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Die Wahrheit · 1924-01-18 · Heft 3 (18.1.1924) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 3 (18.1.1924)
Date
1924-01-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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MA DIE WAtU^HElT Seite-H |! Von Woche zu Woche 1 Ein judischer Sammeltag. Die Not der Zeit hat auch einen großen Teil der jüdischen Jugend ergriffen. Wohl, bemühen sich mehrere charitative Vereine und Institutionen unserer Stadt, das große Elend nach Kräften zu lindern, aber es hat bisher an der Zentralisierung der Organisationen und damit an der nötigen Qroßzüglgkeit gefehlt, um der Größe der Aufgaben gerecht zu werden. Nunmehr haben sich alle jüdischen Organisationen und Gruppen ohne Unterschied der Richtung zusammengetan, um eine gemeinsame soziale Leistung zu vollbringen und es wurde die die Abhaltung eines „jüdischen Sammeltages" beschlossen, der Sonntag den 20. Jänner und am darauffolgenden Tage stattfinden soll. Zu einer Sonntag vormittag in der israelitischen Kultusgemeinde abgehaltenen Konferenz sämtlicher iüdischer Fürsorgeinstitutionen, die tinter dem Vorsitze des "Präsidenten J. W a c h t e 1 der von der Wiener Kultusgemeinde und im Einvernehmen mit der Gemeinde Wien tätigen „Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge tagte, erörterte Universitätsprofessor Dr. Max E i s 1 e r die organisatorischen Maßnahmen für die Sammelaktion, hierauf wies Oberrabbiner Dr. Chajes auf 4ie Notwendigkeit einer gemeinsamen jüdisch-sozialen Arbeit aller Richtungen hin, die keinen weiteren Aufschub dulde, weil es sich um die Schaffung von Säuglingsfürsorgestellen und um HHfe für die große Zahl verwahrloster Kinder handle. Die Debatte ergab die allseitige Bereitwilligkeit der in Betracht kommenden Faktoren, alle Kräfte in den Dienst des Sammeltages zu stellen, welcher bestimmt ist, das jüdische Kinderelend zu lindern, das noch immer im Wachsen ist. Nunmehr wird an der Sprengeleinteilung gearbeitet, damit die Sammlungen systematisch durch freiwillige Kräfte besorgt werden können. Der Sammeltag findet mit besonderer Bewilligung des Bürgermeisters S-eitz statt, und es steht zu erwarten, daß seine Ergebnisse allen Erwartungen entsprechen werden. Das Komitee des jüdischen Sammeltages erläßt folgenden Aufruf: Ein erschreckend großer Teil der jüdischen Jugend befindet sich in tiefster Not. Die alten und neuen Einrichtungen der Jugendfürsorge haben sich in den letzten Jahren auf jede nur denkbare Weise bemüht, die verwaisten und verwahrlosten Kinder, die der Krieg geschaffen, dem körperlichen und sittlichen Verfall zu entziehen und tätige, tüchtige Glieder der Gesellschaft aus ihnen heranzubilden. Nur planmäßige Arbeit kann gründliche Abhilfe schaffen, nur Organisation bedeutet wirkliche Rettung. Aber für den Ausbau der Organisationen zur Behebung der furchtbaren Kindernot fehlten die Mittel In Erkenntnis dieser Notlage und der sozialen Ziele unserer Bestrebungen hat der Herr Bürgermeister von Wien der notleidenden jüdischen Jugendfürsorge einen Sammeltag bewilligt. Wir werden unsere Glaubensgenossen am Sonntag den 20. Jänner in ihren Wohnungen und am Montag den 21. Jänner in ihren Geschäften aufsuchen. Unser Aufruf richtet sich an Alle, die es nicht dulden wollen, daß in unserer, nun wieder glücklich auflebenden Stadt, schuldlose Kinder im Elend versinken. Spendet reichlich, jeder von ganzem Herzen, jeder nach seinem Vermögen! Eine Friedenssynagoge in Budapest. In Budapest wurde die neue Synagoge der Budapester Kultusgemeinde in der Pava-utca feierlich eingeweiht. Anläßlich der Ue'bernahme der Synagoge hielt der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alexander Lederer die Einweihurigsrede, die tiefen Eindruck machte. Unsere Kraft, unsere Literatur, unsere Hoffnung — führte er aus — sind durch die drei Säulen versinnbildlicht, auf denen die Synagoge ruht. Man verfolgt uns, man beraubt uns unserer Rechte — wir beten bei der Thora für das Wiedererstehen unseres Vaterlandes. Man zerstört unsere Institutionen, vertreibt unsere Rinder aus den Schulen — wir beteji beim Gottesdienst für das Glück und Gedeihen unseres Vaterlandes. Man verunglimpft und schmäht uns, erhebt gegen uns falsche Anklagen — wir tun Gutes und bitten bei der dritten Säule, bei der Wohltätigkeit, Gott um gnädige Barmherzigkeit für da& in den Staub geworfene arme Vaterland, in unserer unerschütterlichen Glaubenstreue und unabänderlichen Vaterlands- Hebe. Auch die Reden des Abgeordneten Dr. Wilhelm vazsonyi, der Herren Oberrabbiner Dr. tievesl und Sonders tingebot ■des | Warenhauses I Brüder Schifffmann t±™z* II., Taborstraße 48 i«±il™ Unerreicht billige Kaufgelegenheitl Nachstehend einige Beispiele: Wasohwaren Blaudruck..........per Meter K 9.800 C*tton de Leite.......„ „ . 12.300 Wasch-Kreton •.....„ „ , 12.500 Jackenfutter ........ n n n 21.000 Etamine, 115 cm breit....., „ „ 12.000 Etamine, in allen «-arben „ „ 7.900 SeIden-CIOfll,H0cmbr.,aI!eParb. , „ „ 39.000 Damenwäsche Garnituren9 Hemd und Hose......K 39.000 Garnituren, Handajour gest. •.....„ 75.000 Damenhemden . 28.000,25000, 19.800 Damengarnituren (Hemd, Hose u. 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