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Die Wahrheit · 1924-08-08 · Heft 32 (8.8.1924) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 32 (8.8.1924)
Date
1924-08-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Die WAHRHEIT Se it e n Surgeon gegen die Orgel. Die von Herrn Dr. Grunwald in seinem Vortrage „Das jüdische Kind und der jüdische Gesang" zitierte Stelle findet sich bei Surgeon, alttestament- Iicfoe Bilder, Verlag Onken, Hamburg-Borgfelde 1897, Seite 558: „An vielen Orten wird es geziemend: gehalten, das Werk der menschlichen Herzen, Zungen und Lippen auf ein Instrument zu übertragen, das den Herrn loben soll. Möge dies niemals hier der Fall sein. So oft wir hier zusammenkommen, steige der Gesang zum Himmel empor, wie die Stimmen vieler Wasser und wie großer Donner." Jüdische Aerzte im Mittelalter. Auch die Gesundheitspflege, sowohl die Erhaltung der normalen Beschaffenheit des eigenen Körpers durch zweckmäßige Diät als auch die Pflege und Wiederherstellung der Kranken, wird bei den Juden als sittliche Pflicht angesehen. Daher finden wir die meisten Lehrer auch in der Arzneikunde gebildet und dem ärztlichen Berufe sich hingebend. Wie gewissenhaft dieser Beruf aufgefaßt wurde, kann das uns erhaltene schöne Gebet des Maimonides für einen Arzt, der einen Kranken besuchen will, dartun. Man darf sagen, daß bis zum Aufblühen der wesentlich durch Juden gestifteten Schulen von Montpellier und Salerno die Juden fast die einzigen Aerzte auf der ganzen damals bekannten Erde waren, denen sich erst später in Spanien die Araber anschlössen, bis diese aus Spanien vertrieben wurden, 'worauf die Juden wieder die alleinigen Vertreter der medizinischen Wissenschaften wurden. Die bodenlos unwissenden und rohen Christen der damaligen Zeit kamen sogar zu dem absurden Aberglauben, daß die Juden von Natur die alleinige Anlage zur Arzneikunde hätten; Fürsten und Geistliche, die auf die schändlichste Weise die Juden plünderten und vertrieben, weigerten sich doch, wie z. B. Franz I. von Frankreich, hartnäckig, einen Christen, ja nur einen getauften Juden als Leibarzt anzunehmen. Es gab eine Zeit, in der die Juden als Leibärzte das Leben sämtlicher Fürsten und Prälaten in ihrer Gewalt hatten. Noch im 16. Jahrhundert waren die berühmtesten Aerzte zum überwiegend großen Teil Juden. Es wird hier genügen, einige der ausgezeichnetsten Aerzte namentlich anzuführen, da die Bedeutung der Juden in diesem Fache ohnehin kaum bestritten werden kann. Schon im dritten Jahrhundert stoßen wir auf R. Max Samuel (gestorben 257). Derselbe .leitete schon die meisten Krankheiten von verdorbener Luft ab und schrieb die größere Sterblichkeit der in Schlachten Verwundeten der längeren Einwirkung der Luft auf die Wunden zu. Farragut war als Uebersetzer und Leibarzt Karl des Großen berühmt. Am Ende des neunten Jahrhunderts schrieb Isaac ben Suleimann Israeli nebst anderen Werken ein arabisches Buch über die Fieber, das sehr bald ins Hebräische, Spanische und Lateinische übersetzt wurde. Zur selben Zeit genossen unter dem Kalifen Alamun der R. Maschalla und der R. Abul Barkat im Orient großes Ansehen als Aerzte. Im 13. Jahrhundert bearbeitete Abraham Cabrit einen Kommentar zum Hippokrates. Ein weit berühmter Lehrer zu Montpellier war um 1300 der R. Profatius. Noch will ich erwähnen, daß Maimonides den Galen