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Die Wahrheit · 1925-01-23 · Heft 3 (23.1.1925) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 3 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr 3 der Kranken, nach wie vor gerecht werden. Jedermanns Pflicht ist es, dazu beitragen. H. Israel. Taubstummeninstitut. Das am 1. November 1844 von dem Nikolsburger Kaufmann Hirsch Kollisch gegründete israel. Taubstummeninstitut übersiedelte 1845 in sein jetziges Heim, III., Juchgasse 22. Das allgemeine österreichische israelitische Taubstummeninstitut, wie es 1852 offiziell genannt wurde, blühte, wuchs und ward insbesondere durch seinen bewährten Leiter Joel Deutsch berühmt. Nun feierte dieser Tage dieses Kulturgut dar Wiener Juden, an dessen Spitze heute Direktor Dr. S. Krenberger steht, seinen 80. Geburtstag. Samstag, den 17. d. JVL, fand aus diesem feierlichen Anlaß ein Festgottesdienst im großen Leopoldstädter Tempel statt, zu dem die Spitzen der Wiener jüdischen Oeffentlichkeit erschienen waren, darunter für die Kultusgemeinde Präsident Universitätsprofessor Dr. Alois Pick, eine Abordnung des Bethausvorstandes mit Präsident A. Beck an der Spitze, das Kuratorium des Taubstummeninstitutes mit Präsident Dr. Moritz Ludwig Weiß, die Zöglinge unter Führung der Lehrerschaft Frl. L i n d n e r, Frau Schwarz, Frau Morawetz, Frau S p o n n e r, Fräulein Berkum, sowie der Herren R ö ß 1 e r und Körting, die pensionierten Ober- und Hauptlehrer Fried 1, Wolf, Brüll und Weißmandl. Oberkantor Heinrich Fischer versah mit verstärktem Chor den kantoralen Teil des feierlichen Gottesdienstes. Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d hielt die Festrede. Er sprach zunächst über die Entstehungsgeschichte des Taubstummeninstitutes, über die großen Verdienste der verstorbenen Gründer, die durch die Schaffung dieser Anstalt eine Tat echt jüdischen Geistes geleistet, von den während der Kriegs- und Nachkriegszeit entstandenen Schwierigkeiten, die Anstalt zu erhalten, und von der Opferwilligkeit Einzelner und des Kuratoriums, die das unmöglich Erschienene möglich machten. Nunmehr legte der Redner den Anwesenden und der gesamten Wiener Judenschaft nahe, sich des Taubstummeninstituts, dessen Zöglinge zu den Aermsten der Armen gehören, anzunehmen. Der Vollständigkeit halber erwähnen wir noch, daß die zur Thora gerufenen Freunde der Anstalt den Anlaß benützten, dieser bedeutende Spenden zuzuwenden. Von den Zöglingen wurde der kleine Flakowitsch zur Thora gerufen. Ueberaus rührend war die von dem taubstummen Kinde mit stammelnden Lauten wiedergegebene Brocho. — Ueber die an den beiden darauffolgenden Tagen stattgefundetfen Feierlichkeiten in der Anstalt berichten wir in der nächsten Nummer. L. H. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger israelitischer Waisen in Wien. Die diesjährige Generalversammlung findet Sonntag, den 25. d. M., um 10¥> Uhr vormittags, IX., Universitätsstraße 4, statt und werden die Mitglieder und Gönner höflichst ersucht, zahlreich zu erscheinen. Verband der Beamten der israelitischen Kultusgemeinden Oesterreichs. Am 30. November 1924 fand in Wr.-Neustadt eine Generalversammlung der Beamten der deutschösterreichischen Kultusgemeinden statt und wurde bei dieser Gelegenheit die derzeitige prekäre Lage sowie die Altersversorgung besprochen. Um eine Aktionsfähigkeit des Vorstandes zu erzielen, wurde derselbe rekonstruiert. Gewählt wurden: Rabb.- Stellvertreter S. G o 1 d s t e i n, Neunkirchen, als Obmann, Rabb.-Assistent David F r i e d in a n n, Wr.-Neustadt, als Obmann-Stellvertreter, Kantor Leon* L ö w y, Wr.-Neustadti als Kassier, Amtsleiter J. J o c k 1, Mödling, als Schriftführer, Oberkantor A. Kur z, Baden, Rabb.-Stellvertreter J. Tauber, Liesing. Kantor Samuel Gewürz in Mattersdorf als Vorstandsmitglieder. Probevortrag. Der Probevortrag des Herrn Oberkantors David Groß im Rombach-Tempel der Budapester Religionsgemeinde war für den Vortragenden ein durchschlagender Eriolg und steht Herr Oberkantor Groß, wie wir vernehmen, in ernsten Verhandlungen mit der dortigen Kultusgemeinde. Promotion. Kürzlich fand im Senatst;aale der Karl- Franzens-Universität in Graz die Promotion des Fräulein Margarethe Biümel zum Doktor der Philosophie statt. Fräv'ein!»