Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1925-10-23 · Heft 42 (23.10.1925) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 42 (23.10.1925)
Date
1925-10-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3062972-3064022-3064061--14067-3081605
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 42 Di£ WAHRHEIT Seite 9 recht erworben haben. Es handelt ^sich z. B. in der vielbekämpften Entscheidung des Venwaltungsgerichtshofes um einen Staatsbeamten, der schon im Jahre 1903 in Wien heimatberechtigt war. Alle diese Personen, die das Heümatrecht auf Grund solcher zwischenstaatlicher Verträge (es handelte sich um einen Vertrag zwischen Polen und der Entente) verloren haben, gelten nach der Bestimmung des § 24 wieder als österreichische Staatsbürger und zwar mit 16. Juli 1925. Auch sie erlangen also, wenn dies auch nicht besonders betont wird, „kraft Gesetzes" die Bundesbürgerschaft, auf welche sie allerdings freiwillig verzichten können, der Erwerb der österreichischen Staatsangehörigkeit tritt auch nicht ein, wenn sie nach dem 16. Juli 1920 freiwillig eine andere Staatsbürgerschaft erworben haben. * * * In der „Union deutschösterreichischer Juden" IX. Berggase 4, werden bereitwilligst alle gewünschten für ein Einschreiten auf Grund der im Eingange zitierten Gesetze erforderlichen Auskünfte erteilt. Sprechstunden von 10 bis 12 Uhr vormittags. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■MI Oesterreichs Jüdische Jugend Veröffentlichungen der Jugendgruppe der „Union deutschösterreichischer Juden" «■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■i Leitworte. Der Jugendgruppe der „Union deutschösterreichischer Juden" sollen diese Blätter, die heute zum erstenmal und von nun ab in zwangloser Folge erscheinen, gewidmet sein. Sie sollen in erster Linie die Frage nach den Idealen, von denen Oesterreichs jüdische Jugend beseelt ist, beantworten und die Wege weisen, auf denen diese Jugend ihren Zielen nachgeht. Sie sollen die Kenntnis yon ihrem Wollen und Wirken in die weitesten Kreise tragen. Und sie sollen damit den Zusammenhang zwischen Alt und Jung festigen helfen. Die jüdische Jugendbewegung hat die extreme Richtung der Elternfeindlichkeit nie gekannt; dazu waren die Bande des jüdischen Familienlebens zu stark. Die Aelteren werden hier die Gewißheit finden, daß sie in ihrem Wollen den Jungen zu tiefst verbunden sind. Aber sie werden bei der genaueren Kenntnis, zu der ihnen hier verholfen werden soll, auch erkennen, daß die Wege, auf denen die junge Generation ihr Ziel zu erreichen sucht, notwendig oft andere sein müssen als die der Aelteren. Sie werden im Gefühl des gemeinsamen Zieles dafür mehr und leichter Verständnis haben. Selbständigkeit aber ist die erste Voraussetzung einer sinnvollen Jugendbewegung. Diese Blätter sollen eine Lücke ausfüllen; was bisher in Versammlungen und Besprechungen der „Jugend-Union" nur flüchtig angedeutet werden konnte, das soll hier eine ausführliche Behandlung finden. Alle unsere großen Probleme, soweit sie die Jugend berühren, sollen hier in einer Weise erörtert werden, die dem jugendlichen Denken und Fühlen entspricht. Das wird, so hoffen wir, reichen Gewinn für die Aelteren und Jüngeren tragen. Darüber hinaus soll hier Gelegenheit gegeben werden, sich über Einzelheiten aus der p r a k t isehen Arbeit der „Jugend-Union" zu orientieren. Regelmäßige Arbeitsberichte sollen dieser Aufgabe dienen. Und schließlich knüpfen wir noch eine Hoffnung an das Erscheinen dieser Blätter, die durch die gern gesehene Mitarbeit aller mit der Bewegung sympathisierender Kreise ausgestaltet werden sollen: Mögen sie dazu verhelfen, die Ausbreitung der „Jugend-Union" zu fördern. Wer, in der jüdischen Arbeit Oesterreichs stehend, die Entwicklung in den letzten Jahren verfolgt hat, wird empfunden haben, daß das Verlangen nach einer solchen Jugendvereinigung immer größer geworden ist. Diese Vereinigung zu stärken wird die schönste Aufgabe dieser Blätter sein. Gelingt es, dann soll das Geleistete uns mit Stolz erfüllen. Die Redaktion der „Wahrheit". Ans der Bewegung. Die Reorganisation des Ausschusses der „Jugend- Union" hat weitere Fortschritte gemacht: In der letzten Ausschußsitzung, welche am 15. d. M. stattgefunden hat, wurde Dr. jur. et rer. pol. Benno T e n n e t zum dritten Vorsitzenden, das neugewählte Ausschußmitglied Dr. phil. Franz Josef Weiß zum zweiten Schriftführer und Hans Kar eis zum zweiten Kassier ernannt. Der nunmehr erweiterte Ausschuß beschäftigt sich derzeit mit der Vorbereitung größerer Aktionen, mit denen er bereits in nächster Zeit hervortreten wird. Auch das Geselligkeitskomitee der „Jugend- Union", das unter der Leitung des rührigen Beirates Herrn M. Neumann steht, veranstaltet bereits Samstag, den 24. Oktober, 8 Uhr abends, im Etablissement Leopoldi- Wiesenthal (Eingang I., Rothgasse 5. durch das Cafe Arlon) den ersten geselligen Abend. Der Präsident der „Union", Herr Dr. Jakob Ornstein, hat sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt, diesen Abend durch eine Ansprache zu eröffnen. Gäste aus den der „Union" nahestehenden Kreisen sind herzlichst willkommen. Der Ausschuß der .Jugend-Union" wendet sich mit folgendem Aufruf an die jüdische Jugend in Oesterreich:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.