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Die Wahrheit · 1923-08-17 · Heft 17 (17.8.1923) · page 16

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 17 (17.8.1923)
Date
1923-08-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 16 DIE WAHRHEIT Nr. 17 „Ich wollte euch im Gotteshaus versammeln1, aber ich überschreite nicht eher die1 Schwelle der Kirche, bis ich von eurer Seele nicht auch den letzten Schatten eines Glaubens an diese abscheuliche BI u t b e s c h u 1 d i g u n g weggewischt habe." Die Untersuchung hat schon bisher ergeben, daß die Fäden des Anschlages gegen das Judentum zu der antisemitischen Zentrale des Professors Cuza führen. Arabisches Pressegesindel. Wenn man des öftern von judenfeindlichen Bewegungen der Araber in Palästina liest, ist der Gedanke naheliegend, daß moslemitischer Fanatismus am Werke sei, in Wirklichkeit geht die Hetze aber von den christlichen intellektuellen Arabern, genauer von dem Gelichter aus, das sich die Zeitungsherausgabe zum Beruf erwählt hat. Erwägt man, daß nur etwa 14 Perzent der Araber christlicher Konfession sind und von diesen ein Großteil Analphabeten, so liegt es auf der Hand, daß die Auflage solcher Hetzblätter eine kaum nennenswerte ist und die Herausgeber nicht auf ihre Rechnung kommen, wenn sie nicht aus verschiedenen Pressefonds gespeist würden. Es ist bekannte Tatsache, daß die judenwütigste Araberzeitung im Solde des französischen Konsuls in Jerusalem steht, andere dieser Sumpfblätter werden durch englische Antisemiten unterstützt. Von Antisemiten im Zusammenhang mit arabischen Journalisten zu sprechen ist eigentlich ein Widerspruch an sich, denn der Araber ist der Semit kat exoehen. Aber macht nichts, diese Ehrenmänner sind für Geld zu allem fähig. Ihr Glaubensbekenntnis gibt den Rechtstitel, dem Miesbacher Anzeiger, der Staatsbürger-Zeitung oder der Reichspost nachzueifern. Die englische Regierung wagt es nicht, die geheiligte Preßfreiheit der orientalischen Hitler, Reventlow und tutti quanti einzuschränken. Sir Herbert Samuel ist da vollends machtlos und der kann es nicht fühlen, wenn bald in -Jerusalem, bald in Haifa, Jaffa oder an kleineren Orten zwischen Kolonisten Progroms ausbrechen, weil da und dort ein dunkelbrauner Ehrenmann es vorzieht, statt der immerhin gefahrvollen Romantik als Wüstenräuber dem bequemen Handwerk des Antijudenschreibers zu huldigen. Daran werden alle erdenklichen Zionistenkongresse, Resolutionen und Petitionen nichts ändern können. Die Araberfrage ist letzten Endes eine Frage des käuflichen Pressegesindels. Orient und Okzident reichen sich da verständnisvoll die Hände. Beschäftigung — Jude. In der ungarischen Nationalversammlung brachte ein sozialdemokratischer Abgeordneter zur Sprache, daß der Erlaß wegen der Ausweisung fremder Staatsbürger sich nur gegen die Juden richte, die einzelne Behörden nicht einmal mehr als Rasse oder Klasse, sondern nur als Berufsart bezeichnen. So habe die Debrecziner Polizei einen Mann mit der Bemerkung ausgewiesen, seine „Beschäftigung als Israelit" sei für den Staat gefährlich. Man wäre geneigt, die Sache in die Reihe der schlechten Witze zu stellen. In dem Falle wäre es nicht einmal ein neuer. Man erzählt nämlich aus der Zeit vor dem 1848er Jahr, als fremde Juden nur auf Grund des Taufscheines Ansässigkeitsrecht erlangen konnten, wurde ein Hausierer zur Polizei zitiert. Da soll sich folgende Wechselrede entsponnen haben: „Sie heißen?" — „Jakob Kohn, Herr Polizeikommissär!" — „Religion?" — „Christlichkatholisch!" — „Beschäftigung?" — „Handeljud!" Deutschvölkische Jugend FDP HiedepEFPiclitung I S™ Fön die Aleinungsfafarift der Kasernen! I—J—■ yon oben! Für deutsche Disziplin!_J | Für Bummihnflppel! Wunsch aller dummen Jungen. Auch Jugend? „Das bayerische Vaterland" veröffentlicht den Herzenserguß eines Jugendlichen, der vom Aufmarsch der Sturmtrupps der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei voller Begeisterung u. a. schreibt: „Disziplin und überhaupt Militär im allgemeinen und besonderen. Sinne ist gerade für uns, für die deutsche Jugend, ungemein wichtig und nützlich; denn 1918 hat man die Pforten der besten Erziehungsanstalt, der Kaserne, geschlossen und die Tore des Zuchthauses geöffnet." — Manche Menschen — und auch junge — unterscheiden sich von einander offenbar nur durch die Dicke des Brettes, das sie vor dem Kopfe haben. (Junge Menschen.) r| J\ f> mm m JETF"> Kleider-,Pelze-u.Gummimäntel-Fa I £jk I f VI /"\ 1^ K Zentrale: Detailverkauf: J ä m 1 I Lrfl 1 Wien II., Glockengasse 24 Wien IL, Taborslra

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