Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 17 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 17 diese Institution, wie die meisten jüdischen Wohlfahrtsanstalten, um ihren Bestand schwer zu kämpfen hat. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVL und XVIL Bezirk, über dessen menschenfreundliche Tätigkeit wir schon oftmals zu berichten Gelegenheit hatten, hat anläßlich des Pessachfestes eine sehr lobenswerte Aktion unternommen, indem er 125 Kindern und 25 Erwachsenen durch acht Tage hindurch eine komplette Pessachverpflegung zukommen ließ. Zu diesem edlen Zwecke wurde von den Vorstandsmitgliedern des Vereines und deren Damen eine Sammlung eingeleitet, die ein Ergebnis von 800 S eingetragen hat. Besondere Verdienste um das Zustandekommen dieses gottgefälligen Werkes haben sich die Damen Charlotte Weg 1 er und Regime Ungvary erworben sowie Herr Julius und Frau Olga Krupnik, die durch eine Spende von 100 Kilogramm Fleisch und 1000 Stück Eiern wesentlich zum Gelingen der Pessachverpflegung beigetragen haben. Klosterneuburg. Ueber Anregung des Kultusvorstehers Herrn Hermann Erber wurde auch im heurigen Jahre am ersten Pessachabend eine Sederfeier für Jung und Alt im Sitzungssaale der Kultusgemeinde veranstaltet, zu der sich der Vorstand der Kultusgemeinde, die Schulkinder mit ihren Eltern und ein zahlreiches Publikum eingefunden hatten. Das Aufsagen der Hagada wurde von der Schuljugend in lobenswerter Weise vorgenommen. Die Veranstaltung dieser Feier, um die sich das Vorstandsmitglied Herr Rudolf Grünwald und Frau ganz besonders bemühten, hat den Beweis erbracht, daß diese seit mehreren Jahren hier eingeführte Sitte sich großer Beliebtheit erfreut und bereits zu einer bleibenden Einrichtung geworden ist. Generalversammlung des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" (Pazmanitengasse). Sonntag, den 11. April d. J., fand die fünfzigste ordentliche Generalversammlung des Tempelvereines unter großer Beteiligung statt. Der Obmann des Vereines, Herr Oskar Schrämek, begrüßte den in Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde erschienenen Vizepräsidenten Herrn Dr. Jakob Ornstein, Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. S. Funk und die Präsidentin der Jugendgruppe des Tempelvereines Frau Ottilie P o 11 i t z er aufs herzlichste und eröffnete die Generalversammlung. Vor Eingang in die Tagesordnung widmete der Obmann dem vor kurzem verstorbenen langjährigen Obmannstellvertreter S. Adler, dem im Vorjahre verstorbenen Sekretär M. K o h n sowie den heimgegangenen Vereinsmitgüedern Laura P a t z i k, Ferdinand R e m € n y i, Jaques Schwarz, Albert S z i 1 ä g y i, Adolf Widder und Siegmund Zier er einen tiefempfundenen Nachruf. Nachdem Schriftführer D. Diamant den Tätigkeitsbericht und Obmannstellvertreter I. Schönherz den Rechnungsabschluß zur Verlesung gebracht hatte, ergriff Vizepräsident Dr. Jakob Ornstein das Wort. Er gab seiner Freude über den. schönen Erfolg Ausdruck, den der Tempelverein durch die Opferwilligkeit des Vorstandes und der Vereinsmitgheder aufzuweisen hatte und dankte dem Vorstande im Namen der Kultusgemeinde für die mustergültige Führung der Bibelschule. Redner konstatierte mit Genugtuung, daß sich der Vorstand seiner Pflichten gegenüber der heranwachsenden Jugend, die ja die Zukunft des Judentums darstelle, voll und ganz bewußt sei. Auf Antrag des Revisors S. Wachsmann wurde dem Vorstande das Absolutorium einstimmig erteilt Herr Heinz Kohn dankte dem Vorstande im Namen der Mitglieder für seine Leistungen und ersuchte, die künftigen Ausgaben nach Möglichkeit herabzusetzen, da sich die Eingänge infolge der -wirtschaftlichen Krise verringern dürften. Herr S. Werthammer dankte sodann im Namen der Vereinsmitglieder Herrn Rabbiner Dr. S. F u n k für seine ersprießliche Tätigkeit. Bei den hierauf vorgenommenen Neuwahlen wurden die Herren Oskar Schramek, Dir. Karl Eh renzweig, S. Ehrenfeld, W. Drill, Adolf Knopf, Viktor Nathansohn und S. Wachsmann zu Vorstandsmitgliedern und die Herren Fritz Hermann, Moritz Nagel und David Linser zu Revisoren gewählt. Chewra Kadischa für die Bezirke VI bis VIII und XII bis XV. Sonntag, den 11. April, HIO Uhr vormittags, fand im Sitzungssaale des Gemeindehauses im XV. Bezirk, Turnergasse 22, die 61. ordentliche Generalversammlung dieser