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Die Wahrheit · 1924-01-11 · Heft 2 (11.1.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 2 (11.1.1924)
Date
1924-01-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Julius Radiia; je K 20.000: Leopold Wechsler, Gustav Schlesinger, Leopold Schlesinger; je K 10.000: Huszar & Comp., Heinrich Benies, Salomon Hornstein, Salomon Engel, Hermann Sobotka. — Wir sagen an dieser Stelle sowohl den verehrten Leitern der Aktion, als auch den geschätzten Spendern Dank und werden die inzwischen sowie weiter einlaufende Beträge fortlaufend ausweisen. Richard Wagner — ein Titel- und Ordensjäger. Den Nachweis für diese Behauptung erbringt der bekannte jüdische Musiker Heinrich Grünfeld in seinen „Erinnerungen", er teilt dort sogar mit, daß sich Wagner aus dem gleichen Grunde an Bismarck angebiedert habe. Interessanierweise hat Gerhard Hauptmann, der größte Dichter des neuen Deutschlands, zu diesen ..Erinnerungen" ein warmes Vorwort geschrieben. Die Organisation der Chewra Kadischa. Auf wiederholte Anfragen betreffend das Verhältnis der Chewra Kadischa zum Leichenbestatfcungisiwesen der Wiener Kultusgenieinde sied wir in der Lage, an Hand eines in der Monatsschrift „Ost und West" (Heft 8>9 des Jahrganges 1910) folgenden Aufschluß zu geben: „Wie -in den meisten jüdischen Gemeinden war auch in Wien seit jeher die Beerdigung der Verstorbenen und die damit verbundene Verwaltung der Friedhöfe Aufgabe der Chewra Kadischa. Bis zu dem im Jahre 1792 erfolgten Neubau des Spitales war sie ausschließlich und selbständig hierzu berufen: von diesem Zeitpunkt bis zum Jahre 1850 wurden diese Agenden - unter ihrer Leituing -vom jeweiligen Spitaisverwalter besorgt, wobei jedoch stets die „Vertreter" für die Einhaltung der gesetzlichen Nonnen den Behörden gegenüber verantwortlich waren. Die immer mehr überhandnehmende wiäküdiche Bestimmung der Leichentaxen seitens usitergeordneter Organe veranlaßte den Vorstand der Chewra Kadischa im Jahre 1850, den Vertretern vorzuschlagen, die Verwaltung des Leichenhofes von der des Spitales zu trennen, eim eigenes Leiiohenhofamt zu errichten und eine Friedhofsoridnuailg festzusetzen. Die Vertreter erteilten hierzu ihre Zustimmung und genehmigten Ende' 1852 den hinsichttlich der letzteren vorgelegten Entwurf. Seit der sodann am 1. Jänner 1953 erfolgten Aktivierung des Le:clienhofamles wurde die Gebarung des Beendigurigswesens separat verrechnet, ein diest>ezüglicher Ausweis alljährlich seitens der Chewra Kadischa den Vertretern vorgelegt und ein etwaiger Üeberschuß — was allerdings selten der Fall war — ^an die öemeindekasse abgeführt. Dies blieb so bis zum Jahre 1879, Aus Anlaß der in diesem Jahre erfolgten lErötffnung der israelitischen Abteilung des ZentraMriedhofes, beschloß der Kultusvorstand', „daß die Friedhofsangelegenheiten wohl weiterhin von der Cheiwra Kadischa zu versehen seien, daß dies in Zukunft jedoch derart stattzufinden halbe, daß die Verwaltung einer Sektion derselben, deren Mitglieder vom Kultus vorstand gewählt - werden, zu übertragen sei". Da in diese Sektion überwiegend solche Mitglieder der Chewra Kadischa berufen wurden,. welche gleichzeitig dem Kultusvorstande angehörten, wurde miit ihrer Aktivierung die Leitung der Beerdigungisageniden dem Wesen nach der bis dahin maißgebenden Einflußnahme der Chewra Kadischa entzogen. Die Sektion, welche später die Bezeichnung „Leichenhof-Koinitee" erhielt, führte die Agenden fortan völlig selbständig. Durch eine gleichzeitig eingeftühirte neue Friedhofsordnung ergab sich dann auch von selbst die Notwendigkeit, die ganze Gebaruing in der Genieindekasse zu: konzentrieren. Einer Anregung des Vizepräsidenten Moritz R i 11 er von Borkenau, die Leitung des FriedhoSwesens durch' die Gemeinde auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, nachkommend, beschloß der Kultusvorstand, ab Mai 1884 sämtliche Friedhofsagendeti in die Verwaltung der Gemeinde zu übernehmen und diese einem aus acht Mitgliedern bestehenden Komitee zu übertragen; fünf derselben, die jedoch dem Vorstand der Chewra Kadischa nicht angehören durften, sollte der Kultus vor stand alljährlich äiis seiner Mitte wählen, die restlichen drei die Chewra Kadisicha alljähdich delegieren. Letzteren wurde jedoch in allen finanziellen Angelegenheiten nur eine beratende Stimme zuerkannt. Seit diesem Zeitpunkt führt das ehemalige „Leichenhofamt", entsprechend dem geänderten Titel' des Verwaltungskomitees! die Bezeichnung „Friedihofamt". In dem derzeit zu Recht bestehenden im Jahre 1896 sanktionierte!; Gemeindestatut wurde sodann die Verpflichtung der Gemeinde, für eine dem Ritus entsprechende Beerdigung der Verstorbenen, für die Erhaltung eines Friedhofes, sowie für die Unantästbärkejt bestandener und aufgelassener israelitischer Friedhöfe Sorge zu tragen, normiert. Wenn auch das zur Verwaltung dieser Agenden beruf ehe Komitee seinen Titel mittlerweile wiederholt geändert hat, es bildete später eine Sektion' und ist derzeit eine Kommission des Vorstandes, hat sich diese Organisation doch bewährt und wurde seither unverändert belassen. Den Beratungen dieser Kommission werden in der Regel auch Delegierte einzelner Bezirkskommissionen, sowie sämtlicher -bestehender Chewra Kadisctia-Vereine zugezogen." - Der neue Hadassah-Direktor. Dieser Tage ist der neue Direktor der Gesundheits-Qrganisation Hadassah, Dr. Tannenbaum aus New- York, in Jerusalem eingetroffen. Dr. Tannenbaum stand mehr als '20 Jahre im Dienst, des Gesundheitsamtes in New-York, wo er der Chef der Hygiene- Abteilung und der Tuberkulosen-Abteilung war. Später war er am Mount Sinai-Hospital tätig und darauf ging er nach Phila delphia als Direktor des dortigen jüdischen Krankenhauses und des^ Beth-David-Krankenhauses. An der Universität "New: York las er über Volkshygiene. Das von ihm verfaßte „Handbuch für Gesundheitsbeamte" hat starke Verbreitung gefunden. Werbet Abonnenten für „Die Wahrheit"! RONSTIIDT 1 Wien I., rielsdimarli« Mr. 26 BrBBfes Spezifllhflus aller Qualitäten Seidenstoffe für Kleide«* und Futter. Herrliche Brokate, Crepe de Chine, Crepe Maroquin e etc., zu staunend billigen Preisen -— Telephon Nr. 79.201 und 79.202 ■ . , ■(«■«•*•■»■■■

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