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Die Wahrheit · 1924-05-09 · Heft 19 (9.5.1924) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 19 (9.5.1924)
Date
1924-05-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 DIE WAHRHEIT Nr. 19 halb unserer Bewegung stehenden Juden Unterstützung beim Aufbauwerk zu verlangen!!! Deshalb wünsche ich die Beantwortung folgender of f e n e n F r a g e n: 1. An Herrn Dr:. Desider Friedmann, Parteianwalt der ZionistischenPart e i für Oesterreich: Haben Sie meine im Auftrage des J. N. F-Büros erhobene Klage gegen die „Hakoah" respektive ihr Präsidium erhalten'? Warum haben Sie bis heute auf diese Klage nicht reagiert? Haben Sie die Absicht, das Parteigerioht in dieser Sache, einzuberufen? Wenn ja, wann? 2. An die Redaktion der „Wiener Morjgeuzeitung", Sportbeilage: Ich sandte vor Monaten nach einem Artikel des Herrn Prof. Dr. Vogel („Wie lange noch?") einen ausführlichen Aufsatz über die oben. skizzierten Verhältnisse bei der „Hakoah"! Herr Redakteur B aar Üeß mir die Annahme des Aufsatzes mitteilen — ohne ihn jedoch zu bringen. Meine Urgenzen bliebenunerledigt. Bis er dann, als ich zu ihm schlickte, um den Artikel abholen zu lassen, versprach, ihn „in der nächsten Woche" zu retournieren. Dieses Versprechen wurde wiederum nicht eingelöst. Warum? Sind Sie bereit, den Artikel innerhalb von acht Tagen in Ihrem Blatte abzudrucken? Wenn Sie den Artikel nicht bringen, ersuche ich ein letztes Mal öffentlich um Rücksendung an mich oder an die Redaktion dieser Zeitung. Das Thema ist zu bedeutsam, als daß es totgeschwiegen werden dürfte. 3. An das Präsidium der „Hakoah". Haben Sie die Absicht, in Hinkunft alle ihre zionistischen Verpflichtungen zu erfüllen? Oder wollen Sie, daß sich so wie die beleidigten religiös fühlenden- Jeden iauich Ä iaiufrkMgerj ZabuJstteni, däe,. aih Wiederaufbau Palästinas tätig, nicht durch leere Phrasen mitairlbefäe^ sidto von Ihrem- ,yZiioindlstisch:e1ü" Verein abwenden? L'un ou l'autre .... * ■ * ■■■ * ■ Ist die „Hakoah" jüdisch? Nein, denn sie entheiiliigt ibewÄt trotz Gelübde ijdrer-ff^ Gesetz! Sie ist aber nach dem oben Gesägten nicht einmal „zionistisch" und es ist höchste Zeit, daß sie sich besinnt, oder aber: daß wir ihr die Ehrentitel „zionistisch5 und jüdisch" absprechen. Die „Hak o ahn er" mögen gute Fußball s p i e 1 e r s e i n. Wenn sie a b e rn i ch t auch gute Juden und gute Ziohisten sind, interessieren sie, uns,nicht. Ihre Taten — nicht djie Versprechen), -in denen sie groß sünid! — werden enits&heideinid sein«! Dr. Walter Riehls Glück und Ende. Erinnerungen an deutschböhmische Nationalheroen. Von Siegmund Schönau. I. Wie in der letzten Nummer dieses Blattes gemeldet, ist Dr. Walter Riehl, der, Herostrates gleich, sich durch eine frevelhafte Tat ein .Blatt in der Weltgeschichte sichern wollte, von der von ihm gegründeten Nationalsozialistischen Partei jüngst ausgestoßen' worden. Das von Bürgermeister Dr. L ue ger im Verein mit dem Abgeordneten des Waldviertels, Schönerer, zum Schaden des österreichischen Staates suggerierte Gift des Antisemitismus bekanntlich ist ein kranker Körper einer solchen Injektion!»■ Feuilleton Selbstmord im Judentum. Von Albert L ö w. Diese Todesart, die jemand in bewußter Absicht an sich verübt, ist dem Judentum der Vorzeit fremd, sie kommt in der Bibel nicht vor, nicht einmal die Benennung dafür. Wenn unser Gesetzgeber Moses ein Ahnung von diesem Verbrechen gehabt hätte, so hätte er unter seinen weisen Gesetzen auch hierfür ein strenges Gesetz zur Vorbeugung dieser wahnwitzigen Handlung statuiert. , Wir haben hur den einzigen Satz in dem 5. Buch Moses, Kap. 4, V. 9: „Nur hüte dich und deine Seele sehr!" Der Selbstmord ist ein Verbrechen gegen Gott, dessen Ebenbild zerstörend. Es gibt kein Tier, das sich absichtlich tötet, und wir Menschen stehen durch die Gottähnlichkeit und Würde über den Tieren und : begehen trotzdem solche Verbrechen! Aristoteles schreibt: „Nur dieses Taer allein ist aufrecht vor allen, weil seine Natur und Substanz göttlich ist." „Die Seele ist ein Licht Gottes." Spr. SalonL K. 20, V„ 27. „Mein Gott, die Seele, die du mir gegeben hast, ist rein und du hast sie geschaffen, gebildet und mir eingehaucht, du wirst sie von mir nehmen und in der Zukunft wiedergeben." (Berachot.) Dieses Gebet ist. eines unserer Morgengebete. In dem Prophetenbucht Samuel, jK. 31, V. 4 finden wir einige Selbstmorde. König Sau 1, den das Kriegsglück verließ, sprach zu seinem Waffenträger; „Ziehe dein Schwert und ersteche mich, damit die Unbeschnittenen nicht kommen, um mich zu erstechen und Spott mit mir zw treiben." Der Waffenträger wollte aus. Furcht diese Tatvnicht vollziehen, deshalb hat Saül sich selbst mit seinem Schwert erstochen. Als der - Waffenträger dieses sah, tat er aus Furcht das Gleiche. K. 31, V. 5. Ahitophel, dessen Rat Absa 1 on nicht befolgte, „sattelte seine Esel, begab sich' nach! seinem Hause in seiner Stadt, bestellte sein Haus und erwürgte sich dann, er starb und wurde in der Gruft seines Vaters begraben." 2. B. Sam., K 17, V. 23.. Ein vierter Fall war der Tod Simris t B. Könige. K. 16, V. 18. „Als Simri sah, daß die Stadt erobert war, da ging er in die Burg des Königshauses und zündete mit Feuer das Königshaus an- und starb." Im Joredea 345 heißt es: „Als Selbstmörder-wird nur derjenige betrachtet, welcher sagt, er wolle sich auf diese oder jene Weise töten, oder wenn er im Zorn oder in Schmerzen eine solche Tat begeht." Ausgeschlossen bleibt derjenige, welcher dieses Verbrechen aus Wahnsinn oder Unmündigkeit (vor dem 13u Lebensjahre), als Trunken^ bald oder Gemütskranker öder aus Furcht vor

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