Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 48 (28.11.1924)
- Date
- 1924-11-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12____________ ______ DIE WAHRHEIT_______________________________Nr. hielt. Der Abend des Sabbat-Ausganges vereinigte im gastlichen Hause des Oberrabbiners die Spitzen d'er Gemeindevertretung, Verbände und Vereine mit ihren Damen, sowie* die auswärtigen Gäste zu einer Familienfeier, wie maxi sie in Trier noch nicht erlebte. Aufwartungen, Tischlleder und Roden klassischen und hiunonisti sehen Inhalte wechselten ab. Besonders fielen die bewundernswerten Darbietungen der Kinder des Obernabbinerpaares sehr wotbluend auf, darunter ein vom ältesten Sohne, dem Oberprimaner Adolf Altmann gedichtetes und von ihm und seinen Geschwistern aufgeführtes allegorisches Festspiel nach biblischen Motiven. Die mustergültige Häuslichkeit und herzenswarme Gemütlichkeit im Oberrabbmerhause ließ viele Redner diie Frau Oberrabbiner in begeisterten Worten preisen. Vorbildlich, wie auf allen Gebieten, hat 'das Oberrabbinierpaar sich durch diese Feiger in den Herzen der GemeäidesTKtgliedcr einen unvergeßlichen Ehrenplatz gesichert. J. F- — Eine schöne Feier vereinigte die Miiitgliieder der hochangesehenen Familien Grün e r—K o r n m e h 1 Samstag, den 22. d- M. im Gotteshause des Tempeilvereines ..Aeschel Awrohom", H. Pazmamitengasse. Sie waren herbeCigeeii'lt, um am Banuiizwahfeste des Studenten Siegmund Grüner, des einzigen Sohnes des Herrn Restaurateurs Salomen Grüner und seiner Gattin Henriette, geb. Kornmehl teilzunehmen. Der Konfirmand trug die Paraschah wie den Prophetenabschmitt überaus verständnisvoll vor, was auf die andächtigen Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Die Eltern wie der Sohn, der zu den schönsten Hoffniumigen berechtigt, wurden von allen Anwesenden herzlichst beglückwünscht. In jedem Antlitz war der von Herzen kommende Wunsch zu lesen, dem auch die Ansprache des Herrn Rabbiners Dr. S. Funk, der Konfirmand möge zur Ehre seiner Familie und zur Ehre seiner Eltern heranwachsen, Ausdruck verlieh 5 welchem Wunsohe auch wir uns ansohfeßen. Die kantornien Funktionen versahen Oberkantor Müller und I. Kantor Stift. Umer den vielen Festgästen bemerkte man eine Deputaten des Verbandtes jüdischer Gastwirte unier Führ uns des Präsidenten Oskar Tonello. e:i:e Deputation des Kantorenverbandes uniter Führung des Präsidenten Oberkantor 1. Low it. Am Sonntaig nachmittag versaminelteii sich die Mttgk'edfer und' Freundfe der Familien im Hause des Herrn. S. Grüner, wo der junge Grüner eine innige, von den Festgästen äußerst beifällig aufgenommene Rede hielt Von den Festigästen sprachen zur Fever des Tages zunäcl.st Herr Ferdinand Kornmehl, der Orakel des Barmizwanten, .im Namen der Familie, sodann, die Heriren Fuchs und Professor N a s c h e, im Namen der Freunde, die die herzlichsten Wünsche für dfe Zukunft des Konfirmanden zum Ausdruck brachten . — Samstag, den 15. November d. J. fand im Bethause des Vereines „Gemiles Chesed", XVII., Thelemangasse 8, die Barmizwahfeier des Knaben Gottfried Krupnik, Sohn des Herrn Julius Krupnsk und seiner Gattin Olga, geb. Tausend, statt. Der Konfirmand trug den Proplietenabschnitt mit großem Verständnis vor. Die Eltern wie der Sohn wunden von den zahlreich erschienenen Festgästen 'herzlich beglückwünscht. — Zu der am Sonntag nachmittag im gastlichen Hause des Festgebers veranstalteten lause, hatte sich eine, große Anzahl Gäste, darunter Vertreter aller charitativen Vereine des 16. und 17. Bezirkes, eingefunden, die gekommen waren, um die Glückwünsche zu überbringen. Vom Vereine zur Ausspeisung armer isr. Schulkinder war Herr Vize Präsident Josef Salamon mit mehreren Vorstandsmitgliedern erschienen, um dem Ehepaar Krupnik für drie hoch herzige Spende den Dank auszusprechen; es sprachen ferner die Herren Drab, Engel und Dr. R e i k. Das Arrangement lag in den Händen des Herrn Cafetiers Isidor T ausend. G. H. Trauungen. Dienstag, den 25. November fand im festlich beleuchteten Gemeindetempel, XVIII., Schopenhauerstraße, die Trauung des Frl. Erika Feuchtwang, Tochter des allgemein geehrten Herrn Rabb. Dr. David Feuchtwang und seiner Gattin Jeanette, geb. Dünner, mit dem Amsterdamer Oberrabbiner Herrn Bernard Davids unter ungewöhnlich großer Beteiligung seitens weiter Kreise der jüdischen Öffentlichkeit statt. Unter den zahlreich erschienen Anwesenden, die den Tempel bis auf das letzte Plätzchen füllten, sah man in Vertretung der Kultusgemeinde die Vizepräsidenten Siegmund K a u d e r s und Dr. Desider Friedman n mit den Sekretären Dr. Adler und Guido Fuchsgelb, in Vertretung des Bethausvorstandes des I. und II. Bezirkes Präsident Anton Beck und Kommerzialrat Max Markus für die „Union deutschösieTreichischer Juden", deren Präsident Dr. Jakob O r n s t e 5 n, die Schriftsteller- Richard Beer-Hofmann, Felix Saiten und Artur Schnitzler, große Abordnungen des Rabbinerverbandes und des Kantorenvereines und der B. B« - Loge«, sowie Vertreter und Vertreterinnen charitativer Vereine. Der Trauungsakt gestaltete sich sehr eindrucksvoll, besonders herzinnig war die Ansprache, die der ehrwürdige Vater an Tochter und Schwiegersohn richtete. