Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 18 (23.4.1926)
- Date
- 1926-04-23
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 18 ■ Von Woche zu Woche Vortrag. Sonntag, den 25. April, 6 Uhr abends findet in dem Bethaus Storchengasse Nr. 21 ein interessanter wissenschaftlicher Vortrag des Herrn Rabb. D. Burland aus Riga statt und ladet der Vorstand des Bethausvereines Emunas Awes, Wien XIV., Storchengasse Nr. 21, hiermit höflichst zum Besuche desselben ein. Israelitischer Frauen-Wohltätigkeitsverein für den 16. und 17. Bezirk in Wien. Die ordentliche Generalversammlung dieses Vereines findet Samstag, den 24. April d. J., halb 8 Uhr abends im Cafe Kolonnaden, I., Dr. Karl Luegerplatz A. statt. Urn in weiteren Kreisen das Interesse für die 'edlen Zwecke des Vereines zu heben, wird sich an die Generalversammlung eine TanzunteThaitung anschließen. Der Verein hat eine Wiedergeburt erlebt. Seit 1914 war das Interesse an demselben so gesunken, daß immer mehr Mitglieder abfielen, weder Sitzungen noch Generalversammlungen regelmäßig möglich waren. Es wurde zwar kein Gesuch unerledigt gelassen, aber die Arbeit ruhte beinahe allein auf den Schultern der Präsidentin Frau Dr. Adele Bach, und ihres Gatten Herrn Rabbiner Prof. Dr. J. M. Bach, die endlich erklärten, den Verein unter solchen Umständen nicht weiter führen zu können. Da unternahm es ein in den Bezirken Ottakring und Hernais wegen seiner Tüchtigkeit in Wohltätigkeitsangelegenheiten bekanntes Ehepaar, den seit 1899 segensreich wirkenden Verein wieder aufzurichten. Und schon nach wenigen Monaten hat der Verein, welcher von September 1925 bis März 1926 an Unterstützungen 1180 Schilling verteilt hat. den ihm gebührenden Rang wieder eingenommen, was gewiß von allen Seiten neidlos anerkannt wird. Barmizwahfeier. Samstag, den 17. April fand im Pazmanitentempel die Barmizwahfeier des Studenten Leo Hirsch, Sohn des Herrn Siegmund Hirsch und seiner Gattin Johanna, geb. Obernbreit unter großer Beteiligung der Verwandten und Freunde der Familien Hirsch— Obernbreit, statt. Der kleiine Leo trug den Wochenabschnitt und die Haftora mit vieJ Verständnis vor, worauf Herr Rabbiner Dr. Funk an ihn eine eindrucksvolle Ansprache richtete, in welcher er hervorhob, daß der Sinn fürs Judentum, die Begeisterung für jüdisches Leben und Fühlen traditionell in der Familie sei, daß der Konfirmand die Begeisterung von Eltern und Großeltern übernommen habe, denen nachzueifern er dem Barmizwanten wärmstens ans Herz legte. Denn sein Urgroßvater mütterlicherseits sei der berühmte Preßburger jüdische Gelehrte Rabbi Asriel Obernbreit gewesen, eine in den weitesten jüdischen Kreisen wegen seines umfassenden und tiefen Wissens hochgeschätzte Persönlichkeit, während der Urgroßvater väterlicherseits, Herr Pinkas Hirsch, eine durch hervorragenden Wohltätigkeitssinn und große Frömmigkeit ausgezeichneter Mann gewesen sei. Der zur Thora gerufene Vater gedachte anläßlich der Konfirmation seines Sohnes vieler Wohltätigkeitsanstalten. Baden bei Wien. Samstag, den 17. April wurde im hiesigen Tempel die Barmizwah des besonders begabten Zöglings Eph. Fischl Silbermünz des Badener Waisenhauses von der ganzen Gemeinde feierlich begangen. Beim Morgengottesdienst wurde der Konfirmand zur Thora gerufen und brachte die Paraschah musterhaft zum Vortrag. Ihre Fortsetzung fand die Feier im Sitzungssaale der Kultusgemeinde, woselbst sich viele Gemeindemitglieder mit dem ObeTrabbiner