Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 18 (8.5.1925)
- Date
- 1925-05-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE WAHRHEIT BeufscMs<enrelcfilsdie WocBeBS&rtf! lir Ifldlsdie Inieressai Hü dem BeiM&tt: feröttcnflkmingai «er „Union dafficftösteiTeifflisifecr Mar Redaktion und Administration: Mfl«.n IM-, Hcliieulrafle *2*. - Femruf 42-2-1S XLI. Jahrgang Wien, 8. Mai 1925 Nummer 18 Aus den „Protokollen des Sanhedrin 1846« Ein neuer antisemitischer Schwindel. Die völkische Bewegung in Deutschland hat zurzeit politisch vollständig abgewirtschaftet und ausgespielt. Da aber die treudeutschen Volksgenossen immer noch nicht daran glauben wollen, so muß immer wieder etwas gegen die „verdammte Judensippschaft" ausgebrütet werden. So kam ein Feldgeistlicher zum „Völkischen Kurier" und brachte „nieue Nachrichten", die in Deutschland noch nicht bekannt sind, zu den „Protokollen der Weisen' von ZiOn". Der „Völkische Kurier" in München, der wohlweislich nicht den Namen des Feldgeistlichen bringt, der den Krieg an der Ostfront mitgemacht und dabei wichtiges Material, durch das d'ie Juden belastet werden sollen, gefunden haben will, läßt ihn schreiben: „Im November 1918 wurde es mir als Garnisonspfarrer der Festung Groduö gestattet, die Bibliothek der Judenhbchschule zu besichtilgen, mit dem ausdrücklichen und durch den Bibliothekar kontrollierten Vorbehalt, daß ich mir keinerlei schriftliche Auf Zeichnungen zu machen habe. (?) Ich fand in den Protokollen des Sanhedrin, der nach Bedürfnis der Judenschaft zusammentritt, eines aus dem September 1846 zu Warschau; die Versammlung war von ungefähr 360 Oberrabbineru und •Rabbinern besucht, unter ihnen! namentlich der Großrabbimer Großbritanniens Mos e s M o nt e f i o r e unfd der Oberrabbin'er Galiziems, Krakauer (Lasalle). Der.^ldgöistlichie leidet an einem Verfolgungswahn, da diese Sitzung niemals zusammengekommen und auch somit nicht getagt hat. Denn Sanhedttins wurden in früheren Zeiten bis zum 18. Jahrhundert dieis öfteren 'zufeiammenberuiSen. Die letzte diesen Namen führende Zusammenkunft war die von Napoleon I. 1806 niach Paris einberufene jüdische Notabem-Versammllung, idüe dien 'Zweck verfolgte, die letzten Schranken aus dem Wege zu räumen, die der Emanzipation der Juden im Wege standen. Wir sind erbötig, es unter Beweis zu stellen, daß seit dem Jaihre 1806 bis zum heutigen! Tage keine jüdische Versammlung irgendwelcher Art unter dem Namen Sannedrin stattgefundien hiat. Den Antisemiten wird es nicht gelingen, den Gegenbeweis zu erbringen. Also hiat man jede Nachricht über einen nach dem Jahre 1806 abgehaltenen Sanhedr in von vornherein als einen Schwindel zu bezeichnen. Und wenn der „Feldgeistliche" des „Volk. Kur." behauptet, er habe in Grodno die Protokolle der Sanhedtrins von Warschau, Krakau usw. gesehen, so sagt er damit die Unwahrheit. Er, der sich angeblich keine Aufzeichnungen machen durfte, schreibt nun weiter: „Die Beratung dieses Warschauer Sanhedrins beschäftigte sich mit der Frage: Was soll geschehen, damit die alten Verheißungen der jüdischen Herrschaft über alle G o j i m Wahrheit werden? Fast alle Beratenden gaben iihre Meinung diahin ab, daß es darauf ankäme, das Geld der A k u m (so soülen nach! der] falschen antisemitischen Darstellung die Nichtjuden im Talmud genannt werden) in die Hände der Juden zu spielen. Der Oberrabbiner Krakauer beantragte zu diesem Zweck die Gründung einer internationalen Arbeiterpartei, die eventuell „sozialistische" genannt werden könnte. Dieser Antrag fiel durch. Am Schlüsse der Verhandlungen erhob sich damals der 72jährige (!) Moses Montefiore, der Großrabbiner Großbritanniens, und sprach etwa: „All euer Gerede von Geld, Geld und nochmals Geld bleibt „Geseires" (dieses Wort in dem Munde eines! deutschen Feldgeistlichen!), wenn es uns nicht gelingt, die Zeitungen der Gojims! zu beherrschen und durch sie die Völker der Welt zu betäuben, zu belügen und zu verwirren." In dem Verhandlungsprotokoll des Sanihedrin vom November 1847 in Krakau wurden etwa 4 Millionen Rubel ausgeworfen*, damit mit diesem Gelde begabte jüdische Redakteure ausgebildet und Zeitungen gegründet würden, die das Interesse der Juidenheit in allen Ländern klug und rücksichtslos vertreten. In Berlin wurde 'das „Berliner T a g e b 1 a 11", in Frankfurt am Main die „Frankfurter Zeitung" geschaffen, d i e erstere, um die Revolution 1848 in Berlin kräftig! z u fördern, die „Frankfurter Zeitung", um die Idee der internationalen sozialdemokratischen Arbeiterpartei nam'entiiich in Deutschland und seinen westlichen Grenzländern vorzubereiten, zu verbreiten und in die Arbeiterwelt fest hineinzupflanzen," (In Warschau wurde der Antrag, eine sozialdemokratische Partei zu gründen, abgelehnt, und hier in Krakau arbeitet man nun schon mit der mternationalen Sozialdemokratie. Daj stimmt etwas nicht, Herr FeJdgamisonspfarrer!) Es wurde nun dem Herrn Pfarrer auf die Frage, ob Moses" Montefiore in England noch hohe und; ein-