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Margulies unter großer Assistenz in vorzüglichster Weise. Nach der Trauung war das beliebte Elternpaar Gegenstand zahlreicher Gratulationenweichen auch wir uns aus vollem Herzen anschließen. Um das sehr schöne Arrangement im Tempel bemühte sich der volU zählig erschienene Bethausvorstand des Bezirkes. — Sonntag, den In. d. M. fand im Turnertempel die Trauung Frl. Margit Weiss, Tochter des geachteten Vizepräsidenten des Hietzinger Tempelvereines, Herrn Franz Weiss mit Herrn Walter Klug, Sohn des Oberten Klug, statt, wobei ein zahlreiches Publikum, das für die Sympathie der beiden Elternpaare sprach, den schönen Tempel füllte. Zahlreiche Deputationen waren erschienen, so unter anderem der Vorstand des Tempelvereines XIII vollzählig, weiters Abordnungen der Bezirksvertretung XJI/XV, der Chewra Kadiseha VII-XV, des Bithausvorstandes des Turnertempels und viele andere. Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Doktor Ta glicht, die ■ kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor Schleifer. Silberne Hochzeit. Herr Ferdinand Schweizer feierte mit seiner Gattin Berta geb. Kornmehl das Fest der silbernen Hochzeit, und zugleich das 25jährige Geschäftsjubiläum. 89. Geburtstag. Samstag, den. 22. d'. M., hatte sich im Ternpelveneim ,.Beth Hatfilah", IX., Mülfoerigiasse, eine zahlreiche Schar pietätvoller Andächtiger, darunter in Vertretung der Wiener Kultusgemeinde Präsident Prof. Dr. Alois Pick, emigefunden, um dem Festgoltesdaenst aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Medizinalrat Dr. Moritz Schnepp beizuwohnen. Dr. Moritz Schnepp, der vor zwe? Jahren sein 50jähriges Doktorjubiläum feierte, ist heute der Senior der Wiener Aerztescha.it und in den weitesten Kreisen durch sein wohltätiges und gemeinnütziges Wirken bekannt. Schon als Mediziner hat ex sich bei der Choleraepidemie der Jahre 1871 bis 1872 mutvoll und energisch um die Bekämpfung der Epidemie große, allseits anerkannte Verdienste errungen. Die Tempelfeier fand eine ebenso würdige als erhebende Ausdrucksweise. Der Bethausverein „Beth Hatfilah", in dessen Mitte der Jubilar beinahe ein Menschenalter wirkte. Jahre hindurch als Präsident und seit einigen Jahren als Ehrenpräsident, ehrte ihn in Anerkennung seiner Verdienste durch Anwesenheit des Qesamtvorstandes, der unter Führung des Präsidenten Börserat I. Glück den äußerst beliebten Ehrenpräsidenten auf seinen Ehrensitz begleitete. Der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde, Herr Prof. Dr. A. Pick, Präsident Börserat I. Glück, sowie Rabbiner Dr. Schwarz würdigten in von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Festreden! die großen Verdienste des Jubilars. Oberkantor S. Postolow trug einen von Chordirigent Da widowitsch verfaßten feierlichen Mischeberach Vor. Nack dem Gottesdienste versammelten sich die Festgäste im Zeremoniensaal des schönen Gotteshauses, wo zunächst Bezirksvorsteher Josef Schober, der in Begleitung der Herren Stadtrat Rummelhardt und Gemeinderat Schleifer erschienen war, die Glückwünsche des Bürgermeisters der Stadt Wien und des 9. Bezirkes zum Ausdruck brachte. Es gratulierten Präsident A. Ii o f m a n n für den Tempelverein Wieden-Margareten, Herr Beck für den Tempelverein Mariahilf, Herr Medak für den Tempelveröin Josefstadt und Herr Freund für den Tempelverein Brigittenau. Sodann beglückwünschte Herr Hofrat Dr. Klose als Bezirksleiter des 9. Bezirkes. Mit einem Danke des tiefgerührten Jubilars schloß die eindrucksvolle Feier. Max Kick! gestorben. Vor Drucklegung der Nummer erfahren wir, daß der Herausgeber der Brünner „Jüdischen Volksstimine" und des „Jüdischen Volkskalenders", Alax Hickl, Montag früh im 51. Lebensjahre nach kurzer schwerer Krankheit im Wiener Allgemeinen Krankenhaus gestorben ist. in weitesten jüdischen Kreisen wird die Nachricht von dem Ableben dieses Mannes, der auf der Höhe des Lebens stand und eine außerordentliche Arbeitskraft besaß, das tiefste Bedauern erwecken. Die Leiche Max H i c k 1 s wird nach Brünn übergeführt. Das Leichenbegängnis wird dort am Freitag den 28. d. M. stattfinden.