Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1926
- Issue
- Heft 2 (8.1.1926)
- Date
- 1926-01-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Nr. 2 Von Woche zu Woche Predigt Freitag, den 8. d. M., ^5 Uhr nachm., ündet im Großen Leopoldstädter Tempel eine Predigt Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max iär un w ald statt. r Israelitischer Jugendgottesdienst Am Samstag, den 9. Jänner d. J., um 3 Uhr nachmittags, findet der Jugend- Gottesdienst für die israelitische Schuljugend in den Gemeinde- -und Bezirks-Synagogen, sowie in der Toynbee-Halle, XX., Denis gas se 33, statt. Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Das Rabbinat der israelitischen Kultusgemeinde Wien sieht sich veranlaßt, die Gemeindemitglieder aufmerksam zu machen, daß die Firma Max Lustig, Haupthiederlage L. & T. Piowatti, Wien I., Adlergasse 3, Franz Josefskai 19, die ihre Selchwaren; als „koscher" zum Verkaufe bringt, in keiner Weise berechtigt! ist, ihre Erzeugnisse als „koscher" zu bezeichnen, vielmehr diese Bezeichnung den Tatsachen nicht entspricht. Da eine große Anzahl von Restaurants, Auskochereien und Selchwarenbändlungen ganz unberechtigt und unzutreffend die Bezeichnung „koscher" führt, wird den rituell lebenden Gemeindemitgliedern empfohlen, sich vor deren Inanspruchnahme über das •Kaschruth zu informieren, bzw. bei sich ergebendem Zweifel fcn Rabbinate oder im Kultusamte der israelitischen Kultus- ' gemeinde Wien Erkundigungen einzuholen. Sechzigjähriges Betaausiubiläum. Der orthodoxe israelitische Bethausverein „Emunas Awes", XVI., Storchen- •«asse 21, veranstaltete Sonntag, den 3. JänneT, um Vs5 Uhr aachm., anläßlich seines sechzigjährigen Jubiläums eine imposante Tempelfeier und konnte das kleine Bethaus die erschienenen Gäste kaum fassen. Die Kultusgemeinde war durch Herrn Vizepräsidenten Dr. Jakob Ornstein, Herrn Kultusvorsteher Komm.-Rat B. B u c h w a I d und durch Herrn Amtsdjrektor Dr. Emil Adler vertreten. Ferner waren erschienen für die Agudas Jisroel der Präsident Kultusvorsteher Wolf Pappenheim, für die Schiffschul Vizepräsident Dr. Reininger, für den Bethausvorstand Fünfhaus Obmann S. Bernhard, für die Bezirksvertretung XII. bis XV. Obmann Arthur A1 b e r s, für die Chewra Kadischa XII. bis XV. Vizepräses Zahnarzt K u n e r, für den Bethausverein der Bezirke IV. und V. die Vorsteher Dr. P e t ö und Des. W o 11 n e r, ■für den Pazmanitentempel Kassier S. Wechsler, für die •Stumperschul Rabbiner F1 e s c h und Obmann M. Felseniurg, für den Bethausverein Latzenhof Bernhard Hofbauer, für den humanitären Verein Gemiluth Chesed J?abb. Habermann und Julius K r u p p n i k, für den Tempelverein des IX. Bezirkes Vorsteher T r ebitsch, für den Talmud-Thora-Verein Malzgasse Rabb. Schenk und Dr. Po Hak, für die Misrachi- Zentrale Vorstandsmitglied M. Gross u. v. a. m. Das schöne Fest wurde mit dem Minchagebet eingeleitet und bot dasselbe Herrn Oberkantor Eichhorn Gelegenheit, sein großes Können, zu dokumentieren. Nach der Begrüßungsansprache des Präses Herrn Heinrich Weiß hielt Herr Rabb. A. Weiß eine ■Festrede, in welcher er die Entstehungsgeschichte des Bet- .hausvereines schilderte. „Vor sechs Jahrzehnten entschlossen sieh mutige Männer, die ihrem Glauben die Treue wahrten, an der Tradition ihrer Eltern festhielten, eine Andachtsstätte zu gründen, um in gewohnter Weise ihre Andacht zu verrichten. •Aus dieser kleinen Schar ist eine ansehnliche Gemeinde geworden; mit Gottes Hilfe ist es gelungen, diese Andachtsstätte, dank der Opferbereitschaft ihrer Mitglieder und Bethaus- -besucher, käuflich zu erwerben, womit ein Denkmal für ewige Zeiten geschaffen wurde, welches uns mahnt, wie opferbereit *nsere Ahnen waren und wie bereitwillig die heutige Generation ist, wenn es gilt, ein Heiligtum nicht nur zu halten, sondern auch zu erhalten." Das von Oberkantor Fränkl mit " seinem ausgezeichneten Chor meisterhaft zum Vortrag gebrachte Maariwgebet sowie die ausgezeichneten Rezitationen 4er Herren Oberkantoren G. Margulies (Währ. Tempel), 5. Weiß (Jubiläumstempel, X, Bez.) und S. Postolow (Müllner-Tempel) werden allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Nach dem Festgottesdienst fand eine gesellige Zusammenkunft im jüdischen Volksheim, XV., Herklotzgasse, die einen sehr animierten Verlauf nahm und um deren GeKngen sich Herr Josef Neufeld besonders verdient gemacht hat Den Abend eröffnete mit herzlichen Worten der Präsident des Bethausvereänes Herr Heinrich Weiss. Die folgendien Reden des Vereinsrabbiners Herrn A. Weiss, sowie der Herren Rabbiner FI esch und Schenk erweckten lebhaftestes Echo.; Stürmisch begrüßt ergriff der Vizepräsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Jakob O r n s t e i n. das Wort zu einem fesselnden Tränkspruch und wurden' se£ne Ausführungen stark akklamiert. Weitere Toaste sprachen die» Herren Kultusvorstand Komm.