und dem Kultuspräsidenten an der Spitze eingefunden hatten. In zahlreichen Ansprachen wurde die Bedeutung des Tages nicht nur für den vielversprechenden Zögling des Waisenhauses, sondern für die ganze Gemeinde gewürdigt. Verlobung. Fräulein Eugenie Scharfstein, Tochter des Herrn Kultusvorsteher M. Scharfstein und seiner Gattin Luise, geb. S c h 1 o m i u k, verlobte sich mit fierrn Ignatz Heller. Kaufmann in Lemberg, Sohn des Großgrundbesitzers W. Heller in Scheliske-Nowe. 70. Geburtstag. Herr Michael Tauber, Vorsteher des Tempelvereines des 19. Bezirkes, beging dieser Tage seinen 70. Geburtstag in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Herr Tauber wollte diesen Tag in aller Stille begehen, doch ließ es sich der Vorstand nicht nehmen, ihn aus diesem Anlasse eine besondere Ehrung zuteil werden zu lassen. Am siebenten Pessactitage wurde der Jubilar von Oberkantor Bohomilny in künstlerisch vollendeter Weise zur Thora gerufen, wo der treffliche Chor das Halleluja von Lewandowsky anstimmte. Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Frankfurter richtete an den Jubilar eine herzliche Ansprache, in der er die Verdienste desselben um die Gemeinde hervorhob und dessen Bescheidenheit und stille segensreiche Tätigkeit rühmte. Der Jubilar, sagte der Redner, sei einer von denen, die der Ehrung nicht nachjagen und darum von ihr aufgesucht werden. Nach dem Gottesdienst versammelte sich der Vorstand in der Tempelkanzlei, wo der Präses, Herr Kommerzialrat Ph. K o h n Herrn Tauber im Namen des Vorstandes herzlichst beglückwünschte, worauf der Jubilar Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Frankfurter wie auch dem Vorstande für die ihm zuteil gewordene Ehrung gerührt dankte. Olmütz. Unter großer Beteiligung aller Bevölkeruugsschichten wurde am 6. April 1. J. Herr Oberkantor Carl Schlesinger zu Grabe getragen. Nach Aufbahrung des Sarges in der Tempelvorhalle hielt Herr Rabbiner Dr. B. Opp,|enheim dem Verstorbenen Oberkantor einen Nachruf, worauf sich der unabsehbare Zug zum kommunalen Friedhofe in Bewegung setzte. Dortselbst angelangt, exekutierte der I. Kantor und Sekretär, Herr A. S t ö ß 1 e r. einen Trauerchoral, worauf die Herren Rabbiner Dr. Oppenheim und Kultuspräsident Dr. L. M e i ß n e r die langjährige;, segensreiche Tätigkeit des verstorbenen Oberkantors würdigten. Am Grabe sprach Sekretär A. S t ö ß 1 e r namens der Kollegen und Oberkantor M. L ö w y aus Mährisch-Ostrau namens den Kantorenverbandes. Von der Kollegenschaft haben noch die Herren Oberkantoren Schwarz aus Proßnitz und Schlesinger aus Troppau an 'der;Beerdigung teilgenommen. Todesfall. Am 20. April verschied nach kurzem, schweren Leiden Frau Sabine P e c z e n i k geb. W e i g e r, eine wahrhaft jüdische Frau, die ihr ganzes Leben dem Wohle ihrer Kinder und ihrer Familie gewidmet hatte. Die Wertschätzung, deren sie sich erfreute, kam auch in der starken Beteiligung beim Leichenbegängnisse zum Ausdrucke. Den großen Verlust ihres Scheidens beklagen außer jenen, die die Herzenseigenschaften dieser seelensguten, bescheidenen Frau kannten, der Gatte David P e c z e n i k sowie die Kinder Josef, Willy, Lina und Laura. Bad Tatzmannsdorf. Dr. Benö Kohn beginnt seine kurärztliche Tätigkeit am 16. Mai. Erteilt kostenlos Auskunft über die Badeverhältnisse: Wien IL, Tandelmarktg. 8. Tel. 42-5-22. Die beste Propaganda ist die Billigkeit und Qualität der Waren. 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