bearbeitete, Aphorismen zur Medizin .schrieb und daß er von Richard Löwenherz als Leibarzt berufen wurde, was er aber ablehnte. Staatsrat M. I. Schleiden. Die Flucht in das Nichts. -Bei diesem Aufsatze, der in Nr. 30 unseres Blattes begonnen hat, ist durch ein unliebsames und bedauerliches Versehen der Druckerei bei der folgenden .Nummer sowohl der Untertitel „Zur Austrittsbewegung" wie auch der Name des Autors Bernjamin Segel weggeblieben. Indem wir solches zur Kenntnis bringen, sprechen wir besonders dem geehrten Herrn Verfasser unser aufrichtiges Bedauern zu diesem Uebersehen aus. Zum Artikel „Deutsche Juden als Heidelberger Studenten im 18. Jahrhundert" (Wahrheit Nr. 29, S. 7) wird uns von befreundeter Seite mitgeteilt, daß Elchanan b. Chajjim Bacharach bereits in Leopold L ö w e n st e i n, Geschichte der Juden in der Kurpfalz, S. 202, unter Angabe aller in Betracht kommenden Quellen behandelt wurde. Preisausschreiben von 3060 Gold-Francs für das beste, noch nicht veröffentlichte Werk über alle Entlehnungen*) aus der hebräischen, arabischen, persischen und chinesischen Literatur (die letzteren drei sind nicht von derselben Wichtigkeit), die von europäischen Schriftstellern in den letzten drei Jahhrhundreten, also von Dichtern, Philosophen etc. einlach breitgetreten worden sind, ohne den wahren Ursprung zu nennen und somit fremdes geistiges Eigentum den ahnungslosen Lesern als das ihrige ausgaben. Die Manuskripte bleiben Eigentum des Endesgefertigten, der sich das Verfügungsrecht über dieselben vorbehält. Mit Näherem, wie diese Arbeit zu klassifizieren sei, stehe zu Diensten J. Z. Ormont, Genf, 4 Avenue Warens. Silberne Hochzelt. Herr Oberkantor Bernhard Löwensoha in Linz feiert mit seiner Gattin Marie am Samstag, den 9. d. M* das Fest der silbernen Hochzeit. Herodes Klage um Mariamne. O Mariamne, sieh dies Herz, Für das geblutet du, jetzt bluten! Die Rache ward zu Todesschmerz, Und Reue folgt den Zornesgluten. O Mariamne, wo bist du? Du hörest nicht mein bitter Weinen: Du winktest mir Vergebung zu, Mag auch der Himmel sie verneinen. Und ist sie tot? Und ward vollstreckt, Was blinden Wahnes Wut geboten? Ich seh das Todesschwert erschreckt — Fort mit dem Stahl, dem bktigroten! Doch du, gemordet Lieb, bist kalt — Umsonst, daß dieses Herz hier schmachtet Nach dir, die einsam droben wallt; Umsonst, daß es nach Rettung trachtet! Die meine Krone trug, verschied, Und mit ihr starb, was mich beglückte; Weh, daß ich, die nur mir geblüht, Dte Blume Judas frevelnd! knickte! Mein ist die Schuld, die Hölle mein, Der Gram mein ödes Herz verzehret — Ach, wohlverdient ist diese Pein, Die unzerstörbar mich zerstöret! Lord Byron (Aus „Hebräische Balladen".) *) Moral, Lehren, Sprüche, Gedichte, Parabeln etc. WIW«MMMIWMWMtWtlilMlW«MIWMWtWI»lllllllWMI«l«llllMWlMWI Herbet Abonnenten für „Die »anrhBit"! —■■■■«■«■■■■■■■■»■■■■■■■—■ EINHEIRAT in seit 40 Jahren bestehendes gutgehendes. Geschäft in einer Provinzstadt nächster Nähe Wiens geboten- Bin 35 Jahre alt und suche ein hübsches häuslich erzogenes Mädchen, Anfang der Zwanzigerjahre, am liebsten aus der Provinz mit einer Mitgift von 120 bis 150 Millionen zu ehelichen. Eingerichtete Wohnung im eigenen Hause vorhanden. Zuschriften mit Lichtbild, welches sofort retourniert wird, an die Administration der -Wahrheit*.

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