Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 8 (19.2.1926)
- Date
- 1926-02-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. i> Predigt. Freitag, den 19. Februar, 5 Uhr 30 abends, findet im Großen Leopoldstädter Tempel, IL, Tempelgasse, eine Predigt Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Max G r u n w a 1 d statt. Vom Rabbinate der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiermit bekanntgegeben, daß die Fleischbänke des Harm Siegmung Hölzer, IL, Schmelzgasse 1, und des Herrn Max Steffel, X., Planetengasse 3, nicht mehr unter der Aufsicht des Rabbinates der israelitischen Kultusgemeinde Wien stehen und daß selbe daher die Verantwortung für das Kaschruth dieser Fleischbank nicht übernehmen kann. Chewra Kadischa, 1. Samstag, deai 20. Februar 1. J., 6-05 Uhr abends, findet im Qemeindetempel. I., Seitenstettengasse, eine Gedächtnisfeier für die iim abgerufenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder statt. in unserer Redaktion — ebenso wie im Heime. II., Malzgasse 7 — sind zu der am Sonntag, den 28. d. M., stattfindenden Purimveranstaltung des Elisabethheimes für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen Karten ä S 3.— erhältlieh. Die Veranstaltung dürfte durch das Auftreten von JRosI ßerndt Viktor Heim und anderen hervorragenden Künstlern sicherlich nicht hinter den bisherigen glanzvollen Festen dieses Vereines zurückstehen Der jüdische Frauenverein Landstraße veranstaltet am Dienstag, den 23. Februar d. J. in sämtlichen Sälen des Kursalons der Stadt Wien eine Redoute, deren Reinerträgnis den wohltätigen Zwecken des Vereines zufließt. Der diesjährige langandauernde und harte Winter hat den Verein vor außerordentlich große Aufgaben gestellt, weshalb an alle Gönner und Freunde des Vereines die innige Bitte ergeht, sich an dieser Redoute möglichst zahlreich zu beteiligen. Drei Preis einer Familienkarte (für drei Personen) beträgt nur S 12.—, einer Einzelkarte S 5.—. Makkabi XV veranstaltet Sonntag, den 21. d. M., in den Sofiensälen ein Schauturnen mit anschließendem Tanz, zu weicher Veranstaltung noch restliche Karten bei Herrn Eduard Wechsler, XIV., Storchengasse 26, und an der Abendkassa erhältlich sind. Barmizwahfeier. Samstag, den 20. Februar, findet im großen Leopoldstädter Tempel (Tempelgasse), um 9 Uhr vorm. die Barmizwahfeier des Studenten Kurt Landesberger, Sohn des Herrn Kommerzialrat Alfred Landesberger und seiner Oattin M i n a, statt. Barmizwahfeier. Am Samstag, den 13. d. M. feierte der Student Heinrich Heilig, Sohn des Herrn Hof rat Direktor Ernst Heilig und seiner Gattin Anna, geb. Heller, sein Barmizwahfest im großen Leopoldstädter Tempel. Der schönen Feier wohnten Freunde und Bekannte der Familie bei. Nachdem Herr Oberkantor Heinrich Fischer einen feierlichen Segensspruch zu Gehör gebracht, richtete Sr. Ehrw. Herr Räbb. Dr. M. Grunwaid an den Konfirmanden eine eindrucksvolle Ansprache. Vater und Sohn wurden von den zahlreichen Tempelbesuchern herzlichst beglückwünscht. Todesfälle. Freitag, den 12. & M. wurde Herr Restaurateur Moritz Operer zur ewigen Ruhe hestattet. Die ungewöhnlich große Teilnahme deT Trauergäste die dem verewigten die letzte Ehre erwiesen, namentlich der „Verband jüdischer Gastwirte, Hoteliers und verwandter Betriebe", vertreten1 durch Herrn Präsidenten Oskar Tonello. sowie den Herfen Batschak, Freund, F r i e d m a n n, J. Grü ner, Guth, S. Grüner, N. Nagel, Neugröscbl, Neumann, Schreiber, Weiß und Zollner, gaben überzeugenden Beweis für die allgemeinen Sympathien, deren sich der Verstorbene in weitesten Kreisen erfreute. In Vertretung der Gastwirte-^ienossenschaft erschien Herr Bezirksöbmann Franz Wie Singer. Der Verblichene war als einer der ältesten und populärsten Wiener Gastwirte unter dem Namen „Papa" Operer bekannt, nicht nur wegen seines hohen Alters (er erreichte ein Alter voh' 73 Jahren), sondern auch wegen seines herzensguten Wesens. Bis zu seinem Lebensende an ehrliche Arbeit hingegeben war er ein Typus des wahrhaft anspruchslosen Menschen, den niemand vergessen wird, der seine trefflichen Eigenschaften durch persönlichen - Verkehr kennen und schätzen lernte. Ein mustergültiger Gatte, Vater und Großvater, widmete er sein ganzes Leben dem Wohle seiner Familie. Diesbetonte auch Herr Rabbiner Dr. Max Grunwaid in seiner gehaltvollen Rede, die vom Herzen kam und zu Herzen ging. An der Bahre trauerten außer der schmerzgebeugten