Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 21 (17.10.1923)
- Date
- 1923-10-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3062972-3064121-3064141--12402-3079851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 13 3. Bezirk: 1. Markus Max, Kommerzialrat. 2. Denes Franz, Kaufmann. 3. Kohn Siegiuund, Kaufmann. 4. Reschovsky Jose!. Kaufmann. 5. Dr. Krenberger Josef, Arzt. 4. Bezirk: 1. Dr. Schwarz Leopold, Beamter. 2. Karpeles Ferdinand, Kaufmann. 5. Bezirk: 1. Schlösinger Moritz, Kaufmann. 6. Bezirk: 1. Kohn Moritz, Kaufmann. 2. Klug Ludwig, Kaufmann. 3. Eckstein Jenny, Private. 7. Bezirk: L. Hirsch Adolf, Kaufmann. 2. Rix Theodor, Kaufmann. 3. Bernhardt Leopold, Miedererzeuger. 8. Bezirk: 1. Engel Aurel, Fabrikant. 2. Haller Ludwig, Kaufmann. 3. Felber Josef, Kaufmann. 4. Berger Berta, Private. 9. Bezirk: 1. Dr. Weiner Georg, Rechtsanwalt. 2. Welner Simon, Kaufmann. 3. Bellak Max, Kaufmann. 4. Oesterreicher Moritz, Juwelier. 5. Keßler Heinrich, Beamter. 6. Fleischer Siegfried, Schriftsteller. 7. Koralek Gerson, Kaufmann. 8. Diamant Dora, Private. 10. Bezirk: 1. Weiß Heinrich, Fabrikant. 2. Baar Fritz, Redakteur. 13. Bezirk: 1. Spitzer Hugo, Huterzeuger. 2. Ing. Plsk Alfred, Bahnrat. 14. Bezirk: 1. Bravmann Josef, Kaufmahn. 2. Dr. Glanz Abraham, Arzt. 15. Bezirk: 1. Bernhardt Samuel, Kaufmann. 2. Epstein Johann, Juwelier. 16. Bezirk: 1. Sitzmann Leopold, Beamter. 2. Ing. Berger Hermann, Oberbaurat. 17. Bezirk: 1. Strauß Samuel, Kaufmann. 2. Fürst Fritz, Beamter. 18. Bezirk: 1. Dr. Felix Eugen, Fabrikant. 2. Schön Johann, Fabrikant. 19. Bezirk: 1. Dr. Kohn Jakob, Rechtsanwalt. 2. Lederer Heinrich, Fabrikant. 3. Dr. Beer Hermann, Medizinalrat. 20. Bezirk: 1. Dickstein Siegmund, Kaufmann. 2. Lebenschuß Berl, Direktor. 3. Robitschek Hugo, Oberrechnungsrat. 4. Schapira Abraham, Juwelier. 5. Dr. Pollatschek Leopold, Rechtsanwalt. 6. Birkenfeld Bernhard, Kaufmann. 7. Löw-Vogel Hirsch, Religionslehrer. 8. Scumarek Abraham, Kaufmann. 9. Klumak Rudolf, Kaufmann. 10. Czecher M., Hutfabrikant. IL. Ungar Emilie, Lehrerin. 12. Podhorzer Josef A., Kaufmann. 13. Weiß Emilie, Private. Der Rassenerlaß an der Hochschule für Bodenkultur. Am 5. Oktober hat die;,Union deutschösterreichischer Juden" folgende Zuschrift an den Unterrichtsminister Dr. Schneider gerichtet: ,.Hochgeehrter Herr Minister! Die jüdischen Staatsbürger der Republik stehen unter dem Eindrucke einer unerhörten, dem J u d e n t u m w i de rr a h rtnen B e- 1 e i d i g u n g, die umso ungeheuerlicher erscheine ais sie von Lehrern einer Hochschule ausgeht, die in Verkennung ihres hohen Amtes H a B u n d V e ra c ii t u n g in die leicht empfänglichen G e m ü t e r der Jugend einpflanzen. Die in der durch die öffentlichen Blätter mitgeteilten Kundgebung des P r o f e s s o r e n k o 11 eg i u m s der Hochschule für Bodenkultur niedergelegte „Auffassung über die sittliche und wirtschaftlich unverkennbar schädigen- . den Auswüchse des Judentums auf die kulturelle Entwicklung' der Menschheit" wirkt um so betrübender, als sich in ihr der offenbare Wunsch, den antisemitischen Gefühlen der Hörerschaft entgegenzukommen, mit einer wohl nicht zu überbietenden Unkenntnis des tatsächlich bestehenden Einflusses des Judentums auf die Kultur der Menschheit vereinigt: denn die christliche Zivilisation ist ohne che hohe Ethik des Judentums nicht denkbar, da doch das Christentum getreu dem Ausspruch seines erhabenen Stifters: „Ich bin nicht gekommen das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen", die sittlichen Grund- und Lehrsätze des Judentums, werches in einer Welt des Kampfes aller gegen alle ui den allerersten Jahrhunderten der Geschichte der Menschheit den Monotheismus und das Evangelium der Nächstenliebe predigte, in sich aufgenommen hat. So werden Sie, hochgeehrter Herr Minister, als deutscher Lehrer und als treuer Sohn Ihrer Kirche gewiß mit uns übereinstimmend feststellen, daß die Sittengesetze des Judentums, wie sie in dem Buche der Bücher, in der Bibel und in allen Schriften des Judentums bis auf die gegenwärtige Zeit aurgestellt sind, auf die „kulturelle Entwicklung der Menschheit" in wohltätigstem und heilsamstem Sinne eingewirkt haben. Wir werden nie leugnen, daß „sittliche Auswüchse" einzelner Juden, gegen die wir uns immer in Wort und Schrift gewendet haben, bestehen; allein solche Auswüchse sind in eben demselben und manchmal auch in größerem Maße auch bei anderen Bekenntnissen, beziehungsweise bei allen Nationen vorhanden. Das Professorenkollegium der Hochschule für Bodenkultur möge allgemeine, insbesondere verhetzende Redensarten unterlassen und nach Art deutscher Lehrer im einzelnen die Gründe für seine „Auffassung" bekanntgeben. Dann wird uns gewiß der Nachweis leicht fallen, daß die angeblich sittlichen Auswüchse des Judentums nur als ein Produkt antisemitischer Verdrehungen und Entstellungen erscheinen. Wenn weiters das Professorenkollegium auch von den „wirtschaftlichen, unverkennbar schädigenden Auswüchsen des Judentums" spricht, so sei es uns gestattet, vorerst auf eine vor wenigen Tagen gehaltene Rede des Ministers einer Regierung hinzuweisen, welche aus einer unter dem Schlagworte des Rassenantisemitismus durchgeführten Wahl hervorgegangen ist. Minister Rakovszky sagt („Neue Freie Presse", Morgenblatt vom 2. Oktober d. J.): „Der sogenannte aktive Antisemitismus will den ganzen wirtschaftlichen Bau des ungarischen Volkes,