Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 10 (7.3.1924)
- Date
- 1924-03-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefcr 10 DIE WAHRHEIT Nr, 10 [Theater, Kunst u. Literatur; ii.i \w! $A Nordau—Marmorek-Geselfecbaft. In Paris hat sich ein Komitee gebildet, welches eine Gesellschaft der Freunde Max Nordaus und Alexander Marmoreks gründen will, um das Andenken der beide intensivsten Freunde Theodor Herzls, die in so inniger Gemeinschaft standen, dauernd zu erhalten. Die Gesellschaft plant die Erhaltung und Schmückung der beiden Grabstätten, die Feier der Gedenktage, die Herausgabe des hervorragenden schriftlichen Nachlasses, die Verbreitung und Sammlung der schon erschienenen Schriften» die Verfassung von Biographien der beiden Männer. Sollten die Mittel der Gesellschaft es gestatten, würde sie auch in Form einer Stiftung die beiden großen Toten ehren: Unterschriften für den Aufruf, Spenden, Anregungen nehmen Fräulein Schach, 10 nie Francois Millet, und Dr. David Jakobsen, 14 nie de Passy, beide Paris XII, entgegen. Verein für Jüdische Geschichte und Literatur. Samstag, den 8. März, %8"Uhr abends, liest Herr Dr. J. Lieber über „Die Juden in der modernen französischen Literatur", I., Seitenstettengasse 4. Eintritt frei. Gäste willkommen. Das „Zelt". Vor kurzem ist die zweite Nummer dieser ausgezeichnet geleiteten jüdischen illustrierten Monatsschrift erschienen. Der reiche und gediegene Inhalt wird dem „Zelt" bestimmt zahlreiche neue Freunde zuführen. Prof. Max £isler schreibt anläßlich des 100. Geburtstages von Josef Israels eine sehr interessante vergleichende Studie „R e mbrandt und Israels". Eine Studie von Willi Wo 1 fradt über den Maler und Radierer Georg Ehrlich und „Anmerkungen zu Paul Königsberger", dem hochbegabten jüdischen Bildhauer, sind ebenso anziehend wie der Aufsatz „Das Bild der Bühne" von E. Martin. Erwin F e 1 b e r gedenkt des jüngst verstorbenen Pianisten Alfred G r ü n f e 1 d. Das Heft enthält außerdem eine „Biblische Erzählung" von Ernst Müller, einen Abschnitt aus Saul Tschernichowskis Idylle „Die Beschneidung" in deutscher Nachdichtung von Hans Kohn, Gedichte von Abraham M. L u n z (Aus dem Hebräischen von Hugo Knöpfmacher und Andre S p i r e aus dem Französischem von Josef K a 1 m e r), eine wunderschöne Skizze „Unendlichkeit" von Eugen H o e f 1 i c h und einen Aufsatz des im Kriege gefallenen Schriftstellers Pe gy über Alfred Dr eyfus- Der reich illustrative Teil und die Ausstattung dieser vornehmen Zeitschrift stehen auf der Höhe. Es ist ihre weiteste Verbreitung zu wünschen. Fritz Ebert — ein Lebensbild, von Ferdinand Kampffmayer. (Verlag für Sozialwissenschaft, G. m. b. H., Berlin.) Als es im November 1918 im Gebälke Deutschlands besorgniserregend krachte, das Reich aus Not und Tod gerettet werden mußte, da berief der Wille des Volkes keinen gelernten Staatsmann, sondern den ehemaligen Sattlergehilfen Fritz Ebert an die Spitze der Regierungsgeschäfte, und er hat sich an dieser Stelle vom ersten Tage an bis heute trefflich bewährt Er hat es mit starker und geschickter Hand gegen jede Gefahr von links und rechts bewahrt dank seiner Klugheit und lauteren Gesinnung, seinem unbeirrbarem Charakter, der allen Vertiefungen tapfer stand hielt. Kampffmayer hat nun mit Liebe zur demokratischen Republik und zu ihrem obersten Repräsentanten das Lebensbild Fritz Ebert gezeichnet und man wird den Werdegang eines überzeugungstreuen Mannes aus* dem Volke nicht ohne Interesse lesen. An dieser schlichten Darstellung werden alle Verdächtigungen und hämischen Angriffe gegen den Reichspräsidenten zu schänden! und ihm restlose Anerkennung zuteil wenden. d. Mose ben Maimon, Führer der Unschlüssigen. Ü ebersetzt, u. erl. von Dr. Adolf Weiss, 1. Buch, Leipzig 1923. Verlag von Felix Meiner. Brosch. K 189.000, geb. K 220.000. — Nahezu zwei Jahrzehnte