Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 12 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Nr. 12 büar ein kostbares Ehrengeschenk. Ks erscliien ferner in der Wohnung des Jubelpaares der Vizepräsident des Bethausvorstandes Herr Dr. Elias Münz, der an das Hochzeitspaar herzliche, ergreifende Worte richtete. Dann sprach Herr Prof. Antscherl, der den Jubilar seit seiner Kindheit kennt, und zeichnete in beredten Worten dessen verdienstvolle Wirksamkeit. Am Abend vereinigten sich eine große Zahl Freunde zu einer, von einem Vergnügungskomitee veranstalteten gemütlichen musikalischen Akademie in Siegels Restauration, welche einen sehr animierten und stimmungsvollen Verlauf nahm. Als erster sprach Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max Qrunwald, welcher in geistreich-humorvoller Weise die Charaktereigenschaften des Jubilars und seiner Gattin zeichnete, dann sprach Präsident des Kantorenvereines Herr Oberkantor J. Löwit treffende, humcivclle Worte und erwähnte u. a., daß er den Jubilar seit seiner Jugend kennt und schätzt, da sein Vater dessen Lehrer in der Talmudthoraschule war. Weiters stellte sich mit einer überaus gelungenen Rede der erste Sekretär der Kultusgemeinde Herr Guido Fuchsgelb ein, dessen «eist- und witzsprühende Ansprache allgemeinen lebhaften Beifall auslöste. Hierauf richtete namens des Vergnögungskomitees Herr Fritz Samek schlichte Freundesworte an den Jubilar. Den Reigen der Tischreden schloß der Kultusvorsteher Herr Salomon Meister, welcher ebenfalls erwähnte, daß er den Jubilar seit 3 Dezennien kennt und schätzt und auf eine weitere Freundschaft sein Glas erhob. Aus dem reichhaltigen Programm erwähnen wir die Klaviervorträge des Herrn Prof. Menzer, die schönen Doppel quartettchöre, die Einzel-Gesangsvorträge der Oberkantoren Alter, Margulies, Postolow, sowie Funke und Groß, die Duette der Sänger Reich und Stricks, die Gesangsvorträge der Konzertsängerin Frl. Mizzi Löwit und die Cellovorträge des jugendlichen Cellovirtuosen Theo S a 1 z m a n n, von seiner genialen Mutter Frau Julie Salzmann am Klavier begleitet, welche alle lebhaften Beifall und ungeteilte Anerkennung fanden. Viele hunderte Telegramme, Briefe und Gratulanten von nah und fern zeigen von der Popularität und Wertschätzung, deren sich das Jubelpaar in allen Kreisen erfreut. Auch die Redaktion d. Bl. benützt den Anlaß, um das Jubelpaar zu seinem silbernen Hochzeitsfeste aufs herzlichste zu beglückwünschen. » Goldene Hochzeit und 50jähriges Dienstjubiläum. Kantor Philipp Bassel, der sich der Sympathien und Wertschätzung aller seiner Mitbürger erfreut, feiert mit seiner Gattin Julie, geb. Werner, bei voller geistiger und körperlicher Frische seine goldene Hochzeit und sein 50jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse findet am Samstag, den 4. April 1. J., um 9 Uhr vormittags im Rahmen des Gottesdienstes eine Feier im Tempel, V., Siebenbrunnengasse la, statt. Der Vorstand des Tempelvereines für die Bezirke Wieden-Margareten erlaubt sich alle Freunde und Gönner des Jubelpaares zu dieser seltenen Feier einzuladen, um durch ihre Anwesenheit zur Hebung des Festes beizutragen. Todesfälle. Am 9. d. M. wurde unter außergewöhnlich großer Beteiligung Herr Direktor Ladislaus Kornis zu Grabe getragen. An seiner Bahre trauern gramgebeugt dessen Gattin Relly Kornis sowie die Kinder Eugen Kornis und Trude Fischer und der Schwiegersohn Franz Fischer. Der Verstorbene war wegen seines lauteren echt jüdischen Charakters allgemein geachtet. Dieser wohltätige Mensch, der sich bei keiner jüdischen Aktion ausschloß, war das Muster eines großzügigen jüdischen Wohltäters. Herr Rabbiner Dr. Taglicht widmete in seinem allen zu Herzen gehenden Nachruf dem Dahingeschiedenen Worte der Anerkennung und 4er Liebe, die er stets seiner Familie als echt jüdischer Vater entgegenbrachte. Auch Herr Vizepräsident Direktor Kux sprach tieferschüttert an der Bahre seines Freundes und Kollegen Worte des Abschiedes, ebenso ein Logenbruder der B. B. