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Die Wahrheit · 1924-02-15 · Heft 7 (15.2.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 7 (15.2.1924)
Date
1924-02-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seile M i>ji: WAHRHEIT Prohpvortrag im Großes Leopoldstädter Tempel Freitag, den 15. Februar, Y*6 Uhr, und Samstag, den 1£. d. M. finden Probevorträge des lierrn Gberkahtor Heinrich Fischer aus Neupest (bei Budapest) statt. Barmizwahfeier. Samstag, den 9. d. M., fand im Großen Leopoldstädter Tempel die Barmizwahfeier des Ferdinand K1 e b i n d e r, des zweiten Sohnes des Herrn Regierungsrates, Chefredakteur und Herausgeber der „Sonn- und Montags- Zeitung", Ernst Klebinder und seiner Gattin Joian, geb. K a r-, pathi, statt, Dje angesehene Stellung, die der verewigte Großvater des-Konfirmanden im Bezirke und weit darüber hinaus eingenommen hat, sowie die Verdienste des Vaters vor allem auf sozialem Gebiet boten reichen Stoff für die Ansprache des Rabbiners, in der auch auf das innige Familienieben und die Anwesenheit beider Großmütter hingewiesen wurde, die dem Feste eine besondere Weihe gab. Nach der gottesdienstlichen Feier, die der Familie und den Gästen Anlaß zu namhaften Spenden für wohltätige Zwecke geboten hatte, vereinigte die Festteilnehmer ein Frühstück im Restaurant Tonello, das gleichfalls durch Akte der Wohltätigkeit seinen spezifisch jüdischen Charakter erhielt. Wir beglückwünschen Herrn Regierungsrat Klebinder und seine Familie auch an dieser Stelle auf das wärmste. — Samstag, den 9. d. M. fand im Pazmanitentempei .,Aeschel Awrohom" das Barmizwahfest des Studenten Felix G a 1 i a, Sohn des allgemein geachteten Kaufmannes Julius G a 1 i a aus Aspern und seiner Gattin Mitzi, geb. J e 11 i n e k, unter großer Beteiligung der Freunde, Verwandten und Verehrer der Familie des Konfirmanden statt. Nachdem dieser die Haftora schön verlesen hatte, hielt Herr Rabb. Dr. S. Funk eine wahrhaft herzerhebende Rede, in welcher er dem Barmizwanten ans Herz legte, im Sinne seiner Hochverdienten Eltern dem Tudentume alle Zeit treu zu bleiben. Am Nachmittag vereinigte im Hanse des Onkels des Barmizwanten, Herrn S. Meister, eine hübsche Feier die Familie, bei der der junge Galia eine gelungene Rede zur Freude aller zum Besten gab. Doppetittbiiäunt. Am 3. d. M. feierte der Stockerauer Kantor und Religionslehrer Josua S al ze r seinen 70. Geburtstag und gleichzeitig sein 50Jähriges Dienstjubiläum. Von Seiten djer Kidtusgemeiode wut^e diese Feier durch einen Festgottesdieast eingeleitet, hierauf richtete Herr Rabbiner Doktor Frankfurter weihevolle Worte an den geistig und körperlich aufrechten Jubilar. Ebenso sprachen namens diverser Lehrer-Anstalten, an denen Herr Salzer noch derzeit tätig ist (Realgymnasium Stockerau, Zwangsarbeitanstalt Körneubürg usw.)'eigene zu dieser Feier entsendete Delegierte, namens der Kinder gratulierten mehrere kleine Mädchen und Buben in Versen, und. die zahlreich erschienenen Festgäste hatten Gelegenheit, die seltene Feier mit in weihevoller Weisezu begehen. Anschließend an den Gottesdienst wurde im Hause des Jubilars eine Gratulationscour abgehalten, bei welchem Anlaß neuerlich ein Zeugnis der allgemeinen Sympathie und des Dankes abgelegt wurde. Es wäre zu wünschen, daß ein derart braver Mann unserem Volke zum Wohle des Judentums noch lange erhalten bleibe. 