Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 12 (21.3.1924)
- Date
- 1924-03-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064071-3064083--12679-3080142- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 DIE W AHRHEIT Nr. 12 Theater, Kunst u. Literatur | Von Woche zu Woche Purirafeier. Der Bund jüdischer Eltern für den zweiten Wiener Gemeindebezirk in Wien IL, Taborstraße 72, veranstaltet am 23. März 1. J., um 10 Uhr vormittags im Zentralkino in Wien II., Taborstraße 8, eine Kinderfestvorstellnng. Zur Aufführung gelangen dramatische und musikalische Vorträge, Schattenspiele, Gesang und 2 Fastreiigen, welche, einstudiert -diuirch den beliebten Tanzmeister Herrn Prof. Rudolf ff ei mann, von dtesem persönlich dirigiert werden. Sämtliche Vorträge werden1 von scbullpf&hitiiigen Kindern ausgeführt Karten im Vor verkaufe zum Preise von K 3000 bis 10.000 sind zu haben bei Obmann K o 1 m i n, II., Taborstraße 72, Möbelhaus O b 1 a 11, Czerninpassage, Cafe Nord, II., Meinestraße Nr. 15, Buchhandlung T u c h n e r, II., Große Stadtgutgasse 7, an der Kinokasse selbst sowie bei sämtlichen Verbandsmitgliedern. Vortragsabend. Sonntag, den 24. v. M., fand im Festsaale des Hotel Continental ein Vortragsabend Josef Grobs zu Gunsten des Stanislauer Waisenhauses statt. Das zahlreiche Publikum hat nicht nur zur Erhaltung dieser Anstalt wesentlich beigetragen, sondern auch einen genußreichen Abend verbracht, an dem der Vortragende wie auch andere Kunstkräfte zu stets erneuten, stürmischen Beifallsäußerungen hinrissen. Dr. M. Spanier: „Geschichte der Juden in Magdeburg", Verlag L. Sperling & Co., Magdeburg, 1923, 47 Seten. — Alle Geschichte der Gemeinschaften setzt sich aus den Erlebnissen der einzelnen Persönlichkeiten zusammen. Iti der Geschichte der Juden sind nicht so sehr die Individuen als vielmehr die Einzelgemeinden die Persönlichkeiten, aus deren Geschicken und Willensrichtungen die Striche des Bildes sich ergeben. In den Geschicken, der Gemeinde und der in ihrem Gesamtwillen zum Ausdruck kommenden Strebungen offenbaren sich die Wandlungen in der politischen' Lage der Juden und in ihrer Einfügung in den1 Strom der Zeitrichtungen und Kulturflüsse. So spiegelt denn auch die Gemeinde Magdeburg, deren Geschichte das obgenannte Werk gewidmet ist, den Gang der mittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte der deutschen Juden wieder. In fleißiger Arbeit und übersichtlicher Darstellung ist zusammengestellt, was urkundlich belegt ist Wir verfolgen die Geschichte dieser Juden von ihrer Niederlassung an über die frühmittelalterliche Zeit, über ihre Vertreibung, die zeitlich mit der aus Spanien zusammenfällt, bis zu ihrer Wiederkehr unter dem Großen Kurfürsten. Ihre Schicksale unter dem Westfälischen Konsistorium sind zugleich ein Beitrag zur Geschichte dieser Episode der neueren deutschjüdischen Geschichte, und die Kämpfe um die Neukonstituierung der Gemeinde in öffentlich-rechtlicher Form spiegeln die ganze Tragik der halben Rechtlosigkeit und halben Duldung der jüdischen Religionsgemeinschaft als solche unter preußischem Regime wieder. So ist das Büchlein ein wertvoller. Beitrag zu den Einzelzügen, aus denen man den Gang der größeren Gesamtgeschichte erkennen kann. Dienemann-Offenbach a. M. Gustav Theodor Fechner, „Die drei Motive und Gründe des Glaubens", herausgegeben und erl. von Dr. W. Platz, Stuttgart 1923. Strecker und Schröder. Ueber Gott, Unsterblichkeit und Engel („höhere Existenzen") spricht hier ein Mann von Gemüt, der Psychopbysiker Fechner, seine Ueberzeugung aus, indem er Argumente anführt, die uns heute ein wenig altfränkisch anmuten. Immerhin ist die Schlichtheit, mit der er diese Probleme der Religionsphilosophie behandelt, ohne Zweifel geeignet, gleichgesinnte Geister in ihren Ueberzeugungen zu bestärken. Für Religionsbücher läßt sich manches daraus verwenden. R. Israelitischer