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Die Wahrheit · 1925-02-06 · Heft 5 (6.2.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 5 (6.2.1925)
Date
1925-02-06
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 5 Juden nicht verletzt werden, Reform des Wahlstatutes, Errichtung eines Amtes für soziale Fürsorge und schließlich Oeffentlichkeit der Sitzungen. Sämtliche Anträge wurden der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung zugewiesen. Nun wurde nach einem Referate des Vorstehers Herrn Emil Engel die Wahl der Mitglieder in die Kommissionen und Kuratorien, sowie der Vertrauensmänner für die Bezirkskommissionen vorgenommen. Die Punkte „Berufung eines Komitees für den Neubau des Zeremoniengebäudes auf dem neuen Friedhofe", „Steuerschlüssel pro 1925" und „Beschlußfassung über zwei Fälle der Anrufung des Schiedsgerichtes der Kultusgemeinde" wurden auf Antrag des Mitgliedes des Vertreterkollegiums Herrn Dr. Josef T icho von der Tagesordnung der öffentlichen auf die der vertraulichen Sitzung verlegt. Für einen Hausankauf des Bethausvereines „Emunas Awes", für den die Herren Vorsteher Kommerzialrat B. B u c h w a I d und David D o h a n eintraten, wurde ein unverzinsliches Darlehen von 46 Millionen Kronen gewährt. Herr Vorsteher Wolf Pappenheim schildert ebenfalls das ersprießliche Wirken des Vereines und wünscht Erweiterung des Kredites auf 80 Millionen Kronen, welcher neue Antrag einer geschäftsordnungsmäßigen Behandlung zugeführt wird. Für Durchführung von Adaptierungsarbeiten im Steueramt wurden 70 Millionen und für die Heizungsanlage auf dem Friedhofe 30 Millionen Kronen bewilligt. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde ein Kredit für Anschaffung und Investitionen im Spitale der Kultusgemeinde behandelt und 436,000.000 Kronen gewährt. Anschließend fand eine vertrauliche Sitzung statt, in welcher außer der oben erwähnten Anträgen noch Steuerrekurse und Personalangelegenheiten erledigt wurden. Ehrung. Der Vorstand des Vereines zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk hat in der kürzlich stattgefundenen Ausschußsitzung einstimmig beschlossen, Herrn Julius Krupnik und dessen Gemahlin Frau Olga Krupnik für ihre jahrelange charitative Tätigkeit im Vereine zu Stiftern zu ernennen und beider Namen auf der Stiftertafel im Vereinshause mit goldenen Buchstaben anbringen zu lassen. Barmizwahfeier. Samstag, den 31. Jänner, fand im Tempel, Wien X., Humboldtplatz, die Barmizwahfeier des Sohnes des Herrn Ferd. Ebel, Generaldirektors der Körner-Werke A.-G., statt, welche sich angesichts der besonderen Wertschätzung, welcher sich Herr Generaldirektor Ebel als hervorragendes Mitglied des Tempelvereines erfreut, zu einem wahren Festgottesdienste gestaltete. Desgleichen bekundeten die zahlreich erschienenen Festgäste, unter anderen die Herren Baron Oskar von Körner, sowie Baron Ernst Popper das hohe Ansehen des Herrn Generaldirektors Ebel. Nachdem Herr Oberkantor Simon Weiß in gewohnter, ausgezeichneter Weise den Mischeberach vorgetragen hatte, hielt Herr Rabbiner Doktor Mandl an den Konfirmanden eine schöne inhaltsreiche Ansprache, in welcher er unter anderem, anlehnend an den 1 horaabschnitt, den Wunderstab Moses' den Stab der Religion nannte, den stets hochzuhalten, Pflicht des Barmizwanten in seinem ferneren Leben sei. Die hierauf folgende Vorlesung der Hafthara durch den Konfirmanden legte durch die gründliche Art des Vortrages genügend Zeugnis dafür ab, daß im Hause seiner Eltern Judentum und Religion gepflegt wird. 70. Geburtstag. Freitag, den 30. Jänner, versammelten sich die Mitglieder der Bezirke XII. bis XV. in festlicher Stimmung zum Abendgottesdienste, um den siebzigsten Geburtstag des verdienten Obmannes, Herrn Samuel Bern- Ii a r d in feierlicher Weise zu begehen. Der prächtig renovierte, hell erleuchtete Tempel zeigte, welcher Sympathien sich der Jubilar in weitesten Kreisen erfreut. Herr Rabbiner Dr. T a g 1 i c h t hielt eine herzliche Ansprache, in der er die Verdienste des Jubilars um die Gemeinde hervorhob, dessen Bescheidenheit und stille segensreiche Tätigkeit rühmte. Der Jubilar, sagte der Redner, sei einer von denen, die der Ehrung nicht nachjagen und darum von ihr aufgesucht werden. Nachher begrüßte Präs. Prof. Dr. A. Pick den Jubilar und dankte ihm für seine der Gemeinde geleisteten Dienste. Herr Kultusvorsteher R. Buchwald überreichte ein Schreiben des Bethausvorstandes mit der Mitteilung von der Errichtung einer Samuel Bernhard-Stiftung durch den Bethausvorstand. M. 