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Die Wahrheit · 1925-09-11 · Heft 36 (11.9.1925) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 36 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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WAHRHEIT Österreichische Wochenschrift ihr iiiüisdie Interessen Mit Hein Eeiüldü: Weröilegiilichangen Her ..Union tieofscliGSierreidiistiier Imsen* Redaktion und Administration: Wien 13., Bl4SiB»«stfB>«a£&« 13. - Fernruf 12-2-16 XLI. Jahrgang Wien, 11. September 1925 Nummer 36 Ein schicksalsschwerer Entschluß. Weizmann hat recht, wenn er in seiner Abschiedsrede die Worte ausgesprochen hat: „Der Kongreß hat am Samstag abends einen schicksaisschwerenEntschlußbezüglich derJewishAgency geiaß t." Doch nicht allein für die zionistische Bewegung ist der Beschluß schicksalsschwer, sondern auch bedeutungsvoll für das gesamte Judentum. Um sich dieser Bedeutung klar zu werden, wird es gut sein, den Beschluß mit Rücksicht auf die politische Situation des Weltjudentüms zu beleuchten. Die über die ganze bewohnte Erde zerstreuten Juden zeigen eine ebensolche Anhänglichkeit an ihren Glauben und ihre Ueberlieferungen wie sie ,den Ländern, in welchen .sie wurzeln,- und den Völkern, denen sie angehören, treu ergeben sind. Aus -dieser, geistigen; Einstellung ergeben sich die Grundlinien nir die politischen Anschauungen und Strömungen der, übe?biegenden Mehrheit der Juden innerhalb; aller Völker und Länder. Die Religion ist das Band, weiches sie mit ihren Glaubensbrüdera auf; ^er^gauzen,Weit verbindet und sie weit über das Religiöse, hinaus zu einer geistigen und seelischen Üe^i^ohBii^yM^^U Als treue Söhne des Landes, inj dem j si e; geboren sind, arbeiten sie unermüdlich an;;ijer-,.kulturellen; Entwicklung und: an der Vefjnejiruijg=4ß$-.0oty&%P$$& derjenigen' Völker, deren J^ylturggmj?ijaSi?h^#..;; sie angehören. : Die Stellung, die-sie;Inj;Geistes-: eijUJiehmen^: gibt ihnen, a^ber au^ über -jdiese^; Ziel,hinausu|ur die ^friedliche Verständigung! de& einzelne^ Rationen zit .wirken,. indem §i'e ira in^e^esse, > \ ihrerj Heimatstaaten jedem.? nationalen jQhauvinJsmus, dessß&.Öpfer 'sie rpftrselBst sindi ent' gegentreten. .. :'..]:■„.,"■ -<;/•. Es iMbdaher ikta/daß; >die, Mehrzahl der Juden eirierj iura! die; JahrM-n^eriwamtej entstandene^ poätir sehen Bewegung,; innerhalb ^des;^dejoitums,n .welche sieli selbst äis^n äit i Q;n_aJ;'\ b^ gegenüberstand!.; Sie;.konnte-eine: Ideologie 5jieht bjjr ligöni>:wjeichei;diß)'religiöse liäiid-e1bis.Qbe?iYierJ>u^denT heltt deib; Juden! jm \ smsxi r: inati pnalen Zusammengenör igkeüt iiintockettte^ i;$»ohte,:; undi * ßiofi. dflher t eine* B&weguxilg .Tiichjfcsianseblifißeni \yelcfoe: (^p.:Uin:xdiese Zeib/jalsiipblitisxdieE ffkktör auftoetenden;; ^ationajismos -3der!.taiidefßtt) YitökAntmi' 4a& t Jtjt^en^unj? $\>e$jm&. Durch?! die; ^arke/ Betonung; des >nationalen -Momentes ^wurde Lim den;Augen> vieler Jude« ,eii^ Id§e . cöskreditierty dielmimdiMi -sich M§l #ft$)klW[j§&gn lange iZielt/vpE^eift, Entstein iderüpdischTnatiqn^en Bewegung; ig^ade! imJfame!-&®ßjfä<mAnh^BgejrfniHdßfiöiÄejitr gsftmctefes^ -0? WuUirSiitf -j&JSfr -«Sil;:!'M<"'07 V ^>"o' jüdischen Nationalismus entschieden ablehnten. Es war die Idee des Zionismus, die von den Nationalen als Politikum aufgefaßt, Männern, wie Rothschild und Hirsch, mehr Herzenssache gewesen ist. Was diese beiden und was Vereinigungen, wie die Alliance Israelite oder der Hiifsverein deutscher Juden, für Palästina geleistet haben, wird stets ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Wiederaufbaues des Heiligen Landes bilden. Wollten diese den armen, vertriebenen Glaubensbrüdern ein Heim und eine Heimat schaffen, wo sie als Menschen leben konnten, so war es das Streben jener, sich in Palästina den Staat zu schaffen, der ihnen zur Vervollständigung des nationalen Gedankens notwendig schien. Da trennten sich die Wege und die Judcnheit war von nun ab in ein kleines nationales und in ein größeres nichtnationales Lager gespalten. Es wäre aber grundfalsch, die Anhänger dieser beiden Richtungen, wie es leider geschieht, schlechthin als „Z i o n i s t e n", bzw. als „N i c h t z i o n is t e n" zu bezeichnen, da ja nicht Zion, sondern das nationale Bekenntnis das trennende Moment bildete. In den letzten Jahren nun ist eine Annäherung dieser beiden Richtungen wohl nicht in prinzipieller Hinsicht, aber in bezug auf den Wiederaufbau von Erez Jisroel eingetreten. Im Kreise der den National tismus ablehnenden Juden gewann die Anschauung immer; mehr Verbreitung, daß der Wiederaufbau des Heiligen Landes eine Angelegenheit der gesamten Judenheit sei und daß man daher trotz aller politischen Gegensätze nicht abseits stehen dürfe, wenn eine Partei im Judentum denselben zu verwirklichen bestrebt ist. Gleichzeitig erkannten auch die weitblickenden' Jüdischnationaten, daß der Wtederäufbau Palästinas aus dem Rahmen/einer Parteisache li-eräiistreten und zur §ache des . Gesamtjuder.tums werden müsse. Sie; waren, daher §.es.trebt,: die Brücken zum übetw Fegenden Teil; der - J udenschafö, die ein engherziger Nationalismusfrmter sich abgebrochen hatte, wieder aufzurichten und um der höheren:. Ziele willen die tiesöndere Be toriiing des Nationalen zu unterlassen. Hierzu kommt noch, daß das Palästinamandat dem Wunsche des Völkerbunds .Ausguck, gibt^;^d aß;:d'i e; z i o-ti Ls t i^c h e 0 r g a n 1 s a il p n? e ti r i t:t' e. , .u'n t e r n h:m e n s:a 11, um.;d:ie,.Ä,itar^ei^/allerr JudTen. zu s >;c rre;r n, di eg e w i 11 t si udv. b e t: die r E rr rl;c;h-t-tiii'g de r j u d Ts c h enif e imit<%t t e mit z ü ä r b e W neue Richtung der jüdisch-nationalen ^Politik auch materielle .Qrün^e-maike^encf,!d^;4fe.Mittel, welche die zionistische Organisation:, troti; :aÜer Anstrengungen äutbringeÄ: konnte, bei . weitem riieht mehr ausreich-

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