70. Geburtstag. Samstag, den 16. Februar 1924, um 9 Uhr vormittags findet im Tempel, VI., Schmälzhofgasse 9, eine Tempelfeier anläßlich des 70. Geburtstages des Präsidenten Dr. Jakob Engel statt. Achtzigster Geburtstag. Das langjährige Mitglied des Bethausvprs,tandes für die. ßezirke XII—XV, Herr Emanue) Kohn, beging am 5. Jänner d. J. seinen 80. Geburtstag. Trotz-, dem Herr Kohn in aller Stille diesen Tag begehen wollte, ließen es sich. die Vorstandskollegen des Tempels, XV., Turnergasse 22, nicht nehmen, den Jubilar als verdientes Mitglied des Vorstandes und mehrerer Wohltätigkeitsinstitute durch ehrende Kundgebungen im Tempel auszuzeichnen und Se. Ehrwürdep Herr Rabbiner Dr. .Taglicht hielt an den Jubilar eine feierliche Ansprache, in welcher er den WohJiätigkeitssinii und im besonderen die Verdienste des Gefeierten um die Gründung des Vereines H a c h n o s s a s K a 11 o, zu dessen Ehrenmitglied derselbe letzthin ernannt wurde, würdigte und namens der ganzen Gemeinde die herzlichsten Glückwünsche übermittelte. Für die Umgestaltung und Erhaltung der „Wahrheit" als Wochenschrift sind uns bis zum 10. d. M. weiters eingegangen: K 3,500.000 die VorstandskoHegeu unseres Herausgebers im „Verein der Freunde des Großen Tempels" anläßlich seines 50. Geburtstages; K 200.000 Dir. Wilhelm Kux; je K 100.000 Norbert Hesky (Wr.-Neustadt), Julius Figdor, Gest. Kantoren- Verein; je K 50.000 Josef Freund, Hermann Wassermann, Viktor Stransky, Alexander Klein, Dir. Philipp Broch; K 40.000 Jechiel Nagler; je K 30.000 Alfred Menziles. M. Jellinek, Gustav Schlesinger, M. Frischmann &*Söhhe (St. Pölten), Dr. Adolf Kapraiik; K 25.000 Gustav Husser; K 24.000 Moses Vogel (Wr.-Neustadt); je K 20.000 Arnold Paschkes, J. Koganowsky; je 10.000 Ig. Löffker, Josef Hahn, M. Stern. Bund jüdischer Eltern im 2. Wiener Qemeinöebezirk IL, Taborstraße 72. Tel.-Nr. 49-3-30 (Kokain). jüdische Väter und Mütter! ypn unseren Eltern haben wir eine heilige Pflicht überqoiftBSp. Pie ideale, für die sie gekämpft und g£jit&B, sollen Wir unseren Kindern, ihren Enkeln, erhalten. Der Religionsunterricht an unseren Schulen überhebt uns dieser Aufgabe nicht Unzureichend ist schon die Zelt, die ihm zugemessen wird. Unser Bestreben geht dahin, außerhalb der Schule unserer Jugend die Kenntnis des Schrifttums und der Geschichte des Judentums sowie der jüdischen Glaubens- und SitteilSehre zu vermitteln und in ihr das jüdische Bewußtsein zu fcjfyen. Zu diesem Zwecke wollen wir jüdische Elternabende, Vorträge und Jugendwanderungen veranstalten, eine geeignete Jugendbibliothek einrichten, entsprechende Fortbildungskurse und Feiern abhalten. Aber auch eine soziale Pflicht obliegt uns dem jüdischen Nachwuchs gegenüber. Zahlreiche Kidische Schulkinder hungern jund frieren. Ihre erschütterte Gesundheit zu festigen, sie am Leben zu erhalten, mangelt es den Eltern an Mitteln. Im Gedanken an das eigeue Kind dürfen wir uns diesem Elend nicht versehließen. Nicht minder unerläßlich ist enge Fühlungnahme mit unseren Lehrkräften. Wir vertrauen ihnen, unseren kostbarst^« Schatz an. Sie haben ein Anrecht auf unsere rege Förderung ihres Wirkens und Wohles, Gemeinsame Arbeit an einem Gegenstande, der uns, wie kein anderer, am Herzen liegen muß, ist geeignet, uns als Juden einander näher zu führen und ein einigendes Band um uns zu schlingen, das in einer Zeit parteiischer Zerklüftung für die Pflege jüdischen Gemejnschaftsbewußtseins doppelt freudig zu begrüßen wäre. Jüdische Eltern! Tretet unserem Bunde bei, so wahr es Euch ernst ist, um das Wohl Eures Kindes und die Erhaltung des Judentums! Für den Vorstand: Dan. Albachary Postamtsdirektor Gusta%- Kolmin als Schriftführer. als Obmann. NB. Der Mindestbeitrag pro Jahr ist auf K 15.000 festgesetztjmHIHiyniinHimiiiinnTr-n------r-r—i-i------■--------—*>"""" f"*""""~—"~—*—*------— »«««««*■«»■■■»*■■ IHtHHHIHII SeiJenlifliis HllHSTüPT Wien 1.. rieltdimark« Mr. 26 Ergstes Spezialhaas aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleider und Futter. 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