Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 18-19 (10.9.1923)
- Date
- 1923-09-10
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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(Seite 18 S)tc SBafjrfyeit 9lr. 18/19 An die Freunde des großen Leopoldstädter Tempels! Wenn Ihr diesmal am m unseren Tempel betretet, werdet Ihr manchen Fortschriii wahrnehmen. Euer Auge wird sich vermehrter Beleuchtung, besonders der neuen Kandelaber vor der Dundeslade, erfreuen. In den neu hergerichieien Bänken werdet Ihr behaglicher sitzen. Eine neue Beheizungsanlage, für die auf Jahre hinaus Kohlenvorrat gesichert ist, wird Euch im Winter vor der bisher so peinlidi empfundenen Kälte schützen. Bei Trauungen werden Euch eine prächtige HDin und die machtvollen Töne eines neuen Harmoniums auffallen. Alles dies und noch vieles andere hat für Hunderte von Millionen der „Verein der Tempelfreunde" beigestellt. Männer, die von dem jammervollen Mißgeschick unseres Tempels ergriffen, in edler Begeisterung freiwillig und selbstlos, aller Widerwärtigkeiten ungeachtet, unier den größten persönlichen Opfern sich der heiligen Aufgabe widmen, imjKT H? zur Ehre Gottes, zur würdigen Ausgestaltung des Gotteshauses und Gottesdienstes nach Kräften beizutragen. Noch sind wir von diesem Ziele weit entfernt. Was alles noch fehlt, seht Ihr selbst. Und wenn nicht selbst, so höret, wie gelegentlich Besucher aus Deutschland, aus Ungarn, ja aus der österreichischen Provinz darüber urteilen. Kahle, unbemalte Wände! An allen Ecken und Enden noch Spuren der Zerstörung! Das Ganze wie die Einrichtung armer Leute, die stückweise ergänzt wird. Fraget nicht: Warum? Mit solchem Fragen stünden wir heute, sechs jähre nach Ausbruch des Tempelbrandes noch dort, wo wir vor zwei Jahren standen. Fraget nicht, sondern tuet mit! Helfet uns! Wer unsere Arbeit für den Tempelbau fördern und den Gottesdienst heben will, spende vor der Tora für den „Verein der Tempelfreunde"! Wer eine rP7# nicht rechtzeitig angemeldet hat oder aus Mangel an nV73? nicht zur Tora aufgerufen werden kann, bestelle bei einem der Aufsichtsorgane einen "n3E? Es empfiehlt sich, rechtzeitige Anmeldung durch Visitenkarte mit dem jüdischen Namen und Betrage der Spende für den „Verein der Tempelfreunde". Wenn Ihr an den □'KTtf durch eine Spende vor Gott sühnen wollt, was an unserem Tempel gefehlt wurde, zersplittert diese Gabe nicht! Widmet.Eure Spende unserem Verein! Sie stiftet Segen nicht allein für den Tempel und das Gemeindeleben, 7"I7 OHS □\D'n3 über Euch selbst wird der Segen Gottes und das Wohlgefallen der verklärten Geister walten, deren Ihr in der niDM in Wehmut gedenket! Liy}2 7>?1 DD'by nyby 71 tpV- An Euren Kindern und Kindeskindern wird Gott es Euch lohnen! Zuversichtlich Eurer Hilfe gewärtig, wünschen wir Euch allen "DfDfi fDHD H3E77 ein glückliches, gesegnetes neues Jahr! Der „Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels". Wien, II., Praterslrasse 52. Rabbiner Dr. MAX GRUNWALD Protektor Redakteur LUDWIG HIRSCHFELD Rechtsanwalt Dr. EDUARD THALER Schriftführer Obmann FSNHFIT" Verein zur Errichtung und Erhaltung W|An II MaKfjacca 19 „CilinCIi , von Volksspeisehallen Wien, lle, JviaiZgäSSe 1£ Oslerr. Posisparkassen-Konto 52.412 TELEPHON-NUMMER 42-1-12 Ung. Poslsparkassen-Konio 34.102 AUFRUF! Die Teuerung lastet noch immer schwer auf uns allen. Unsere Speisehallen waren seit 16 Jahren Tausenden eine Stütze. Jetzt wirkt besonders unsere Mittelstandsküche für den am meisten leidenden Mittelstand. Wir geben gutes und billiges Essen und sehr viele speisen wir unentgeltlich aus. Diese Tätigkeit aber hat uns einen so grofjen Gebahrungsabgang gebracht, da{$ wir in größter Sorge sind, wie wir unsere Speisehallen werden erhalten können. Nur kräftige Unterstützung unserer Mitbürger wird da helfen. Um diese bitten wir. Es ist heilige jüdische Pflicht, sich der hungernden Nebenmenschen anzunehmen. Mögen daher an den hohen Feiertagen jeder Mann und jede Frau der Unglücklichen gedenken, denen es versagt ist, sich am häuslichen Herde zu erfreuen und möge die „EINHEIT" Wien, II., Malzgasse 12 wissen, dafc jüdische Nächstenliebe, jüdische Opferbereitschaft fortbestehen, zum Wohle der Armen und Bedrückten. Der Allvater wird die frommen Spender segnen und schützen. DER VORSTAND DER „EINHEIT" Dr. S. KRENBERGER ADOLF FISCHER BERNHARD HOFBAUER Schriftführer Vorstand 9 Obmann n____ t