Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1923
- Issue
- Heft 15 (1.8.1923)
- Date
- 1923-08-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3062972-3064121-3064136--12284-3079728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 16 DIE WAHRHEIT Nr. 15 aus folgenden Damen und Herren: Obmann: Dr. Leopold Rosenfeld, Obmannstellvertreter: Moritz Friedmann und Karl Deutsch, Schriftführer: Josef Rosenbaum und Natan König, Kassiere: Max Wohlstein und Moritz Waldmann, Revisoren: Wilhelm Fiala und Samuel Land, Ausschuß: Simon Rosenbaum, Bernhard Kohn, Ignatz Haberfeld, Josef Goldbach. Hermann Schwarz, Leop. Markovics, Bernhard Simko, Wilhelm Kohn, Jakob Krauß, Julius Mark, Isidor Adler, Karl Priesner. Alex. Deutsch, Sigmund Vaschinsky, Filip Fuchs. Isidor Ellenbogen. Malvine Goldbach, Rosa Friedmann, Rosa Deutsch, Anna Lang, Lotte Gansl, Adolfine Bieler, Ida Mark, Frl. Karola Schwarz. Der Sitz des Vereines ist: Cafe Kaiser Josef, II., Heinestraße 25. Die Einschreibegebühr beträgt K 5000, der Jahresbeitrag im Jahre 1923 K 10.000. Um den edlen Zweck zu verwirklichen, werden auch unterstützende Mitglieder, auch Nicht-Landsleute, aufgenommen. Vom Buchdruckwesen in Palästina. Infolge der großen Verteuerung der Materialien und Löhne hat während der letzten Jahre das hebräische Buchdruckwesen in Palästina nicht die Entwicklung genommen, die man erhofft hatte. In der letzten Zeit hat sich jedoch diese Diskrepanz gemildert, in erster. Reihe infolge der Verbilligung, die in Palästina eingetreten ist. Als erstes der erneut in Palästina selbst gedruckten größeren Werke >. ist soeben der erste Band von Swifts „Gullivers Reisen" in Uebersetzung von N. Nibashan im Tarbuth-Verlage erschienen. Als weiteres Werk wurde der erste Band der auf vier Bände berechneten Briefe A c h a d Haams der Druckerei in Tel-Awiw übergeben und gelangt dort in ungefähr sechs Wochen zur Erscheinung. Schaffet Bibelschulen! Unter Bezugnahme auf die beiden letzten Artikel in Ihrer Zeitschrift, insbesondere aber auf den in der Nummer 11 enthaltenen, die Verhältnisse richtig beleuchtenden Artikel, wird immer darauf hingewiesen, daß zu wenig Bibelschulen in Wien eröffnet und in Betrieb gehalten werden. Demgegenüber gestattet sich der unterfertigte Verein, darauf hinzuweisen, daß seit einer Reihe von Jahren unter der Oberleitung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. F e u c h t w a n g an der untenstehenden Adresse in Währing eine Bibelschule mit einigen Unterklassen betrieben wird, die sich einer ausgezeichneten Frequenz erfreut, so zwar, daß für das nächste Jahr eine Vermehrung der Klassen aller Voraussicht nach vorgenommen werden muß. Wir wären Ihnen für die Veröffentlichung dieser „Richtigstellung" sehr verbunden und zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung Verein zur Erhaltung einer Talmud-Thora-Schule, Wien XVIII., Schopenhauerstraße 39. * Bezüglich dieser trefflichen Schule und ihrer verdienstvollen Förderer ist im wesentlichen zu erwähnen: Der Obmann dieses Vereines ist Herr Med. Dr. Ignatz Winter und ihm zur Seite steht ein überaus rühriger Ausschuß. Die Schule gedeiht dank dem großen Eifer der Gemeindemitglieder ausgezeichnet und verdient von allen Seiten Förderung. Sie ist vom Rabbiner Dr. David Feuchtwang geleitet und besteht jetzt aus drei Abteilungen, deren unterste die Leseklasse ist. Fräulein Erika Feuchtwang und Herr-.Antscner 1 sind Lehrer der Schule. Die am 7. Juni abgehaltene Prüfung, welcher