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Matyas mit großer Assistenz, der auch am offenen Grabe im Namen der Familie Michael Grünwald ein ergreifendes El mole rachamim anstimmte. Der gramgebeugten Familie möge zum Trost dienen, daß der Verstorbene eine Zierde jüdischer Männer war und als Vorbild im steten Angedenken weiter leben wird. Friede seiner Asche! Mittwoch, den 11. d. M. wurde unter großer Beteiligung, darunter in Vertretung der Wiener Kultusgemeinde Präs. Prof. Dr. A. Pick mit dem Gesamtvorstande der Gemeinde und fler Gesamtvorstand des Bethausvereines „Beth Hatfilah" mit Präsident Börserat I. Glück an der Spitze, der im 81. Lebensjahre verschiedene Medizinalrat Dr. Moritz' Schnepp zu Grabe geträgen. Medizinalrat Dr. Moritz Schnepp, der vor drei Jahren sein 50jähriges Doktorjubiläum und erst vor kurzem seinen 80. Geburtstag feierte, war der Senior der ^Wiener Äerzteschaft und in den weitesten Kreisen durch seiiTwohltätiges und gemeinnütziges Wirken bekannt und beliebt Schon als Mediziner hat' er sich bei der Choleraepidemie der Jahre 1871 bis 1872 mutvoll unrf energisch um die Bekämpfung der Epidemie große, allseits anerkannte Verdienste errungen. Bereits die Feier im Trauerhause fand durch tiefempfundene Trauergesänge des Oberkantors Postolow eine ebenso würdige als erhebende Ausdrucksweise, desgleichen die Trauerfeier im Tempel, wohin die Leiche überführt wurde und wo Rabbiner Dr. Schwarz in einem herzlichen Nachruf die großen Verdienste des Verblicheneri würdigte. Am Friedhof hielt Börsenrat I. G1 ü c k im Namen des Bethausvereines „Beth Hatfilah", in dessen Mitte pr. Moritz Schnepp beinahe ein Menschenaiter, Jahre hindurch als Präsident und in den letzten Jahren als Ehrenpräsident gewirkt, eine gehaltvolle Trauerrede, ebenso Rabb. Dr. Schwarz. Oberkantor Postolow versah die kantorale Funktion. An der Bahre des Verblichenen trauern der bekannte Rechtsanwalt Dr. Friedrich Schnepp und Dr. S. Schnepp, gleich seinem allseits beliebten Vater ein bedeutender Arzt. Am 13. d. M. starb im Rothschildspital nach längerem Leiden der Seelsorger der Gemeinde Mödling Dr. Bardowicz. Der Verstorbene, der den Ruf eines Gelehrten hatte, wirkte 33 Jahre in Mödling und hat zum! Aufblühen dieser Gemeinde Vieles getan. Sonntag, den 15. d. M. fand unter großer Beteiligung am Zentralfriedhof, III. Tor, die Beisetzung statt Rabbiner Dr. Taglicht würdigte als Amtskollege und Studiengenosse die Verdienste des Verblichenen und am offenem Grabe hielten Rabbiner Dr. Feuchtwang als Vorsitzender des Rabbinerverbandes, und Dr. Ernst Moser als Präsident der Kultusgemeinde ergreifende Abschiedsworte. Ataimonides-Instltut, III., Hetzgasse 40. Samstag, Vs4 bis 145 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka: Pentateuch; Vi5 bis Uhr, Rechtsanwalt Dr. N. G o 1 d s t e i n: Mischna. Montag, 6 bis 7 Uhr, Rabbiner Dr. A. Kaminka: Jesaja; 7 bis 8 Uhr, derselbe: Maimonides, More Nebuchim. Mittwoch, 6 bis 7 Uhr. Rabbiner Dr. A. Kaminka: Talmud; 7 bis 8 Uhr, derselbe: Maimonides, More Nebuchim. kanntlich Juden waren, bestens bedankt hätte. Berichtigung. Der in der konstituierenden Vorstandssitzung der Chewra Kadiscba Baden gewählte erste Beirat heißt nicht Stein, sondern ist Herr Anton Stern, Inhaber des Cafe Schopf in Baden. Xandesdirektorium des KEREN HATHORA für Österreich Wien II, Malzgasse Nr. 12a 5 Einladung ■ J zu dem am Sonntag, den 29. März — 4. Nissan — § 2 um V*H Uhr vormittags, stattfindenden ■ { Massenmeeting | 2 Thema: Jj; S was bedeutet das „HEREN flATflORA" 5 ■ für das Judentum? S S Es wird sprechen: Herr Wolf S. JaHODSOhll g ■ aus Hamburg, Leiter des Landesdirektoriums des ■ ■ Keren Hathora in Deutschland. ■ jj erscheinet in Nassen f J| ■ Das Landesdirektorium. ■ BiiiHiiiiHiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiim