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Die Wahrheit · 1924-11-18 · Heft 46-47 (18.11.1924) · page 22

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 46-47 (18.11.1924)
Date
1924-11-18
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Seite 20 DIE WAHRHEIT Nr. 46/47 Wieviel Juden wohnen im heutigen Palästina? Einwandfrei ist diese Frage erst durch die kürzlich bekanntgegebenen Resultate der englischen Volkszählung beantwortet worden, die man wohl als überhaupt erste modernen Anforderungen entsprechende Bevölkerungsstatistik des heiligen Landes bezeichnen kann. Danach macht die jüdische Bevölkerung nur 11 Prozent der Gesamteinwohnerschaft aus; in der Hauptstadt Jerusalem wohnen allerdings 33.971 Juden neben 14.699 Christen und 13.411 Mohammedanern. Im Rahmen der Gesamtbevölkerung von 757.181 Einwohnern beanspruchen die Mohammedaner mit 598.339 Seelen durchaus die Vorderhand; ihnen stehen 83.957 Juden, 73.024 Christen und 1862 Hindus und Sihks gegenüber. Nach Prozenten gestaltet sich die Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt: 79 Prozent Mohammedaner, 11 Prozent Juden, 10 Prozent Christen. Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk. In der kürzlich stattgefundenen Ausschußsitzung wurde das verdienstvolle Vorstandsmitglied Herr Josef S a 1 a m o n, Prokurist der „Winex", welcher schon früher dem Präsidium angehört hatte, neuerlich einstimmig zum Vizepräsidenten gewählt Barmizwah-Feier. Samstag, den 8. November, fand im Großen Leopodstädter Tempel das Barmizwahfest des Studenten Felix Armer, Sohn des Pelzwareniabrikanten Josef Armer und seiner Gattin Franziska, geb. Liebschütz, unter großer Beteiligung der Freunde, Verwandten und Verehrer der Familie des Konfirmanden statt. Nachdem dieser die Hafthora äußerst wirkungsvoll vorgetragen hatte, hielt Rabbiner Dr. Max G r u n w a 1 d eine innige Rede, in welcher er dem Barmizwanten ans Herz legte, im Sinne seiner hochverdienten Eltern und Großeltern dem Judentum alle Zeit treu zu bleiben. — Samstag, den 22. d. M., 9 Uhr vormittags, findet im Pazmanitentempel die Barmizwahfeier des Studenten Siegmung Grüner, Sohn des Herrn Restaurateur Salomon Grüner und seiner Gattin Henriette, geb. Kornmehl, statt. 70. Geburtstag. Samstag, den 8. d. M. beging Herr Philipp Herzog seinen 70. Geburtstag. Dieser Jubeltag fand auch bei der Feier im Großen Leopoldstädter Tempel, zu dessen ältesten Besuchern Herr Philipp Herzog gehört, einen würdigen Ausdruck. Der zur Thora gerufene Jubilar wurde durch Herrn Rabbiner Dr. M. G r u n w a 1 d beglückwünscht, der lin] seiner herzlichen Ansprache hervorhob, daß Herrn Herzog die lebhaften Sympathien, denen er begegnet, zur hohen Befriedigung gereichen können, und daß er auf seine Gattin Johanna, geb. Diamant, mit der er seit 48 Jahren in glücklichster Ehe lebte, und auf seine prächtigen Kinder stolz sein dürfe. Herr Oberkantor Heinrich Fischer rezitierte einen für diesen Anlaß von ihm verfaßten feierlichen Mischeberach. Der .Jüdische'* Tabak. Der erste .Europäer, der den Tabak und das Tabakrauchen zu Gesicht bekam, war ein J u d e. Diese Tatsache ist offenbar nicht allgemein bekannt denn sonst hätten sicherlich die Antisemiten aller Länder das Rauchen, Schnupfen und Kauen dieses „Teufelskrautes" wohl längst in Acht und Bann getan. Columbus war, als er seine erste große Reise antrat, bekanntlich weit davon entfernt, zu ahnen, daß er einen neuen Erdteil entdecken würde, vielmehr hatte er nur den Ehrgeiz, einen direkten Seeweg nach dem östlichen Asien, Japan, China, Indien zu finden. Da er aber offenbar keinen des Hindustanischen, Japanischen oder Chinesischen mächtigen Reisebegleiter finden konnte, so nahm er auf Am unsere leser? Werbet für unsere Zeitung! Eine erfreuliche Erhöhung der Abonnenlenzahl ist zu verzeichnen! 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Aber trotz seiner wohlgesetzten spanischen, hebräischen, arabischen und chaldäischen Anreden konnte sich Don Luis nicht mit dem friedfertigen Wilden verständigen, so daß er nach sechs Tagen mit seinem Begleiter zu dem an der Küste harrenden Columbus zurückkehrte, mit der nicht ganz unrichtigen Nachricht, daß es offenbar bis nach China noch ein gutes Stück Weges sei. Aber etwas Merkwürdiges, schier Unglaubliches hatte er gesehen. Seine braunen Wirt© hatten in den Händen eine aus braunen Blättern gedrehte Rolle getragen, die an der einen Seite in langsamem Feuer verglimmte. Trotzdem steckten sich die Wilden das andere Ende jeden Augenblick in den Mund, sogen daran, stießen heftige Rauchwolken von sich und hatten an diesem unerklärlichen Gebaren offenbar großes Wohlbehagen. Durch Zeichen von Luis de Torres befragt, was dieses Rauchen denn eigentlich für einen Zweck habe, riefen sie „tabaco" und wollten ihrem Gaste ebenfalls ein solches Ding aufdrängen, was derselbe natürlich mit schlecht verhehltem Grausen von sich wies. Das Reparationsproblem. Einen weisen Rabbi fragte man, wie er sich . das Reparationsproblem erkläre, worauf er antwortete: „Ein Schnorrer ging einmal in ein Restaurant und bestellte beim Kellner eine Suppe: Bringen Sie rasch eine Suppe, bevor der Skandal ausbricht! Nach der Suppe sagte er zum Kellner: Bringen Sie mir einen Rostbraten, bevor der Skandal) ausbricht! Als der Kellner den Rostbraten rasch herbeibrachte, sagte er ihm: Jetzt bringen Sie mir eine Mehlspeise, bevor der Skandal ausbricht! Der Kellner brachte verärgert die Mehlspeise, stellte sie ihm hin und sagte: Sie seh'n ja doch, ich habe Ihnen alles schön gebracht und es ist gar kein Skandal ausgebrochen. „Nun warten Sie, bis di'e Bezahlung kommt, das wird ein Skandal werden!" Auch so die Deutschem — fügte dazu der weise Rabbi, — wenn sie zahlen sollen, geht der Skandal los!" Das ELISABETH-HEIM X^BH^HHHI^HHHBBfllHIHIH^HHEHHHSHBBK in Not! Bewahret über 100 jüdische Walsenkinder vor d*r end« gültigen Sperre des Heimes! Spenden zu richten an: ELISABETH-HEIM für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen Wien, 2. Bezirk, Malzsasse Nr. 7 Tel. 43-5-40 .*-.* Postsparkassenkonto Wien 83.571

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