Bethausverein „Chewra Beth HatHlah" im IX. Bezirk, Müllnergasse. Am 28. Februar d. X fand im Zeremoniensaale des Tempels" im IX. Bezirk die diesjährige ordentliche Generalversammlung unter dem Vorsitze des Vereinsobmannes Herrn Börserat und Kultusvorsteher Ignaz Glück, statt. Aus dem durch den Schriftführer Herrn Dr. Leo Goldhammer erstatteten Rechenschaftsberichte und dem vom Kassier Herrn Max E i s n e r vorgetragenen Kassaberichte konnte man mit Befriedigung entnehmen, daß es der Vereinsleitung gelungen sei, trotz der gewaltig angewachsenen Personal- und sachlichen Auslagen das Vereinsjahr aktiv abzuschließen. Der als Delegierter der Kultusgemeinde erschienene Herr Kultusvorsteher Dr. T i c h o würdigte, in anerkennenden Worten die rastlose Tätigkeit der Vereinsleitung und insbesondere des Obmannes Herrn Glück, welche es zuwege gebracht haben, ohne Inanspruchnahme der Kultusgemeinde den Tempel im IX. Bezirk auf ein mustergültiges und nachahmenswertes Niveau zu bringen. Der Rechenschaftsbericht wurde von der Generalversammlung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und dem Vorstand einstimmig das Absolutorium erteilt. Bei den hierauf vorgenommenen Ergäuzungswahlen wurden die statutengemäß ausgeschiedenen Vorstands-, bzw. Ausschußmitglieder wieder- und an Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Herrn Josef Steiner Herr Salömon Oesterreich neugewählt. In der am 7. März 1. J. stattgehabten konstituierenden Vorstandssitzung wurden Herr Ignaz Glück zum Obmann, Herr Hnfrat Dr, S. F ra n kfurter zum Obmannstellvertreter, Herr Dr. Leo Gold- Ii a m m e r zum Schriftführer und Herr Max E i s n e r zum Kassier wiedergewählt. St. Pölten. Am 9. März fand die Generalversammlung der Chewra Kadischa und zugleich das dreißigjährige Gründungsfest derselben statt. Die Feier begann mit einem Gottesdienst im festlich beleuchteten Tempel. Herr Kantor Glück trug mit gewohnter Meisterschaft einen Traüerchoral vor, worauf Sr. Ehrwürden Oberrabbiner Dr. S c h ä c h t e r die Kanzel bestieg und eine auf die Feier bezughabende inhaltsreiche und formvollendete Predigt hielt. Hierauf begaben sich die Gemeindemitglieder in den Sitzungssaal. Herr Obmann Bernhard Wulkan begrüßte, alle Anwesenden mit einer kurzen Ansprache und erteilte das Wort dem Schriftführer Herrn Is. Reiss zur Erstattung des Tätigkeitsberichtes. Der Kassier, Herr R. L u s t i g, berichtete über die Kassagebarung, worauf beiden Herren der Dank votiert wurde. Nun wurde zur Neuwahl geschritten, die folgendes Resultat ergab: B. Wulkan, Obmann, M. Frischmann, Obmannstellvertreter, A. Bond y, Kassier. S. S c h w e n k, Schriftführer, A. L e i c h t, S. M a n d 1, R. F r a n k, F. Bondy, I.Körner, D. Kerpen, L. Geld und S. Galan datier. Dann erhielt Vereinsmitglied Herr Julius Kohn das Wort, um der Gründer Moses Frank, Samuel Gelb und Karl Bondy s. A. zu gedenken. Hierauf stellte Herr Is. Kohn den Antrag, da heuer zum zehntenmal der Beginn des Weltkrieges sich jährt, möge man an die Errichtung eines Heldendenkmal es schreiten. Es ruhen in unserem Friedhofe 16 Opfer, die mit ihrem Leben und mit ihrem Blute die Treue zum Vaterlanue besiegelt haben und der Vergessenheit entrissen werden müssen. Der Vorsitzende erklärte, diese Anregung in kürzester Zeit zu verwirklichen, und schloß die Versammlung mit Worten herzlichen Dankes. „Einheit." Die 12. Ordentliche Generalversammlung findet am Montag, den 24. März 1924, 7 Uhr abends, im Elisabeth-Heim, Wien II.. Malzgasse 7, statt. miC Zugunsten des EllSABETH-HEIN für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen Wien II., Pfcmlzcgnsse? Telephon Mr. 43-5-40 Gesamttreffer 600 Millionen Kronen 12©, 60, 35», 20 and IO Millionen Kronen und lausend andere Treffer. Von der Bundesregierung bewilligte EtteMenlotterie Lese In allen Banken und Trafiken erhältlicht — Wieder verkauf er gesucht!