der Vorstand, der Leiter und auch der Inspektor der Kultusgemeinde Herr Julius Wiesner beiwohnten, zeigte, daß wirklich mit Hingebung und großem Fleiße gearbeitet worden ist. Alle Kinder beherrschten den ganzen Lehrstoff, zeigten reiche Kenntnisse im Hebräischen und im Rituale. Es war eine rechte Freude, die Kleinen zu hören und ihre helle Begeisterung für den Gegenstand zu beobachten. Mit warmen Dankesworten an die überaus wackeren, von echtem Judentum erfüllten Lehrer, schloß der Obmann das Schuljahr und entließ die Kinder. Der Verein und dessen Leitung erfreuen sich im Bezirke der verdienten größten Anerkennung. „Ohel Rachel", Verein zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender. Die Vereinsleitung bringt hiermit zur Kenntnis, daß anläßlich der Jährung des Todestages der Vereinspatronin Frau Berta Rachel Weininger sei. And. am 10. EIul, d. i. am 22. August a. c. die Kinder der Verewigten für eine arme würdige jüdische Braut, welche am genannten Tage heiratet, einen Ausstattungsbeitrag von 1,000.000 Kronen, eine Million Kronen gewidmet haben. Bewerberinnen mögen ihre Gesuche unter genauer Angabe der Adresse und Verhältnisse bei dem genannten Verein bis 5. August 1923 einbringen. Bevorzugt werden Doppelwaisen oder verarmte Verwandte der Familie Weininger. Baden bei Wien. Vor wenigen Tagen wurde hier das zweite Schuljahr des Agud'a-Kriiegswaisenhauises für Knaben, in würid'iger Welse beendigt und darf das Resultat der hier in echt jüddschiem Geiste religiös erzogeneu Jugend als ein besonders erfreuliches bezeichnet werden. Ganz im Freien, zwischen Weingärten und Feldern, in luftigem, massiven Bau in eiin'em großen Garten gelegen, 5&t dieses Haus so recht für die Jugend geschaffen. Herir Oberrabbiner Reich aus Baden und Herr Anton Fürst aus Wien bestfchen oft die Anstalt, die unter Leitung des Herrn Direktors F r i e d m a n n und eines tüchtigen Lehrkörpers treffliche Resultate auch in diesem Schuljahr erzielt hat. Die gut aussehenden Knaben, bestens erzogen, erkennt man auf dem Wege zum Tempel, den sie oft besuchen, sofort als wohlgesittete nette Schüler, die man gerne sffeh't, aber auch bei der Andacht im Gotteshause gerne hört. Suhon treten einige Zöglinge in einen bürgerlichen Beruf ein und verbreitet sich so dier Segen düeses Hauses immer weiter. M. A. Ein edles, vorbildliches Lehrerpaar war Albert S. und Josefine Fischer. Gerade dieser zwei tüchtigsten, eifervollsten und hingehendsten Leiter der israel. Kinderbewahranstalt wurde bei der Feie? des 80jährigen Bestandes der Anstalt nicht so gedacht, wie sie es für die Anstalt selbst, für das österreichische Kindergartenwesen und für ihre Familie und für eine ganze Generation von Kindern und Kindergärtnerinnen verdienten. Von 1863 bis 1896 stand Albert S. Fischer an der Spitze der genannten Kinderbewahranstalt und machte aus ihr einen Volkskindergarten, der für Wien, Oesterreich und das Ausland als Musterstätte Fröbelschen Geistes und Fröbelscher Arbeit galt. Dort schuf er die erste österreichische Bildungsstätte für Kindergärtnerinnen, wohin auch die Klöster ihre Elevinnen sandten. Von dort aus schuf er seine zusammenfassenden, als notwendige Behelfe für den Kindergarten und deren Bildungsanstalten dienenden Bücher: „Der Kindergarten" und „Poetisches Schatzkästlein". Albert S. Fischer galt für J\ \ B /\ % JE?f^ Kleider-, Pelzeu. Gummimäntel-Fa I EJk 1 L\ |^ WC Zentrale: Detailverkauf: M^0m IT1I ■ * l^ll WienIl.,fGlockengasse24 Wien II.,Taborstra