Chewra Kadischa statt, die folgenden Verlauf nahm. Obmann Oskar Goldschmied begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder sowie die anwesenden Gäste und Vertreter von befreundeten Korporationen, insbesondere den Vertreter der Kultusgemeinde Hofrat Dr. Herzka, den Obmann der Bezirkskoiranission XII bis XV Herrn Arthur Albers, den Obmann des Bethausvorstandes des Tempels in der Turnergasse Samuel Bernhardt, den Obmann des Vereines „Cbesed Schel Emes*4 Herrn I. Spielmann, den Vertreter des Kantorenverbandes Herrn I. Kantor A. Stift und die Redakteure E. Ab el es (Morgenzeitung), L. Hirschfeld (Wahrheit). Hierauf erstattete Obmann Oskar Goldschmied den mit großem Beifall aufgenommenen Tätigkeitsbericht, aus dem die segensreiche Wirksamkeit des Vereines hervorgeht. Nach Erstattung des Kassaberichtes durch den Kassier Herrn Josef Löwy wurde auf Antrag des Revisors Herrn Isidor Spitz, dem Vorstande das Absolutorium einstimmig ausgesprochen. Herr Hofrat H e r z k a dankte sodann im Namen der Kultusgemeinde, dem Vereine für sein echt jüdisches und von edelster Menschenliebe getragenes Wirken und insbesondere dem Vorstande für seine unermüdliche und aufopfernde Tätigkeit. Herr N. Vogelsänger sprach sedann im Namen der Mitglieder dem Vorstande den Dank aus und forderte in geistvollen, mit zahlreichen Bibelzitaten geschmückten Worten die Mitglieder zu Einigkeit und festem Zusammenhalten auf. Nachdem Herr Arthur Alb er s namens der Bezirkskommission und Herr Samuel Bernhardt namens des Tempelvorstandes dem Vorstande und speziell dessen unermüdlichen Obmann Herrn Oskar Goldschmied den Dank für das charitative Wirken ausgesprochen hatte, wurden die Ergänzungswahlen vorgenommen, bei welchen die offizielle Liste einstimmig gewählt wurde. Zum Schlüsse lenkte Herr Obmann Goldschmied die Aufmerksamkeit der VereinsmitgHeder auf die im Wirkungskreise des Vereines befindlichen jüdischen Pfleglinge des Lainzer Versorgungshauses, deren Lage er in rührenden Worten schilderte. Es gelang ihm durch die eindrucksvolle Darstellung des traurigen Geschickes dieser unserer vereinsamten Glaubensbrüder ein Komitee zu bilden, das sich den turnusweisen Besuch der jüdischen Pfleglinge zur Aufgabe stellte. Todesfall. Mittwoch, den 7. d. M. wurde Frau Katharina R e i s s, geb. E i s 1 e r, gestorben im 78. Lebensjahr, unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Die Vorstorbene war eine herzensgute, echt jüdische Frau, die ihr ganzes Leben dem Wohle ihrer Familie widmete. Im nächsten Monate hätte die Verstorbene mit ihrem Gatten Max Reiss das Fest der goldenen Hochzeit begehen sollen, auf welches Fest sich die Eheleute mit dem schönen Empfinden ihres guten Herzens schon lange freuten. Der Ratschluß des Himmels aber hatte beschlossen, daß die edle Frau diesen Freudeniag nicht mehr erleben sollte. Herr Rabbiner Dr. Bauer hielt einen zu Herzen gehenden Nachruf, in welchem er die Tugenden der Verewigten würdigte, während die kantoralen Funktionen von den Herren Oberkantor Kogan und I. Kantor Harendorf versehen wurden. Die Heimgegangene wird von ihrem tiefgebeugten Gatten und von ihren Kindern, dem Vorstandsmitgliede der Chewra Kadischa Leopold Reiss, dem Vorstandsmitgliede des Vereines zur Ausspeäsung armer israelitischer Schulkinder für die Bezirke XVI und XVII Siegmund Reiss, dem Vorstandsmitgliede des Vereines der jüdischen Kinderfreunde Hermann R e i.s s, Frau Johanna Neuer geb. Reiss und ihrem Schwiegersohne Dr. Jakob Neuer aufs tiefste betrauert. Was in Rumänien verboten wird. Im Selbstverlage der Arbeitsgemeinschaft für kultureile Propaganda „Prometheu s", Wien, erschien vor einigen Tagen unter dem Titel „Judenhaß" eine Anthologie, für die Generalmajor Schoenaich, Henri Barbusse, der Lordbischof von Winchester,. Bernard Shaw und viele andere hervorragende Persönlichkeiten Originalbeiträge geschrieben haben, die die Amorai des Antisemitismus dartun. Wie wir erfahren,, wurde die Verbreitung dieses Buches in Rumänien sonderbarerweise verboten. ^mmmmmmmmmmmmmimmmm Hotel -^ Restaurant Buth II., Hollandstraße Nr. 14 Vornehmes Restaurant mit erstklassiger Küche Menü zu S 1.80 und 2.20 Übernahme von Diners und Soupers in und ausser Haus Jeden Samstag und Sonntag Souper bansant Jeden Sonntag Tünf-VQr-tee mit Zanz Zum Besuch ladet höfl. ein j QtJTH> xesMzti