80. Geburtstag. Samstag, den 31. v. M. beging der in den weitesten Kreisen des Gemeindebezirks Fünfhaus bekannte und überaus beliebte Rabbiner i. R., Herr S. Baß, in voller geistiger und körperlicher Frische die Feier seines 80. Geburtstages. Aus diesem Anlasse gingen dem Jubilar von nah und fern zahlreiche Beglückwünschungsschreiben zu, in welchen sein segensreiches Wirken während seiner 24jährigen Tätigkeit als Seelsorger in Aussig a. E. in schwungvollen Worten gewürdigt und sein außerordentlicher Eifer, mit dem der Greis noch jetzt in seiner Eigenschaft als vorzüglicher Lehrer an der Talmud-Thora-Schule des XV. Bezirks seiner schwierigen Aufgabe obliegt, rühmend anerkannt wurde. Aus Aussig, seinem ehemaligen Wirkungskreise, langten Telegramme seitens der dortigen Kultusgemeinde, des Israelit. Frauenvereins sowie der Chewra Kadischa an, deren ungemein warmer Ton die außerordentliche Beliebtheit kundtut, deren sich der Jubilar noch heute nach vielen Jahren in ungeschwächtem Maße zu erfreuen hat. Die obengenannten Korporationen übermittelten dem Jubilar auch ansehnliche Ehrengaben. Ein überaus warmgehaltenes Gratulationsschreiben sandte der Chef der bekannten Kohlenfirma Weißmann. Den Höhepunkt der zu Ehren des wackeren Jubilars veranstalteten Feier bildete eine während des Sabbat- Gottesdienstes im Turnertempel an Rabbiner Baß gerichtete Ansprache des Gemeinderabbiners Dr. T a g 1 i c h t, in welcher dieser auf die außerordentliche Beliebtheit hinwies, die der bescheidene Jubilar in seiner ehemaligen Gemeinde noch heute genießt und deren er auch durchaus würdig sei. Der Jubilar entstamme einer frommen Nikolsburger Familie und habe die vom Elternhause übernommene Tradition auch in seinem ganzen Leben verwirklicht. An seiner Seite wirke als wohltätige Fee des Fünfhauser Frauenvereins seine edle Schwester Frau Betti Adler. Die aus warmfühlendem Herzen kommenden Worte des ehrwürdigen Redners übten auf alle Anwesenden einen nachhaltigen Eindruck aus. Der Jubilar, der sodann als Maftir aufgerufen wurde, rührte geradezu die erschienenen Tempelbesucher durch seinen mit kräftiger Stimme und innigem Gefühle rezitierten Vortrag der Haftora. Unter den zahlreichen Gästen, welche das Gotteshaus in allen seinen Räumen füllten, bemerkten wir u. a. den Präsidenten der Chewra Kadischa Kammerrat Goldschmidt sowie die anderen Vorstandsmitglieder dieser Vereinigung, die Vorstandsmitglieder des Fürsorge-Ausspeisungsvereins sowie des Vereins Maskil ledol, Familie Fisch 1 (Aussig), den Tempelvorstand mit dem Obmann Herrn Bernhard an der Spitze, Herrn Rechtsanwalt Dr. P r o ß n i t z, Herrn Zentralinspektor Julius Krakauer, Herrn Prokurist Friedrich Krakauer u. a. Möge es dem ehrwürdigen Herrn Jubilar von einer: gütigen Vorsehung gegönnt sein, noch viele Jahre seines Lebens in ungeschwächter geistiger und körperlicher Frische zu genießen. 80. Geburtstag. Der Fabrikant Herr Philipp Weiß, langjähriges Vorstandsmitglied des Tempelvereines des VIII. Bezirkes der Stadt Wien, feiert Samstag, den 7. Februar 1925 (Schabos Schira), in voller Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlasse findet an diesem Tage im Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, um Y?9 Uhr vormittags, ein feierlicher Gottesdienst statt. Todesfall. Am 28. v. M. wurde Frau Theresia Paschk e s, eine seelensgute, uneigennützige Frau, am Zentralfriedhofe unter außerordentlicher Teilnahme zu Grabe getragen. Unter anderen waren Abordnungen des Krankenvereines „Selbsthilfe" und des Vorstandes des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" unter Führung des Obmannes Oskar Schramek erschienen. Rabbiner Dr. S. Funk hielt einen ergreifenden Nachruf, Oberkantor J. Müller und I. Kantor A. Stift versahen den liturgischen Teil. An der Bahre trauern die Töchter und Söhne der Verblichenen, darunter der durch sein Wirken im „Elternbund" im II. Bezirke bestbekannte Kaufmann Herr Arnold Pa senk es. •»••90»>0»««g 1 Erklärung f 2 Um allen Mißverständnissen vorzubeugen, bringen wir unserer Mitgliedschaft zur Kenntnis, daß der Leo- # 9 poldstädter Kranken - Unterstützungsverein „Nächsten- S 0 liebe", II., Große Stadtgutgasse 34, nicht identisch ist S g mit dem Verein „Nächstenliebe", II., Praterstraße 50, 9 Ä welcher sich mit dem Krankenverein „Montefiore" X fusioniert hat. Für den Leopoldstädter Kranken-Unterstützungsverein „Nächstenliebe", II., Gr. Stadtgutgasse 34 Alexander Outmann Adolf Reich Schriftführer Obmann »•••••••••• ow>fwc»£

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