knochen stieß, zu Boden fiel und getötet wurde. Man untersuchte seine Kleider und fand bei ihm böswillige Dekrete gegen die Juden von Caesarea.18) Ein Wallfahrer hatte vergessen, vor seiner Reise seinen Getreidehaufen in Sicherheit zu bringen. Als er zurückkehrte, fand er ihn von Löwen umgeben und behütet19) Ein Wallfahrer hat vergessen, sein Haus zui schließen. Als er zurückkehrte, fand er sein Haus von einer Schlange bewacht, die sich wie etai Riegel vor den Eingang schob.20) Rabba starb auf seiner Flucht vor den Schergen der persischen Regierung in einem Waide. Die Vögel versammelten sich und beschatteten ihn mit ihren Flügeln.21) Wer in der Nacht weint, mit dem weinen Sterne und Sternbilder mit22) Sonne und Mond sind erzürnt über das götzendienerische Treiben der Heiden und weigern sich, der Welt ihr Licht zu spenden. Gott zwingt säe aber dazu.88) Steine und Balken seines Wohnhauses zeugen gegen den Menschen, wenn er im Geheimen sündigt2*) So oft Salomo seinen Thron bestieg, haben die am Throne befindlichen Tiere ihm die den König und den Richter betreffenden Vorschriften vorgelesen.35) Als Adam vom Baume gegessen und seine Nacktheit erkannt hatte, suchte er bei den Bäumen Zuflucht Diese aber wollten ihm kein Obdach gewähren. Sie riefen: „Da ist der Dieb, der seinen Schöpfer, der seinen Herrn betrogen. Du sollst von uns keine Blätter nehmen." Nur beim Feigenbaum, von dessen Frucht er gegessen, fand er Obdach und Blätter, sich zu bedecken.21') Wenn Gott die Sünden Israels vergibt, ist er nicht betrübt in seinem Herzen, vielmehr freut er sich in großer Freude und spricht zu den Bergen und Hügeln, Bächen und Tälern: „Kommet und freut euch mit mSr, weil ich die Sünden Israels vergebe.27) Als Gott seine Lehre der Welt offenbaren wollte, begannen die Berge miteinander zu streiten. Jeder nahm für sich das Recht und das Verdienst in Anspruch, Stätte der Thoragesetzgebung zu werden^ Nur der Sinai -schwieg in seiner Bescheidenheit, überzeugt, er sei der großen Auszeichnung nicht würdig. Gott aber verschmäht den. stolzen Karmel und den ragenden Tabor, die ihre Plätze verließen und über MeeTe herbeieilten, und erwählte den demütigen Sinai zur Stätte der Offenbarung. s8) . Beim Ableben Moses weinten die Himmel und sprachen: „Geschwunden ist der Fromme von der Erde (Mictra 7.*). Die Erde weinte und sprach: „Der Redliche unter den Menschen ist nicht mehr (Micha). Sonne, Mond und Sterne und alle Ordnungen der Schöpfung weinten und sprachen: ,J>er Gerechte ist geschwunden: Jes. 57a29) Das Meer sagte zu Moses: Vom Rechts wegen sollte ich mich nacht auf dein Geheiß spalten, da ich am dritten Schöpfungstage geschaffen wurde, du aber erst am sechsten. Aus demselben Grund» wollte die Sonne nicht dem Befehle Josuas gehorchen und weügerte sich, stall zu stehen.30) In Zukunft wird1 es geschehen, wenn jemand am Sabbath Feigen vom Baume wird lesen wollen, da wird ihm der Feigenbaum zurufen: „Sabbath ist es heute." Ebenso werden andere Dinge, die bei einer Sünde verwendet werden sollen, den Menschen auf die Sünden aufmerksam machen. Ja auch die Htaimel werden in lieblicher Rede predigen.31) Ihr aber, ihr Berge Israels, laßt euer Laub sproßen und tragt eure Frucht für mein Volk Israel; denn bald werden sie heimkehren! Fürwahr, ich werde zu euch kommen und mich zu euch wenden und ihr werdet bestellt und besäet werden. Und ich werde die Menschen auf euch zahlreich machen — das ganze Haus Israel dnsgesamt — und' Städte werden bewohnt werden und die1 Trümmer werden wieder aufgebaut werden. Und ich will Menschen und Tiere auf euch mehren, und sie sollen sich mehren und fruchtbar sein, und ich werde euch bewohnt sein lassen, wie in euren vergangenen Zeiten und werde euch Gutes erweisen, mehr als in euren früheren Zeiten, damit ihr erkennet daß ich Gott bml Und ich werde Menschen auf euch wandeln Jasseni. nämlich mein Volk Israel.32) Anmerkungen: J) Gen. r. XII q. 2) Othiloth R. Akiba ed. Wertheimer S. 104. 3) Pes. r. ed. Friedmann 192 a. *) Philo: De officio mundi § 28. °) Pirke R.: Ebeser Kap. 14. e) Vergl. AnteMuahme der physischen Welt an den Schicksalen des Menschen von1 V. Aptowitzer. *) Jes. 44a3. 8) Jes. 49i3. *) Jes. 55«. 10) Ps. 96 (11, 13). u) Jes. 525. 12) Jes. 13 (9—10). 1S) Jes. 4ss. 14) Micha 6 (1—3). 15) Ez. 6 (2—3). ie) Gen. r. X 5 ed\ Theodor S. 78. DerAagadist bedient 17) Gen. r. Xr; Nedarim 41b. ") Lev. r. XXIIs, Tanchuma § 1. 1B) Jerusch. Peah I?. 17d M) Jerusch, Cant r. 7s. Mechilta ed. Hoffmann S. 164. 21) Baba Mezia 86b. ") Synhedrin 104 b. ») Lev. r. XXXI9 Mid. Ps. 19, § 11. 2*) Taanith IIa; Chagiga 16a. ") Salzberger: Salome« Tempelbau in der semirischen Literatur. *) Gen. r. XVe ed. Theodor. S. 140. 27) Seder FJiah r. Kap. 1. ed. Friedmann S. 4. **) Mech. ed. Hoffmann S. 101. ") Deut r. Ende. 30) MMr. Ps. 114 § 9. Mechilta IV 30b; Pirke R. EHeser Kap. 42. 31) M$d Ps. 73. Ende. Ez.: 36.