ist es her, ungefähr zur Zeit des Maimonides-Centenariums war es, als ich, mit dem großen „Führer" beschäftigt, dem Verfasser der vorliegenden Uebersetzung meine Begeisterung für den „zweiten Mose" kundgab. Wo hätten wir beide damals daran gedacht, daß er, der .damals noch hart geplagte5 Schulmann, sein Otium zu einer solchen Rekordleistung, und gerade an demselben Gegenstand, verwenden werde! Und es ist ihm meisterlich gelungen. Philologische Akribie, gründliche Kenntnis der einschlägigen Kapitel aus der Geschichte der Philosophie, vor allem ausharrende Liebe zu seinem Gegenstande haben sich hier zusammengefunden, um die jüdische Literatur sowohl, als ebenso das philosophische Schrifttum um eine kostbare Gabe zu bereichern. Auf den weiteren Kreis der Leser der „Philosophischen Bibliothek", deren' 184. Band dieses Werk bildet, ist die ausführliche Einleitung berechnet, die einen Ueberblick über die Entwicklung der jüdischen Relijrionsphilosophie und eine ausführliche Lebensbeschreibung dieses „großen Adlers" bietet. Eine Vermehrung der Quellen ist noch immer zu er- .hoffen. Erst neulich hat Gass er eine, allerdings weniger bedeutende Schrift herausgegeben, die unter Maimunis Namen läuft. Zur Zeit, als die Entdeckungen in der Genriza von Kairo alle Welt in Aufregung versetzten, wurden auch mir angebliche Autographien Maimunis zum Kaufe angeboten, die wohl, wenn sie sich als echt erweisen sollten, auch noch hier und da ans Licht kommen dürften. Ueber eine Reise auf seinen Spuren in Aegypten und Palästina konnte ich in einer illustrierten Zeitschrift berichten. Es kann nicht genug geschehen, diesen überragenden Geist uns näher zu bringen und in unserer Mitte lebendig zu erhalten. Wie ich jüngst an anderer Stelle hervorgehoben habe, gilt es hier nicht, eine Reliquie auszugraben, sondern eine Aktualität wirksam zu erhalten. Im Kampfe gegen den Aberglauben, der, in weiten Kreisen überwuchernd, das Kulturniveau beschämend herabgedrückt, ist der „Rambam" der berufenste Führer. Die Vereinigung von gesetzestreuer Lebensführung mit unerschrockener Forschung, der die Liebe zum Judentume Sporn und Nerv gibt, hat in ihm ihr klassisches Prototyp gefunden. Er wurde das Vorbild für Spinoza im Kampfe für den Monismus gegen Descartes Dualismus. Und wenn auch, wie bei S. R. Hirsch, seine Schrifterklärung mitunter nicht unbedenklich erscheint (wie Mose L, 67; -JL, 32, vergl. Weiss CLXXX), das Bestreben, Schriftwort una> Menschenvernunft in Einklang zu bringen, darf nicht rasten. Die Arbeit liegt, das zeigt jede Seite, in zuverlässigen Händen. Wie dem Uebersetzer und Erklärer, gebührt auch dem Verleger für dieses Werk aufrichtiger Dank. Dr. G. A. iewkowitz: Religiöse Denker der Gegenwart. Berlin 1923, Philo-Verlag. — Aufsätze, wie die vorliegenden, die in der „Monatschrift f. Gesch. u. Wiss. d. Jud." erschienen sind, empfehlen sich nicht bloß als brauchbares Mittel der „inneren Mission", d. h. der Aufklärung jüdischer Kreise über Wesen und Wert des Judentums. Sie sind auch für die Apologetik von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Indem sich hier das Judentum mit Denkern, wie Nitzsche, Darwin, Bergson, Simmel, Wundt u. a. auseinandersetzt, wird insbesondere unserer modernen Jugend Gelegenheit geboten, die altüberlieferten Weisheitslehren und Satzungen der Väter in immer erneutem Glänze sich verjüngen zu sehen. Der Verlag hat hier wieder eine glückliche Wahl getroffen. R. Zugunsten Oes EElSABEIH-HEin für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen Wien II., raalz£cB»s«5 7 feleptaon Mr. 43-5-40 Gesamttreffer 600 Millionen Kronen 120, 60, 35, 20 und IO raillionen und tausend andere Treffer Lose in allen Banken und Trafiken erhältlich! — Wiederverkäufer gesucht! Von der DundesregieriiRg bewilligte Ettcktenlotterie ■Sf IHHIBUMI ■WMHIMIHHIimifM»IUIII»l|IIMIIIH»»MU»im