\ Blüm e 1, die eine wissenschaftlich beachtenswerte Dissertation. ..Neue Untersuchungen zu Anzengrubei", bearbeitete, beabsichtigt, sich der Oper zu widmen, da sie über vielversprechende Stimmittel verfügt. Todesfälle. Die Bestattung des bekannten Advokaten, Herrn Dr. Eduard B i x, der für die Armen stets uneigennützig eintrat, fand unter außergewöhnlicher Teilnahme am 3. Jänner am Zentralfriedhofe statt. Oberkantor Matyas versah mit Assistenz den liturgischen Teil, Rabbiner Dr. S. Funk, ein Landsmann des Verblichenen, und der langjährige Freund Prof. Nasche hielten ergreifende Nachrufe. Dr. Bix hinterläßt eine Frau und zwei Söhne, die Dr. jur. und Dr. med. Norbert und Hans Bix. — Dienstag, den 13. d. M. wurde der ehemalige Oberkantor von Lemberg, Isäk H a 1 p e r n, zu Grabe getragen. Mit ihm ist einer der berühmtesten Vertreter dieses heiligen Amtes geetorben. Da der Verblichene weder Frau noch Kinder hatte, so hat der Kantorenverein für ein würdiges Leichenbegängnis Sorge getragen. Die Kultusgemeinde hat durch die freundliche Vermittlung des Herrn Amtsleiters Wilhelm Freistadt ein Ehrenbegräbnis bewilligt. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer würdigen Feier der Verehrung und Dankbarkeit der Wiener Kantoren, worunter sich mehrere Schüler des Hingegangenen befanden. Die Funktion versahen die Kollegen Alter, der seinem hervorragenden Meister und Lehrer bis in den Tod hinein Treue bewahrte, Grob, Stift und Fischer in erhebender Weise. Ueber Einladung des Kantorenvereines hielt der zufällig am Friedhof anwesende Herr Rabbiner Dr. Bauer dem Verstorbenen in geistreichen, tiefgefühlten Worten einen Nachruf, worauf der Präsident des Kantorenvereines Herr Oberkantor Isidor L ö w i t an die Bahre herantrat, um namens der Kantoren von dem Meister des Synagogengesanges Abschied zu nehmen, wobei er die hervorragende Bedeutung seines Könnens, Wirkens und Schafrens schilderte. Er sprach davon, daß das Ende dieses großen Mannes Elend und Not war und daß viele, die er begeisterte und lange Jahre zur Andacht stimmte, im Alter ihn vergessen haben. Mit der Aufforderung an die Kollegen, im Sinne des Verstorbenen weiterwirken zu wollen und sein Andenken hoch in Ehren zu halten, schloß der Präsident seine warmen Abschiedsworte. Hierauf sprach Herr Vorsteher Leenmann vom Tempelverein „Aeschel Awrohom". Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas, Wien. Herr Ing. Max Heck er, Leiter des Technikums in Hiifa, teilt dem im Titel genannten Verein mit, daß die feierliche Eröffnung der ersten technischen Schule in Palästina statt im Jänner erst im Februar anläßlich der Reise und Ingenieurkonferenz stattfinden wird und lädt sämtliche jüdischen Ingenieure der Welt ein, sich an der Eröffnung zu beteiligen. Die Konferenz wird in Haifa stattfinden. Aus diesem Grunde wird das Anmeldedatum für jene Herren, welche mit dem Verein an der seinerzeit mitgeteilten Reise teilnehmen wollen, verschoben. Anmeldungen gehen an Herrn Architekten Ing. Hans Sobelsohn, Wien III., Rechte Bahngasse 12, welcher auch weitere Auskünfte erteilt. Kunerol, das reinste Speisefett aus Kokosnüssen, ist leicht verdaulich, ausgiebig und nahrhaft, wird vom Anbeginn des Pressens der Nüsse bis zur Fertigstellung und Verpackung unter strenger Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners S. B. Ehrenfeld, Mattersdorf, erzeugt und daher in jeder strenggläubigen jüdischen Familie mit Vorliebe verwendet. Mittwoch, den 28. Jänner 1925 spricht im großen Konzerl haussaal. pünktlich 7 Uhr Dr. Wolfgang Weisl Orientkorrespondent der „Neuen Freien Presse" und „Vossischen Zeitung" über „Palästina von gestern, heute und morgen" Karten von K ü.000 bis K 5f>.f-03 bei Guttmann und an der Konzeithanskass3 bei R. Löw t. Rotent irmstr. II und im Mi^rachibü o 11., Piaterstr 43 ■■ B =11 JAC. MAVER Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fabrik Zentrale: Deiailverkaut: Wien II., Glockengasse 24 Wien IL, Taborstraße 44

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