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Die Wahrheit · 1923-08-10 · Heft 16 (10.8.1923) · page 3

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1923
Issue
Heft 16 (10.8.1923)
Date
1923-08-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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flÖK Unabhängige Zeitsäiritt iflr jüdische Interessen MH dem Btmmt YerofleiUßmneaen der ,Mim desMscltöslerreitfilsstier lüden* j Redaktion und Administration: Wiesii 91., B3<elfltt@srfgr€Hfö® 13. - Fernruf 42-2-16 Nummer 16 ■e XXXIX. Jahrgang Wien, 10. August 1923 Die ernsten Bibelforscher. Es gibt keine Brlsohieitong in öffentlichen, politischen, sozialen oder religiösen Leben, für die von gewisser Seite die Juden nicht verantwortlich gemacht öder in Zusammenhang gebrlacihit werden. Vor 'Ungefähr 40 Janren entstand in Amerika, dem Lande der unbegrenzten Sektiererei, ■die Vereinigung ernster Bibelforscher,, die alle die Gesamtheit schädigenden Vorkommnisse in der Welt auf Versündigungen gegen den Geist der Bibel Ziurücklöilten wollten. Es ist selbstverständlich, daß so furchtbar ernste Zeiten, wie sie der große Völkerkrieg mijt sich brachte, den „ernsten Bibdfomscherin" Blütentalge des Ansehens und der Betätigung brachten. In derartigen Perioden des Suchens nach Hilfö unkJj Erlösung wird das Transzendentale Triumphe feiern; haben wir es doch kürzlich erlebt, daß diö Theosophen anläßlich ihres Wiener Kongresses das Heil der Menschheit nur im Bekenntnis zur Theosophie hinstellten. Was die „ernsten Bibelforscher" betrifft, die gänzlich auf den Geist und Buchstaben der Heiligen Schrift eingestellt sind und notwendig pazifistisch lehren und predigen müssen, so konnte es nicht fehlen, daß sie in heftigen Geigensatz zu den „Aktivisten" geraten, die den Vergeltungskrieg gegen Frankreich und den Judenhaß auf ihre blutige Fahne geschrieben haben. In weiterer schiefer Logik verbreiten diese Leute die Meinung, diaß die „ernsten Bibelforscher" Werkzeuge der Juden und in deren Sold sind. Diese Verleumdung kann nicht genug ernst zurückgewiesen wenden. Die „ernsten Bibelforsdher" haben mit Judlenschiutz oder Judananwaltschaft nie dais Geringste zu tun gehabt, stehen ausschließlich auf dem Boden des Evangeliums und befassen sich mit dessen Auslegung im Zusammenhang mit der realen Welt. Sie haben ihre Zweigstellen und Agenturen in den meisten großen Städten Europas. Auch Wien erfreut sich einer solchen Vertretung-, für 'die ein Herr Leopold König, IL, Ennsgasse 1, firmierte. Die Zentrale ist in Amerika, wo die großartigen Versammlungen abgehalten werden. Es liegt uns ein Auszug der Rede vor, die Richter Rutherford in einer Massenversammlung der „ernsten Bibelforscher" am 10. September 1922 zu Ceader Point, Ohio, U. S. A. hielt, in dör der Redner ausführte: „Die in Genua abgehaltene Konferenz der Mächte und Völker machte einen verzweifelten Versuch, die verzwickte Situation zu lösen. Der britische Premierminister tat dort den Aussoinuch: ,Wilr müssen eingestehen, daß Europa in keiner guten Verfassung ist; wenn es dieser Konferenz nicht gelingt, sich auf einen Friiedensbund zu einigen, so wird Europa von neuem in Blut waten/ Es wird zugegeben, daß die Konferenz von Genua nichts erreicht hat. Darauf folgte die Konferenz im Haag zu demselben eingestandenen Zweck. Auch sie hat nichts hervorgebracht. Die Berge kreißten und eine Maus wurde geboren.' Und nun wenden sich die Mächte: in ihrer Verzweiflung an die Kirche Roms und ihre Töchter, die anderen nominellen Kirchen, um die Welt vor dem drohenden Unheil zu retten. Auch diese müssen versagen. Warum scheitern alle diese Anstrengungen der Menschen, der Welt Frieden zu bringen, mißlingen alle Versuche, die alte Ordnung der Dinge zusammenzuflicken? Eine Sfirnme aus' der Vorzeit, die Stimme Gottes, redend durch seine Propheten, läßt klar und machtvoll die Antwort ertönen: ,Die Welt ist zu Ende: Satans Reich ist im Gericht; (dies ist der Tag der Vergeltung Gottes; das Königreich der Himmel ist herbeigekommen'; — und darum muiß die alte Ordnung fallen. Gott wußte voraus, daß die Namenkirchen durch die treubrüchige Geistlichkeit einen unheiligen Bund mit Satans irdischen Vertretern, nämlich den finanziellen Machthaber*! und den führenden Politikern der Erde, eingehen würde. Er wußte voraus, daß sie das Königreich der Himmel mißachten würden, um welches zu beten sie gelehrt wurden, und daß sie versuchen würden, Satans Machwerk an die Stelle des Reiches Gottes zu setzen; darum ließ Gott seinen Propheten für die Jetztzeit folgende Worte eindringlicher Warnung niederschreiben, die nun gegenwärtig in EnfüMung gehen: ,Tobet, ihr Völker, und werdet zerschmettert! Und nehmet es zu Ohren, all ihr Fernen der Erde! Rüstet euch und werdet zerschmettert! Gürtet euch und werdet zerschmettert! Beschießet einen Ratschlag, und er soll vereitelt werden! Verabredet ein Wort und es soll nicht zustande kommen.' Jesaja 8 : 9, 10. Während die ganze Welt hin- und hertaumelt wie ein Trunkener, ist es da für nüchtern denkende Menschen nicht an der Zeit, »innezuhalten und nach den Gründen zu forschen und zu ermitteln suchen, ob es nicht ein Heilmittel für die heutige ratlose Not auf Erden gibt? Wen sollen wir befragen0 Ich antworte, das Volk frage bei dem Herrn an; denn durch die Aufzeichnungen seiner inspirierten Propheten gibt er die Antwort in seinem Worte — der Bibel.

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