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Die Wahrheit · 1924-01-02 · Heft 1 (2.1.1924) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 1 (2.1.1924)
Date
1924-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE WAHRHEIT DeimchftsterreiclUscIie Wotiiensdulft lOr Jüdisdie Interessen m dem Beiblatt. Verödenflidiunöen «er „Union dentscMfcferreldiisdier Juden" Refraktion und Administration: Wten II.. HclnesiroOe 13. - Fernruf 42-2-16 XL. Jahrgang Wien, 2. Jänner 1924 Nummer 1 : Die „Wahrheit" ein Wochenblatt .... I \k Teiches Schriftzeichen sollen wir hinter diese vier Worte setzen, die einen Meilenstein, wie wir : yy hoffen, einen Wendepunkt zu kräftigem Aufstieg auf dem Wege der „Wahrheit4' bedeuten? \: Ein Punkt, das Schlußzeichen, paßt nicht zu diesem neuen Anfang. Kurz vor dem Eintritt : in das Schwabenalter erfährt die „Wahrheit" ein umgekehrtes Klimakterium. „Die „Wahrheit" ist neu- : geboren," dürfen wir mit Hutten sagen. ■ : Zu einem Ausrufungszeichen, zum Jubeln und Triumphieren, wäre die Zeit verfrüht. „Wer zum : Kampfe auszieht und das Schwert umgürtet, darf sich noch nicht siegreicher Heimkehr rühmen," läßt : König Achab dem Herrscher Syriens sagen. Geziemend erscheint allein ein Fragezeichen. Nicht als sob wir die Fähigkeit ider „Wahrheit" zu einem rascheren Tempo in Frage zögen. Unsere Frage richtet it sich allein am das Publikum-. Werdet Ihr, Leser der „Wahrheit", dieser Neuerung Rechnung tragen? : Werdet Ihr die Kühnheit und die Berechtigung dieses Wagnisses würdigen? Tragen helfen die ver- ■j vieifachten Opfer, die es vom seiner Leitung fordert? : " Aber Gunst und Beifall muß die „Wahrheit" auch in Zukunft sich selbst durch ihren inneren Wert \ erhalten und1 neuerwerhen. Das Vademecum, die „Zedoh laderech", die ich ihr schreiben will, soll : darum auch nicht ein Wort der Empfehlung, das „Vorwort" nicht „Fürwort" sein. Nur einen s Freundesrat will ich ihr auf den neuen Weg mitgeben: \ liebe „Wahrheit"! Dein stolzer Name sagt schon, was Du brauchst, um ans Ziel zu gelangen. : Du brauchst treue Begleiter. Zur Wahrheit gehört Mut! Daß es Dir daran nicht fehlt, hast : Du rühn:liehst bisher bewiesen. Trotz aller Ungunst der Zeiten hast Du Dir den Weg gebahnt. So : steige denn jetzt ohne Schwanken und Schwenken zuversichtlich eine Stufe aufwärts. Jeder Wahr- : heit liegen Steine im Wege. Doch Erfahrungen sind die besten Lehrmeister und dem Gelehrigen wan- : dein sich Steine des Anstoßes zu Bausteinen künftiger Größe. E Die Wahrheit braucht Freunde. \ Jithro empfiehlt Mose: „Wähle Dir zur Entlastung tapfere Männer, gottesfürchtige Seelen, : Freunde der Wahrheit, qüe nicht am Gelde hängen!" Wie unerläßlich solche Weggenossen : sind, hat Dr. Josef Blochs. A.,fdas Vorbild eines jüdischen Publizisten, bitter an sich erfahren müssen, [ als der Zusammenbruch Alt-Oesterreichs seiner Wochenschrift den tragfähigen Boden entzog. An « mächtigen, vielvermögendfen Männer fehlte es nicht unter den Juden Wiens, auch nicht an Gottes- : fürchtigen. Aber Freunde, dlte nicht am GeMe kleben, sondern es für eine jüdische Sache hergeben, wie | es Blochs Wochenschrift doch in besonderem Maße war, die fanden sich nicht. « S ~ Hoffen wir, daß in dem neuen Deutschösterreich mit der Hebung der allgemeinen Lage uiM der : Beständigkeit der Valuta auch däe Qpferfreudigkeit für ein jüdisches Organ erstarkt ist! Hoffen : wir auf beständige Freunde der „Wahrheit"! ■ : Wahrheitund Frieden zu lieben, fordert der Prophet. Sie gehören zu einander. Frie- : densarbeit ist in erster Reihe die Aufgabe der „Wahrheit". Sie will im eigenen Lager belehren und 5 bekehren, erwecken und erwärmen. Zwingt ihr der äußere Feind das Schwert in die Hand, so soll es 5 sich schlagfertig, blank und' geschliffen erweisen. Jedem aber, den Liebe zur Wahrheit und zum : Frieden leitet, ihm soll,, gleichviel welchen Weg er einschlägt, die „Wahrheit" die Achtung bezeigen, : die lauterem Willen und redlichem Streben gebührt. m \ Diesen Leitsternen folge, mutiger Wanderer! Führe unerschrocken und unermüdlich die „Sprache s der Wahrheit", von der die biblische Weisheit sagt: „Sie besteht imrnernar!" Dr. G—d ■ » « <■. >»»>»W«»»K»M«»«tl»«»»»»»>>«»Wltt»ttlI»t»t»M«»M»>MM»l«>»l«»lt»»»,tt>»tMMMMtmW»lWl«IW«ll«»«W«lWWM«»lt»l«t»»l»l»»»WW««|^tt,t.|IMt»MW»<M»>K

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