Gattin Frau Berta Oper er, die Töchter Marry Beck, Mizzi Schönwald, Else Kluger, Lilly Schaffa, Hilda Lew i s sowie Stella und Fritzi Operer, die Söhne Louis und Emil Operer, die Schwiegertochter Ciaire Operer, die Schwiegersöhne Dr. Wolf Beck, Dr. Philipp Schönwald, Jacques Kluger, Max S c h a f f a, Erich Lewis, sowie Enkelkinder, Nichten, Brüder und Schwestern des Verstorbenen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Heinrich Fischer, unter Assistenz des ersten Kantors Leo Funke. Sonntag, den 31. v. M. ist nach langem schweren Leiden im Alter von 66 Jahren Herr Wolf K a 1 w i 11 zu Grabe getragen worden. Die große Wertschätzung, der sich der Verblichene wegen seines vornehmen Wesens in weiten Kreisen erfreute, kam in der außerordentlich großen Beteiligung an dem Leichenbegängnisse, das vom Trauerhause aus stattfand, zum Ausdruck. Den großen Verlust seines Scheidens beklagt außer allen jenen, die jemals Gelegenheit hatten, die seltenen Herzenseigenschaften und Hilfsbereitschaft dieses bescheidenen Mannes kennen zu lernen, die Witwe Frau Amalie, die Kinder Hermann und Jenny K a 1 w i 11, Hermann und Fanny L a ndesmann. Max und Bella, David und Steffy, Sofie, Leopold, Emil und Julius K a 1 w i 11, sowie sämtliche Enkelkinder. Der Nachruf, den Herr Rabb. Dr. M. Grunwaid hielt, war der großen Trauergemeinde aus dem Herzen gesprochen. Trauerandacht. Sonntag, den 7. Adar (21. Februar), findet im Leopoldstädter Tempelverein „Aeschel Awroho m", IL, Pazmanitengasse 6, anläßlich des fünfzigjährigen Bestandes des Vereines eine Trauerandacht für die in den letzten Jahren verstorbenen Vereinsmitglieder statt. Ehrung. Zu Beginn der am Sonntag, den 10. Jänner d. J.,. stattgehabten Sitzung des Kultusausschusses in Olmütz ergriff der Kultusgemeindepräsident OLGR. Dr. L. Meißner das Wort, um dem Sekretär und ersten Kantor Arnold Stoßler anläßlich seiner vollendeten 35 jährigen Amtstätigkeit die Glückwünsche der Kultusgemeinde zum Ausdruck zu bringen. Der Kultusgemeindepräsident sprach dem Jubilar anläßlich seines langjährigen, ersprießlichen Wirkens als Sekretär und Kantor Dank und Anerkennung aus. — Sekretär A. S t Ö ß 1 e r gilt als anerkannter Fachmann auf dem Gebiete des traditionellen Svnagogengesanges und als Kenner des althebräischen Schrifttums im Urtexte. Er war viele Jahre hindurch Mitarbeiter mehrerer Fachzeitschriften!. Auch die „Oesterreichische Wochenschrift" und die „Wahrheit" haben mehrere Artikel aus der Feder dies Sekretärs A. Stößler veröffentlicht. Beschwerden der Vereinskantoren. Die in den Tempelve reinen angestellten Funktionäre führen seit einem Jahrzehnt einen Kampf um gleichmäßige Berücksichtigung bei der Zulassung zu Funktionen bei 'Begräbnissen. Sie vertreten nämlich die Anschauung, daß csie dein, welchem säe im Leben religiöse Erbauung gespendet haben, auch im Tode die letzten Dienste, welche unsere Religion vorschreibt, erweisen seiften-. Um dieser berechtigten Forderung entgegenzukommen, würde bereits vor Jahren die Einrichtung getroffen1:'daß auf - Verlangen der Hinterbliebenen die in Betracht kommenden Vef> emsfuhktiönäre bei den l^chenbegängniissen 'der' in ihrem Sprengel Verschiedenen zü fungieren haben. Dieser auf freier^ Wahl beruhende Vorgang hat sich nun nach Ansicht der Vereinsfunktionäre nicht bewährt, und so haben Sich die Kantoren der Vereinstempel zusammengefunden, um die Wahrung ihrer Interessen gemeinsam in die Hand zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit kämen verschiedene Fälle zur Sprache, die tatsächlich zu Beschwerden Anlaß geben, zumal die Vereinskantoren in Anbetracht der trostlosen wirtschaftlichen Lage jeden Verdienstentgäng um so schwerer empfinden müssen. Es wurde min von genannten Kantoren einstimmig beschlossen, dem Obmann der Organisation der vereinigten Tempelvereine1, Herrn Börserat I. Glück, eine Denkschrift zu überreichen, üi der die Klagen der Vereirisfunktiöhäte geschildert werden, und ihn zu ersuchen, er möge gemeinsam mit den übrigen Vorständen der Vereinstempel eine Aktion zur Verbesserung der Lage der Veremsfuhktfönäre' einleiten. Wie wir von tferrri* Präsidenten T. Glück erfahren, äst diese Aktion bereite ihi Gänge. Auf "Grund "ihm gewordener1 Mitteilungen gab"' genannter Herr uns' 'gegenüber derbestinimten Erwärfung Aüs}- druck, däß die berechtigteil Wünsche der Veremsfunktioftäre äh maßgebender Stelle Berücfoichtiguhg hndehr werden'.