Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1924-12-26 · Heft 52 (26.12.1924) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 52 (26.12.1924)
Date
1924-12-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3062972-3064071-3064120--13344-3080844
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 12 DIE WAHRHEH •Nr.^ fcföistandes, daß Prof. Dr. S. Ehrmann aus engeä Verhältnissen in einem kleinen böhmischen Dörfe Sich fcü seincai Weltruf emporgearbeitet hat, durch eigene Kraft und eigenes Können, lediglich durch diese, denn tnanche Steine lägen auf seinem schweren Wege. Heute aber steht der Jubilar auf der Höhe seines Wirkens und deshalb gilt der tiefgefühlte Dank aller, insbesondere der österreichischen Juden, ihm für das, er getan und geleistet, und der Wunsch, der Allmächtige möge die Tatkraft und Schaffensfreude, die äen Siebzigjährigen auszeichnet, uns noch lange unvermindert erhalten, ist von den Lippen aller Gratulanten zu lesen, denen sieb die Retraktion dieses ßiattes aufs herzlichste anschließt. Völkische Speisekarte. Ostpreußens traditionelle Nationalgerichte, jKuttelfleck und Qraue Erbsen, sind von bayerischer Invasion bedroht. Schon prangt auf der Speisekarte der „Gerj^htshälle" in Tilsit ein — Hitler-Schiiitzel. Wenn sich noch Ludendorff-Koh 1 dazu gesellt (an dem es ja nie mangeln kann), dann kann der ostpreußische Magen fröhlich Hurra rülpsen. ...... „ Von der Alliance Israelite. Die Ita meldet aus Paris: Die außerordentliche Jahresversammlung hat eine Neuwahl des Zentralkomitees der Alliance Israelite vorgenommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder sind wiedergewählt worden. Es sind flies die Herren: Präsident Sylvain Levy, die Vizepräsidenten Ur. Arnold Netter und Eugene See; Schatzmeister Raoul Montefiore, Schiedsgericht wegen Zugehörigkeit eines Mandates für den Kültusyorständ. Im Sitzungssaal der Kültusgemeinde fand £m Samstag eine Schiedsgerichtsverhandlung wegen Zugehörigkeit eines Mandates für den Kultusvorstand statt. Noch vpr seiner. Konstituierung sind im Kultusvorstand zwei Personal Veränderungen vollzogen worden. An Stelle des wegen seiner für die KBltusgemeinde entwickelten anerkannten Tätigkeit tlefbetraüerten jüngst verstorbenen Herrn Isidor Schwarz, ist Herr Dr. Adolf Adler (Unionist) getreten. Des weiteren fcrar zwischen den für die Wahl in den Kultusvofstand „Vereinigten jüdischen Parteien" wegen der Zahl 4er. jedem der beiden Parteien zukommenden Mandate eine Differenz ent- »ahpeji, die durch ein Schiedsgericht gelöst wurde. Das Gericht bestand aus den Herren Hofräten Dr. Bettelheirii (Obmann) und Klang, sowie Herrn Landesgerichtsrat Arie. Nach durchgeführter .Verhandlung verkündete das Schiedsgericht die.Sejjtenz,.daß der.von der „Union" erhobene Anspruch auf 16 Mandate zureeht bestehe, so daß auf die zionistische Partei nicht zehn, sondern nurneun Mandate entfallen. Gemäß dieses Erkenntnisses ist Herr S. W e i n i n g e r, Leäerf abrikaht in Floridsdorf, in den Kultusvorstärid berufen. JneendeniPDe der Union deutschösterreichischer Judeiu Uebier Initiative der Propagandasektion, welche unermüdlich gen Ausbau des Vereines tätig ist, wurde nunmehr mit Genehmigung des Zehträlvorständes eine Jugendgruppe gegründet. Dieselbe bezweckt die Entfaltung einer lebhaften Propagandatätigkeit durch Anwerben von Mitgliedern und Spenden für den Verein. Als Propagandamittel sind Veranstaltungen sportlicher, wissenschaftlicher und geselliger Natur in Aussicht genommen. Trotz Kürze des Bestandes der Gruppe weist dieselbe bereits eine große Anzahl von Mitgliedern und Wärtern auf. Mitglieder können, Personen beiderlei Ge- Jephtes ihi Älter von über 21 Jahren werden, soferne sie i verpflichten, die Tendenzen des Vereines zu respektieren und zu fördern. Solche unter 21 Jahren können als Hospitalen beitreten. Der Mitgliedsbeitrag ist für das Jahr 1925 mit dem Betrage von lO.opO K vorläufig festgesetzt. Bis auf weiteres ffnäett Jeden Samstag abends im Wieher .Ring-Cafe* Vorr trage mit anschließendem Tanz statt und erfreuen sich diese Abende eines lebhaften Zuspruches. Es ergeht an die Mitglieder der rjünion .die höfliche Einladung, ihre Söhne und Töchter yafn Beitritte, an die Jügendgruppe anzumelden. Anmeldungen werden entweder bei. der Zentrale IX., Berggasse 4 ödet bei den Vorstandsmitgliedern der Jügendgruppe insbesondere bei Herrn Jakob Herz, L, Vorlaufstraße 4*. Herrn Wälter Brückner, L, Bauernmarkt. 