Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 11-12 (15.3.1926)
- Date
- 1926-03-15
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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ite 30 bis Wahrheit ftr. 11/12 {i! i; das Blatt auf sechs Monate verboten hatte. (Es ist merkwürdig, daß ein solcher Mann ohne weiteres eine gleiche Anstellung bei einem österreichischen Hakenkreuzblatt finden kann.) Kühn blieb beim „Michel" bis Anfang 1923, bis es zum Bruch zwischen ihm und Kipper kam. Aus diesem Bruch entstand eine Ehrenangelegenheit vor einem Ehrengericht, das Kipper für satisfaktionsunfähig erklärte. Dies geschah ni^ht nur deshalb, weil Kipper einen fremden vertraulichen Brief, den er zufällig in die Hände bekam, im „Michel" veröffentlichte, sondern auch, weil es dem „radikal-nationalen Führer des Deutschtums im Kampfe gegen das Judentum" (das ist Kipper) schlecht anstehe, daß er — immer nach der Aussage des betreffenden Zeugen — „in ständigem geschäftlichen Verkehr mit Juden stehe, daß er sich in seiner geschäftlichen Tätigkeit gewisser Satten bediene, und sich dadurch in bedenkliche Nähe seiner östlichen Landsleute stelle". (Hört! Hört!) Nach der für Kipper tief beschämenden Entscheidung des Ehrengerichts begann der gegenseitige Kampf, an dem auch der Chefredakteur der „Deutschösterreichischen Tageszeitung", Dr. Hans Hartmayer, sich beteiligte. Die Herrschaften hatten sich nichts anderes vorzuwerfen, als: Lügner, Verleumder, Feiglinge, Büttel, Bruch des Redaktionsgeheimnisses, Fälschung von Bankbelegen und auch Angriffe auf das Privatleben eines Mitbeteiligten fehlten nicht Was Wunder, wenn man sich in völkischen Kreisen krampfhaft bemühte, diesen Prozeß auszugleichen! Denn was da alles noch ans Tageslicht gekommen wäre, kann man sich nach der obigen Blütenlese leicht ausmalen. Und tatsächlich gelang es nach mehrtägigen Bemühungen, „die ganze Streitsache in loyaler Weise im Interesse der völkischen Sache und durch Vermittlung völkischer Kreise auszugleichen". Nun, der Ausgleich mag ja gelungen sein, aber der bisherige Verlauf der Gerichtsverhandlung hat doch genügend Einblick in die ganze Kampfesart der Alldeutschen gewährt und mußte selbst einem Blinden zeigen, wohin ein Staat geraten müßte, wenn diesen Männern das Wohl und Wehe des Volkes anvertraut würde. Männer, die nach solchen Beleidigungen sich noch ruhig die Hand reichen können, zeigen, wie es um sie steht. Und solche Leute haben den Mut, über „die jüdische Moral" zu sprechen! Wenn Herr Kipper dem einen Herrn zugerufen hat, „Sie benehmen sich wie auf dem Mensurboden" und ein Verteidiger gemeint hat, man wird Herrn Kipper auf seinen Geisteszustand untersuchen müssen, dann dürften beide Herren auf die wirklichen Quellen des ^^^^^^^^^^^^^^^^^n^^^u^^^^ Die vorliegende Fest-Doppelnummer ist 36 Seiten stark. Die nächste Nummer unseres Blattes erscheint aus technischen Gründen Montag, den 22. März. Von Woche zu Woche Zum Jubiläum des Stadttempels. Dienstag, den 16. März 1926, 7 Uhr abends, findet im Seitenstettentempel eine g o 11 e s d i e n< s 11 i c h e F e i e v mit folgendem Programm statt: Man Tauwu, Psalm LXXXIV, Festrede, Psalm XXIV, Ausheben der Thora, Umzug und Einheben der Thora, Adaun Auiom. (Nach diesem Programm hat die Einweihung des Bethauses vor hundert Jahren stattgefunden.) Mittwoch, den 17. März 1926, um 8 Uhr abends, findet im großen Sophiensaail, III., Marxergasse, eine Festversammlung statt. Mit Rücksicht auf die Raumverhältniisse findet der Einlaß nur gegen Vorweisung der persönlich geltenden Einladungen statt. Zu unserer Festnummer. Die Klischees Dr. M. Gädern ann und Dr. A. Jellinek sind aus der Jubiläumsausgabe der „Menorah", „Hundert Jahre Wiener Stadttempel" reproduziert; die Klischees Isaak Noa Mannheimer. Oberkantor S. S u 1 z e r, verdanken wir der Vermittlung des Herrn Tempelverwalter M. Schwäger. Verein „Ferienheim". Der Verein „Ferienheim" (Präsidentin Sophie G r ü n f e 1 d) entsendet in sein eigenes Heim nach V ö s 1 a u, von Mai bis Juni vorschulpflichtige oder rekonvaleszente Kinder, ab Juli erholungsbedürftige israelitische Schulkinder im Alter von 7 bis 13 Jahren gegen abgestufte Verpflegskostenleistung. Der Schwesternverein das *Oesterreichisihe Seehospiz" nimmt ebensolche, zur Tuberkulose neigende Kinder zur Entsendung in das Seebad Grado Dank für diePiilarüeifer der f estnummer! Es ist uns eine Herzenspflicht, allen unseren geschätzten Freunden, die uns durch ihre Beiträge geholfen haben, die Festnummer so würdig zu gestalten, als es dem bedeutungsvollen Anlasse ihres Erscheinens entspricht, unseren wärmsten Dank auszusprechen. Wir bitten alle jene, deren Beiträge wir in dieser Nummer beim besten Willen nicht unterbringen konnten, um Entschuldigung und werden gerne die Aufsätze in den nächsten Nummern veröffentlichen. Dasselbe gilt für die zahlreichen, uns von geschätzter Seite zugekommenen Mitteilungen, die wir in dieser Nummer wegen Raummangel nicht unterbringen konnten. i« > >!• > > i« >->!•>>>>>> it >>> a > > > > :•!•>:•>>>>>> > >r]t.]t > > > > > > > >>i«'i« i« > ^i^ü» ^»?? Die weltberühmten amerikanischen Manischewifz-Mazzotli-, Grieß g J!i1XD"f»'''lWJt<Ö und- Faruel Überall <erta«iltll«la V rii^^waiiö H « u i» t n 1 <e «1 Eligrosverscttleiß: <manisd}emitz-(ntazzot$- Vertrieb, Wien IL,7?cröfa(}nstr. 3S, Tef, 45-504 erlaben: Detallverschleiß: 71. 'Brobetzky, Wien IL, Beopoibsgasse 39, Tel. 46-1-90 sj KKKKAAWAWXW^^ 111 i i" i i *'• 11 1 •! •!• •'• i