Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 28 (11.7.1924)
- Date
- 1924-07-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Deufschftsterreichisciie Wochensdiritt Sur fiitiistiie Interessen HM dem BeiDlatt: Verföfenflitiiungen der ..Union deulscliösterreichisdier Juden" Redaktion und Administration: Wien H«5i»a«£stfi*«iiß«; - Fernruf 42-2-16 XL. Jahrgang Wien, 11. Juli 1924. Nummer 28 Los vom Kampf gegen die Juden! Ein Friedensvorschlag. Von Karl Conrad Mack, Pforzheim-Brötzingen. Wir veröffentlichen nachstehend einen flammenden Aufruf eines Ariers zu Selbstbesinnung des deutschen Volkes. Karl Conrad Mack, Herausgeber der aktuellen Halbrnonatszeitscbrift „U i e Vemunf t", die nicht bloß in Deutschland und Oesterreich, sondern im gesamten Ausland berechtigtes Aufsehen erregt hat, ist Gründer der parteilosen Volkswirtschaftsgruppe Deutschlands und hat als beredter Kämpfer gegen die politischen Hetzparteien für den letzten Reichstag kandidiert. In all seinen Wahlversammlungen ist er mannhaft dafür eingetreten, den Kampf gegen das Judentum als töricht einzustellen, vielmehr den Juden nachzuahmen in Nächstenliebe, Klugheit, Fleiß, Tüchtigkeit und Nüchternheit. Von diesem Gedanken ist auch der folgende Aufruf getragen. Ein sträflicher Kampf, der Kampf gegen die Juden, hat, so wie er in Oesterreich schon seit Jahren offen und geheim betrieben wird, nun leider auch in Deutschland begonnen. Antisemitische Propheten und politische Parteien betreiben eine unverantwortliche Wühlarbeit und Yolksverhetzung und glauben mit Uebersehung der seitens mancher Christen ebenso schwunghaft begangenen gröblichen Fehler gegen Volk und Vaterland das Judentum allgemein beflecken zu können. Lumpen sind hüben und drüben. Aber feig wäre es, hier nicht gerecht zu unterscheiden zwischen jenen Juden, die selbst diejenigen ihre eigenen Stammesgenossen restlos abschütteln, denen herzlose Ausbeutung des Nächsten nachgewiesen werden kann, und jenen Christen, die diesem dem Volkswohl so sehr verderblichen Treiben überzeugt ferne stehen. Wer über den Juden verallgemeinernd schimpft, kennt den Juden als Menschen nicht. War nicht das Judenvolk Voraussetzung von uns Christen und ist nicht gerade das mosaische Volk beinahe restlos — im Gegenteil zu dem in viele Sekten verteilten Christenvolk — unbedingt dem treugeblieben, was seine Väter ihm in die Seele gelegt. Man hat von reichswegen diese Minderheit in der Mehrheit mit Ausnahmegesetzen bekämpft, ihr Rechte versagt trotz auferlegter Pflichten und dadurch gerade unter den Juden die Einigkeit selbst geschaffen, um die wir Deutschen uns jetzt beklagen. Je härter die Kette der Knechtschaft und des Zwanges, um so mächtiger der Drang nach Freiheit und hierauf fußend, um so fester der Zusammenschluß aller also Geknechteten. Die Richtigkeit dieser Tatsache erleben wir heute genau so bei unseren deutschen Brüdern am Rhein und Ruhr. Würden wir doch endlich zu uns selbst kommen, jeder zuerst mit seinem eigensten Ich abrechnen, und ich bin überzeugt, der menschenunwürdige Kampf gegen die Juden hätte inErkenntnis eigener Schuld bald ein Ende. Wir können den Juden beurteilen, wies wir wollten, er ist uns in vielem voraus. Voraus, weil seine ganze Erziehung sich vor allem einstellt fürs praktische Leben, für den Kampf ums Dasein. Hier höre ich schon Stimmen: der Jude sei unproduktiv und er widmet sich in der Hauptsache dem Handel. Diese Tatsache stimmt! Aber gehen wir näher auf die Begleitumstände ein, warum der Jude handelt, so muß doch jeder objektiv Denkende sagen, auch diese Konzentration ist wieder nichts weiter als das ganz natürliche Ergebnis bisheriger Unterdrückung und bisheriger Ausstoßung der Juden aus allen Erwerbszweigen ringsum. Und konnte und mußte sich der Jude so nicht einseitig zurückgesetzt fühlen; steckt in ihm nicht auch Ehrgeiz und Ehrgefühl? Wir können bei einer sich direkt gegen den Juden richtenden Ausnahmsgesetzgebung doch von dem also niedergetretenen und teilweise mundtot gemachten Individuen und seinem Gesamtstamm doch niemals erwarten, daß sie uns nicht zu überbieten suchen. Oder glaubt man wirklich, daß unsere auch herzlos von Rhein und Ruhr ausgewiesenen Volksgenossen: „Heil Frankreich!4* rufen? Für uns alle ist Platz unter der Sonne und gerade die demokratische Verfassung und unser freiestes Wahlrecht der Welt gibt uns mehr denn je Gelcgenheit, die Minderheit in die Mehrheit so einzuordnen, daß beide friedlich neben- und beieinander leben und sterben können. „Nicht trennen, sondern einigen," sei Volksgrundsatz. Bei allen Völkern und zu allen Zeiten sind Fehler gemacht worden und der Dreißigjährige Krieg mit ai! seinen demoralisierenden Folgen und Auswüchsen ist ein eklatantes Vorbeispiel, wie auch nach dieser Zeitepoche ein allgemeiner sittlicher und moralischer Zerfall der Völker, Einzelmenschcn und Rassen einsetzte und es jahrzehntelanger Arbeit und Besserung bedurfte, diese Scharte auszuwetzen, r.m den Frieden wieder einigermaßen herzustellen. Der Jude sei international und dadurch imstande, sich die Menschheit oder einzelnen Nationen durch Weltverständigung vermöge der hebräischen Sprache wirtschaftlich untertänig zu machen. Gestüt den Fall, dies wäre richtig, was es langte ".icht ist. Ja warum ahmen wir dann dieses Beispiel der ältesten und deshalb auch erfahrensten Rasse der Juden nicht nach? Warum widerstreben wir denn der Einführung einer allgemeinen Weltsprache, die in der ganzen Welt neben der Muttersprache leicht