9,, Herrn Paul Kellner,. 14 Renngasse 6 und Herrn N. K1 i n g e r, I„ MardÄurelsträße 8, entgegengenommen. Professor Dr. Welzmann in Wien. Der Präsident der zionistischen Weltorganisation, Professor Dr. W ei z m a n ti, trifft, am 1. Jänner in Wien ein und spricht am Samstag, den 3. Jähner im Großen Konzerthaussaal. Karten sind im zionistischen Bureau, I., Kärntnerstraße 28, erhältlich. ..t, .....Trauung. Sonntag, den 21. d. M. fand im großen Leopoldr städter Tempel die Trauung des Fräulein Lisa Blau, Tochter des Herrn Heinrich Blau und seiner Gattin Rosa, geb,Al; rs & mit Herrn Richard Weiß, Sohn des Ehepaares Philipp WeiJBi statt. In seiner Ansprache entwarf Herr Rabbiner Dr. Majc Grün w a 1 d ein schönes Bild von dem Leben und Wirken 4er Eltern des Brautpaares und: ver-wi.es insbesondere auf das ej> hebende Familienleben der Brauteltern und auf das prächtig^ Zusammenhalten deren Familienmitglieder, das ihnen stets zum Segen gereiche. Sr. Ehr würden forderte das junge Paar auf, sich zu bestreben, diesen leuchtenden Tugenden nachzueifern. Die Trauung vollzog sich unter größer Teilnähme der Freund» und Verehrer der Familie, unter, denen man auch eine Abordnung der Wiener Kaüfmannshalie und viele Bräncheängehörige des Bräutvaters bemerkte. Die kantbraleh Funktionen versag in gewohnt vorzüglicher Weise Herr Oberkantor Heinrich F i s c h e r mit verstärktem Chor. Todesfall. Am 19. d. M. ist der Kommerzialrat Salbö^a Rosenzweig nach kurzem Leiden im 68. Lebensjahre gfe storben. Herr Rosenzweig, der seif mehreren Jahren. . die Armenanstalt der Wiener israelitischen Kultusgemelüde leitete, hat sich speziell in der Kriegszeit und.auch nachher große Verdienste um die Fürsorge für jüdische Flüchtlinge erworben. Er gehörte auch dem Kuratorium der Zentralstelle für jüdische Fürsorge an. Durch seinen Tod verlieren viele Bedürftige ihren Beschützer. Herr Rosenzweig; war der Vater der Frau Anitta Müller-Cohen und gehörte der Wiener Chewra Kadischah und dehi Bethaüsvorständ,in leitender.Stellung an. Er war auch von der Stadt Leipnijs, seiner Heimat, in Anerkennung, seiner Verdienste , iim" da# öffentliche Wohl zum E.K r e .n b ü r g e r ernannt worden, — Dijs Beisetzung fand Montäg, den 22. d. M., vom Zentraifrledhbf (erstes Tor) aus statt. Die Teilnähme war .eine außerordentlich imposante, wa| für die Sympathia des Verblichenen ih der großen; jüdische^ Oeffeqtlichke.it sprach. Näch der . gehaltvollen herzlichen Trauerrede Dr. T ä g 1 i c h t s sprach im Namen der Kultus? gemeinde Präsident Prof. Dr. Alois Pick herzliche yVoHte des. Dankes und der Anerkennung füf die Betätigung d<?s Verblichenen in der jüdischen Oefferitlichkeit. Dr. Wilhelni Pappenheim würdigte die Verdienste Rosenzweigs um die Ghewra Kadischa, Vizepräsident Dr. E. Münz die un| den Bethaüsvorständ. Nachdem hoch Dr. A. Ascher Im Namen der Loge rEintracht" gesprochen hatte, wurde tiffr Sarg zur letzten Ruhestätte gebracht. Die kahtoräle Funktion versah Herr Oberkäntor Fischer mit Assistenz und verstärktem Chor. Am 16. d. M. ist im Sanatorium Edläch nach läniM?fc schweren Leiden ini 48. Lebensjahre Herr Julius Schi c fc, Ghef der Firma Schick & Co. gestorben. Der Verblichene hät durch die aus eigener Kraft erfolgte Schaffung der heiifc$ in Branchekreiseh bestäkkreditierten Firma ein großes Werk vollbracht, an deth 'er rastlos bis zu seiher letzten Siuhdi? arbeitete. Nach Einholung der Leiche fänd Sonntag, dep 2\. d, M. am Zehtralfriedhofe die Beerdigung statt. Die große Zah! der Trauergäste, die dem Verewigten die letzte Ehre erwies, gab überzeugenden Beweis für die Sympathien, deren sich Herr Julius Schick überall erfreute. Dies betonte auch Rabbiner Dr. Max G r ü ri w a 1 d in seiner gehaltvollen Grabrede, in der er davon sprach, wie der Hingeschiedene Zeit seines Lebens ah ehrliche, aufopfernde Arbeit hingegeben war urld wie die tröstlöse Witwe alles, leider aber vergeblich anwendete, um ihn dem Leben zu erhalten. Für den Hauptverband der Likörerzeüger Oesterreichs sprach noch Herr Leopold Grünspan, für die Freühde des Hinge$chieden0h Prof. Nascht tief empfundene Abschiedsworte, die glejch> zeitig eine schöne Würdigung des Verblichenen,. an dessen Bahre die tiefbetrübte Witwe und zwei unmündige Kinder trätierteh, beinhalteten. JAC. MAYER Kleider-, Pelze-u. Gummimäntel-Fabrik - Zentrale: Detail verkauf: Wiin B., Glockcn^asac 24 Wien IL, Taborslra&e 44

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.