Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 9 (6.3.1925)
- Date
- 1925-03-06
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 DIE WAHRHEIT Seite III Abgeblitzt. Eine wahre Begebenheit. Der österreichische Ministerpräsident Graf Badem, der ein galizischer Großgrundbesitzer war, bildete sich nicht wenig auf seine Kenntnisse im Jüdischen ein. Als er noch Finanzprokurator in Lemberg war, machte er einmal eine Badekur in Karlsbad und liebte es, mit seinen jüdischen Freunden aus Galizien im „marne loschen" zu konversieren. Auf einem Spaziergange mit einem seiner Gutspächter, den er im Bade traf, kam ihnen ein schöner russischer Windhund entgegen, der Badenis Aufmerksamkeit erregte. Schauen Sie nur da — den schönen Kelew. Das ist nischt kein Kelew, erwiderte der Begleiter. So? Was ist es denn? fragte Badeni erstaunt. Das is a Hind. Das ist doch dasselbe. Nein, Herr Graf — s' is a Unterschied. Kelew heißt doch Hund. Ihr könnt ja nicht einmal jüdisch. Nu, ich kann schon jüdisch. Aber« es ist doch a Unterschied. Welcher denn? Da bin ich doch neugierig. Also, was da lauft auf vier Fieß, nennnen wir e Hind. Aber a Kelew .... Er stockte. Badeni ward ungeduldig. Nun heraus mit der Sprache. Was nennt Ihr einen Kelew? Kelew — der Herr Graf wird gnädigst entschuldigen — Kelew nennen wir den Finanzprokurator von Lemberg. Austritte aus dem Judentum. Steinbach Artur, geb. 26. April 1891, Eisenstadt, V., Hartmanngasse 12. — Milch Eugen, Dr., geb. 17. Februar 1889, senberg, Arzt, III., Blütengasse 7. — Gral Walter, geb. 2. Dezember, Ob.-Aussig, Student, III., Weißgerberlände 44. — Steinhardt Josefine geb. Redlich, geb. 4. August 1889, Brünn, IL, Nordbahnstraße 32. — Löwy Irma, geb. 12. April 1872. Baja Bacz, IL, Nestroygasse 5. — Löwy Islantha, geb. 14. September 1869, Baja Bacz, IL, Nestroygasse 5. — SrauB Peter Heinrich Max, geb. 15. Oktober 1906, Wien, Student, VIII., Zeig. 6. — Kornitzer Helene, geb. 18. Mai 1901, Bankbeamtin, IV., Schönburggasse 42. — Figder Franz, geb. 19. November 1899, III., Obere Weißgerberstraße 5. — Deutsch Norbert, geb. 12. Februar 1889, Wien, IX, Nußgasse 6. — Singer Marianne geb. Schlesinger, geb. 17. Jänner 1892, Kolin, IV., Wohllebeng. 17. — Better Max, geb. 8. Mai 1896. Wien, IX., Servitengasse 4.— Stern Robert, geb. 18. Februar 1910, Wien, Realschüler, IV., Starhemberggasse 7. — Schuck Lothar, geb. 19. März 1913, Wien (laut Mitteilung der israelitischen Kultusgemeinde Dobruska). — Adler Leonora, geb. 15. August 1910, Wien, Mittelschülerin, VIIL. Josefstädterstraße 43. — Steckerl Gisela, geb. 4. Oktober 1906, Leipzig, V., Wiedner Hauptstraße 112. — Polak Franz, geb. 4. Oktober 1900, Szombathely, IX., Althanpiatz 5. — Birnbaumer Ida recte Silbergleit, geb. 12. April 1876, Kostelitz, IX., Briindlbadgasse 15. — SchimmerUng Siegfried, geb. 6. August 1899, Wien, Kaufmann, XL, Braunhubergasse 20. ' Briefkasten. Arnold Kohn. Für Ihr Poem „Esther" hatten wir leider keine Verwendung. S. A. Der Arbeiterführer Samuel Gompers, dessen Ableben aus New York gemeldet wird, entstammt nach David Kaufmanns Schrift „Die Familie Gompers" jener weitverzweigten Familie, die, vom Niederrhein ausgehend, die halbe Kulturwelt mit einer Reihe bedeutender Männer auf allen Schaffensgebieten beschenkte. Der Präsident des amerikanischen Gewerkschaftsbundos Samuel Gompers entstammt dem englischen Zweige dieses verbreiteten Geschlechtes der Gompers. HHaHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHNHHHHHHHB 0 E3 B9 H H BS B9 69 ta H B9 B GS SS H CS GS es ES es es es es es An Alle! Unter den wenigen Lichtpunkten, die das Leiden dasein unserer Väter unterbrachen, einer der strahl ndsten und heißest ersehnten war SiMmtfBCBrfla Purim, die Purimfreude. Nur ein Eintagsleben war ihr beschieden, aber um so ungebundener die Fröhlichkeit, mit der sie von jung und alt bis auf den Grund ausgekostet wurde. Und wenn auch heute wieder die Zeiten ernst sind und unser Lebenshimmel von düsterem Gewölk verhängt, der Purim soll sein Redil behalten. Wie unseren Vätern soll er auch uns für Stunden wenigstens unsere Sorgen und Alltagsleiden vergessen lassen. Deshalb veranstalten die unterzeichneten Vereine Mittwoch, den 11. März d. J., >/*9 Uhr abends in den Olympiasälen, Wien I-, Rothgasse eine große Purim-Feier (Ball und Kabarett) deren Reinerträgnis zugunsten unseres Tempels, unserer Religionsschule und der Armen bestimmt ist. Für das Kabarett hat bereits eine große Anzahl prominenter jüdischer Künstler ihre freundliche Mitwirkung zugesagt. Koscheres Büffet beigestellt von der Firma J. Nagel. Entreekarten im Vorverkauf 3 Schillinge (an der Abendkassa 4 Schillinge). Anmeldungen nehmen entgegen: Die Komiteemitglieder sowie die Herren Wilhelm Herzka, II., Komödiengasse 3(Tel. 41-8-40), Oskar Oblatt, II., Praterstraße 52 (Tel. 46-1-34), Postamtsdirektor Gustav Kolmin, II., Taborstraße 72 (Tet. 49-3-30), Siegmund Oppenheim, II., Praterstraße 30 (Tel. 45-1-91), Dr. Ludwig F i s ch 1, II., Novaragasse 32 (Tel. 47-406), Sanitätshaus Miko lasch, II., Taborstraße 22 (Tel. 47-1-85), Frau Dr. A. K a m i n k a, III., Obere Weißgärberstraße 24 (Tel. 43903) sowie die Redaktion der „Wahrheit", II., Hein_>straße 13 (Tel. 42-2-16). Bund judischer Eltern für den 2. Bezirk Wien II., Taborstraße 72 Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels Wien II., Praterstraße 52 Jüdischer Frauenvarein für dan 2. Bezirk Wien IL, Ferdinandsstraße 33 U CS ta □ H CS CS ES E9 CS CS CS ES CS CS ta ta es ta CS CS CS CS CS CS fiwpgwwFawFgwrarawHmBBaHmHHHHHHHHHBmHmmramniFgE