-Rat JB. Buchwald, Präsident Oskar Goldschmied, Bethausobmann S. Bernhard, Obmann Arthur AIbers, die als Gäste erschienenen Herren B. Hof bauer und M. Felsenburg, sowie der Schriftführer des Bethausvereänes Herr Arthur K r e i n e r. Die Intervalle füllten mit herrlichen Gesangsvorträgen die Herren Oberkantoren P o s t o 1 o w, S. W e i s s, M a r g u 1 i e $, Fränkl und Eichhorn aus, die alle Beifallsstürme entfesseltefn. Ehe das Tischgebet feierDich angestimmt wurde, erhob sich lebhaft begrüßt Prof. Nasche zu seiner geradezu vialbejubelten Schlußrede. Von den zahlreichen an den Verein gelangten Gratulatiorasschreiben wurden die der Herren Chaj e s, Fürst und Schiel (Bösling) zur Verlesung gebracht. Das rührige Festkomitee setzte sich, zusammen aus .den Herren; Präses H. Weiß, Vizepräses J. Omer, Hausverwalter Emanuel Schulz, Schriftführer Arthur Kreiner, Kassaverwahrer Siegfried Löwinger, Revisor Leopold Wechsler, Revisor Isidor Weinberger, Meier Amschel, Adolf Kreisler, Emanuel Weiß, Ignatz Weiß, Isidor Winkler, J. Wühl, J. Schiffer, Dr. S. Unterberg, Josef Neufeld, David Kohn, Arnold Eckstein, Moritz Schv/arzstein, Max Kohn, Maximilian Steiner und Eduard Kreiner. Trauung. Sonntag, den 10. Jänner 1926, um Iii Uhr mittags findet im großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Frl. Pauly Landesberger, Tochter des Herrn Kommerzialrates Alfred Landesb erger, mit Herrn Dr. Paul G e i g e r statt. Todesfall. Mittwoch, den 23. Dezember v. J., verschied in Oedenburg die Gattin des Großkaufmannes Sigmund Fürst, geborene Katharina Goldschmied. Die Verewigte war vieile Jahre hindurch Vizepräsidentin des Oedenr burger Israelitischen Frauenvereines und) durch ihren großen Wohtätigkeitssinn und ihre Frömmigkeit in den weitesten Kreisen bekannt und beliebt. Ihre Beerdigung gestaltete sich demnach zu einer eindrucksvollen Trauerkundgebung, an der fast die gesamte Oedenburger Judenschaft, aber auch viele Nichtjuden teilnahmen. Lange vor Beginn der Trauerfeierlichkeiten fanden sich nicht nur zahlreiche Damen und Herren beider israelitischer Kultusgemeinden, sondern aller Gesellschaftskreise Oedenburgs im Trauerhause ein, um dieser wahrhaft edlen Frau das letzte Geleite zu geben. Auf dem orthodoxen Friedhofe würdigten die Rabbiner Grünwal di und Müller das segensreiche Wirken der Verstorbenen als zärtliche Gattin, aufopfernde Schwester und hingebungsvolle Freundin. Anläßlich des Hinscheidens seiner allseitsverehrten Vizepräsidentin hielt der Oedenburger Israelitische Frauen verein eine Trauersitzung ab, in der die Präsidentin Frau Maximilian Deutsch die großen Verdienste der Entschlafenen um den Frauenverein in schwungvollen Worten würdigte. Sodann erschien der Ausschuß des Frauenvereines im Trauerhause, um dem schwergeprüften Gatten der Verstorbenen und deren Geschwister die tiefste Anteilnahme des Vereines zum Ausdrucke zu bringen. Spende» Aus Linz wird uns mitgeteilt: Samstag, am 26. Dezember wurde die hiesige Gemeinde durch ein neues Poroches für den .Wintertempel erfreut. Der Thoravorhang, der aus dem Atelier H. Mayer, Wien, in tadelloser und geschmackvoller Arbeit geliefert wurde, ist ein Geschenk des Gemeindemitgliedes Herrn S. Führst, der ihn aus Anlaß der Geburt seines Sohnes votierte. 'Der Kultusvorstand nahm Gelegenheit, in einem besonderen Schreiben dem Spender den wärmsten Dank auszusprechen. Herr S. Fürst ist der Sohn des verstorbenen, um die Linzer Gemeinde sehr verdienten Herrn Adolf Fürst, der auch Jahre hindurch Obmann der hiesigen Chewra Kadischa war. Freie Zionistische Vereinigung. Das Büro der Freien Zionistischen Vereinigung befindet sich in Wien I., Graben 20, Eingang Naglergasse 1, Mezzanin, Tür 7, Telephon 62-906. J———09999—9 Qe%9%W99mQ9+. Met Bboiinenfen für „üie Wahrheit"! /w:^ rjswaa«Qtrt.vt«i .vvm«^«-»